Scythe – Mugen 6 Tower-Kühler im Test

Mit dem Mugen 6 haben wir heute einen Tower-Kühler von Scythe im Test, welcher neben einer guten und leisen Kühlung auch mit einer schlichten Optik überzeugen möchte.

Welche Details in dem Mugen 6 stecken und wie sich der Tower-Kühler von Scythe in unserem Test geschlagen hat, erfahrt ihr in diesem Review.

 

Technische Details:

 

Modellnummer: SCMG-6000DBE
Abmessungen (inkl. Lüfter): 132 x 132 x 154 mm
Gewicht: 1197 g
Material: Kupfer (Bodenplatte / Heatpipes)
Aluminium (Kühlfinnen)
Lüfter: 2 x Wonder Tornado 120 PWM Fan
Lüftermaße: 120 x 120 x 26 mm
Geräuschpegel: 3.0 〜26.88dBA
Luftdurchsatz: 7.68〜60.29 CFM
Lüfterdrehzahl: 300 (±300 upm) ~ 2.000 upm (±10%) (PWM-gesteuert)
Statischer Druck: 0.05〜2.45 mmH2O / 0.49〜24.03 Pa
Spannung: 12 V
Stromstärke: 0,15 A
Kompatibilität:
Intel: LGA 1851 / 1700 / 1200 / 115X / 2066 / 2011
AMD: AM5 / AM4

 

Lieferumfang:

  • Montagematerial für Intel™- und AMD™-Sockel
  • 2 x 120-mm-Lüfter
  • Wärmeleitpaste
  • 4 x Lüfterklemmen
  • Einbauanleitung
  • Y-PWM Adapter
  • Schraubendreher

 

 

Design und Verarbeitung:

Der Mugen 6 Tower-Kühler wird in einer Verpackung geliefert, welche in einem schwarzen Grunddesign gehalten wurde. Wo die Verpackungsvorderseite neben der Modellbezeichnung auch mit einem Produktbild bedruckt wurde, wurde die rechte Verpackungsseite mit detaillierten Zeichnungen des Kühlers sowie der mitgelieferten Lüfter bedruckt.

Eine Auflistung der technischen Details ist auf der Verpackungsrückseite zu finden.

Entnimmt man den Mugen 6 CPU-Kühler aus seiner Verpackung, so hat man einen zu zwei Seiten hin asymmetrisch aufgebauten und vollständig schwarzen CPU-Kühler vor sich stehen, welcher über 55 Kühlfinnen sowie eine etwas dickere und besonders designte Abschlusslamelle verfügt.

Mit einem Blick auf die beiden Außenseiten fällt einem als Erstes der asymmetrische Aufbau ins Auge, bei welchem die Bodenplatte nicht zentriert unter dem Finnenblock positioniert wurde. Um die Kompatibilität zusätzlich zu steigern, wurden die unteren sechs Kühlfinnen nicht in der vollen Breite ausgeführt. Zur Lüftermontage wurde der Lamellenblock im vorderen und hinteren Bereich der beiden Kühleraußenseiten mit Vertiefungen ausgestattet, in welche sich die Lüfterklammern einhaken lassen. 

Die verbauten Kühlfinnen wurden jedoch nicht nur auf den beiden Außenseiten mit kleinen Aussparungen ausgestattet, sondern auch auf den beiden Stirnseiten. Scythe hat die Kühlfinnen hierbei zur Mitte hin verjüngt, wodurch eine Art Vorkammer geschaffen wird, welche dafür sorgt, dass auch der sonst tote Bereich hinter dem Lüfter mit Luft durchströmt wird.

Mit einem Blick auf die beiden Stirnseiten des Mugen 6 ist zudem zu erkennen, dass der Lamellenblock nicht nur auf der kurzen Seite versetzt über der Bodenplatte positioniert wurde, sondern um einer direkt neben dem CPU-Kühler verbauten M.2 SSDs bzw. deren Kühlkörper genügend Freiraum geben zu können, wurde der Lamellenblock des Mugen 6 auch auf der langen Seite etwas nach oben versetzt angeordnet.

Oberhalb der 55 Kühlfinnen wurde der Mugen 6 von Scythe mit einer etwas dickeren Abschlusslamelle ausgestattet. Diese wurde nicht nur wie der restliche Lamellenturm mit einer schwarzen Beschichtung versehen, sondern auch mit einem leicht hervorstehenden Scythe Logo.

Direkt hinter diesem Logo hat Scythe eine kleine Aussparung in die Abschlussfinne sowie alle anderen Kühlfinnen eingearbeitet, durch welche sich der mitgelieferte Schraubendreher während der Montage führen lässt.

Der vollständig schwarz beschichtete Lamellenturm ist auf sechs 6-mm-Kupferheatpipes aufgesteckt. Diese Kupferheatpipes wurden hierbei passend zur schwarzen Ausführung des Kühlers ebenfalls mit einer schwarzen Beschichtung versehen und durchlaufen die Bodenplatte U-förmig gebogen.

Die vernickelte Unterseite der Kupferbodenplatte unseres Testmusters wurde sehr sauber und ohne jegliche Riefen verarbeitet.

Die Oberseite der Bodenplatte dient zugleich als Montageträger und wurde aus diesem Grund schon mit den benötigten Montageschrauben ausgestattet. 

Als Lüfter liefert Scythe bei dem Mugen 6 zwei identische Wonder Tornado 120-mm-PWM-Lüfter mit. Die beiden 120-mm-Lüfter sind farblich passend zum Kühler ausgelegt.

Der eingesetzte Impeller verfügt über neun langgezogene Lüfterblätter, welche durch ihren Aufbau für einen hohen statischen Druck sorgen sollen.

Um eine entkoppelte Lüftermontage zu ermöglichen, wurden die Lüfterrahmen auf der Vorder- als auch Rückseite mit vorinstallierten Entkopplern ausgestattet. Diese sind auf den Lüfterrahmen aufgesteckt und lassen sich hierdurch bei Bedarf abnehmen.

Befestigt sind die Impeller beider Lüfter an vier Stegen, welche gegen die Rotationsrichtung gebogen zum Lüfterrahmen geführt werden.

Die Anschlusskabel beider Lüfter wurden mit einem schwarzen, blickdichten Sleeving überzogen und fügen sich somit gut in das Gesamtdesign ein.

Die Verarbeitung des Kühlers als auch der beiden Lüfter wurde sauber ausgeführt und gibt uns keinen Grund zur Beanstandung.

 

Montage:

Soll der Kühler auf einem AMD-Mainboard verbaut werden, so wird die werksseitig montierte Backplate weiterhin genutzt. Im Lieferumfang befinden sich passende Schrauben und Abstandshalter, welche sich in die entsprechende Backplate eindrehen lassen.

Wird der Kühler auf einem Mainboard mit einem Intel-Sockel montiert, so muss man im ersten Arbeitsschritt die Montagebolzen, welche schon an der mitgelieferten Backplane vormontiert sind, von der Rückseite aus durch die Montagebohrungen des jeweiligen Mainboards führen. Anschließend werden die mitgelieferten Abstandshalter über die Montagebolzen gestülpt und die beiden Montageträger darauf positioniert und verschraubt.

Im Anschluss kann der Kühler auf die mit Wärmeleitpaste bestrichene CPU aufgesetzt und mit der Montageschiene verschraubt werden.

Die mitgelieferten Lüfter werden jeweils mittels zwei Lüfterklammern am Kühler befestigt. Dank des mitgelieferten PWM-Y-Adapters können beide Lüfter an einen Anschluss des Mainboards angeschlossen werden.

 

 

Testablauf:

Die Testergebnisse sind bei einer Raumtemperatur von ca. 21 °C (zu Beginn der Testphase gemessen) entstanden. Protokolliert wurde der maximale Mittelwert aller Performance-Cores während eines 30-minütigen Prime95 Stresstests.

Kommen bei einem getesteten Kühler Lüfter zum Einsatz, bei denen es sich um PWM-Lüfter handelt, welche ihre Geschwindigkeit selbst anpassen, so wird die PWM-Steuerung während des Tests deaktiviert.

Wir nutzen bei unseren Tests immer die ARCTIC – MX-5 🛒 Wärmeleitpaste, um auch hier etwaige Schwankungen ausschließen zu können.

Bei den ermittelten Temperaturen handelt es sich um Messwerte, welche unter Extrembedingungen ermittelt wurden und so auch während langen Gaming-Sessions kaum erreicht werden.

Zudem ist zu beachten, dass die erreichten Temperaturen abhängig von dem genutzten System  sind und auch auf ähnlichen Systemen abweichen können. Da wir jedoch alle Kühler unter diesen Bedingungen testen, lassen sich die Kühler untereinander gut vergleichen.

Als Referenz dienen alle Kühler, welche wir bis jetzt auf diesen Systemen getestet haben. CPU-Wasserkühler werden in Kombination mit einem Alphacool NexXoS ST30 Full Copper 360mm Radiator getestet.

 

 

Testsysteme & Messergebnisse:

Um eine typische Wärmeentwicklung abbilden zu können, welche in etwa der Wärmeentwicklung der meisten Nutzer während des Spielens entspricht, setzen wir in unserem Test auf ein Mittelklasse-Gaming-System, welches aus folgenden Komponenten besteht:

Um auch Anwendern, welche auf der Suche nach einem Kühler für ein sehr leistungsstarkes System sind, einen Vergleich bieten zu können, wird jeder kompatible Kühler auch in einem Z890 System getestet, welches aus diesen Komponenten besteht:

Neben diesem auf einer Intel-Plattform basierenden Testsystem haben wir auch einen Test auf einem AM5 System durchgeführt. Dieses Testsystem besteht aus folgenden Komponenten:

Mit einem Blick auf die Testergebnisse ist zu erkennen, dass der Mugen 6 Tower-Kühler auf unseren Testsystemen eine sehr gute Kühlleistung erzielen konnte. Mit den beiden performanten 120-mm-Lüfter kann der Mugen 6 eine Kühlleistung erzielen, mit welcher man den Kühler bedenkenlos auf einer aktuellen High-End-CPU einsetzen kann. Im direkten Vergleich zu einem großen Single-Tower-Kühler mit nur einem Lüfter macht sich die Mehrleistung, welche bei dem Mugen 6 durch den 2. Lüfter erreicht wird, jedoch auch mit einem Blick auf den Geräuschpegel bemerkbar, wodurch der Mugen 6 unter Volllast etwas lauter als ein solcher Kühler arbeitet.

 

Fazit:

Mit dem Mugen 6 hat Scythe einen Tower-Kühler in seinem Sortiment, welcher sich auf die wesentlichen Punkte konzentriert und dabei auf eine schlichte, vollständig schwarze Optik setzt. Der Kühler wirkt insgesamt sehr hochwertig und sauber verarbeitet. Sowohl der Lamellenturm als auch die sechs Heatpipes und die beiden mitgelieferten Wonder Tornado 120-mm-Lüfter hinterlassen einen durchweg soliden Eindruck. Auch bei der Montage gibt es dank des durchdachten Montagesystems sowie des mitgelieferten Zubehörs nur keinen Grund zur Kritik. Besonders positiv fällt das durchdachte Design des Mugen 6 auf. Durch den asymmetrischen Aufbau schafft Scythe zusätzlichen Freiraum rund um den CPU-Sockel und trägt damit zur guten Kompatibilität bei. Auch die Aussparungen im unteren Bereich des Lamellenblocks sowie die erhöhte Positionierung des Kühlkörpers sorgen dafür, dass es zu weniger Konflikten mit umliegenden Komponenten wie den RAM-Modulen oder einer M.2-SSD mit aufgesetztem Kühlkörper kommt. Die Möglichkeit, beide Lüfter über den mitgelieferten Y-PWM-Adapter an einem Mainboard-Anschluss zu betreiben, rundet das insgesamt durchdachte Gesamtpaket ab. In unserem Test konnte der Mugen 6 auch bei der wichtigsten Disziplin überzeugen. Die erreichten Temperaturen zeigen, dass Scythe mit dem Mugen 6 eine sehr leistungsfähige Kühllösung geschaffen hat. Durch die Kombination aus dem großzügig dimensionierten Lamellenturm, den sechs Heatpipes sowie den beiden 120-mm-Lüftern ist der Kühler nicht nur für eine Mittelklasse-CPU geeignet, sondern kann auch mit der hohen Abwärme aktueller High-End-Prozessoren umgehen. Die beiden Wonder Tornado Lüfter tragen dabei einen wesentlichen Teil zur guten Kühlleistung bei. Allerdings zeigt sich hier auch die Kehrseite der hohen Performance. Unter Volllast ist der Mugen 6 akustisch deutlicher aus einem geschlossenen Gehäuse heraus zu hören, als ein größerer Single-Tower-Kühler, welcher zum Erreichen der gleichen Kühlleistung lediglich einen Lüfter benötigt. Wer den Fokus auf eine möglichst geringe Geräuschkulisse legt, sollte diesen Punkt entsprechend berücksichtigen. Im normalen Betrieb bzw. bei einer typischen Gaming-Belastung fällt die Geräuschentwicklung jedoch deutlich weniger kritisch aus. Preislich liegt der Mugen 6 in der von uns in diesem Test herangezogenen, vollständig schwarzen Variante bei knapp über 50 € 🛒.

Wir danken Scythe sehr für die Bereitstellung des Testmusters.

Scythe - Mugen 6 Tower-Kühler

9.1

Kühlleistung

9.0/10

Verarbeitung

9.5/10

Montage

9.5/10

Kompatibilität

10.0/10

Design / Modding

8.0/10

Lieferumfang

10.0/10

Preis

8.0/10

Pro

  • Kompatibilität
  • Gute Verarbeitung
  • Sehr gute Kühlleistung
  • Lieferumfang
  • Entkoppelte Lüftermontage
  • Schichtes Design