Mit dem Magoroku haben wir heute einen neu entwickelten Twin-Tower-Kühlers von Scythe im Test, welcher neben einer hohen Kühlleistung auch mit einer geringen Geräuschkulisse überzeugen möchte.

Welche Details in dem Magoroku stecken und wie sich der neue Twin-Tower-Kühler von Scythe in unserem Test geschlagen hat, erfahrt ihr in diesem Review.
Technische Details:
| Modellnummer: | SCMR-1000 |
| Abmessungen (inkl. Lüfter): | 134 x 142,5 x 155 mm |
| Gewicht: | 1036 g |
| Material: | Kupfer (Bodenplatte / Heatpipes) Aluminium (Kühlfinnen) |
| Lüfter: | 2 x Wonder Tornado 120 PWM Fan |
| Lüftermaße: | 120 x 120 x 26 mm |
| Geräuschpegel: | 3.0 〜26.88dBA |
| Luftdurchsatz: | 7.68〜60.29 CFM |
| Lüfterdrehzahl: | 300 (±300 upm) ~ 1.200 upm (±10%) (PWM-gesteuert) |
| Statischer Druck: | 0.05〜2.45 mmH2O / 0.49〜24.03 Pa |
| Spannung: | 12 V |
| Stromstärke: | 0,15 A |
| Kompatibilität: |
Intel: LGA 1851 / 1700 / 1200 / 115X AMD: AM5 / AM4 |
Lieferumfang:
- Montagematerial für Intel™- und AMD™-Sockel
- 2 x 120-mm-Lüfter
- Wärmeleitpaste
- 6 x Lüfterklemmen
- Einbauanleitung
- Y-PWM Adapter
- Schraubendreher

Design und Verarbeitung:
Der neue Magoroku Twin-Tower-Kühler wird in einer Verpackung geliefert, welche in einem schwarzen Grunddesign gehalten wurde. Wo die Verpackungsvorderseite neben der Modellbezeichnung auch mit einem Produktbild bedruckt wurde, wurde die rechte Verpackungsseite mit detaillierten Zeichnungen des Kühlers sowie der mitgelieferten Lüfter bedruckt.

Eine Auflistung der technischen Details ist auf der Verpackungsrückseite zu finden.

Entnimmt man den Magoroku aus seiner Verpackung, so hat man einen Twin-Tower-Kühler vor sich stehen, welcher mit einer Höhe von 155 mm nicht nur vergleichsweise kompakt ausfällt, sondern farblich in der für Scythe typischen Optik daher kommt.

Wie wir es schon von vergangenen Kühlern aus dem Hause Scythe her kennen, wurde auch bei dem neuen Magoroku Twin-Tower-Kühler somit weitestgehend auf eine farbliche Beschichtung verzichtet. Einzig die auf die beiden Lamellentürme aufgesetzte Abschlussfinne wurde mit einer schwarzen Beschichtung versehen, welche auch das mittig in die Lamellen eingeprägte Scythe Logo optisch hervorhebt.

Schaut man sich die beiden Außenseiten des Kühlers einmal etwas genauer an, so wird man nicht nur erkennen, dass die unteren neun Kühlfinnen für eine bessere Kompatibilität zu Speichern mit hohen Heatspreadern an beiden Lamellentürmen nicht in der vollen Tiefe ausgeführt wurden, sondern man kann in allen Kühlfinnen auch kleine Vertiefungen erkennen, an welchen sich die Lüfterklammern für die beiden mitgelieferten sowie einen optionalen Lüfter befestigen lassen.

Die verbauten Kühlfinnen wurden jedoch nicht nur auf den beiden Außenseiten mit kleinen Aussparungen ausgestattet, sondern auch auf den beiden symmetrisch aufgebauten Stirnseiten.

Die hier eingelassenen Zacken vergrößern nicht nur die Oberfläche, auf welche die bewegte Luft trifft, sondern diese tragen auch dazu bei, entstehende Luftverwirbelungen zu reduzieren. Um eine Art Vorkammer zu schaffen, verfügen die Aluminiumfinnen in der Kühlermitte zudem über eine breitere Vertiefung. Diese macht es möglich, das der Bereich hinter der Rotornabe besser mit Luft durchflutet werden kann.
Mit einem Blick auf die Unterseite des Kühlers ist zu erkennen, dass die sechs verbauten Heatpipes die zweiteilige Bodenplatte u-förmig gebogen durchlaufen.

Um eine bestmögliche Wärmeübertragung von der Bodenplatte zu den eingefassten Heatpipes zu gewährleisten, wurde die zweiteilige Bodenplatte nicht nur auf der Unterseite aus hochwertigem Kupfer gefertigt, sondern die Heatpipes sind im Bereich der schlanken Bodenplatte auch auf der Oberseite von einer vernickelten Kupferplatte umschlossen. Zur einfacheren Kühlermontage wurde an der Oberseite der Bodenplatte schon ein Montagesteg vorinstalliert.

Als Lüfter liefert Scythe bei dem Magoroku zwei identische Wonder Tornado 120-mm-PWM-Lüfter mit. Die beiden 120-mm-Lüfter verfügen passend zur Farbgebung der Abschlusslamellen über einen vollständig schwarzen Aufbau.

Der eingesetzte Impeller verfügt über neun langgezogene Lüfterblätter, welche durch ihren Aufbau für einen hohen statischen Druck sorgen sollen.
Um eine entkoppelte Lüftermontage zu ermöglichen, wurden die Lüfterrahmen auf der Vorder- als auch Rückseite mit vorinstallierten Entkoppler ausgestattet. Diese sind auf den Lüfterrahmen aufgesteckt und lassen sich hierdurch bei Bedarf abnehmen.

Befestigt sind die Impeller beider Lüfter an vier Stegen, welche gegen die Rotationsrichtung gebogen zum Lüfterrahmen geführt werden.

Die Anschlusskabel beider Lüfter wurden mit einem schwarzen, blickdichten Sleeving überzogen und fügen sich somit gut in das Gesamtdesign ein.
Die Verarbeitung des Kühlers als auch der beiden Lüfter wurde sauber ausgeführt und gibt uns keinen Grund zur Beanstandung.
Montage:
Soll der Kühler auf einem AMD-Mainboard verbaut werden, so wird die werksseitig montierte Backplate weiterhin genutzt. Im Lieferumfang befinden sich passende Schrauben und Abstandshalter, welche sich in die entsprechende Backplate eindrehen lassen.
Wird der Kühler auf einem Mainboard mit einem Intel Sockel montiert, so muss man im ersten Arbeitsschritt die Montagebolzen, welche schon an der mitgelieferten Backplane vormontiert sind, von der Rückseite aus durch die Montagebohrungen des jeweiligen Mainboards führen. Anschließend werden die mitgelieferten Abstandshalter über die Montagebolzen gestülpt und die beiden Montageträger darauf positioniert und verschraubt.
Im Anschluss kann der Kühler auf die mit Wärmeleitpaste bestrichene CPU aufgesetzt und mit der Montageschiene verschraubt werden.
Die mitgelieferten Lüfter werden jeweils mittels zwei Lüfterklammern am Kühler befestigt. Die Montage eines dritten 120-mm-Lüfters ist mittels der zusätzlichen Lüfterklammern aus dem Lieferumfang problemlos möglich.

Was die gebotene Kompatibilität angeht, steht der neue Magoroku trotz des gewählten Aufbaus als Twin-Tower-Kühler sehr gut dar. Diese gute Kompatibilität hat der Kühler neben der vergleichsweise geringen Bauhöhe von nur 155 mm auch den im unteren Bereich ausgesparten Kühlfinnen zu verdanken.
Testablauf:
Die Testergebnisse sind bei einer Raumtemperatur von ca. 21 °C (zu Beginn der Testphase gemessen) entstanden. Protokolliert wurde der maximale Mittelwert aller Performance-Cores während eines 30-minütigen Prime95 Stresstests.
Kommen bei einem getesteten Kühler Lüfter zum Einsatz, bei denen es sich um PWM-Lüfter handelt, welche ihre Geschwindigkeit selbst anpassen, so wird die PWM-Steuerung während des Tests deaktiviert.
Wir nutzen bei unseren Tests immer die ARCTIC – MX-5 🛒 Wärmeleitpaste, um auch hier etwaige Schwankungen ausschließen zu können.
Bei den ermittelten Temperaturen handelt es sich um Messwerte, welche unter Extrembedingungen ermittelt wurden und so auch während langen Gaming-Sessions kaum erreicht werden.
Zudem ist zu beachten, dass die erreichten Temperaturen abhängig von dem genutzten System sind und auch auf ähnlichen Systemen abweichen können. Da wir jedoch alle Kühler unter diesen Bedingungen testen, lassen sich die Kühler untereinander gut vergleichen.
Als Referenz dienen alle Kühler, welche wir bis jetzt auf diesen Systemen getestet haben. CPU-Wasserkühler werden in Kombination mit einem Alphacool NexXoS ST30 Full Copper 360mm Radiator getestet.
Testsysteme & Messergebnisse:
Um eine typische Wärmeentwicklung abbilden zu können, welche in etwa der Wärmeentwicklung der meisten Nutzer während des Spielens entspricht, setzen wir in unserem Test auf ein Mittelklasse-Gaming-System, welches aus folgenden Komponenten besteht:
- Prozessor: Intel – Core i5 11600K @ 4,5 GHz 🛒
- Mainboard: NZXT – N7 Z590 🛒
- Speicher: ADATA – XPG – GAMMIX D45 16 GB 🛒
- Grafikkarte: Gainward – RTX 3070 Phantom GS 🛒
- Systemlaufwerk: ADATA – GAMMIX S70 1TB 🛒
- Netzteil: NZXT C1000 Gold ATX 3.1 🛒
- Wärmeleitpaste: ARCTIC – MX-5 🛒
- Gehäuse: NZXT H6 Flow RGB 🛒
Um auch Anwendern, welche auf der Suche nach einem Kühler für ein sehr leistungsstarkes System sind, einen Vergleich bieten zu können, wird jeder kompatible Kühler auch in einem Z890 System getestet, welches aus diesen Komponenten besteht:
- Prozessor: Intel Core Ultra 9 285K 🛒
- Mainboard: NZXT N9 Z890 White 🛒
- Arbeitsspeicher: Kingstion FURY Renegade RGB 48GB Kit (2x24GB) DDR5 8400MT/s CL40 CUDIMM 🛒
- Grafikkarte: Gainward – RTX 3070 Phantom GS 🛒
- Systemlaufwerk: Kingston FURY Renegade G5 SSD 2TB 🛒
- Netzteil: NZXT C1000 Gold ATX 3.1 🛒
- Wärmeleitpaste: ARCTIC – MX-5 🛒
- Gehäuse: NZXT H6 Flow RGB 🛒
Neben diesem auf einer Intel-Plattform basierenden Testsystem haben wir auch einen Test auf einem AM5 System durchgeführt. Dieses Testsystem besteht aus folgenden Komponenten:
- Prozessor: AMD Ryzen 7 7700X 🛒
- Arbeitsspeicher: 2 x 16 GB ADATA – XPG – Lancer DDR5 5200 🛒
- Mainboard: NZXT N9 X870E 🛒
- Systemlaufwerk: Seagate – FireCuda 520 NVMe SSD 1TB 🛒
- Grafikkarte: ASUS GeForce Dual RTX 3060 12GB V2 OC Edition 🛒
- Netzteil: NZXT C1000 Gold ATX 3.1 🛒
- Wärmeleitpaste: ARCTIC – MX-5 🛒
- Gehäuse: NZXT H6 Flow RGB 🛒
Mit einem Blick auf die Testergebnisse ist zu erkennen, dass der neue Magoroku Twin-Tower-Kühler auf unseren Testsystemen eine sehr gute Kühlleistung erzielen konnte. Auch wenn der Magoroku ARGB Twin-Tower-Kühler mit 155 mm deutlich kompakter ausfällt als viele anderen Twin-Tower-Kühler, konnte der Kühler in Kombination mit den beiden performanten 120-mm-Lüfter eine Kühlleistung erzielen, mit welcher man den Kühler auch bedenkenlos auf einer aktuellen High-End-CPU einsetzen kann. Ruft man nicht die maximale Leistung ab, so ist der Kühler dazu in der Lage auf einem sehr angenehmen Geräuschpegel zu arbeiten. Im direkten Vergleich zu einem großen Single-Tower-Kühler mit nur einem Lüfter macht sich die Mehrleistung, welche zum Teil auch durch den 2. Lüfter erreicht wird, jedoch auch mit einem Blick auf den Geräuschpegel bemerkbar, wodurch der Magoroku unter Volllast etwas lauter als ein solcher Kühler agiert.
Fazit:
Mit dem Magoroku hat Scythe nach einer gewissen Zeit, in der man hierzulande nichts mehr von dem renommierten Kühlerhersteller gehört hat, einen neuen Twin-Tower-Kühler in sein Sortiment aufgenommen, welcher in unserem Test nicht nur durch eine saubere Verarbeitung überzeugen konnte, sondern auch durch eine sehr gute Kühlleistung. Auf Seiten der Verarbeitung punktet der Kühler neben einer generell sauberen Verarbeitung auch durch die schwarzen Abschlusslamellen, einer guten Entkopplung der beiden Lüfter sowie einer einfachen und sicheren Montage. Dank der großen Kühlfläche, welche durch die beiden neu entwickelten Lamellenblöcke erreicht wird, kann der Kühler in Kombination mit den beiden im Lieferumfang enthaltenen Lüfter eine sehr gute Kühlleistung erzielen, welche auch problemlos zur Kühlung leistungsstarker CPUs ausreicht. Sollte einem die gebotene Kühlleistung dennoch einmal nicht ausreichen, so kann man den Kühler durch den guten Lieferumfang genz einfach mit einem dritten 120-mm-Lüfter bestücken. Auch wenn Scythe auf einen asymmetrischen Aufbau verzichtet hat, bietet der neue Twin-Tower-Kühler dank der im unteren Bereich verkürzt ausgeführten Kühlfinnen nicht nur eine sehr gute Kompatibilität zu Speichern mit hohen Kühlkörpern, sondern der Kühler passt dank seiner geringen Bauhöhe auch problemlos in kompaktere Gehäuse. Preislich liegt der Magoroku Twin-Tower-Kühler von Scythe aktuell bei knapp 40 € 🛒 und bietet somit ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.

Wir danken Scythe sehr für die Bereitstellung des Testmusters.

