ADATA – LEGEND 740 1TB M.2 NVMe SSD im Test

Mit der LEGEND 740 haben wir heute eine PCIe Gen3 x4 M.2 SSD aus der noch recht neuen LEGEND Serie von ADATA im Test, welche durch die gebotenen Features die richtige Wahl für Content Creator sein soll.

Welche Details in der LEGEND 740 stecken und wie sich die 1 TB große M.2 SSD aus der neuen LEGEND Serie von ADATA in unserem Test geschlagen hat, erfahrt ihr in diesem Review.

 

Technische Details:

Kapazität: 250GB / 500GB / 1TB
Formfaktor M.2 2280
NAND Flash:  3D NAND
Controller: Realtek RTS5766DL
Interface: PCIe Gen3 x4, NVMe 1.3
Abmessungen: 80 x 25 x 2,15 mm (ohne Kühler)
80 x 25 x 3,13 mm (mit Kühler)
Gewicht: 6,2 g (ohne Kühler)
9 g (mit Kühler)
LeistungMax.
Lesen (lt. Hersteller) bis zu 2.500 MB/s
Schreiben (lt. Hersteller) bis zu 2.000 MB/s
4 KB Random Read IOPS (Max): Bis zu 180K
4 KB Random Write IOPS (Max): Bis zu 180K
Betriebstemperatur: 0°C-70°C
Lagertemperatur: -40°C bis 85°C
Stoßfestigkeit: 1500 G / 0,5 ms
MTBF: 2.000.000 Stunden
Geschriebene Terabyte (TBW) (maximale Kapazität): 600 TB
Garantie: 5 Jahre

 

Lieferumfang:

  • ADATA LEGEND 740 M.2 SSD (mit gewählter Kapazität)
  • Kühlkörper

 

Design und Verarbeitung:

Die LEGEND 740 M.2 SSD wird von ADATA in einer schlanken Verpackung geliefert, welche in einem schwarzen/blauen Grunddesign gehalten ist. Die Verpackungsvorderseite wurde neben der Modellbezeichnung und einem Produktbild auch mit der Kapazität der enthaltenen SSD bedruckt.

Mit einem Blick auf die Verpackungsrückseite findet man eine Auflistung der wichtigsten Features vor, welche in mehreren Sprachen abgedruckt wurden.

Innerhalb der Verpackung ist die SSD sowie der mitgelieferte Kühler in einer Kunststoffschale untergebracht.

Entnimmt man die LEGEND 740 M.2 SSD aus der Verpackung, so hat man eine 80 mm lange und 22 mm breite SSD vor sich liegen, welche eine Stärke von nur 2,15 mm hat und somit auch in besonders schlanken Notebooks verbaut werden kann.

Im Vergleich zu einer normalen SATA-SSD im 2,5″-Format befindet sich das PCB der SSD hierbei nicht in einem schützenden Gehäuse.

Schaut man sich das PCB einmal etwas genauer an, so findet man im vorderen Bereich einen Realtek RTS5766DL Controller vor, welchen wir auch schon von den SSDs aus der FALCON-Reihe von ADATA kennen.

Der verbaute Controller verfügt über zwei ARM-basierte CPU-Kerne und ist mittels vier Kanälen an die vier 96 Layer 3D-NAND Chips angebunden. Die auf unserem Testmuster verbauten Speicherchips werden im TLC-Verfahren betrieben.

Um die Schreibleistung zu steigern, hat ADATA einen dynamischen SLC-Cache verbaut, welcher die anfallenden Daten zunächst im SLC-Verfahren puffert und diese im Anschluss in den TLC-Bereich des NANDs schreibt. Wie wir es auch schon von anderen SSDs aus dem Hause ADATA kennen, wurde auch bei der LEGEND 740 SSD Reihe zur Senkung der Produktionskosten auf einen dedizierten DRAM-Cache verzichtet. Stattdessen hat sich ADATA für die Host Memory Buffer (HMB) Technologie entschieden, welche im NVMe 1.3 Standard implementiert ist. Wie die Bezeichnung schon vermuten lässt, erlaubt es die HMB Technologie, einen kleinen Teil des normalen Arbeitsspeichers als erste Cache-Stufe der SSD zu verwenden. In der Praxis ist HMB vor allem bei zufälligen Zugriffen auf verschiedene Blöcke (IOPS) messbar. Die sequenzielle Transferleistung wird hingegen nicht positiv beeinflusst.

ADATA hat die SSD zusätzlich mit der LDCP-Fehlerkorrektur (Low Density Parity Check) ausgestattet, welche zur Erkennung und Behebung einer Vielzahl von Datenfehlern sorgen soll. Hierdurch wird eine zuverlässigere Datenübertragung und eine längere Produktlebensdauer erreicht. Zudem bringt die LEGEND 740 eine AES-256-Bit-Verschlüsselung mit.

Auf der Rückseite des PCBs hat ADATA keinerlei Komponenten verbaut. Hier findet man lediglich einen Aufkleber vor, welcher die Modellbezeichnung sowie die Speicherkapazität bereithält.

Neben einem entsprechenden Untersatz sollte man jedoch auch auf eine gute Kühlung der SSD achten, weswegen ADATA dem Lieferumfang einen entsprechenden Kühler beigelegt hat, welcher die Temperaturen der SSD um bis zu 15 % senken soll.

Befestigt wird der knapp 1 mm dicke Kühler ganz einfach mittels eines vorinstallierten und selbstklebenden Wärmeleitpad.

Da die SSD auch mit dem montierten Kühler gerade einmal 3,13 mm dick ist, kann sie auch in diesem Zustand weiterhin in vielen Notebooks eingesetzt werden.

Die LEGEND 740 M.2 SSD ist, wie die Modellbezeichnung schon vermuten lässt, mit der M.2-Schnittstelle ausgestattet, welche mit dem Z170 Chipsatz von Intel großflächig Einzug in den Consumer-PC-Markt gefunden hat und in der Zwischenzeit auf fast jedem aktuellen Mainboard zu finden ist.

Die Anbindung erfolgt mittels des NVMe 1.3 Protokolls und somit über PCI Express 3.0 x4, wodurch die SSD viel höhere Übertragungsraten erzielen kann, als es mit dem 2004 eingeführten AHCI Protokoll, welches eine Anbindung per SATA erfordert, möglich ist. Das NVMe Protokoll bringt jedoch einen kleinen Nachteil mit sich, welchem man jedoch erst bemerkt, wenn man nicht auf ein Windows 8.1 oder Windows 10 Betriebssystem setzt, denn erst ab Windows 8.1 wird das NVMe Protokoll nativ unterstützt. Für Windows 7 bietet Microsoft einen entsprechenden Hotfix an.

Die Verarbeitung wurde seitens ADATA sauber ausgeführt und gibt uns keinen Anlass zur Kritik.

 

Testablauf:

Das wichtigste Kaufargument ist bei einer SSD zweifelsohne nicht das Design, sondern die Leistung, welche erbracht werden kann.
Aus diesem Grund schicken wir die SSD nicht nur in verschiedene Benchmarks, sondern werden uns auch ein genaues Bild über die Geschwindigkeit in alltäglichen Bereichen machen.

Das zum Einsatz kommende Testsystem besteht aus diesen Komponenten:

Das Testlaufwerk ist dabei als sekundäres Laufwerk eingerichtet. Das Betriebssystem befindet sich somit auf der verbauten ADATA – XPG – GAMMIX S70 PCIe 4.0 M.2 SSD*. Dies gilt jedoch nur für die durchgeführten Benchmarks und nicht für die Softwaretests.

Getestet wurde die LEGEND 740 1 TB M.2 SSD mittels dieser Benchmarks:

  • AS SSD Benchmark
  • AS SSD Kopierbenchmark
  • ATTO Disk Benchmark

 

AS SSD Benchmark:

Der AS SSD Benchmark wurde, wie der Name vermuten lässt, speziell für SSDs entwickelt. Durch die Verwendung von inkompressiblen Daten stellt dieser Benchmark für komprimierende Controller praktisch ein Worst-Case-Szenario dar.

Mit einem Blick auf das erreichte Testergebnis ist zu erkennen, dass die LEGEND 740 M.2 SSD die seitens ADATA angegebenen Übertragungsgeschwindigkeiten in diesem Test nicht ganz erreichen konnte. Im Vergleich zur Falcon M.2 SSD, welche über einen sehr ähnlichen Aufbau verfügt, kann die LEGEND 740 M.2 SSD jedoch mit einer etwas höheren Schreibgeschwindigkeit punkten.

 

AS SSD Kopierbenchmark:

Neben diesem Performancetest beinhaltet der AS SSD Benchmark auch noch einen Kopierbenchmark, mittels welchem ermittelt werden kann, wie schnell Daten innerhalb des Laufwerkes kopiert werden können.
Die verwendeten Muster entsprechen typischen Szenarien: ISO (zwei große Dateien), Programm (viele kleine Dateien), Spiel (große und kleine Dateien gemischt).

Auch bei dem aus drei Teilen bestehenden Kopierbenchmark zeigte die LEGEND 740 eine gute Performance, welche meist über der Leistung der ähnlich aufgebauten Falcon SSD liegt.

 

ATTO Disk Benchmark

Der ATTO Disk Benchmark ermöglicht es einem, die SSDs mit einer höheren Abfragetiefe zu beanspruchen. Wir haben die SSD somit mit einer Queue Depth von 10 getestet.

Dank der hohen Abfragetiefe konnte die LEGEND 740 in diesem Test ihre volle Leistung entfalten, wodurch es der SSD gelang, sich in diesem Test im guten Mittelfeld der per PCIe Gen3 x4 angebundenen M.2 SSDs zu platzieren. Die angegebenen Werksangaben haben wir jedoch auch in diesem Test nicht ganz erreichen können.

Neben den Messungen mit diesen Benchmark-Tools wollen wir jedoch auch nicht die Geschwindigkeitsvorteile im alltäglichen Betrieb aus dem Auge verlieren, denn gerade auf diese kommt es im Endeffekt an, da die durch die Benchmarks aus dem Laufwerk gekitzelten Maximalwerte im Normalfall kaum erreicht werden.

 

Softwareinstallation:

Wie die Überschrift schon verlauten lässt, werden wir in diesem Test anhand der Software PCMark 8, Acrobat Reader und OpenOffice die Zeit stoppen, in welcher die Software auf der SSD installiert werden konnte.

PC Mark8 Adobe Acrobat Reader 10 Open Office
124 Sekunden 18 Sekunden 44 Sekunden

 

Softwaretest:

In diesem Test werden wir die Geschwindigkeit messen, in welcher die SSD es schafft, eine WinRAR Datei von einem GB zu entpacken, einen vollständigen Systemscan mit AntiVir absolviert und wie lange ein auf der SSD installiertes Windows 10 benötigt, um zu booten. Hierbei wird die Zeitmessung erst nach dem Verlassen des Bios gestartet.

WinRAR 1GB entpacken Antivir System Scan Windows 10 Pro x64 Bootzeit
23 Sekunden 248 Sekunden 13,6 Sekunden

Wie es in der Zwischenzeit auch von anderen M.2 SSDs bekannt ist, zeigte auch die LEGEND 740 M.2 SSD in unserem Test unter einer dauerhaften Belastung eine leichte Drosselung bei der Übertragungsgeschwindigkeit. Im Vergleich zu manch anderer SSD konnte die LEGEND 740 bis zum Eintreten dieser Drosselung jedoch deutlich länger beschrieben werden.
Dieser Geschwindigkeitsabfall entsteht durch die Drosselung des verbauten Controllers, welche ab einer bestimmten Temperaturschwelle eintritt. In diesem Testabschnitt kann die LEGEND 740 durch den mitgelieferten Kühler sowie der generell geringeren Geschwindigkeit, durch welche der verbaute Controller nicht so stark belastet wird, einiges an Boden gut machen.

 

Fazit:

Mit der LEGEND 740 hat ADATA eine PCIe Gen3 x4 M.2 SSD in seine neue LEGEND Serie aufgenommen, welche zwar nicht zu den schnellsten Modellen ihrer Art gehört, in unserem Test aber dennoch fast durchweg zu überzeugen wusste. Der größte Kritikpunkt ist in der Ausstattung zu finden, denn um den Verkaufspreis niedrig zu halten, hat ADATA auf einen integrierten DRAM-Cache verzichtet. Dies hat leider eine große Auswirkung auf die Schreibgeschwindigkeit, wodurch die LEGEND 740 M.2 SSD nicht mit den Geschwindigkeiten der teuren Modellen mithalten kann. Punkten konnte die SSD hingegen durch den mitgelieferten Aluminiumkühler, welcher die SSD auch bei einer andauernden Auslastung auf einer angenehmen Temperatur halten kann. Hierdurch wird der Controller nicht so schnell wie bei anderen Modellen gedrosselt und kann somit über einen längeren Zeitraum hinweg seine maximale Performance erzielen. Durch diese Eigenschaften eignet sich die SSD vor allem für den Einsatz in einem Office-PC oder einer Workstation, bei der es auf eine hohe und durchgehend verfügbare Performance ankommt. Passend zu diesem Einsatzgebiet wurde auch die Verarbeitung der SSD durchweg sauber und optisch ansprechend ausgeführt. Für die Optik sorgt hierbei vor allem der eingesetzte Kühler. Preislich liegt die von uns in diesem Test herangezogene 1 TB große Variante der LEGEND M.2 SSD aktuell bei knapp 100 € *.

Ein besonderer Dank geht an ADATA für die Bereitstellung des Testmusters.

ADATA - LEGEND 740 1TB M.2 NVMe SSD

8.7

Verarbeitung

9.0/10

Kompatibilität

10.0/10

Geschwindigkeit

7.5/10

Lieferumfang

8.0/10

Preis

9.0/10

Pro

  • Verarbeitung
  • Mitgelieferter Kühler
  • Verkaufspreis
  • Kompatibilität

Contra

  • Kein integrierter DRAM-Cache