Shelly stellt ThreadLink auf der IFA 2026 vor

Die Shelly Group, das Unternehmen hinter den Smart-Home-Geräten von Shelly, hat „ThreadLink“ angekündigt, eine neue Firmware für ihre Gen4-Produktreihe, die den integrierten Thread-Funk der Geräte in eine vollständige IP-Netzwerkverbindung mit vollem Funktionsumfang verwandelt. Im Gegensatz zu herkömmlichen Thread-Implementierungen, die nur ein einziges Anwendungsprotokoll unterstützen, lässt ThreadLink den gesamten TCP/IP-Stack über das Thread-Mesh laufen – wodurch Matter, die ShellyCloud-Konnektivität und die direkte Gerät-zu-Gerät-Kommunikation über die Shelly-RPC-API gleichzeitig über einen einzigen energiesparenden Funkbetrieb laufen können. 

Die Firmware wird als separates, optional installierbares Update für kompatible Shelly Gen4-Geräte verfügbar sein. 

Besucher der IFA Berlin (4.–8. September 2026) können sich am Shelly Stand (Halle 1.2 / Stand 110) Live-Demonstrationen ansehen. 

 

Thread als Netzwerk 

Thread hat sich zum Rückgrat der Funkkommunikation im modernen Smart Home entwickelt, doch für die meisten Produkte ist es ein Einzweck-Transportprotokoll: Matter und sonst nichts. Cloud-Funktionen, Hersteller-Apps, Energieüberwachung und geräteübergreifende Logik erfordern in der Regel weiterhin WLAN – was die Anzahl der Funkmodule, den Stromverbrauch und die Ausfallquellen verdoppelt. 

„Jeder überträgt Matter über Thread. Wir haben eine andere Frage gestellt: Was wäre, wenn Thread einfach das Netzwerk wäre? Mit ThreadLink verfügt ein Relais hinter einem Lichtschalter über dieselbe erstklassige IP-Konnektivität wie jedes WLAN-Gerät – Matter für die Ökosysteme, die Cloud für unsere Nutzer und direkte Gerät-zu-Gerät-Logik für Zuverlässigkeit – und das über eine Funkverbindung, die nur wenig Strom verbraucht.“ – Dimitar Dimitrov, CEO der Shelly Group 

ThreadLink beseitigt diesen Kompromiss. Da Thread ein natives IPv6-Netzwerk ist, behandelt Shelly es auch als solches – und nicht als Silo: 

  • Matter von Haus aus – Geräte sind nativ für Apple Home, Google Home, Amazon Alexa, SmartThings und Home Assistant verfügbar. 
  • Cloud ohne WLAN – Geräte erreichen die Shelly Cloud über jeden beliebigen Thread-Border-Router unter Verwendung einer standardbasierten IPv6-zu-IPv4-Übersetzung (NAT64) am Netzwerkrand. Fernzugriff, Überwachung und Flottenmanagement funktionieren weiterhin – ganz ohne WLAN-Anmeldedaten auf dem Gerät. 
  • Geräte-zu-Geräte-Steuerung – Shelly Geräte kommunizieren über das Mesh mithilfe der bewährten Shelly API direkt miteinander. Szenen, Interlocks und Automatisierungen werden lokal im Peer-to-Peer-Verfahren ausgeführt und laufen auch dann weiter, wenn das Internet – oder das gesamte WLAN-Netzwerk – ausfällt. 
  • Umfassende Home-Assistant-Integration – Ein spezielles Modul integriert ThreadLink-Geräte in Home Assistant mit dem gesamten Shelly Funktionsumfang, der über das vom Matter-Datenmodell bereitgestellte Maß hinausgeht. 

 

So funktioniert es 

ShellyGen4-Geräte verwenden einen Multiprotokoll-Funk-SoC, der neben WLAN und Bluetooth auch IEEE 802.15.4 unterstützt. ThreadLink erschließt den IEEE 802.15.4-Funk und bringt einen offen standardisierten Netzwerkstack in das Thread-Mesh ein. Es kombiniert IPv6 mit 6LoWPAN, UDP für schnelle, reaktionsschnelle Kommunikation selbst in Umgebungen mit hoher Geräte-Dichte sowie – als Novum in dieser Kategorie – vollständige TCP-Unterstützung für die zuverlässige Übertragung größerer Datensätze, einschließlich Konfigurationsdaten, Diagnosedaten und Updates. 

Ein Thread-Border-Router – beispielsweise ein auf Home Assistant basierender Router oder Router von Drittanbietern aus den Ökosystemen von Apple, Google und Amazon – leitet den Datenverkehr zwischen dem Thread-Mesh und dem Heim-LAN weiter. Für die Cloud-Konnektivität führt der Border-Router eine NAT64-Übersetzung durch, wodurch reine IPv6-Thread-Geräte auf IPv4-Dienste im Internet zugreifen können. Es ist zu keinem Zeitpunkt ein proprietäres Gateway, ein Hub oder eine Bridge erforderlich: Jede Verbindung in der Kette erfolgt über standardmäßiges IP-Routing. 

Die Sicherheit ist mehrschichtig aufgebaut: Der gesamte Mesh-Datenverkehr wird gemäß der Thread-Spezifikation auf der Verbindungsschicht mit AES-CCM verschlüsselt; Matter-Sitzungen fügen eine zertifikatsbasierte End-to-End-Verschlüsselung (CASE) hinzu; und Cloud-Verbindungen werden durch TLS geschützt, genau wie bei den WLAN-Produkten von Shelly. 

 

Verfügbarkeit 

  • Opt-in-Update: wird als separate, optional installierbare Firmware für berechtigte Shelly Gen4-Geräte bereitgestellt. Kunden entscheiden pro Gerät, ob die Standard-WLAN-Firmware oder ThreadLink ausgeführt wird. 
  • Das Update soll in etwa drei Monaten veröffentlicht werden und ist kostenlos über die Shelly App und die Weboberfläche für berechtigte Shelly Gen4-Geräte verfügbar. 
  • Voraussetzungen: Für den Cloud-Zugriff und die Steuerung über die App ist ein Thread-Border-Router im Heimnetzwerk erforderlich; Geräte-zu-Geräte-Szenen laufen vollständig innerhalb des Mesh-Netzwerks.