Auf der IFA 2026 stellt XbotGo unter anderem die XbotGo Falcon in den Mittelpunkt. Die Kamera kombiniert ein duales Kamerasystem mit einer automatischen Bewegungsverfolgung und soll dadurch komplette Spiele aufnehmen können, ohne dass während der Partie ein Kameramann notwendig ist.
KI verfolgt das Spielgeschehen
Die Falcon arbeitet mit einer Kombination aus Kameras und KI-basierter Bewegungserkennung. Dabei wird nicht einfach nur ein festgelegter Bildausschnitt aufgenommen. Stattdessen analysiert das System das Geschehen und passt die Kameraposition an die jeweilige Spielsituation an.
Die motorisierte Kamera kann sich dabei um 360 Grad drehen und zusätzlich nach oben und unten schwenken. So soll das Geschehen auch dann im Bild bleiben, wenn sich die Spieler über einen größeren Bereich des Spielfelds bewegen.
Aufgenommen wird in nativem 4K. Neben der klassischen Spielaufzeichnung können Nutzer die Kamera über die zugehörige App konfigurieren, Aufnahmen kontrollieren und Live-Übertragungen starten.
Für verschiedene Sportarten ausgelegt
Ein wichtiger Bestandteil des Systems ist die Unterstützung unterschiedlicher Sportarten. Die KI kann ihre Erkennungs- und Trackinglogik an verschiedene Spielsituationen anpassen.
Zum Einsatz kommen kann die Technologie unter anderem bei Fußball, Basketball, Eishockey, Handball, Tennis, Pickleball, Lacrosse, Badminton, American Football und Volleyball.
Das ist vor allem für Vereine interessant, die nicht nur eine einzelne Sportart anbieten. Statt für jede Sportart ein separates Aufnahmesystem einzusetzen, kann die Kamera über entsprechende Modi an unterschiedliche Spielformen angepasst werden.
Automatische Highlights nach dem Spiel
Die KI übernimmt bei XbotGo nicht nur die Kameraführung. Über die Software können aus längeren Spielaufnahmen automatisch kürzere Highlight-Sequenzen entstehen.
Damit richtet sich das System auch an Nutzer, die ihre Spiele anschließend in sozialen Netzwerken teilen oder einzelne Spielszenen für die Mannschaft aufbereiten möchten.
Für Trainer kann die aufgezeichnete Partie zudem als Grundlage für die spätere Spielanalyse dienen. Spieler und Eltern erhalten gleichzeitig die Möglichkeit, komplette Spiele oder einzelne Szenen zu speichern und zu teilen.
Chameleon macht aus dem Smartphone eine Sportkamera
Neben der Falcon zeigt XbotGo auch die Chameleon. Das System verfolgt einen anderen Ansatz und nutzt ein Smartphone als Kameraeinheit.
Die KI übernimmt dabei die automatische Verfolgung des Spielgeschehens. Dadurch soll sich vorhandene Smartphone-Hardware für Sportaufnahmen nutzen lassen, ohne dass während des Spiels permanent jemand das Gerät bedienen muss.
Die Chameleon unterstützt ebenfalls mehrere Sportarten und richtet sich damit insbesondere an Nutzer, die eine kompaktere Lösung suchen.
XbotGo baut Geschäft in Europa aus
Neben der Technik steht auf der IFA auch die Expansion des Unternehmens im Mittelpunkt. XbotGo will seine Produkte stärker im europäischen Handel etablieren und arbeitet dafür unter anderem mit dem Onlinehändler JoyBuy zusammen.
Die Vertriebsstruktur soll eine schnellere Lieferung und eine bessere Verfügbarkeit in mehreren europäischen Märkten ermöglichen. Im Fokus stehen dabei unter anderem Deutschland, Großbritannien, Frankreich sowie die Benelux-Staaten.
Für XbotGo ist Europa damit ein wichtiger Wachstumsmarkt. Die Kameras sollen nicht nur für professionelle Sportorganisationen interessant sein, sondern vor allem für Amateurvereine, Jugendmannschaften, Trainer und Familien.
Sportaufnahmen ohne Kameramann
Der Ansatz von XbotGo ist dabei durchaus interessant: Die Kamera soll einen Teil der Aufgaben übernehmen, die bislang von einer Person hinter der Kamera erledigt werden mussten.
Gerade im Amateur- und Jugendbereich kann das einen praktischen Unterschied machen. Eltern können das Spiel ihrer Kinder verfolgen, während die Kamera gleichzeitig das Geschehen aufzeichnet. Trainer erhalten automatisch erstelltes Videomaterial für die Analyse und Vereine können Spiele einfacher für ihre Mitglieder oder Zuschauer streamen.
Die Herausforderung liegt allerdings in der Genauigkeit des Trackings. Bei schnellen Spielszenen, mehreren gleichzeitig relevanten Aktionen oder Situationen, in denen sich Spieler gegenseitig verdecken, muss die KI zuverlässig entscheiden, welchem Teil des Geschehens sie folgen soll.
IFA zeigt den nächsten Schritt bei Sportkameras
Mit seinen Produkten zeigt XbotGo auf der IFA 2026 einen Trend, der auch über klassische Actionkameras hinausgeht. Kameras werden zunehmend nicht mehr nur als Aufnahmegeräte verstanden, sondern übernehmen selbst Aufgaben bei der Bildführung, Analyse und Nachbearbeitung.
Die Kombination aus automatischem Tracking, 4K-Aufzeichnung, Live-Streaming und KI-gestützter Highlight-Erstellung könnte vor allem für den Breitensport interessant werden. Dort fehlen häufig sowohl das Personal als auch das Budget für professionelle Videoproduktionen.
XbotGo setzt mit seinen KI-Sportkameras genau an dieser Stelle an. Statt einen Kameramann zu ersetzen, der lediglich eine Kamera bedient, soll die KI einen Großteil der eigentlichen Bildregie übernehmen – und damit Sportaufnahmen auch für kleinere Vereine und private Nutzer deutlich einfacher machen
