ADATA – LEGEND 840 1TB M.2 NVMe SSD im Test

Mit der LEGEND 840 haben wir heute die schnellste M.2 SSD aus der noch recht neuen LEGEND Serie von ADATA im Test, welche sich nicht nur für Content Creator eignen soll, sondern auch mit einer guten Performance beim Gamen punkten möchte.

Welche Details in der LEGEND 840 stecken und wie sich die 1 TB große M.2 SSD aus der neuen LEGEND Serie von ADATA in unserem Test geschlagen hat, erfahrt ihr in diesem Review.

 

Technische Details:

Kapazität: 512GB / 1TB
Formfaktor M.2 2280
NAND Flash:  3D NAND
Controller: Innogrit IG5220
Interface: PCIe Gen4 x4, NVMe 1.4
Abmessungen: 80 x 25 x 2,15 mm (ohne Kühler)
80 x 25 x 3,13 mm (mit Kühler)
Gewicht: 6 g (ohne Kühler)
9 g (mit Kühler)
LeistungMax.
Lesen (lt. Hersteller) bis zu 5.000 MB/s
Schreiben (lt. Hersteller) bis zu 4.500 MB/s
4 KB Random Read IOPS (Max): Bis zu 650K
4 KB Random Write IOPS (Max): Bis zu 600K
Betriebstemperatur: 0°C-70°C
Lagertemperatur: -40°C bis 85°C
Stoßfestigkeit: 1500 G / 0,5 ms
MTBF: 2.000.000 Stunden
Geschriebene Terabyte (TBW) (maximale Kapazität): 650 TB
Garantie: 5 Jahre

 

Lieferumfang:

  • ADATA LEGEND 840 M.2 SSD (mit gewählter Kapazität)
  • Kühlkörper

 

Design und Verarbeitung:

Die LEGEND 840 M.2 SSD wird von ADATA in einer schlanken Verpackung geliefert, welche in einem schwarzen Grunddesign gehalten ist. Die Verpackungsvorderseite wurde neben der Modellbezeichnung und einem Produktbild auch mit der Kapazität der enthaltenen SSD bedruckt.

Mit einem Blick auf die Verpackungsrückseite findet man eine Auflistung der wichtigsten Features vor.

Innerhalb der Verpackung ist die SSD sowie der mitgelieferte Kühler in einer Kunststoffschale untergebracht.

Entnimmt man die LEGEND 840 M.2 SSD aus der Verpackung, so hat man eine 80 mm lange und 22 mm breite SSD vor sich liegen, welche eine Stärke von nur 2,15 mm hat und somit auch in besonders schlanken Notebooks verbaut werden kann.

Im Vergleich zu einer normalen SATA-SSD im 2,5″-Format befindet sich das PCB der SSD hierbei nicht in einem schützenden Gehäuse.

Schaut man sich das PCB einmal genauer an, so findet man direkt hinter der M.2-Schnittstelle einen InnoGrit IG5220 Controller vor, welcher zur Anbindung der beiden verbauten 3D-NAND Chips vier Kanäle bereitstellt. Die auf unserem Testmuster verbauten Speicherchips werden hierbei im TLC-Verfahren betrieben.

Um die Schreibleistung zu steigern, hat ADATA einen dynamischen SLC-Cache verbaut, welcher die anfallenden Daten zunächst im SLC-Verfahren puffert und diese im Anschluss in den TLC-Bereich des NANDs schreibt. Wie wir es auch schon von anderen SSDs aus dem Hause ADATA kennen, wurde auch bei der LEGEND 840 SSD Reihe zur Senkung der Produktionskosten auf einen dedizierten DRAM-Cache verzichtet. Stattdessen hat sich ADATA für die Host Memory Buffer (HMB) Technologie entschieden, welche im NVMe 1.4 Standard implementiert ist. Wie die Bezeichnung schon vermuten lässt, erlaubt es die HMB Technologie, einen kleinen Teil des normalen Arbeitsspeichers als erste Cache-Stufe der SSD zu verwenden. In der Praxis ist HMB vor allem bei zufälligen Zugriffen auf verschiedene Blöcke (IOPS) messbar. Die sequenzielle Transferleistung wird hingegen nicht positiv beeinflusst.

ADATA hat die SSD zusätzlich mit der LDCP-Fehlerkorrektur (Low Density Parity Check) ausgestattet, welche zur Erkennung und Behebung einer Vielzahl von Datenfehlern sorgen soll. Hierdurch wird eine zuverlässigere Datenübertragung und eine längere Produktlebensdauer erreicht. Zudem bringt die LEGEND 840 eine AES-256-Bit-Verschlüsselung mit.

Auf der Rückseite des PCBs hat ADATA keinerlei Komponenten verbaut. Hier findet man lediglich einen Aufkleber vor, welcher Informationen über die Modellbezeichnung sowie die Speicherkapazität bereithält.

Neben einem entsprechenden Untersatz sollte man jedoch auch auf eine gute Kühlung der SSD achten, weswegen ADATA dem Lieferumfang einen entsprechenden Kühler beigelegt hat, welcher die Temperaturen der SSD um bis zu 15 % senken soll.

Befestigt wird der knapp 1 mm dicke Aluminiumkühler ganz einfach mittels eines vorinstallierten und selbstklebenden Wärmeleitpad.

Da die SSD auch mit dem montierten Kühler gerade einmal 3,13 mm dick ist, kann die SSD auch in diesem Zustand weiterhin in vielen Notebooks eingesetzt werden.

Die LEGEND 840 M.2 SSD ist, wie die Modellbezeichnung schon vermuten lässt, mit der M.2-Schnittstelle ausgestattet, welche mit dem Z170 Chipsatz von Intel großflächig Einzug in den Consumer-PC-Markt gefunden hat und in der Zwischenzeit auf fast jedem aktuellen Mainboard zu finden ist.

Im Gegensatz zu vielen anderen M.2 SSDs am Markt kann die LEGEND 840 nicht nur auf einem PCIe x4 3.0 Steckplatz genutzt werden, sondern auch auf einem schnelleren PCIe x4 4.0 Steckplatz. Seitens des Anschlusses wäre in der Theorie eine maximale Übertragungsrate von rund 8.000 MB/s möglich. ADATA selbst gibt für die LEGEND 840 eine maximale Schreibgeschwindigkeit von 4.500 MB/s sowie eine maximale Lesegeschwindigkeit von 5.000 MB/s an. Um diese Geschwindigkeit erreichen zu können, benötigt man natürlich ein entsprechendes Mainboard mit einer PCIe Gen4 x4 Anbindung. Setzt man die SSD auf einem Mainboard ein, welches den PCIe Gen4 x4 Standard nicht unterstützt, so kann man die SSD zwar problemlos nutzen, jedoch kann man die eigentlich mögliche Bandbreite nicht ausschöpfen.

Die Verarbeitung wurde seitens ADATA sauber ausgeführt und gibt uns keinen Anlass zur Kritik.

 

Testablauf:

Das wichtigste Kaufargument ist bei einer SSD zweifelsohne nicht das Design, sondern die Leistung, welche erbracht werden kann.
Aus diesem Grund schicken wir die SSD nicht nur in verschiedene Benchmarks, sondern werden uns auch ein genaues Bild über die Geschwindigkeit in alltäglichen Bereichen machen.

Das zum Einsatz kommende Testsystem besteht aus diesen Komponenten:

Das Testlaufwerk ist dabei als sekundäres Laufwerk eingerichtet. Das Betriebssystem befindet sich somit auf der verbauten ADATA – XPG – GAMMIX S70 PCIe 4.0 M.2 SSD*. Dies gilt jedoch nur für die durchgeführten Benchmarks und nicht für die Softwaretests.

Getestet wurde die LEGEND 840 1 TB M.2 SSD mittels dieser Benchmarks:

  • AS SSD Benchmark
  • AS SSD Kopierbenchmark
  • ATTO Disk Benchmark

 

AS SSD Benchmark:

Der AS SSD Benchmark wurde, wie der Name vermuten lässt, speziell für SSDs entwickelt. Durch die Verwendung von inkompressiblen Daten stellt dieser Benchmark für komprimierende Controller praktisch ein Worst-Case-Szenario dar.

Mit einem Blick auf das erreichte Testergebnis ist zu erkennen, dass die LEGEND 840 M.2 SSD eine gute Performance erzielen konnte, mit welcher sie sich zwischen der GAMMIC S50 Lite und GAMMIX S70 Blade positioniert hat.

 

AS SSD Kopierbenchmark:

Neben diesem Performancetest beinhaltet der AS SSD Benchmark auch noch einen Kopierbenchmark, mittels welchem ermittelt werden kann, wie schnell Daten innerhalb des Laufwerkes kopiert werden können.
Die verwendeten Muster entsprechen typischen Szenarien: ISO (zwei große Dateien), Programm (viele kleine Dateien), Spiel (große und kleine Dateien gemischt).

Auch bei dem aus drei Teilen bestehenden Kopierbenchmark zeigte die LEGEND 840 eine durchweg gute Performance.

 

ATTO Disk Benchmark

Der ATTO Disk Benchmark ermöglicht es einem, die SSDs mit einer höheren Abfragetiefe zu beanspruchen. Wir haben die SSD somit mit einer Queue Depth von 10 getestet.

Dank der hohen Abfragetiefe konnte die LEGEND 840 in diesem Test ihre volle Leistung entfalten. Die SSD erreichte in unserem Test eine sehr gute Performance, welche nur wenige MB/s von den Werksangaben abweicht.

Neben den Messungen mit diesen Benchmark-Tools wollen wir jedoch auch nicht die Geschwindigkeitsvorteile im alltäglichen Betrieb aus dem Auge verlieren, denn gerade auf diese kommt es im Endeffekt an, da die durch die Benchmarks aus dem Laufwerk gekitzelten Maximalwerte im Normalfall kaum erreicht werden.

 

Softwareinstallation:

Wie die Überschrift schon verlauten lässt, werden wir in diesem Test anhand der Software PCMark 8, Acrobat Reader und OpenOffice die Zeit stoppen, in welcher die Software auf der SSD installiert werden konnte.

PC Mark8 Adobe Acrobat Reader 10 Open Office
122 Sekunden 17 Sekunden 41 Sekunden

 

Softwaretest:

In diesem Test werden wir die Geschwindigkeit messen, in welcher die SSD es schafft, eine WinRAR Datei von einem GB zu entpacken, einen vollständigen Systemscan mit AntiVir absolviert und wie lange ein auf der SSD installiertes Windows 10 benötigt, um zu booten. Hierbei wird die Zeitmessung erst nach dem Verlassen des Bios gestartet.

WinRAR 1GB entpacken Antivir System Scan Windows 10 Pro x64 Bootzeit
22 Sekunden 243 Sekunden 12,7 Sekunden

Wie wir es auch von anderen M.2 SSDs kennen, zeigte auch die LEGEND 840 M.2 SSD in unserem Test unter einer dauerhaften Belastung eine Drosselung bei der Übertragungsgeschwindigkeit.
Dieser Geschwindigkeitsabfall entsteht durch die Drosselung des verbauten Controllers, welche ab einer bestimmten Temperaturschwelle eintritt.
Der auf der LEGEND 840 M.2 SSD eingesetzte Controller gehört jedoch nicht zu den schnellsten seiner Art, sondern platziert sich im guten Mittelfeld. Durch diese Eigenschaften kann man in Kombination mit dem mitgelieferten Kühler die maximale Performance der LEGEND 840 M.2 SSD etwas länger abrufen als bei der etwas schnelleren GAMMIX S70 Blade. Im Vergleich zur langsameren GAMMIX S50 Lite wird der Controller jedoch etwas früher ausgebremst.

 

Fazit:

Mit der LEGEND 840 hat ADTA eine performante M.2 NVMe SSD in seine neue LEGEND-Serie aufgenommen, welche von der technischen Seite her nicht nur durch die aktuelle PCIe 4.0 x4 Anbindung punkten konnte, sondern auch durch den mitgelieferten Kühler. Der Kühler ist so designt, dass er neben einer guten Kühlleistung auch für eine weiterhin sehr gute Kompatibilität sorgt, wodurch man die SSD nicht nur in den meisten Notebooks einsetzen kann, sondern auch in einer PS5. Der eingesetzte Controller konnte in Kombination mit der schnellen PCIe Gen4 x4 Anbindung eine gute Performance erzielen, welche nicht nur den Anforderungen eines Content Creators gerecht wird, sondern auch Gamer kommen in den Genuss von geringeren Ladezeiten. Passend zu diesem Einsatzgebiet wurde auch die Verarbeitung der SSD durchweg sauber und optisch ansprechend ausgeführt. Preislich liegt die LEGEND 840 in der 1 TB großen Variante bei knapp über 130 €*.

Ein besonderer Dank geht an ADATA für die Bereitstellung des Testmusters.

ADATA – LEGEND 840 1TB M.2 NVMe SSD

8.9

Verarbeitung

9.0/10

Kompatibilität

9.5/10

Geschwindigkeit

9.0/10

Lieferumfang

8.0/10

Preis

9.0/10

Pro

  • Verarbeitung
  • Übertragungsraten
  • Mitgelieferter Kühler
  • Verkaufspreis
  • Kompatibilität

Contra

  • Kein integrierter DRAM-Cache