IFA 2026: Indevolt bringt mehr Flexibilität in die Solarstromspeicherung

Solarstrom vom eigenen Balkon oder Dach zu nutzen, ist längst keine Nische mehr. Die Herausforderung liegt inzwischen vor allem darin, möglichst viel der erzeugten Energie auch dann zu verwenden, wenn die Sonne gerade nicht scheint. Indevolt möchte dafür eine möglichst einfache und flexible Lösung bieten.

Auf der IFA 2026 präsentiert das Unternehmen seine Speicherlösungen für Balkonkraftwerke und kleinere Photovoltaikanlagen. Dabei setzt Indevolt auf modulare Systeme, die sich nach Bedarf erweitern lassen und ohne aufwendige Umbauten in bestehende Anlagen integriert werden können.

SolidFlex 2000: Speicher für das Balkonkraftwerk

Eine zentrale Rolle im Portfolio spielt der SolidFlex 2000. Der Plug-and-Play-Speicher kombiniert Batteriespeicher, MPPT-Laderegler und bidirektionalen Wechselrichter in einem System.

Bis zu vier MPPT-Eingänge mit jeweils 600 Watt ermöglichen die direkte Anbindung von Solarmodulen. Gleichzeitig kann der Speicher mit einer bidirektionalen Leistung von bis zu 2.400 Watt arbeiten.

Die eigentliche Besonderheit liegt jedoch in der Erweiterbarkeit. Über zusätzliche Akkus lässt sich die Speicherkapazität schrittweise vergrößern. Indevolt setzt dabei auf ein modulares Konzept, bei dem mehrere Speicher miteinander kombiniert werden können.

So soll sich das System sowohl für ein kleines Balkonkraftwerk als auch für größere PV-Anlagen und Haushalte mit höherem Energiebedarf eignen.

SolidFlex 2000 ECO für bestehende PV-Anlagen

Für Haushalte, die bereits eine Photovoltaikanlage besitzen, aber bislang keinen Speicher einsetzen, hat Indevolt den SolidFlex 2000 ECO im Programm.

Die AC-gekoppelte Variante wird hinter dem vorhandenen Wechselrichter eingesetzt. Dadurch lässt sich überschüssiger Solarstrom speichern, ohne die bestehende PV-Anlage grundlegend umbauen zu müssen.

Das macht den Ansatz besonders für Besitzer älterer Anlagen interessant. Statt die komplette Solartechnik auszutauschen, kann der Energiespeicher nachträglich ergänzt werden.

Halbfeste LiFePO₄-Akkus sollen Sicherheit und Lebensdauer erhöhen

Bei den neueren Speicherlösungen setzt Indevolt auf halbfeste LiFePO₄-Batterien. Das Unternehmen kombiniert diese mit der eigenen CycBoost-Technologie, die aus großen Batteriezellen, einem Ausgleichssystem und einem Batterieoptimierer besteht.

Ein wesentlicher Vorteil des modularen Konzepts soll darin liegen, dass einzelne Akkus unabhängig voneinander überwacht und verwaltet werden können. Bei einem Problem kann ein betroffener Speicher isoliert werden, während die übrigen Module weiterarbeiten.

Indevolt gibt für die entsprechenden Systeme bis zu 8.000 Ladezyklen an. Die Angaben beziehen sich auf die vom Hersteller vorgesehenen Betriebsbedingungen.

PowerFlex 2000: Mehr Speicher für größere Anlagen

Mit dem PowerFlex 2000 richtet sich Indevolt an Anwender, die mehr Kapazität benötigen. Das System verfügt über rund 2 kWh Speicherkapazität und kann ebenfalls modular erweitert werden.

Bis zu drei Gruppen lassen sich parallel betreiben. Dadurch soll die Gesamtkapazität auf bis zu 66 kWh steigen können. Auch der Solareingang lässt sich entsprechend erweitern.

Damit bewegt sich Indevolt zunehmend weg vom klassischen Balkonkraftwerk-Speicher und in Richtung einer modularen Speicherplattform für größere Haushalte.

Strom auch bei einem Ausfall

Ein weiterer Schwerpunkt des Messeauftritts ist die Notstromversorgung. Die Speicher können bei einem Stromausfall automatisch auf Inselbetrieb umschalten.

Indevolt gibt für seine Systeme eine Umschaltzeit von bis zu 10 Millisekunden an. Je nach Modell stehen dabei bis zu 2.400 Watt Leistung im Off-Grid-Betrieb zur Verfügung.

Damit können beispielsweise Router, Beleuchtung, Computer oder andere wichtige Verbraucher während eines Stromausfalls weiterbetrieben werden.

Smart Meter und intelligente Steuerung

Zum Ökosystem gehören außerdem Zubehör und Messsysteme. Ein Smart Meter kann den Energiefluss im Haushalt erfassen und damit eine Grundlage für eine bedarfsgerechte Steuerung des Speichers schaffen.

Auch ein Smart Plug gehört zum Indevolt-System. Dadurch lassen sich einzelne Verbraucher stärker in das Energiemanagement einbeziehen.

Das Ziel ist klar: Der Speicher soll nicht einfach nur Strom aufnehmen, sobald Energie verfügbar ist. Er soll möglichst gezielt dann laden und entladen, wenn dies für den Eigenverbrauch sinnvoll ist.

Vom Balkonkraftwerk zum modularen Energiesystem

Indevolt zeigt auf der IFA 2026 damit eine Entwicklung, die derzeit den gesamten Markt für Solarstromspeicher prägt. Aus dem klassischen Balkonkraftwerk mit einem kleinen Batteriespeicher werden zunehmend modulare Energiesysteme, die mit dem Energiebedarf des Haushalts mitwachsen können.

Der Einstieg kann weiterhin relativ klein erfolgen. Zusätzliche Batterien, größere Wechselrichter oder weitere Solarmodule können später hinzukommen.

Gerade diese Skalierbarkeit ist der Kern des Indevolt-Konzepts. Nutzer sollen nicht von Beginn an eine große und teure Anlage planen müssen, sondern ihre Speicherkapazität schrittweise an den tatsächlichen Bedarf anpassen können.