Transport Fever 3 im Game-Check

Mit Transport Fever 3 haben wir heute kurz vor dem Release am 29. September den neuesten Teil der Spielreihe vom Schweizer Entwickler Urban Games im Game-Check.

Welchen Eindruck die PC-Version des für PC (Windows/Linux/Mac), XBOX Series X|S und PlayStation 5 erhältlichen Transport Fever 3 bei uns hinterlassen hat, lest ihr in diesem Game-Check.

 

 

Einstieg und Grundlagen

Das Hauptmenü
 
Bevor es auf die Schiene geht, begrüßt uns ein aufgeräumtes und umfangreiches Hauptmenü. Hier finden sich detaillierte Einstellungen mit den Bereichen Nutzeroberfläche, Maus, Tastatur, Controller, Grafik, Audio und Erweitert.
 
 
Zudem gibt es einen direkten Zugriff auf eine Übersicht der erspielten Errungenschaften.
 
Wie im Vorgänger hat Urban Games wieder den mächtigen Karteneditor mit seinen Schiebereglern zum Erstellen eigener Welten integriert. Außerdem besteht die Möglichkeit, die generierten Karten händisch zu verfeinern. Erstmals in der Spielreihe sind jetzt 4 Klimazonen enthalten. Die neue „subarktische“ Landschaft stellt uns mit riesigen Wasserflächen und Sümpfen vor neue topografische Herausforderungen. In der Deluxe Edition des Spiels sind außerdem drei handgefertigte Karte enthalten.
 
 
Außerdem darf der integrierte Mod-Hub für Community-Inhalte natürlich nicht fehlen, bei welchem die Filteroptionen erweitert wurden. Und man erkennt sogenannte kuratierte Mods, die sorgfältig geprüft wurden. Bereits vor Release sind dabei schon etliche Mods verfügbar.
 

Natürlich besteht im Hauptmenü auch die Möglichkeit, ein neues Spiel zu starten. Startet man ein freies Spiel, kann man eine Klimazone auswählen und anschließend die Gameplay-Einstellungen für die Karte vornehmen sowie die Mods auswählen, die man auf der Karte benutzen möchte.

 
 
 
Worum es im Spiel geht
Wie schon bei den Vorgängern dreht sich in Transport Fever 3 alles um den Aufbau eines gigantischen Transport- und Wirtschaftsimperiums. Als Logistikunternehmer starten wir im Jahr 1900 und treiben die industrielle Revolution voran, indem wir Fabriken mit Rohstoffen versorgen und aufstrebende Städte mit dringend benötigten Gütern und Personenverkehr anbinden. Wir spannen ein komplexes Netz aus Zügen, Bussen, Lkws, Schiffen und Flugzeugen über riesige Karten. Das bewährte Fundament aus Transport- und Wirtschaftssimulation wurde dabei sinnvoll vertieft und zwingt uns nun zu noch genauerer Planung unserer Lieferketten.
 
Erste Schritte im Spiel
Neulinge werden behutsam an die Hand genommen. Zu Beginn kann man wahlweise einen Tutorial-Schnellstart absolvieren oder sich direkt in die Kampagne stürzen. Diese umfasst insgesamt acht abwechslungsreiche Missionen, die uns atmosphärisch durch alle Epochen der Transportgeschichte führen und die komplexer werdenden Spielmechaniken schrittweise und verständlich erklären.
 

 

Gameplay und Neuerungen

Kern-Gameplay
Transport Fever 3 präsentiert sich als enorm starker Transport- und Wirtschaftssimulator. Der Streckenbau, das Herzstück des Spiels, geht wie bei den Vorgängern nach kurzer Eingewöhnung flüssig und intuitiv von der Hand. Die Entwickler haben die Verlegung von Schienen und Straßen im Detail nochmals verbessert, wodurch selbst komplexe Kreuzungen und Weichenfelder präzise umgesetzt werden können.
 

Neuerungen zum Vorgänger
Die Entwickler haben in die Spielmechanik-Kiste gegriffen und frischen Wind ins Spiel gebracht:
 
  • Komplexeres Emissionssystem: Emissionen sind nun in Lärm und Verschmutzung aufgeteilt. Jedes Fahrzeug emittiert diese Werte unterschiedlich stark. Beim Passagiertransport muss stets die beste Balance zwischen geringen Emissionen und dem Komfort der Fahrgäste gefunden werden. Insbesondere stark befahrene Strecken sowie Flugzeuge sorgen für viel Lärm. Sie sollten deshalb nicht in der Nähe von Wohngebieten sein. Zum Glück gibt es zur Beeinflussung von (Flug-) Routen Wegpunkte.
  • Wartungsdepots: Fahrzeuge verschleißen und benötigen jetzt zwingend Wartungsdepots, um instand gehalten zu werden. Diese Depots haben einen begrenzten Arbeitsbereich sowie eine maximale Kapazität, was die Linienplanung deutlich anspruchsvoller macht.
 
  • Dynamisches Rufsystem: Die Karte ist in feste Stadtgebiete aufgeteilt. Wer für seine Schienennetze massives Terraforming betreibt oder großflächig Bäume entfernt, riskiert einen sinkenden Ruf bei der Stadt. Dieser erholt sich im Laufe der Zeit und je nach positiver Aktivität im Stadtgebiet mehr oder weniger schnell.
 
  • Hubschrauber: Erstmals im Basis-Spiel enthalten sind Helikopter inklusive der passenden Helipads und Hubschrauberlandeplätze für schnelle, direktere Verbindungen.
 
  • Zwischenlager für Güter: Die wohl gravierendste Änderung für Logistiker. Güter werden an Stationen nicht mehr magisch zwischen verschiedenen Linien umgelagert. Sie benötigen inzwischen explizit Depots als Zwischenlager, um Waren umzuschlagen. Lediglich die direkte Industrie funktioniert weiterhin unverändert als reiner Ab- und Aufladepunkt.

  • Modularer Firmensitz: Mit steigendem Rang könnt ihr euren Firmensitz ausbauen. Für jede Beförderungen erhält man neue Module, die dann wie bei den modularen Stationen platziert werden können.
 
Überblick dank Datenlayer
Um bei den Gameplay-Mechaniken und den komplexen Lieferketten nicht den Faden zu verlieren, wurde der Datenlayer weiter optimiert. Die verschiedenen Overlays bieten jederzeit einen hervorragenden, detaillierten Überblick über den Status des gesamten Transportimperiums.
 

Grafik & Sound

In grafischer Hinsicht vollzieht die Spielreihe einen bemerkenswerten Sprung nach vorn. Die offene Welt präsentiert sich detailreicher denn je: Weitläufige Landschaften laden mit ihrer enormen optischen Tiefe zum Erkunden ein, während dynamische Wetter- und Partikeleffekte für eine dichte, durchgehend lebendige Atmosphäre sorgen. Auch der Fuhrpark lässt keine Wünsche offen – egal ob auf der Straße, in der Luft oder auf dem Wasser, sämtliche Fahrzeugmodelle bestechen durch ihre herausragende und filigrane Ausarbeitung.

https://www.myc-media.de/reviews/games/transportfever3/02.jpg

Ein optisches Highlight ist die neue Wasser- und Wellensimulation, die den Vorgängern nochmals übertreffen.
 
Auf der akustischen Seite präsentieren sich die Soundeffekte nach wie vor auf einem sehr guten Niveau. Die Umsetzung der Motorengeräusche ist überaus gelungen und lässt Transport-Herzen höherschlagen, auch wenn sie bei großen Fahrzeugflotten nach wie vor etwas mehr Abwechslung vertragen könnten. Die Hintergrundmusik ist angenehm und nicht störend, wirkt auf Dauer jedoch ein wenig eintönig.

Fazit

Transport Fever 3 erweist sich im Test als weit mehr als nur ein behutsames Update: Es ist ein konsequenter, in allen Belangen spürbarer Evolutionssprung für die beliebte Spielreihe. Den Entwicklern von Urban Games gelingt das Kunststück, das bewährte Fundament zu bewahren und zeitgleich an genau den Stellschrauben zu drehen, die dem Simulations-Genre neue Tiefe verleihen. Leider gab es bei den Sounds und der Musik im Vergleich zu Grafik und den neuen Gameplay-Mechaniken jedoch keinen großen Sprung nach vorne.
Besonders positiv sticht die technische Performance hervor, die im direkten Vergleich zum Vorgänger optimiert wurde. Selbst bei riesigen Frachtnetzwerken und dicht bebauten Metropolen bleibt die Bildrate erfreulich stabil – ein Bereich, der beim zweiten Teil in späten Spielphasen noch regelmäßig für spürbare Ruckler sorgte. Auch in puncto Stabilität präsentiert sich der Titel erstaunlich ausgereift: Während unseres gesamten mehrstündigen Testlaufs der Review-Version kam es lediglich zu einem einzigen kritischen Systemfehler samt Absturz. 
Inhaltlich punkten vor allem die durchdachten neuen Gameplay-Mechaniken, die sich nahtlos in das Spielgeschehen einfügen und den strategischen Anspruch deutlich anheben.
Zwischenlager als Logistik-Hubs: Die Einführung flexibler Lagerpunkte löst veraltete Nadelöhre auf. Waren lassen sich nun endlich dynamisch zwischen Parken, bündeln und auf verschiedene Transportmittel verteilen, was den Aufbau echter Verteilerzentren erlaubt.
Das Ansehen beim jeweiligen Stadtrat fungiert als kluge Steuerungskomponente. Wer Linien rücksichtslos durch Wohnviertel zieht, verliert das Vertrauen der Bürger – und damit wertvolle Baugenehmigungen.
Lärm und Abgase sind keine rein dekorativen Werte mehr. Das System zwingt dazu, Routen vorausschauend um Wohngebiete herumzuplanen oder frühzeitig in leise, umweltfreundliche Fahrzeugflotten zu investieren.
Hier zeigt sich einmal mehr, dass Urban Games extrem nah an der Community arbeitet und das Feedback der Spieler genau versteht. Viele der feinen Quality-of-Life-Verbesserungen wirken wie ein direkt verfasstes Antwortschreiben auf die Wünsche der Fans. Gekrönt wird das Paket durch die nahtlose Mod-Unterstützung ab dem ersten Tag, die der Modding-Szene von Beginn an Tür und Tor öffnet. Damit steht unzähligen fesselnden Spielstunden in diesem Logistik-Sandkasten absolut nichts im Wege.

Transport Fever 3 ist als Standard Edition für 49,99 € sowie als Deluxe Edition für 64,99 verfügbar. Außerdem ist erstmal in der Geschichte der Spielreihe eine physische Collector’s Edition für 119,99 € 🛒 erhältlich.

 
 
Wir danken Urban Games für die Bereitstellung des Testmusters.

Transport Fever 3

9.4

Grafik

10.0/10

Sound

8.5/10

Steuerung

9.0/10

Story / Inhalt

9.5/10

Extras

9.5/10

Preis

9.0/10

Mod-Unterstützung

10.0/10

Pro

  • Gute Simulatione des Waren- und Personentransports
  • Sinnvolle Ergänzungen der Gameplay-Mechaniken
  • Große Fahrzeugauswahl
  • Klimazonen mit unterschiedlichen Herausforderungen
  • Karteneditor
  • Hohe Langzeitmotivation
  • Mod-Unterstützung

Contra

  • Auf Dauer langweilige Musik
  • Eintönige Motorensound bei Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor und Elektro-Trams