Lioncast – LS100 USB-Streaming-Mikrofon im Test

Mit dem LS100 haben wir ein kompaktes USB-Mikrofon von Lioncast im Test, welches durch eine einfache Handhabung und einen geringen Verkaufspreis die richtige Wahl für Homeoffice-Nutzer und Gelegenheitsstreamer sein soll.

Welche Features einem das LS100 bietet und wie sich das USB-Mikrofon von Lioncast in unserem Test geschlagen hat, erfahrt ihr in diesem Review.

 

Technische Details:

Abmessungen (L x B x H):  
Mikrofon mit Tischständer und Poppfilter: 110 x 80 x 185 mm
Mikrofon (ohne Anbauteile): 50 x 50 x 130 mm
Poppfilter: 71 x 74 x 24 mm
Mikrofon-Tischständer: 80 x 92 x 115 mm
Größe der Montagebohrung: 5/8″
Produktgewicht:  
Mikrofon mit Tischständer und Poppfilter: 338 g
Mikrofon (ohne Anbauteile): 181 g
Mikrofon-Tischständer: 142 g
Pop-Filter: 15 g
Kabel: USB Typ C
2 m
Mikrofon: 14 mm Elektret-Kondensator-Kapsel
Richtcharakteristik: Niere
Empfindlichkeit: – 30 dB
Frequenzgang: 20 – 20.000 Hz
Impedanz:
2,2 k Ohm
Bedienelemente: Mute-Taste (Touch-Button)
Kompatibilität: Windows
macOS

 

Lieferumfang:

  • LS100 USB-Mikrofon
  • Mikrofon-Tischständer
  • Abnehmbarer Poppfilter
  • Micro-USB-Kabel (2 m)
  • Bedienungsanleitung

 

Design und Verarbeitung:

Das LS100 wird von Lioncast in einer Verpackung geliefert, welche in einem schwarz/roten Design gehalten ist. Die Verpackungsvorderseite wurde neben einem Produktbild auch mit der Modellbezeichnung bedruckt.

Auf der Verpackungsrückseite ist eine Auflistung der wichtigen Features und technischen Details zu finden.

Entnimmt man das LS100 aus seiner Verpackung, so hat man ein 130 mm langes und 50 mm schlankes USB-Mikrofon vor sich stehen, welches seitens Lioncast schon in einen kleinen Tischständer eingesteckt wurde.

Mit einem Blick auf das zylinderförmige Mikrofongehäuse findet man direkt unterhalb der Montageposition des Mikrofonständers ein aufgedrucktes Lioncast Logo vor. Über diesem Logo wurde das Mikrofon mit einer Status-LED ausgestattet, welche einem den aktuellen Betriebsstatus anzeigt.
Mit einem Blick auf die Rückseite des aus schwarzem Kunststoff gefertigten Mikrofongehäuses kann man neben vier Montagebohrungen auch einen USB Typ C Anschluss erkennen.

Um das Mikrofon auch in Kombination mit einem anderen Mikrofonarm nutzen zu können, hat Lioncast in die Unterseite des Mikrofons ein 5/8″ Gewinde eingelassen.

Der obere Bereich des Mikrofons wurde mit gleich zwei unterschiedlichen Metallgittern ausgestattet. Wo der äußere Metallkäfig das im Inneren verbaute Mikrofon vor Beschädigungen schützen soll, dient das feine Gitter zur Reduzierung von Nebengeräuschen.

Hinter den beiden schützenden Gittern hat Lioncast eine 14 mm Elektret-Kondensator-Kapsel verbaut, wodurch das LS100 Mikrofon eine Nierencharakteristik aufweist.

Auf der Oberseite hat Lioncast das Mikrofon mit einem schwarzen Touch-Bedienelement ausgestattet, über welchen sich das Mikrofon deaktivieren und aktivieren lässt. Der jeweilige Zustand wird einem über die Status-LED an der Mikrofonvorderseite angezeigt.

Um störende Nebengeräusch und Poplaute weiter reduzieren zu können, hat Lioncast dem Lieferumfang einen Popschutz beigelegt, welcher sich durch seinen Aufbau jedoch nur in Kombination mit dem ebenfalls mitgelieferten Mikrofonständer nutzen lässt.

Der mitgelieferte Mikrofonständer wurde wie auch das Mikrofongehäuse selbst aus schwarzem Kunststoff gefertigt. Um einen stabilen und sicheren Stand zu gewährleisten, wurde der Fuß des Mikrofonständers nicht nur mit einer Gummierung versehen, sondern auch mit einem integrierten Gewicht ausgestattet.

Die um 45° neigbare Mikrofonaufnahme wurde im Inneren mit fünf kleinen Gummielementen ausgestattet, welche die Übertragung von Schwingungen reduzieren sollen.

Auch wenn die einzelnen Komponenten seitens Lioncast sauber verarbeitet wurden, gibt es jedoch mehrere Punkte, an denen man schon bei einem Blick auf die einzelnen Komponenten feststellt, weswegen Lioncast das LS100 entsprechend günstig anbieten kann.

 

Testsystem:

Getestet wurden die EVO In-Ear-Kopfhörer an diesem Testsystem:

 

Anschluss und Inbetriebnahme:

Da das Mikrofon schon im Standfuß montiert ist, ist der Aufbau des Mikrofons in wenigen Schritten erledigt.
Hat man das Mikrofon vor sich positioniert, muss man nur noch das mitgelieferte USB-Kabel an das Mikrofon sowie seinen PC bzw. das genutzte Notebook anschließen.
Um ein bestmögliches Klangbild erzielen zu können, sollte man im Anschluss noch den mitgelieferten Popschutz aufstecken und das Mikrofon so ausrichten, dass die Vorderseite zum Mund des Nutzers zeigt.

Dank des eingesetzten USB-Anschlusses lässt sich das Mikrofon ganz einfach mit jedem PC oder Notebook verbinden. Das Mikrofon wurde von unserem Windows 10 Testsystem per Plug & Play erkannt und der notwendige Treiber wurde innerhalb weniger Sekunden installiert.
Sobald die automatische Installation abgeschlossen ist, ist das LS100 USB-Mikrofon direkt einsatzbereit und kann in Videokonferenzen, beim Gamen oder Streamen genutzt werden.
Neben einer Nutzung mit einem PC oder Notebook kann man das LS100 USB-Mikrofon auch mit einem Mac-Systems nutzen.

Will man das Mikrofon einfach nur zum Gamen oder zum Streamen via Twitch etc. nutzen, so ist für dieses Vorhaben keine spezielle Software notwendig.
In Kombination mit einer optionalen Audio-Software ermöglicht einem das Mikrofon jedoch auch Voice-Overs zu erstellen oder die Aufnahme bearbeiten zu können.

 

Test:

Im Vergleich zu vielen anderen USB-Mikrofonen bietet einem das LS100 USB-Mikrofon nur einen einzigen Aufnahmemodus, bei welchem die verbaute Kapsel im Mono-Modus arbeitet.
In diesem Aufnahmemodus wird eine Nierencharakteristik erzielt, bei welcher die von den beiden Außenseiten sowie der Rückseite aus kommenden Schallwellen deutlich schwächer dargestellt werden. Durch diese Charakteristik eignet sich dieser Modus bestens für die Gesprächsaufzeichnung von einer einzelnen Person. Solche Situationen hat man neben Videokonferenzen und dem Gaming auch beim Voice-Over sowie beim Solo-Gesang.

Klanglich zeigte sich das LS100 USB-Mikrofon mit einem soliden Klangbild, welches im in etwa auf dem Level des Mikrofons eines hochwertigen Gaming-Headsets liegt. Trotz einem geringen Grundrauschen wurden Stimmen in unserem Test recht sauber wiedergeben. Nutzt man das LS100 USB-Mikrofon jedoch in Kombination mit Musikinstrumenten, so bringt man das Mikrofon schnell an seine Grenzen.
Der mitgelieferte Popschutz leistete in unserem Test gute Dienste, kann aufgrund seines Aufbaus jedoch nur in Kombination mit dem im Lieferumfang enthaltenen Mikrofonarms genutzt werden, welcher im Vergleich zu einer hochwertigen Mikrofonspinne entstehende Schwingungen nur minimal abfängt.
Das auf der Oberseite verbaute Touch-Bedienelement zum Muten des Mikrofons lässt sich zwar sehr einfach erreichen und bedienen, berührt man das Mikrofon beim aktivieren jedoch etwas zu fest, so gerät der gesamte Mikrofonfuß recht stark ins schwingen, was sich dann wiederum in den ersten Sekunden nach dem aktivieren des Mikrofons negativ auf die Klangqualität auswirkt.

Im Vergleich zu vielen anderen USB-Mikrofonen verfügt das LS100 leider nicht über einen Gain-Regler, über welchen man den Aufnahmepegel regeln kann. Da sich auch keine Software im Lieferumfang des Mikrofons befinden, ist man beim Einstellen des Aufnahmepegels somit auf die meist recht dürftigen Bordmittel des eingesetzten Systems beschränkt.

Auch was die weitere Ausstattung angeht, steht das LS100 recht schlecht da, denn auch eine integrierte Soundkarte sowie einen Kopfhöreranschluss sucht man bei diesem Mikrofon leider vergebens. Somit gestalten sich z. B. nicht nur ein Voice-Over von einem zuvor getätigten Mitschnitt etwas umständlicher, sondern auch Streamer müssen auf zwei getrennte Geräte bzw. Softwareregler zurückgreifen, anstelle alles an einem zentralen Punkt anpassen zu können.

 

Fazit:

Mit dem LS100 hat Lioncast ein kompaktes USB-Mikrofon in seinem Test, welches sich vor allem an preisbewusste Einsteiger und Gelegenheitsanwender richtet. Diese bekommen mit dem LS100 ein Mikrofon, bei dem nicht nur die eingesetzten Materialien sauber verarbeitet wurden, sondern auch die Einrichtung und Inbetriebnahme zum Kinderspiel wird. Auch wenn unser Testmuster ein geringes Grundrauschen aufwies, positionierte sich das Mikrofon klanglich auf dem Level eines Mikrofons von einem hochwertigen Gaming-Headset. Somit ist es von der klanglichen Seite her für Nutzer ausgelegt, welche ohne das Tragen eines Headsets die oft schlechte Tonqualität von Build-In-Mikrofonen in Webcams oder Notebooks umgehen wollen. Damit dies mit dem LS100 auch durchweg gelingt, muss man jedoch nicht nur einen Standort wählen, an welchem das Mikrofon gut ausgerichtet ist und zudem nur wenige Schwingungen von umliegenden Bewegungen etc. abbekommt. Nutzer, welche das Mikrofon für den Einsatz beim Streamen oder Voice-Overs nutzen wollen, wird dies zwar auch gelingen, jedoch wird man durch den geringen Funktionsumfang schnell an die Grenzen des Mikrofons gelangen, wodurch man auf unterschiedliche Hardware- oder Softwareregler zurückgreifen muss. Preislich liegt das LS100 USB-Mikrofon aktuell bei knapp 30 €*.

Ein besonderer Dank geht an Lioncast für die Bereitstellung des Testmusters.

Lioncast - LS100 USB-Streaming-Mikrofon

7.2

Lieferumfang

8.0/10

Verarbeitung

7.5/10

Funktionsumfang

5.0/10

Bedienfreundlichkeit

6.5/10

Klangqualität

7.0/10

Preis

9.0/10

Pro

  • Kompatibilität
  • Einfache Inbetriebnahme
  • Solider Klang

Contra

  • Kein Gain-Regler
  • Kein integrierter Audioanschluss
  • Geringes Grundrauschen
  • Gringe Schwingungshemmung des Mikrofonfuß