Loupedeck – Loupedeck+ Konsole im Test

Mit dem Loupedeck+ haben wir heute eine Konsole des gleichnamigen Herstellers Loupedeck im Test, welche mit seinen taktilen Steuerelementen eine einfachere und schnellere Foto- und Videobearbeitung ermöglichen soll.

Wie das Loupedeck+ aufgebaut ist und welche Features einem die Konsole von Loupedeck bietet, erfahrt ihr in diesem Review.

 

Technische Details:

Abmessungen: 395 x 150 x 40 mm
Gewicht: 710 g
Kompatibilität: Windows 10
macOS X 10.14 (und höher)
Schnittstelle: USB A
Farbe: Schwarz
Enthaltene Native Plugins:
  • Adobe Lightroom Classic 7.4 or later
  • Adobe Lightroom 6
  • Adobe Photoshop CC 20.0 or later with Camera Raw
  • Adobe Premiere Pro 2018 or 2019
  • Adobe Audition CC
  • Adobe After Effects CC
  • Final Cut Pro X 10.4.5 or later
  • Capture One Pro 11 or later – Beta
  • Skylum Aurora HDR 2018 (1.2)

 

Lieferumfang:

  • Loupedeck+
  • Kurzanleitung

 

Design und Verarbeitung:

Das Loupedeck+ wird von Loupedeck in einer neutralen Verpackung geliefert, welche lediglich auf der Verpackungsvorderseite mit dem Loupedeck Logo bedruckt wurde.

Innerhalb dieser Umverpackung ist das Loupedeck+ in einer schwarzen Schachtel untergebracht, welche auf der Vorderseite neben der Modellbezeichnung auch mit einer kurzen Beschreibung bedruckt wurde.

Auf der Verpackungsrückseite ist ein Hinweis auf die online erhältliche Software zu finden.

Entnimmt man das Loupedeck+ aus seiner Verpackung, so hat man eine Konsole vor sich liegen, welche aus mattschwarzem Kunststoff gefertigt ist und einen durch die verbauten Regler als Erstes an ein Mischpult erinnert.

Das Loupedeck+ verfügt über einen rahmenlosen Aufbau und wurde mit sauber abgerundeten Kanten ausgestattet.

Das schwarze Kunststoffgehäuse hat eine Höhe von 16 mm. In Kombination mit den auf der Oberseite verbauten Bedienelementen kommt das Loupedeck+ auf eine Gesamthöhe von 37 mm.

Loupedeck hat das Loupedeck+ auf der Oberseite mit verschiedenen Tasten und Drehreglern ausgestattet. Schaut man sich die Belegung einmal etwas genauer an, so wird man schnell feststellen, dass die Tasten und Regler in drei Bereiche unterteilt wurden.

Im linken Drittel des Loupedeck+ findet man rund um einen großen Drehregler herum eine Reihe an Tasten, welche man schon von der Beschriftung her ganz schnell den wichtigsten Grundfunktionen in Foto- und Videobearbeitungsprogrammen zuordnen kann.
Da das Loupedeck+ grundlegend für die Nutzung mit Lightroom designt wurde, sind einige der hier untergebrachten Tasten zusätzlich mit farblichen Markierungen versehen, welche man so nicht von anderen Programmen her kennt.

Im rechten Bereich findet man neben vier an der unteren Kante angeordneten Pfeiltasten und drei am oberen Gehäuserand verbauten Funktionstasten auch eine Reihe an Drehreglern vor.

Um eine einfache Bedienung der Drehregler zu gewährleisten, wurde zwischen den einzelnen Reglern genügend Freiraum gelassen. Hierdurch dehnt sich der Platz für die zur Bildoptimierung verbauten Regler auch im unteren Bereich bis auf die Gehäusemitte aus.

Mittig wurde im oberen Bereich des Loupedeck+ eine Reihe an Programmtasten und Reglern verbaut, welche eine schnelle Anpassung einzelner Farben ermöglichen sollen.

Alle auf dem Loupedeck+ verbauten Drehregler verfügen zudem über einen integrierten Taster und können somit nicht nur gedreht, sondern auch gedrückt werden.

Mit einem Blick auf die Gehäuserückseite findet man im rechten Bereich ein gummiertes Anschlusskabel vor. Auf ein Sleeving, welches nicht nur das Kabel zusätzlich schützen würde, sondern auch für eine bessere Optik gesorgt hätte, hat Loupedeck an dieser Stelle leider verzichtet.

Betrachtet man das Loupedeck+ einmal von der Unterseite aus, so ist mit einem genaueren Blick auf das Anschlusskabel zu erkennen, dass Loupedeck in die Gehäuseunterseite zwei längliche Vertiefungen eingearbeitet hat, durch welche sich das Anschlusskabel wahlweise aus der Gehäuserückseite oder der linken Gehäuseseite herausführen lässt.

Für einen sicheren und stabilen Stand sollen sechs gummierte Standfüße sorgen. Die hinteren drei Standfüße wurden hierbei zudem etwas hervorgehoben, wodurch ein das Loupedeck+ zur Rückseite hin leicht ansteigt und somit eine verbesserte Ergonomie bietet.

Die Verarbeitung des Loupedeck+ wurde seitens Loupedeck sehr sauber und hochwertig ausgeführt. Vermisst haben wir lediglich ein schickes Kabelsleeving.

 

 

Testsystem:

Getestet wurde das Loupedeck+ an diesem Testsystem

 

Inbetriebnahme:

Der Anschluss des Loupedeck+ gestaltet sich durch das integrierte USB-Kabel sehr einfach. Um das Loupedeck+ nutzen zu können, muss man die Loupedeck Software herunterladen und installieren.

Sobald man die Software das erste Mal startet, landet man in einer Vorstellung des Loupedeck.

An dieser Stelle wird einem jedoch nicht das in unserem Fall angeschlossene Loupedeck+ angezeigt, sondern das Loupedeck Live. Dies hat den Hintergrund, dass die bereitgestellte Software mit allen erhältlichen Loupedecks genutzt werden kann.

Sobald man sich die Einführung angeschaut oder übersprungen hat, landet man in einer dunkel gehaltenen Software, auf deren Oberfläche das angeschlossene Loupedeck+ angezeigt wird.

In der unteren linken Ecke findet man zwei kleine Schaltfläche vor. Wo man über die rechte Schaltfläche eine kurze Erklärung der Software aufrufen kann,

kommt man über die linke der beiden Schaltflächen in den Einstellungsbereich der Loupedeck Software.

Über die Geräteeinstellungen lässt sich einstellen, ob man das Loupedeck+ ohne ein manuelles Starten der Software in den jeweiligen Anwendungen auf Eingaben reagieren soll oder nicht.

Auf Wunsch lässt sich über das Einstellungsmenü auch ein Loupedeck Account erstellen. Ein solcher Account ist jedoch nicht zwingend erforderlich.

Zudem lassen sich die getätigten Einstellungen über den Untermenüpunkt Profil exportiere. Auch das importieren von Einstellungen, welche man z. B. in seinem Loupedeck Account hinterlegt hat, ist an dieser Stelle möglich.

Einen genaueren Blick sollte man auf den Softwareabschnitt Analysen werfen, denn in den Werkseinstellungen funkt die Software zu Loupedeck und übermittelt z. B. das Nutzungsverhalten.

Im oberen Bereich der Software findet man am rechten Rand zwei Dropdown-Menüs vor.
Wo man über das linke Menü das angeschlossene Loupedeck auswählen kann, kann man über das rechte Menü auswählen, für welche Software man Einstellungen vornehmen möchte.

Unterstützt werden vom Loupedeck+ diese Programme:

  • Adobe Lightroom Classic 7.4 or later
  • Adobe Lightroom 6
  • Adobe Photoshop CC 20.0 or later with Camera Raw
  • Adobe Premiere Pro 2018 or 2019
  • Adobe Audition CC
  • Adobe After Effects CC
  • Final Cut Pro X 10.4.5 or later
  • Capture One Pro 11 or later – Beta
  • Skylum Aurora HDR 2018 (1.2)

Eine Möglichkeit, eigene Makros aufnehmen und in anderen Anwendungen nutzen zu können, bietet einem das Loupedeck+ leider nicht.

Loupedeck hat das Loupedeck+ schon mit diversen Funktionen programmiert, wodurch je nach Software, in welcher man das Loupedeck+ einsetzen möchte, schon unterschiedlich viele Tasten und Drehregler fest belegt sind.
Die meisten voreingestellten Funktionen sind hierbei für AURORA HDR hinterlegt.

Alle nicht fest belegten Bedienelemente werden in der Software Violett markiert und können mit einer zum jeweiligen Programm passenden Funktion belegt werden.

Hierzu genügt ein einfacher Mausklick auf das jeweilige Bedienelement und es erscheint ein Po-pup-Menü, über welches man die gewünschte Funktion auswählen und dem jeweiligen Bedienelement zuweisen kann.

Schaut man sich die Software gerade im Bereich der Softwareeinstellungen und somit an den Stellen, wo mehr Text zu finden ist, etwas genauer an, so wird man feststellen, dass die Software noch nicht perfekt übersetzt ist. Dies macht sich auch bei den Titeln der Pop-up-Menüs bemerkbar.
Die Beschriftung des Loupedeck+ hingegen ist komplett in Englisch gehalten. Wir hätten es begrüßt, wenn auch diese für den deutschen Markt entsprechend angepasst würde.

 

Handhabung:

Auf dem Loupedeck+ wurden neben unterschiedlich großen Tasten auch drei Sorten von Drehregler verbaut.
Die seitens Loupedeck verbauten Tasten sind als Rubberdome Tasten ausgeführt. Durch diesen Aufbau weisen alle Tasten einen spürbaren Druckpunkt auf. Im Vergleich zu dem Betätigungspunkt von mechanischen Tasten fällt der Betätigungspunkt der seitens Loupedeck verbauten Tasten je nach Tastengröße deutlich unterschiedlich aus.
Wo die größeren Tasten nicht nur einen weicheren Betätigungsweg aufweisen, fällt auch der Druckpunkt dieser Tasten deutlich weicher aus als der Druckpunkt der kleinen Tasten.
Ähnlich sieht es auch bei dem Handling der verbauten Drehregler aus. Auch diese weisen alle eine unterschiedliche Rastung sowie einen unterschiedlichen Druckpunkt auf.
Wo die kleinen Drehregler, welche zur Einstellung der Farbwerte dienen, die gröbste Rastung aufweisen, welche sich auch durch ein recht lautes Klicken bemerkbar macht, ist die Rastung der 13 Drehregler, welche zur Bildoptimierung dienen, sehr fein ausgelegt und fällt vollkommen lautlos aus.
Der Druckpunkt ist bei den kleinen Drehreglern etwas weicher, aber direkter als bei den kleinen Funktionstasten.
Der Druckpunkt der 13 mittelgroßen Drehregler ist hingegen schon etwas straffer ausgelegt. Der Betätigungspunkt des großen Kontrollreglers lässt sich am schwersten überwinden.

Wenn man in den unterstützten Programmen schon eine längere Zeit aktiv arbeitet, so bedarf es einer gewissen Zeit, bis man sich an die Nutzung des Loupedeck+ gewöhnt hat.
Anfangs haben wir beim Arbeiten in Lightroom sowie in Photoshop aus Gewohnheit immer wieder versehentlich zur sonst verwendeten Tastatur und Maus gegriffen und das Loupedeck+ links liegen gelassen.
Hat man sich jedoch einmal an das Handling des Loupedeck+ gewöhnt, so schiebt man seine Tastatur nach dem Öffnen der entsprechenden Foto- bzw. Videobearbeitungssoftware automatisch schon nach hinten und positioniert das Loupedeck+ direkt vor seiner Tastatur.

In der Paxis konnte das Loupedeck+ in unserem Test bei der Verwendung in Photoshop sowie auch in Lightroom fast durchweg überzeugen.
Mit dem Loupedeck+ wurde die Bildbearbeitung in unserem Test nicht nur in beiden genutzten Programmen vereinfacht, sondern die Bildbearbeitung konnte auch deutlich schneller erledigt werden.
Hierzu tragen nicht nur die seitens Loupedeck getroffenen Voreinstellungen bei, sondern auch die Möglichkeit, verschiedene Tasten und Regler mit gewünschten Funktionen belegen zu können.
Auch wenn das haptische Feedback der verbauten Taster und Regler unterschiedlich ist, kann man die gewünschten Einstellungen nach einer gewissen Eingewöhnungszeit auch ohne ein Blick auf das Loupedeck+ vornehmen.
Gerade wenn es darum geht, die Farbbalance, Schatten, Lichter, Kontrast etc. anzupassen, macht das arbeiten mit dem Loupedeck+ zu 99 % sehr viel Freude. Dank der verbauten Drehregler ist eine sehr feine Abstimmung deutlich einfacher und schneller zu bewerkstelligen, als wenn man die im jeweiligen Programm dafür vorgesehenen Schieberegler mit der Maus bedienen muss.
Will man jedoch z. B. den Kontrast von einem geringen Wert bis zum Maximum aufdrehen, so muss man den Drehregler durch die filigrane Abstimmung mehrere Umdrehungen drehen, wodurch man in diesem Fall etwas langsamer unterwegs ist, als wenn man diese Einstellung mit der Maus vornehmen würde.
Durch die Möglichkeit, die Drehregler auch drücken zu können, kann man die vorgenommenen Einstellungen jedoch mit einem einfachen Tastendruck auf den jeweiligen Regler ganz einfach wieder zurücksetzen.

Wo das Loupedeck+ im normalen Tageseinsatz somit für eine einfache und schnelle Bildbearbeitung sorgen konnte hat uns jedoch gerade in den Abendstunden eine Beleuchtung der Bedienelemente gefehlt. Aufgrund des genutzten USB-Anschlusses wäre der eine Integration einer entsprechenden Beleuchtung theoretisch problemlos möglich gewesen.

 

Fazit:

Mit dem Loupedeck+ hat Loupedeck eine Konsole in seinem Sortiment, welche sich speziell an Nutzer von Foto- und Videobearbeitungstools richtet und in unserem Test nicht nur mit einer sauberen Verarbeitung überzeugen konnte. Um den Ansprüchen dieser Anwender gerecht zu werden, wurde das Loupedeck+ mit einer Vielzahl an gut und einfach zu erreichenden Schaltern und Reglern ausgestattet. Die speziell auf die Nutzung mit Bild- und Videobearbeitungstools ausgelegten Bedienelemente wurden seitens Loupedeck nicht nur ergonomisch angeordnet, sonder auch schon mit bestimmten Funktionen für verschiedene Bild- und Videobearbeitungsprogramme vorkonfiguriert. Über die bereitgestellte Software lassen sich die Bedienelemente, welche nicht über vorgegebene Funktionen verfügen, mit beliebigen Funktionen der unterstützten Bild- bzw. Videobearbeitungsprogramme belegen. Die vorgenommene Konfiguration kann hierbei für jede unterstützte Software einzeln erfolgen. Leider bietet einem die Loupedeck Software jedoch keine Möglichkeit, die verbauten Bedienelemente außerhalb der unterstützen Programme wie herkömmliche Makrotasten nutzen zu können. Auf Seiten der Verarbeitung hat Loupedeck auf hochwertige Komponenten zurückgegriffen, welche neben einer schicken Optik auch für ein gutes Handling sorgen. Wo uns mit einem Blick auf die Verarbeitung lediglich ein blickdichtes Kabelsleeving gefehlt hat, haben wir in Bezug auf das Handling eine Beleuchtung der Bedienelemente vermisst. Besonders gut gefallen hat uns hingegen die Haptik der verbauten Bedienelemente, welche alle mit einem spürbaren Druckpunkt bzw. einer spürbaren Rastung ausgestattet wurden. Preislich liegt das Loupedeck+ aktuell bei knapp 230 €*.

Wir danken Loupedeck sehr für die Bereitstellung des Testmusters.

Loupedeck - Loupedeck+ Konsole

7.6

Lieferumfang

9.0/10

Verarbeitung

9.0/10

Funktionsumfang

8.5/10

Bedienfreundlichkeit

9.0/10

Modding

2.0/10

Preis

8.0/10

Pro

  • Taktile Bedienelemente
  • Funktionsumfang
  • Einfach zu bedienende Software
  • Ergonomie
  • Sehr gute Verarbeitung

Contra

  • Keine Beleuchtung
  • (Beschriftung der Bedienelemente nicht auf Deutsch)
  • (Software noch nicht komplett übersetzt)
  • (Analysedaten werden in den Grundeinstellungen an den Hersteller übermittelt)