Fractal Design – Ridge mini-ITX Gehäuse im Test

Mit dem Ridge haben wir heute passend zum Release ein besonders schlankes mini-ITX Gehäuse von Fractal Design im Test, welches durch die gebotene Kompatibilität und Kühleigenschaften nicht nur für Multimedianutzer die richtige Wahl sein soll, sondern auch Gamer ansprechen müssen.

Welche Details in dem neuen Ridge stecken und wie sich das mini-ITX Gehäuse von Fractal Design in unserem Test geschlagen hat, erfahrt ihr in diesem Review.

 

Technische Details:

Maße: Vertikal: 374 x 395,4 x 110 mm
Horizontal: 360 x 115 x 375 mm
Material: Aluminium, Stahl
Gewicht: 4,3 kg
Farbe: Schwarz / Grau
Formfaktor: Mini-ITX
Lüfter insgesamt möglich: 2x 120/140 mm (linke Seite)
3x 80 mm (oben)
Lüfter vorinstalliert 2x Aspect 14 PWM Lüfter
Filter: Frot
Radiator-Mountings: 240/280 mm (ohne installierte GPU)
120 mm (mit einer GPU ≤175)
Laufwerksschächte: 4 x 2,5″
Netzteil: SFX, SFX-L
Erweiterungsslots: 3
I/O-Panel: 2 x USB 3.2 Gen1 Typ-A
1 x USB 3.2 Gen 2 Typ-C
1 x Audio (vierpolige Combobuchse für Kopfhörer und Mikrofon)
Maximale CPU-Kühler Höhe: 185 mm
Maximale Grafikkartenlänge: 325 mm mit installierten SSDs
•335 mm ohne installierte SSDs
Maximale Grafikkartenbreite:
57 mm mit installierten 140-mm-Lüftern
82 mm ohne installierte Lüfter
Maximale Höhe CPU-Kühler: 70 mm

 

Lieferumfang:

  • Ridge mini-ITX Gehäuse (in gewählter Farbe)
  • 2 x Standfuß
  • Riser-Card
  • Schraubenset
  • Montageanleitung
  • Kabelbinder
  • Klettkabelbinder

 

Design und Verarbeitung:

Das neue Ridge mini-ITX Gehäuse wird von Fractal Design in einer neutralen Verpackung geliefert, welche auf allen Außenseiten mit der Modellbezeichnung bedruckt wurde.

Ein Produktbild, eine Skizze oder gar eine Auflistung der technischen Details sucht man auf der Verpackung vergebens.

Passend zum schlichten und umweltfreundlichen Verpackungsdesign wurde das Gehäuse innerhalb der Verpackung nicht wie sonst meist üblich in Schaumstoff oder Styroporpolster gehüllt, sondern in speziell gepresste Pappkartons.

Entnimmt man das Ridge aus seiner Verpackung, so hat man ein sehr schlankes mini-ITX Gehäuse vor sich stehen, welches zwar in einem schlichten, aber dennoch sehr ansprechenden Design daher kommt.

Dieses Design erhält das Gehäuse neben den abgerundeten Kanten auch durch die verbaute Aluminiumfront, welche mit einem großen Lufteinlass ausgestattet wurde.
Anders als man es von den meisten anderen Gehäusen her kennt, wurde dieser Lufteinlass nicht mit einem Wabengitter ausgestattet, sondern Fractal Design setzt hier auf einen leicht vertieft eingelassenen Stoffbezug, welcher nicht nur als Staubfilter agiert, sondern auch für einen ganz besonderen Look sorgt.

Im unteren Bereich wurde die Gehäusefront mit dem I/O-Panel ausgestattet. Neben dem obligatorischen Powerschalter wurden an dieser Stelle auch zwei USB 3.2 Gen1 Anschlüsse sowie ein USB 3.2 Gen2 Type C Anschluss verbaut. Zudem wurde hier auch eine vierpolige 3,5-mm-Klinkebuchse untergebracht.

Im Gegensatz zu den meisten Gehäusen am Markt verfügt das Ridge somit nicht über getrennte Audioanschlüsse für Kopfhörer und Mikrofon, sondern nur über einem vierpoligen Klinkeanschluss. Da sich kein passender Adapter im Lieferumfang befindet, kann man jedoch nicht jedes Headset ohne zusätzliche Kosten für einen optionalen Klinkeadapter* mit dem I/O-Panel des Gehäuses verbinden.

Die Frontblende ist mittels vier kleiner Magnete an dem aus schwarzem Stahlblech gefertigten Gehäusekorpus befestigt und kann hierdurch ganz einfach abgenommen werden.

Anders als man es von den meisten Gehäusen her kennt, lassen sich hinter der Gehäusefront des Ridge mini-ITX Gehäuses keine Lüfter verbauen. Anstelle von Gehäuselüftern kann man hinter der Gehäusefront jedoch bis zu zwei 2,5″-Festplatten unterbringen.

Mit einem Blick auf die Gehäuseoberseite findet man einen abnehmbaren Deckel vor, welcher neben seitlich abgerundeten Kanten auch mit einem großflächigen Lochgitter ausgestattet wurde.

Einen Staubfilter, welcher das Gehäuseinnere vor eindringendem Staub schützen würde, sucht man an dieser Stelle jedoch leider vergebens.

Unterhalb des Gehäusedeckels lassen sich bis zu drei 80-mm-Lüfter verbauen.

Mit einem Blick auf die Gehäuserückseite findet man bedingt durch die schlanke Gehäuseform einen Aufbau vor, welcher sich von den meisten am Markt befindlichen Gehäusen unterscheidet.
Direkt unter dem Gehäusedeckel hat Fractal Design das Ridge mini-ITX Gehäuse mit drei gelochten Slotblenden ausgestattet.

In der unteren Gehäusehälfte findet man neben dem Ausschnitt für das I/O-Shield sowie eine Kaltgerätebuchse vor, welche die Verbindung zum eingesetzten Netzteil herstellt.

Die Gehäuseunterseite ist wie auch die Gehäuseoberseite mit einer gelochten Metallblende ausgestattet worden. Um dem Gehäuse bei der schlanken Bauform einen sicheren Stand zu verleihen, liegen dem Lieferumfang gleich zwei aus Kunststoff gefertigte und großzügig gummierte Standfüße bei.

Durch die beiden Standfüße kann das Gehäuse nicht nur vertikal aufgestellt, sondern auch horizontal wie ein Desktop-Gehäuse genutzt werden.

Wo bei der vertikalen Montage nur der große Standfuß zum Einsatz kommt, wird bei der horizontalen Montage im hinteren Bereich der kleine Standfuß und im vorderen Bereich der große Standfuß montiert.

Wie wir es schon vom Gehäuseboden und dem Gehäusedeckel her kennen, hat Fractal Design auch die beiden Seitenwände aus schwarz lackiertem Stahlblech gefertigt und mit großen Luftein- bzw. Luftauslässen ausgestattet.
Wo die linke Seitenwand nur in der oberen Hälfte mit einem gelochten Lufteinlass ausgestattet wurde,

findet man auf der rechten Gehäuseseite in der unteren und oberen Hälfte einen Luftein- bzw. Luftauslass vor.

Leider hat Fractal Design auch an diesen Stellen auf einen Staubfilter verzichtet.

 

Blick ins Innere

Da das Ridge mini-ITX Gehäuse ohne jegliche Fenster daher kommt, erhält man erst nach der Demontage der beiden Seitenwände einen freien Blick in das Gehäuseinnere.
Sobald man das Gehäuse geöffnet hat, wird ein Blick auf den besonders designten Innenraum frei, bei welchem einem als ersten die beiden vorinstallierten 140-mm-Lüfter in der oberen Gehäusehälfte auffallen.

Je nach Konfiguration kann man die vorinstallierten Lüfter mit einem 280-mm-Radiator kombinieren oder man verzichtet an dieser Stelle auf einem Radiator und kann stattdessen eine mächtige GPU in der oberen Gehäusehälfte verbauen.
Um die hier eingesetzte Grafikkarte mit dem Mainboard verbinden zu können, wurde in der Gehäusemitte eine modulare Metallstrebe eingezogen, an welcher eine PCIe4 Riser-Card vorinstalliert wurde.

In der unteren Gehäusehälfte findet man im vorderen Bereich einen modularen Montagerahmen vor, an welchem sich ein SFX oder SFX-L Netzteil befestigen lässt.

Neben dem Netzteilmontageplatz findet man den Mainboardschlitten vor, welcher neben einer großen Aussparung zur vereinfachten Kühlermontage auch mit vorinstallierten Abstandshaltern ausgestattet wurde.

Mit einem Blick auf die Rückseite des Mainboardschlittens ist zu erkennen, dass man das Gehäuse anstelle der beiden vorinstallierten 140-mm-Lüfter auch mit 120-mm-Lüfter ausstatten kann.

Auf der Rückseite des Netzteilmontageplatzes findet man Montagepunkte für zwei weitere 2,5″-Festplatten vor, welche man an dieser Stelle werkzeuglos montieren kann.

Die Verarbeitung des Ridge mini-ITX Gehäuses wurde von Fractal Design recht sauber ausgeführt. Wo wir den Wegfall der zweiten Klinkebuchse aufgrund der kompakten Gehäuseabmessungen noch nachvollziehen können, haben uns die sonst von Fractal Design gewohnten und mittlerweile auch bei anderen Herstellern zum guten Ton gehörenden Staubfilter jedoch gefehlt.

 

Montage:

Den ersten Arbeitsschritt kann man sich bei der Hardwaremontage sparen, denn Fractal Design hat die zur Mainboardmontage notwendigen Abstandshalter schon in den Mainboardschlitten eingedreht, wodurch man das Mainboard ohne weitere Vorbereitungen montieren kann.
Durch die in den Mainboardschlitten eingelassene Aussparung kann die Montage des gewünschten CPU-Kühlers auch im Nachhinein durchgeführt werden. Bedingt durch die sehr kompakten Abmessungen ist man, was die Wahl des gewünschten Kühlers angeht, jedoch deutlich eingeschränkt. Wo sich die meisten AiO-Wasserkühler noch in dem Gehäuse verbauen lassen, kann man nur CPU-Kühler mit einer Höhe von maximal 70 mm in dem mini-ITX Gehäuse verbauen.
Der Einsatz einer AiO-Wasserkühlung ist je nach Systemkonfiguration in unterschiedlichen Größen möglich.
Kommt in der oberen Gehäusehälfte keine Grafikkarte zum Einsatz, so kann man hier eine AiO-Wakü mit 240-mm-Radiator oder 280-mm-Radiator verbauen. In Kombination mit einer bis zu 175 mm langen Grafikkarte ist die Montage einer kleineren AiO-Wasserkühlung mit 120-mm-Radiator möglich. Will man eine größere Grafikkarte in dem schlanken Ridge mini-ITX Gehäuse verbauen, so bekommt man zwar eine bis zu 335 mm lange Grafikkarte unter, jedoch muss man dann ein vollständig luftgekühltes System aufbauen.
Die Montage von zwei 2,5“-Festplatten kann werkzeuglos auf der Rückseite des Mainboardschlittens erfolgen. Zwei weitere 2,5″-Festplatten lassen sich an der Gehäusefront verbauen. Je nach eingesetzter Grafikkarte kann in diesem Fall aber der oberste Festplattenmontageplatz nicht genutzt werden, denn eine hier verbaute Festplatte oder SSD verringert die maximale Grafikkartenlänge um die Bauhöhe des eingesetzten Datenspeichers.
Ein SFX oder SFX-L-Netzteil kann neben dem verbauten Mainboard montiert werden. Die Netzteilmontage kann hierbei zwar in zwei Richtungen erfolgen, für eine bestmögliche Kühlung der eingesetzten Komponenten empfehlen wir jedoch, das Netzteil so zu verbauen, dass es frische Luft durch die rechte Seitenwand ansaugen kann.

Auch wenn es bedingt durch die geringen Abmessungen stellenweise recht eng in dem Gehäuse zugeht, ist es Fractal Design durch die strategische Anordnung der einzelnen Komponenten gelungen, bestmögliche Kabelwege zu schaffen, wodurch es zu wenig Überlängen kommt und ein sauberes Kabelmanagement erzielt werden kann. Nichtsdestotrotz muss man sich wegen den geringen Gehäuseabmessungen hierzu etwas mehr Zeit nehmen.

 

Messungen:

Neben der Verarbeitung sowie der Ausstattung kommt es bei einem Gehäuse auch auf eine bestmögliche Kühlung und somit auf einen guten Luftstrom an.

Das hierzu eingesetzte Testsystem besteht aus diesen Komponenten:

Die Testergebnisse sind bei einer Raumtemperatur von ca. 21,0 °C (zu Beginn der Testphase gemessen) entstanden. Die eingesetzten Lüfter werden bei maximaler Drehzahl betrieben. Protokolliert wurde der maximale Mittelwert aller CPU Cores nach einem 30 minütigen Prime95 Stresstest.

Wir nutzen bei unseren Tests immer die ARCTIC MX-5 Wärmeleitpaste*, um auch hier etwaige Schwankungen ausschließen zu können.

Die erreichten Temperaturen sind abhängig von dem genutzten System und können auch auf ähnlichen Systemen abweichen, vor allem dann, wenn andere oder weniger Lüfter in dem System verbaut werden. Da wir in alle Gehäusetests die gleiche Testplattform einsetzen, lassen sich die Messwerte jedoch gut miteinander vergleichen.

Auch wenn das Ridge mini-ITX Gehäuse nur in der oberen Zone mit Lüftern ausgestattet ist, welche diese Zone von einer zur anderen Seite hinweg belüften, kann man das eingesetzte System auch mittels eines Luftkühlers sehr gut in dem kompakten Gehäuse kühlen. Hierbei kommen einem die sehr großen Luftein- und Luftauslässe zugute, welche so positioniert wurden, dass sie sich direkt neben den jeweiligen Kühlern bzw. Lüftern befinden. Im Falle unseres Testaufbaus konnte der CPU-Kühler sowie auch das Netzteil direkt auf frische Außenluft zugreifen. Die entstehende Abwärme kann nicht nur zum Teil aus der Gehäuserückseite entweichen, sondern steigt auch recht gut in die obere Zone auf, wo sie dann von den beiden vorinstallierten Lüftern abtransportiert wird.

 

Fazit:

Mit dem Ridge hat Fractal Design ein sehr schlankes mini-ITX Gehäuse in sein Sortiment aufgenommen, welches in unserem Test nicht nur durch eine saubere Verarbeitung, sondern auch durch einen sehr durchdachten Aufbau, welcher das Gehäuse zu einem wahren Multitalent macht, überzeugen konnte. Fractal Design hat dem Ridge einen Innenraum spendiert, welcher trotz der sehr kompakten Gehäuseabmessungen nicht nur die Montage einer Tripple-Slot-Grafikkarte ermöglicht, sondern auf Wunsch ist auch der Einsatz einer internen Wasserkühlung möglich. Dies ermöglicht es dem Nutzer, das Gehäuse nicht nur für den Aufbau eines sehr kompakten Gaming-Systems nutzen zu können, sondern auch der Aufbau eines sehr leisen Multimedia-Systems ist mit dem Gehäuse problemlos möglich. Passend zu diesen Einsatzmöglichkeiten lässt sich das ansprechend designte Gehäuse auch vertikal sowie horizontal aufstellen. Wie wir es in der Zwischenzeit von Fractal Design her kennen, wurden auch bei dem neuen Ridge mini-ITX Gehäuse alle eingesetzten Komponenten sauber miteinander verarbeitet. Leider hat man mit einem Blick auf die Möglichkeit, den Innenraum vor eindringenden Staub schützen zu können, jedoch auf ein Ausstattungsmerkmal verzichtet, welches in der Zwischenzeit auch bei weitaus günstigeren Gehäusen zum guten Ton gehört. Preislich liegt das in zwei Farbvarianten erhältliche Ridge mini-ITX Gehäuse zur Markteinführung bei knapp 130€*.

Wir danken Fractal Design für die Bereitstellung des Testmusters.

Fractal Design - Ridge mini-ITX Gehäuse

8.3

Verarbeitung

9.0/10

Kompatibilität:

7.5/10

Kühlmöglichkeiten

8.0/10

Ausstattung

8.0/10

Lieferumfang

10.0/10

Modding

7.0/10

Preis

8.5/10

Pro

  • Gute Kühleigenschaften
  • Verarbeitung
  • Kompatibilität zu großen GPUs
  • Design
  • Umfangreiches Einsatzgebiet

Contra

  • Fehlende Staubfilter
  • (Vierpoliger Klinkeanschluss)