IFA 2026: Leichte AI-Brille bringt Übersetzung, Teleprompter und Navigation direkt ins Sichtfeld

Mit der INMO GO3 zeigt INMO eine leichte AI-Smart-Glasses, die sich optisch möglichst unauffällig in den Alltag integrieren soll. Statt wie ein auffälliges Tech-Gadget zu wirken, orientiert sich die Brille am klassischen Erscheinungsbild einer normalen Brille. Gleichzeitig bringt sie zahlreiche KI-Funktionen direkt ins Sichtfeld – von Echtzeit-Übersetzungen und einem intelligenten Teleprompter bis hin zu Meeting-Zusammenfassungen und Navigation.

Im Mittelpunkt der INMO GO3 steht ein Dual-Eye-Micro-LED-Display mit monochromer Darstellung. Die grüne Anzeige wird über eine diffraktive Waveguide-Optik ins Sichtfeld eingeblendet und erreicht laut Hersteller eine Helligkeit von bis zu 1.500 Nits bei einer Auflösung von 640 × 480 Pixeln. Die Darstellung soll dabei klar und stabil erfolgen, ohne störendes Ghosting. Gleichzeitig bleibt das Display für die Umgebung vergleichsweise unauffällig.

Schlankes Design für den Alltag

Bei der Entwicklung der GO3 legt INMO besonderen Wert auf ein möglichst alltagstaugliches Design. Der Rahmen wird mittels Fünf-Achsen-CNC-Bearbeitung gefertigt und erhält durch mehr als 4.100 Sekunden Bearbeitungs- und Veredelungszeit eine matte Oberfläche, die weniger anfällig für Fingerabdrücke sein und gleichzeitig für eine hohe Widerstandsfähigkeit sorgen soll.

Trotz der integrierten Elektronik fallen die Bügel mit lediglich 8 mm besonders schlank aus. In ihnen sind sowohl das Mainboard als auch der Akku untergebracht. Damit soll die Brille optisch und hinsichtlich ihres Tragekomforts möglichst wenig an eine klassische Smart-Glasses-Lösung erinnern.

Ein interessantes Detail ist außerdem die integrierte Kameraabdeckung. Mit dieser lässt sich die Kamera physisch abdecken. Dadurch möchte INMO insbesondere in öffentlichen und sozialen Situationen für mehr Privatsphäre und ein angenehmeres Gefühl bei der Nutzung sorgen.

Auch beim Tragekomfort wurde auf eine möglichst ergonomische Konstruktion geachtet. Luftgepolsterte Nasenpads sollen auch bei längerer Nutzung für Komfort und eine gute Belüftung sorgen. Die Bügel lassen sich zudem unabhängig voneinander um bis zu 15 Grad nach außen verstellen und können dadurch an unterschiedliche Kopfformen angepasst werden.

Wechselbare Akkus für längere Nutzung

Eine Besonderheit der INMO GO3 ist das Akkukonzept. Zum Lieferumfang gehört ein Ladecase mit 1.300 mAh Kapazität, in dem sich zwei wechselbare 270-mAh-Akkus befinden. Der Akkuwechsel soll magnetisch erfolgen und laut Hersteller in rund fünf Sekunden erledigt sein.

Während ein Akku in der Brille genutzt wird, kann der zweite Akku im Ladecase geladen werden. Dadurch soll sich die Nutzungsdauer deutlich verlängern lassen, ohne dass die Brille für längere Zeit an ein Ladekabel angeschlossen werden muss.

INMO nennt je nach Einsatzszenario unterschiedliche Laufzeiten. Im Standby-Betrieb sollen mehr als acht Stunden möglich sein. Im kontinuierlichen Übersetzungsbetrieb werden bis zu drei Stunden angegeben, während der Teleprompter bis zu 3,3 Stunden und Musik beziehungsweise Telefonate bis zu 4,5 Stunden durchgehend genutzt werden können. Das Ladecase soll dabei bis zu drei bis vier vollständige Ladungen ermöglichen.

KI-Funktionen als Herzstück

Die eigentliche Besonderheit der GO3 steckt jedoch weniger in der Hardware als in den integrierten KI-Funktionen. Die Smart Glasses sollen Informationen genau dann bereitstellen, wenn sie benötigt werden, ohne dass dafür ständig das Smartphone aus der Tasche genommen werden muss.

Ein Schwerpunkt liegt auf der KI-Übersetzung. Die GO3 unterstützt laut INMO 77 Ausgangssprachen und 98 Zielsprachen. Neben der Übersetzung von Fotos und Gesprächen soll auch eine Echtzeitübersetzung bei Meetings und Vorträgen möglich sein.

Für die Zwei-Wege-Übersetzung kann die Brille in Kombination mit dem INMO Speaker eingesetzt werden. Zusätzlich bietet die GO3 einen Offline-Übersetzungsmodus für neun Sprachen. Unterstützt werden dabei Englisch, vereinfachtes Chinesisch, Japanisch, Spanisch, Koreanisch, Französisch, Deutsch, Russisch und Thai. Eine Internetverbindung ist für diese Offline-Übersetzungen nicht erforderlich.

Damit könnte die GO3 insbesondere auf Reisen interessant sein. Beispielsweise lassen sich Texte fotografieren und übersetzen, Gespräche in Echtzeit übertragen oder Informationen während eines Vortrags direkt im Sichtfeld anzeigen.

Teleprompter direkt vor den Augen

Ebenfalls interessant ist der integrierte AI-Teleprompter. Dieser soll den angezeigten Text automatisch an die individuelle Sprechgeschwindigkeit anpassen und entsprechend weiterscrollen.

Die Steuerung kann entweder über den INMO Ring 4 oder per Sprachsteuerung erfolgen. Damit richtet sich die Funktion insbesondere an Personen, die regelmäßig Präsentationen, Vorträge oder andere Redebeiträge halten und dabei nicht ständig auf ein Smartphone oder einen klassischen Teleprompter schauen möchten.

KI für Meetings und Notizen

Auch im beruflichen Umfeld möchte INMO mit der GO3 punkten. Die Smart Glasses können laut Hersteller Gespräche live transkribieren, Sprecher erkennen und daraus Zusammenfassungen sowie Aufgabenpunkte erstellen.

Die entsprechenden Funktionen sollen unter anderem mit WhatsApp, WeChat und Zoom genutzt werden können. Dadurch sollen sich beispielsweise während eines Meetings wichtige Informationen erfassen lassen, ohne dass der Nutzer parallel Notizen auf einem Smartphone oder Laptop anfertigen muss.

Mit der AI-Note-Funktion können außerdem Sprachnotizen freihändig aufgenommen und anschließend organisiert werden. Ergänzend stehen KI-Chats zur Verfügung, die online genutzt werden können und über einen kontextbezogenen Gesprächsspeicher verfügen.

Für die KI-Funktionen setzt INMO nach eigenen Angaben auf eine Kombination aus ChatGPT und Gemini. Zwischen den beiden großen Sprachmodellen soll je nach Aufgabe nahtlos gewechselt werden können.

Navigation und Benachrichtigungen im Sichtfeld

Neben den KI-Funktionen soll die GO3 auch klassische Smart-Glass-Aufgaben übernehmen. Benachrichtigungen können individuell angepasst und direkt im Sichtfeld dargestellt werden, ohne dass der Nutzer dafür sein Smartphone aus der Tasche holen muss.

Für die Navigation setzt INMO auf HERE Maps. Wegbeschreibungen für Fußgänger und Radfahrer können direkt in das Sichtfeld eingeblendet werden. Gerade unterwegs könnte diese Form der Navigation einen praktischen Vorteil bieten, da der Blick stärker auf die Umgebung gerichtet bleiben kann.