Mit der SSD 990 haben wir heute eine PCIe 4.0 NVMe M.2 SSD von Samsung im Test, welche keine neuen Rekorde brechen möchte, sondern vielmehr als preislich attraktive Allround-SSD die richtige Wahl für die breite Masse sein soll.

Welche Details in der 990 M.2 SSD stecken und wie sich die 2 TB große Variante der noch recht neuen PCIe 4.0 NVMe M.2 SSD von Samsung in unserem Test geschlagen hat, erfahrt ihr in diesem Review.
Technische Details:
| Verfügbare Kapazitäten. | 1 TB / 2 TB |
| Formfaktor: | M.2 2280 |
| Nand Flash: | Samsung V-NAND QLC |
| Abmessungen (L x B x H): | 80.15×22.15×2.38mm |
| Controller: | Samsung PiccoloQ |
| DRAM Cache: |
– |
| Schnittstelle: | PCIe Gen4x4 |
| Sequentielles Lesen (Max): | Bis zu 7.250 MB / s |
| Sequentielles Schreiben (Max): | Bis zu 6.450 MB / s |
| 4 KB Random Read IOPS (Max): | Bis zu 1200K |
| 4 KB Random Write IOPS (Max): | Bis zu 800K |
| Betriebstemperatur: | 0 ° C – 70 ° C. |
| Lagertemperatur: | -40 ° C – 85 ° C. |
| Stoßfestigkeit: | 1500 G / 0,5 ms |
| MTBF: | 1.500.000 Stunden |
| Geschriebene Terabyte (TBW) (maximale Kapazität): | 400 TB (1 TB Version) 800 TB (2 TB Version) |
| Garantie: | 3 Jahre beschränkte Garantie |
Lieferumfang:
- SSD 990 M.2 (mit gewählter Kapazität)
- Anleitung/Garantiehinweis

Design und Verarbeitung:
Die SSD 990 M.2 SSD wird von Samsung in einer schlanken Verpackung geliefert, welche in einem blauen Grunddesign gehalten ist. Auf der Verpackungsvorderseite wurde neben einem Produktbild und der Modellbezeichnung auch ein Hinweis auf die Kapazität abgedruckt. Zudem findet man hier auch einen Hinweis auf die maximale Lesegeschwindigkeit der enthaltenen SSD.

Mit einem Blick auf die Verpackungsrückseite findet man einen Hinweis auf die dreijährige Garantiezeit.

Innerhalb der Verpackung ist die 9100 PRO M.2 SSD in einer Pappschachtel untergebracht und wird durch diese effektiv vor äußeren Einflüssen geschützt.
Entnimmt man die SSD 990 aus ihrer Verpackung, so hat man eine 80,15 mm lange und 22,15 mm breite M.2 SSD vor sich liegen, welche eine Stärke von lediglich 2,38 mm aufweist. Dank des gewählten Aufbaus lässt sich die SSD 990 auch in schlanken Notebooks verbauen.

Im Vergleich zu einer normalen SATA-SSD im 2,5″-Format befindet sich das PCB der SSD nicht in einem schützenden Gehäuse.
Um den besonders flachen Aufbau realisieren zu können, wurde die SSD990 im Gegensatz manch anderen M.2 SSDs nur auf einer PCB-Seite mit Komponenten bestückt und anstelle eines flachen Aluminiumblechs oder gar eines dick auftragenden Kühlkörper wurde lediglich mit ein Aufkleber auf diese Komponenten aufgeklebt.
Schaut man sich das PCB unterhalb des Aufklebers einmal etwas genauer an, so findet man im vorderen Bereich der PCB-Oberseite einen PiccoloQ Controller von Samsung vor. Auf einen dedizierten DRAM-Cache hat Samsung bei den Modellen der SSD 990 an dieser Stelle jedoch verzichtet.

Wie wir es schon von anderen Modellen aus dem Hause Samsung kennen, kommt bei der SSD 990 dafür ein sogenannter und zu gleich intelligenter Pseudo-SLC-Cache zum Einsatz, welcher seitens Samsung als TurboWrite 2.0 bezeichnet wird. Bei dieser Art von Cache werden die Daten erst in dem schnelleren pSLC-Modus mit vier Bits pro Zelle zwischengespeichert. Hierfür wird in der Regel ein fester Bereich aus der Spare Area der SSD reserviert. Von hier aus werden die Daten anschließend im normalen Modus an ihrem endgültigen Speicherort geschrieben.
Relativ betrachtet reiht sich die 990 damit in die gleiche Kategorie wie die 9100 Pro ein. Das ist durchaus positiv zu bewerten. Was die Schreibgeschwindigkeit betrifft, so bewirbt Samsung die 990 mit einer um mehr als 50 % höheren Schreibleistung im Vergleich zur 990 EVO. Dies wird durch den Wechsel von 1.600 auf 2.400 MT/s sowie der Einsatz neuerer Flash-Speicher und Firmware-Versionen ermöglicht.
Der verbaute Controller ist mit vier Kanälen an einen einzelnen im QLC-Verfahren betriebenen 3D-NAND Chips angebunden. Der im hinteren PCB-Bereich verbauten 3D-NANDs verfügen hierbei über 280 Layer. Bei genauer Betrachtung ist zu erkennen, dass vor dem verbauten NAND-Chip Lötpunkte zu erkennen sind, welche einem einen Hinweis darauf geben, dass Samsung ggf. auch noch eine Variante mit einer höheren Speicherkapazität (4 TB) auf den Markt bringen könnte.
Wie wir es schon von den Vorgängermodellen kennen, hat Samsung auf der PCB-Rückseite einen Aufkleber aufgeklebt, welcher auf der Unterseite über eine Kupferschicht verfügt.

Durch diesen Aufkleber soll Wärmeabfuhr gesteigert und somit die Drosselung des verbauten Controllers verzögert werden soll.

Als Schnittstelle kommt bei der SSD 990 NVMe SSD die mit dem Z170 Chipsatz eingeführte M.2 Schnittstelle zum Einsatz.

Die 990 kann hierbei nicht nur auf einem älteren PCIe Steckplatz genutzt werden, sondern auch auf einem weit verbreiteten PCIe x4 4.0 Steckplatz. Seitens des Anschlusses wäre in der Theorie eine maximale Übertragungsrate von rund 8.000 MB/s möglich. Samsung selbst gibt für die von uns in diesem Test herangezogene 2 TB Variante der 990 eine maximale Lesegeschwindigkeit von 7.250 MB/s und eine maximale Schreibgeschwindigkeit von 6.450 MB/s an. Um diese Geschwindigkeit erreichen zu können, benötigt man neben einem kompatiblen Mainboard auch eine entsprechende CPU, welche die Anbindung von PCIe x4 4.0 M.2 SSDs unterstützt. Nutzt man die SSD in einem älteren System, so kann man die SSD zwar problemlos nutzen, jedoch die eigentlich mögliche Bandbreite nicht ausschöpfen.
Die Verarbeitung unseres Testmusters der SSD 990 wurde seitens Samsung sehr sauber und hochwertig ausgeführt.
Testablauf:
Das wichtigste Kaufargument ist bei einer SSD zweifelsohne nicht das Design, sondern die Leistung, welche erbracht werden kann.
Aus diesem Grund schicken wir die SSD nicht nur in verschiedene Benchmarks, sondern werden uns auch ein genaues Bild über die Geschwindigkeit in alltäglichen Bereichen machen.
Das zum Einsatz kommende Testsystem besteht aus diesen Komponenten:
- Prozessor: Intel Core Ultra 9 285K 🛒
- Mainboard: NZXT N9 Z890 Black 🛒
- Gehäuse: NZXT H9 Flow RGB 🛒
- Kühler: NZXT Kraken Plus 360 RGB 🛒
- Netzteil: NZXT C1200 Gold ATX 3.1 🛒
- Arbeitsspeicher: ADATA – XPG SPECTRIX D60G RGB 16GB (2x8GB) DDR4 3600MHz 🛒
- Grafikkarte: Gainward – RTX 3070 Phantom GS 🛒
- Systemlaufwerk: Seagate – FireCuda 520 1TB M.2 SSD 🛒
- Wärmeleitpaste: ARCTIC – MX-5 🛒
Das Testlaufwerk ist dabei als sekundäres Laufwerk eingerichtet. Das Betriebssystem befindet sich somit auf der verbauten Seagate – FireCuda 520 1TB M.2 SSD 🛒. Dies gilt jedoch nur für die durchgeführten Benchmarks und nicht für die Softwaretests.
Um eine Beeinträchtigung durch gesharte PCIe-Lanes zu vermeiden, wurde die eingesetzte Grafikkarte im zweiten PCIe-Steckplatz verbaut.
Getestet wurde die Samsung 990 M.2 NVMe SSD mittels dieser Benchmarks:
- AS SSD Benchmark
- AS SSD Kopierbenchmark
- ATTO Disk Benchmark
AS SSD Benchmark:
Der AS SSD Benchmark wurde, wie der Name vermuten lässt, speziell für SSDs entwickelt. Durch die Verwendung von inkompressiblen Daten stellt dieser Benchmark für komprimierende Controller praktisch ein Worst-Case-Szenario dar.
Mit einem Blick auf das erreichte Testergebnis ist zu erkennen, dass die 990 M.2 SSD die seitens Samsung angegebenen Übertragungsgeschwindigkeiten in diesem Test nicht ganz erreichen konnte.
AS SSD Kopierbenchmark:
Neben diesem Performancetest beinhaltet der AS SSD Benchmark auch noch einen Kopierbenchmark, mittels welchem ermittelt werden kann, wie schnell Daten innerhalb des Laufwerkes kopiert werden können.
Die verwendeten Muster entsprechen typischen Szenarien: ISO (zwei große Dateien), Programm (viele kleine Dateien), Spiel (große und kleine Dateien gemischt).
Auch bei dem aus drei Teilen bestehenden Kopierbenchmark zeigte die Samsung – 990 eine sehr solide Performance.
ATTO Disk Benchmark
Der ATTO Disk Benchmark ermöglicht es einem, die SSDs mit einer höheren Abfragetiefe zu beanspruchen. Wir haben die SSD somit mit einer Queue Depth von 10 getestet.
Dank der hohen Abfragetiefe konnte die Samsung – 990 M.2 SSD in diesem Test ihre volle Leistung entfalten. Zwar haben wir die seitens Samsung angegebene Maximalgeschwindigkeit sowohl im Write- als auch im Read-Test nicht ganz erreichen können, jedoch weicht unser Testergebnis nur um wenige MB/s von diesen Angaben ab. Mit der erzielten Leistung konnte sich die Samsung – 990 M.2 SSD in diesem Testabschnitt eine Performance erzielen, mit welcher die SSD gezeigt hat, dass sie nicht nur für Office-, sondern auch für Gaming-Anwendungen bestens geeignet ist.
Neben den Messungen mit diesen Benchmark-Tools wollen wir jedoch auch nicht die Geschwindigkeitsvorteile im alltäglichen Betrieb aus dem Auge verlieren, denn gerade auf diese kommt es im Endeffekt an, da die durch die Benchmarks aus dem Laufwerk gekitzelten Maximalwerte im Normalfall kaum erreicht werden.
Softwareinstallation:
Wie die Überschrift schon verlauten lässt, werden wir in diesem Test anhand der Software PCMark 8, Acrobat Reader und OpenOffice die Zeit stoppen, in welcher die Software auf der SSD installiert werden konnte.
| PC Mark8 | Adobe Acrobat Reader 10 | Open Office |
| 125 Sekunden | 19 Sekunden | 45 Sekunden |
Softwaretest:
In diesem Test werden wir die Geschwindigkeit messen, in welcher die SSD es schafft, eine WinRAR Datei von einem GB zu entpacken, einen vollständigen Systemscan mit AntiVir absolviert und wie lange ein auf der SSD installiertes Windows 10 benötigt, um zu booten. Hierbei wird die Zeitmessung erst nach dem Verlassen des Bios gestartet.
| WinRAR 1GB entpacken | Antivir System Scan | Windows 10 Pro x64 Bootzeit |
| 24 Sekunden | 247 Sekunden | 11,9 Sekunden |
Wie es in der Zwischenzeit auch von anderen M.2 SSDs bekannt ist, zeigte auch die 990 in unserem Test unter einer dauerhaft starken Belastung eine Drosselung bei der Übertragungsgeschwindigkeit.
Etwas anders sieht es bei einer normalen Belastung aus, wie sie bei der Nutzung während intensivem Gaming oder Arbeiten entsteht. Bei einem solchen Workload kommt es nur dann zu einer Drosselung, wenn man so viele Dateien auf einmal schreibt, dass der Cache vollgelaufen ist. Ab diesem Zeitpunkt bricht die Performance jedoch noch deutlicher als bei einer Drosselung durch eine gestiegene Temperatur ein.
Fazit:
Mit der SSD 990 2 TB MZ-V9V2T0BW hat Samsung eine technisch interessante PCIe-4.0-SSD in seinem Sortiment, welche vor allem mit einer hohen sequenziellen Geschwindigkeit und einer vergleichsweise niedrigen Leistungsaufnahme punkten kann. Der 4-Kanal-PiccoloQ-Controller, welcher mit einem QLC-V-NAND kombiniert wurde hat seitens Samsung jedoch keinen dedizierten DRAM-Cache zur Seite gestellt, wodurch die SSD von der technischen Seite her nicht auf die Nutzung in High-End-Systemen ausgelegt wurde. Für typische Alltagsaufgaben, Gaming und normale Dateioperationen bietet die SSD 990 aber dennoch eine hohe und ausreichende Leistung. Bei sehr langen Schreibvorgängen kann die Geschwindigkeit nach dem Ausschöpfen des pSLC-Caches jedoch deutlich einbrechen. Dank der kompakten Bauweise, bei welcher das PCB nur auf einer Seite bestückt wurde, bietet einem die SSD 990 nicht nur eine sehr gute Kompatibilität, sondern die geringe Anzahl der verbauten Komponenten sorgt auch dafür, dass die SSD eine sehr gute Effizienz bietet. Mit den gebotenen Eigenschaften eignet sich Samsung SSD 990 2 TB vor allem als schnelle und effiziente SSD für typische Desktop-, Gaming- und Notebook-Systeme, aber auch in einer Spielekonsole kann die SSD für schnelle Ladezeiten der installierten Spiele sorgen. Wer dagegen regelmäßig sehr große Datenmengen am Stück schreibt und dabei dauerhaft hohe Schreibraten benötigt, sollte eher zu einer SSD mit höherer Dauerperformance tendieren. Preislich liegt die von uns in diesem Test herangezogene 2 TB große Variante der SSD 990 aktuell bei knapp 360 € 🛒.

Wir danken Samsung für die Bereitstellung des Testmusters.

