Seagate – FireCuda 510 M.2 SSD 1TB im Test

Mit der FireCuda 510 SSD 1TB haben wir heute eine schon länger erhältliche NVMe SSD von Seagate im Test, welche mit der gebotenen Performance aber noch immer die richtige Wahl für Gamer sein soll.

Welche Details in der FireCuda 510 M.2 SSD von Seagate stecken und wie sich das 1 TB Modell in unserem Test geschlagen hat, erfahrt ihr in diesem Review.

 

Technische Details:

Modellbezeichnung: ZP1000GM30031 
Kapazität: 1TB
Formfaktor M.2 2280
NAND Flash:  3D NAND (TLC 96 Layer)
Controller:
Phison PS5012-E12, 8 Kanäle
Interface: PCIe Gen3 x4, NVMe 1.3
Abmessungen:
80x22x2.23mm
LeistungMax.
Lesen (lt. Hersteller) bis zu 3.450 MB/s
Schreiben (lt. Hersteller) bis zu 3.100 MB/s
4 KB Random Read IOPS (Max): Bis zu 620K
4 KB Random Write IOPS (Max): Bis zu 600K
Betriebstemperatur: 0°C-70°C
Lagertemperatur: -40°C bis 85°C
Stoßfestigkeit: 1500 G / 0,5 ms
MTBF: 1.800.000 Stunden
Geschriebene Terabyte (TBW) (maximale Kapazität): 1.300 TB
Garantie: 5 Jahre

 

Lieferumfang:

  • FireCuda 510 SSD 1TB
  • Garantiehinweis
  • Informationsblatt Rescue Data Recovery Services

 

Design und Verarbeitung:

Die FireCuda 510 SSD wird von Seagate in einer Verpackung geliefert, deren Vorderseite in einem schwarz/orangefarbenen Design gehalten ist. Neben der Modellbezeichnung und einem Produktbild die Vorderseite auch mit dem Bild eines Drachen bedruckt, wodurch einem gleich klar wird, dass die SSD speziell für Gamer entwickelt wurde.

Die weiße Verpackungsrückseite wurde mit den wichtigsten Leistungsdaten der SSD bedruckt.

Innerhalb der Verpackung ist die FireCuda 510 SSD in einer Antistatikfolie verpackt und zusätzlich in einer leicht zu öffnenden Blisterverpackung untergebracht.

Hat man die FireCuda 510 SSD aus seiner Verpackung entnommen, so wird einem gleich auffallen, dass sich die aktuelle Version der SSD von den im Mai 2019 erstmalig auf den Markt gebrachten FireCuda 510 Modellen unterscheidet. Im Vergleich zu unserem damaligen Vorserientestmuster verfügt die 80,15 mm lange und 22,15 mm breite SSD nun über ein schwarzes PCB und fällt durch die einseitige Bestückung auch etwas schlanker aus.

Auch wenn Seagate in der Modellbezeichnung auf einen Hinweis auf den Formfaktor verzichtet, wurde die FireCuda 510 SSD mit einer M.2-Schnittstelle ausgestattet, welche mit dem Z170 Chipsatz von Intel großflächig Einzug in den Consumer-PC-Markt gefunden hat und in der Zwischenzeit auf fast jedem aktuellen Mainboard zu finden ist.

Betrachtet man das schwarze PCB einmal etwas genauer, so findet man unter einem mit der Modellreihe bedruckten Aufkleber einen umgelabelten Phison PS5012-E12 Controller vor.

Um die Leistung der SSD zu steigern, hat Seagate die FireCuda 510 SSD vor dem Controller mit einem 1GB großen DDR4 Cache ausgestattet
Der verbaute Controller ist mittels acht Kanälen an die vier von Kioxia stammenden 96 Layer 3D-NAND Chips angebunden.
Im Vergleich zu dem Testmuster, welches wir damals zur Markteinführung der FireCuda 510 SSD erhalten haben, sind alle vier 3D-NAND Chips, welche im TLC-Verfahren betrieben werden, auf der Oberseite der SSD verbaut.

Um die Schreibleistung zu steigern, hat Seagate zudem einen 28 GB großen SLC-Cache verbaut, welcher die anfallenden Daten zunächst im SLC-Verfahren puffert und diese im Anschluss in den TLC-Bereich des NANDs schreibt. Hierfür ist ein fester Bereich aus der Spare Area der SSD reserviert, wodurch sich dieser Cache nicht auf die Kapazität der SSD auswirkt.

Wie schon kurz angesprochen hat Seagate alle 3D-NAND Chips auf der Vorderseite der SSD verbaut, wodurch die SSD auf der Rückseite frei von jeglichen Bauteilen ist und lediglich mit einem Aufkleber ausgestattet wurde, welcher neben der Seriennummer auch noch die Kapazität der SSD bereit hält.

Die Anbindung der SSD erfolgt mittels des NVMe 1.3 Protokolls und somit über PCI Express 3.0 x4, wodurch die SSD viel höhere Übertragungsraten erzielen kann, als es mit dem 2004 eingeführten AHCI Protokoll, welches eine Anbindung per SATA erfordert, möglich ist. Das NVMe Protokoll bringt jedoch einen kleinen Nachteil mit sich, welchem man jedoch erst bemerkt, wenn man nicht auf ein Windows 8.1 oder Windows 10 Betriebssystem setzt, denn erst ab Windows 8.1 wird das NVMe Protokoll nativ unterstützt. Für Windows 7 bietet Microsoft einen entsprechenden Hotfix an.

Als besonderes Feature kommt die FireCuda 510 SSD 1TB SSD nicht nur mit einer fünfjährigen Herstellergarantie daher, sondern auch noch mit einem dreijährigen Rescue Data Recovery Services zur Datenwiederherstellung, welchen Nutzer in Anspruch nehmen können, wenn z. B. einmal ein Schaden durch physische Beschädigung der Hardware oder logische Beschädigung des internen Dateisystems entstanden ist.

Die Verarbeitung der SSD wurde seitens Seagate sauber ausgeführt und gibt uns keinen Anlass zur Kritik.

 

 

Testablauf:

Das wichtigste Kaufargument ist bei einer SSD zweifelsohne nicht das Design, sondern die Leistung, welche erbracht werden kann.
Aus diesem Grund schicken wir die SSD nicht nur in verschiedene Benchmarks, sondern werden uns auch ein genaues Bild über die Geschwindigkeit in alltäglichen Bereichen machen.

Das zum Einsatz kommende Testsystem besteht aus diesen Komponenten:

 

Das Testlaufwerk ist dabei als sekundäres Laufwerk eingerichtet. Das Betriebssystem befindet sich somit auf der verbauten ADATA – XPG – GAMMIX S70 PCIe 4.0 M.2 SSD*. Dies gilt jedoch nur für die durchgeführten Benchmarks und nicht für die Softwaretests.

Getestet wurde die SSD mittels dieser Benchmarks:

  • AS SSD Benchmark
  • AS SSD Kopierbenchmark
  • ATTO Disk Benchmark

 

AS SSD Benchmark:

Der AS SSD Benchmark wurde, wie der Name vermuten lässt, speziell für SSDs entwickelt. Durch die Verwendung von inkompressiblen Daten stellt dieser Benchmark für komprimierende Controller praktisch ein Worst-Case-Szenario dar.

Auch wenn die FireCuda 510 SSD 1TB schon etwas länger am Markt erhältlich ist, ist mit einem Blick auf das Testergebnis zu erkennen, dass die SSD noch immer mit einer guten Leistung überzeugen kann. Im direkten Vergleich zur damals von uns getesteten 2 TB Version konnte die FireCuda 510 SSD 1TB durch den Einsatz eines aktuelleren Testsystems eine minimal höhere Performance erzielen.

 

AS SSD Kopierbenchmark:

Neben diesem Performancetest beinhaltet der AS SSD Benchmark auch noch einen Kopierbenchmark, mittels welchem ermittelt werden kann, wie schnell Daten innerhalb des Laufwerkes kopiert werden können.
Die verwendeten Muster entsprechen typischen Szenarien: ISO (zwei große Dateien), Programm (viele kleine Dateien), Spiel (große und kleine Dateien gemischt).

Auch in dem aus drei Teilen bestehenden AS SSD Kopierbenchmark zeigte die FireCuda 510 SSD 1TB eine sehr gute Performance, mit welcher sich die SSD dank des dedizierten DRAM Cache sogar vor der ein oder anderen SSD behaupten, welche auf dem Papier bessere Leistungsdaten aufweisen kann.

 

ATTO Disk Benchmark

Der ATTO Disk Benchmark ermöglicht es einem, die SSDs mit einer höheren Abfragetiefe zu beanspruchen. Wir haben die SSD somit mit einer Queue Depth von 10 getestet.

Dank der hohen Abfragetiefe konnte die FireCuda 510 SSD 1TB in diesem Test ihre volle Leistung entfalten. Die SSD konnte im durchgeführten Lese- sowie auch Schreibtest des ATTO Disk Benchmarks eine Performance erzielen, welche minimal über der Werksangaben liegt. Im direkten Vergleich zur damals von uns getesteten Seagate – FireCuda 510 SSD 2TB konnte die FireCuda 510 SSD 1TB eine minimal höhere Lesegeschwindigkeit erzielen. Die maximale Schreibgeschwindigkeit liegt jedoch etwas unterhalb der 2 TB großen Variante der FireCuda 510 SSD.

Neben den Messungen mit diesen Benchmark-Tools wollten wir auch die Geschwindigkeitsvorteile im alltäglichen Betrieb nicht aus dem Auge verlieren, denn gerade auf diese kommt es im Endeffekt an, da die durch die Benchmarks aus dem Laufwerk gekitzelten Maximalwerte im Normalfall kaum erreicht werden.

 

Softwareinstallation:

Wie die Überschrift schon verlauten lässt, werden wir in diesem Test anhand der Software PCMark 8, Acrobat Reader und OpenOffice die Zeit stoppen, in welcher die Software auf der SSD installiert werden konnte.

PC Mark8 Adobe Acrobat Reader 10 Open Office
117 Sekunden 18 Sekunden 39 Sekunden

 

Softwaretest:

In diesem Test werden wir die Geschwindigkeit messen, in welcher die SSD es schafft, eine WinRAR Datei von einem GB zu entpacken, einen vollständigen Systemscan mit AntiVir absolviert und wie lange ein auf der SSD installiertes Windows 10 benötigt, um zu booten. Hierbei wird die Zeitmessung erst nach dem Verlassen des Bios gestartet.

WinRAR 1GB entpacken Antivir System Scan Windows 10 Pro x64 Bootzeit
21 Sekunden 238 Sekunden 14,2 Sekunden

Wie es in der Zwischenzeit auch von anderen M.2 SSDs bekannt ist, zeigte auch die FireCuda 510 SSD 1TB in unserem Test unter einer dauerhaften Belastung eine gewisse Drosselung der Übertragungsgeschwindigkeit. Dieser Geschwindigkeitsabfall entsteht durch die Drosselung des verbauten Controllers und tritt zum Schutz des Controllers ab einer bestimmten Temperaturschwelle ein. Je nach eingesetztem Mainboard gibt es direkt vom Mainboardhersteller entsprechende Kühlkörper, mittels welchen man dieser Drosselung entgegenwirken kann. Es gibt jedoch auch die Möglichkeit, die SSD nicht direkt auf einem Mainboard zu betreiben, sondern auf einer speziellen Steckkarte, auf welcher dann ein entsprechender Kühlkörper verbaut werden kann.
Wo der fehlende Kühlkörper aus Sicht einer eventuell eintretenden Drosselung ein Nachteil ist, kann die FireCuda 510 SSD 1TB aufgrund des gewählten Aufbaus jedoch auch in Systemen eingesetzt werden, wo M.2 SSDs, welche mit einem Kühler ausgestattet sind, keinen Platz finden.

 

Fazit:

Auch wenn es die FireCuda 510 SSDs nun schon eine ganze Weile am Markt gibt, hat Seagate mit der FireCuda 510 SSD 1TB eine M.2 SSD in seinem Sortiment, welche noch immer mit einer guten Performance überzeugen kann. Dies ist gerade dann der Fall, wenn man ein System aufbaut, bei dem man nicht auf einen PCIe Gen4 x4 Anschluss zurückgreifen kann. Die gebotenen Lese- und Schreibgeschwindigkeit kann die SSD durch eine Kombination aus einem schnellen Controller und gleich vier hochwertigen 3D-TLC-Speicher erreichen. Neben einem 1 GB großen DDR4 Cache steht unserem Muster auch ein dynamischer, bis zu 28 GB großer Cache zur Verfügung, bei dem die Daten erst im schnelleren SLC-Modus geschrieben werden. Passend zum Einsatzgebiet verfügt die FireCuda 510 SSD 1TB nun auch über ein schwarzes PCB, wodurch sich die SSD auch von der optischen Seite her sauber in einem Gaming-System integrieren lässt. Im Vergleich zu anderen Herstellern liefert Seagate die FireCuda 510 SSD 1TB nicht nur mit einer fünfjährigen Garantie aus, sondern packt auch gleich noch einen dreijährigen Rescue Data Recovery Services zur Datenwiederherstellung oben drauf. Preislich liegt die von uns in diesem Test herangezogene 1 TB große FireCuda 510 SSD bei knapp 135 €*.

Wir danken Seagate sehr für die Bereitstellung des Testmusters.

Seagate - FireCuda 510 M.2 SSD 1TB

9.6

Verarbeitung

10.0/10

Kompatibilität

10.0/10

Geschwindigkeit

9.0/10

Lieferumfang

10.0/10

Preis

9.0/10

Pro

  • Verarbeitung
  • Kompatibilität
  • Dedizierter DRAM-Cache
  • 3 Jahre Rescue Data Recovery Service

Contra

  • Kein Kühler im Lieferumfang