be quiet! – Dark Rock Pro 6 Twin-Tower-Kühler im Test

Mit dem Dark Rock Pro 6 haben wir heute das größte Modell aus der aktuellen Dark Rock Serie von be quiet! im Test, welcher mit einer optimierten Kühlleistung sowie einem semi-passiven Betrieb überzeugen möchte.

Wie sich die größte Version der 6. Generation des bekannten Dark Rock Kühlers von be quiet! in unserem Test geschlagen hat, erfahrt ihr in diesem Review.

 

Technische Details:

Abmessungen (inkl. Lüfter): 147 x 140 x 169 mm (L x B x H)
Gewicht: 1,34 kg
Material: Aluminium (Kühlfinnen)
Kupfer (Bodenplatte, Heatpipes)
TDP: 300 Watt
Geräuschlevel 50 / 75 / 100 % RPM: 7.5 / 20.2 / 32.4 dB(A)
Heatpipes: 7 x 6 mm
Kompatibilität: Intel: 1851 / 1700 / 1200 / 1150 / 1151 / 1155
AMD: AM5 / AM4
Lüfter: 120 x 120 x 25
135 x 135 x 25
Lüftergeschwindigkeit:
Max. 2000 / 1900 RPM
Luftdurck: 2,5 / 2,25 H2O
Fördervolumen: 52,94 CFM / 89,95 m³h
79,48 CFM / 135,04 m³h
Stromaufnahme: 0,20 / 0,40 A 
Anschluss: 4-PIN-PWM
MTBF: 300.000 Stunden

 

Lieferumfang:

  • Dark Rock Pro 6
  • 120 mm + 135 mm Silent Wings Lüfter
  • Montagematerial Intel / AMD
  • Schraubenschlüssel
  • Montageanleitung

 

Design und Verarbeitung:

Der Dark Rock Pro 6 wird von be quiet! in einer Verpackung geliefert, welche in einem schwarzen Grunddesign gehalten ist. Die Oberseite wurde neben der Modellbezeichnung auch mit einem Hinweis auf die maximale Kühlleistung bedruckt. Auf der Verpackungsvorderseite wurde neben der Modellbezeichnung auch mit einem Produktbild des enthaltenen Kühlers bedruckt.

Wo die rechte Verpackungsseite mit einer kurzen Beschreibung und die linke Verpackungsseite mit einer Auflistung der technischen Details bedruckt wurde, findet man auf der Verpackungsrückseite zwei Detailbilder sowie eine dazugehörige Beschreibung vor.

Entnimmt man den Dark Rock Pro 6 aus seiner Verpackung, so hat man einen Twin-Tower-Kühler vor sich stehen, welcher im gleichen Design wie der kleinere Dark Rock 6 gehalten ist und somit im Gegensatz zum Vorgängermodell deutlich schlichter daher kommt.

Wie wir es schon vom Dark Rock Pro 5 her kennen, erhält auch der Dark Rock Pro 6 dieses Design vor allem durch die aufgesetzte Abschlussblenden. Anders, als es noch beim Vorgängermodell der Fall war, setzt be quiet! an dieser Stelle jedoch nicht auf eine Aluminiumblende, sondern auf eine mattschwarze Kunststoffblende, welche mittig mit einem gebürsteten sowie schwarz eloxierten Aluminiumelement ausgestattet wurde, in dessen Mitte ein silber glänzendes be quiet! Logo eingearbeitet wurde.

Diese Abschlussblende lässt sich zwar sehr einfach vom Kühlkörper abnehmen, jedoch wird dem Nutzer keine Möglichkeit geboten, das eingearbeitete Logo entsprechend der Montagerichtung ausrichten zu können.

Um die Abschlussblende auf dem Lamellenblock montieren zu können, hat be quiet! die obersten Kühlfinnen jeweils mit zwei an den Außenkanten angebrachten Kunststoffelementen ausgestattet, welche die aufgesetzte Blende abstützen und gleichzeitig punktgenau Position halten.

Neben den besagten Montagepunkten kann man bei einem Blick unter die aufgesetzte Abschlussblende auch die aus den obersten Kühlfinnen herausstehenden Enden der 6-mm-Heatpipes erkennen.

Betrachtet man die beiden symmetrisch über der Bodenplatte angeordneten Lamellenblöcke einmal von der Außenseite aus, so werden einem als ersten die seitlich angebrachten Kunststoffblenden ins Auge fallen.

Diese fungieren auf der Stirnseite des Kühlers als Montagepunkte für den Frontlüfter und wurden mit einem eingeprägten Dark Rock Pro Schriftzug versehen.

Passend zum Design des Kühlers wurde der frontseitig eingesetzte 120-mm-Lüfter nicht wie sonst üblich mittels Metallklammern am Kühlkörper befestigt, sondern be quiet! hat den Lüfter mit einem speziell entwickelten Lüfterrahmen ausgestattet, dessen abgeschrägte Ecken sich perfekt in das Design des Kühlers integrieren.

Der verbaute Impeller verfügt über neun lang gezogene Lüfterblätter, welche an ihrer Ober- und Unterseite eine geriffelte Oberfläche aufweisen. Dieses luftstromoptimierte Lüfterblatt-Design reduziert die geräuschverursachenden Luftturbulenzen.

Wo der Lüfterrahmen auf der Vorderseite mit einem zu den vier Ecken hin abgeschrägten Aufbau versehen wurde, sind mit einem Blick auf die Rückseite des Lüfterrahmens die seitlich angebrachten Kunststoffschienen zu erkennen, mittels welchen sich der Lüfter auf die an den Kühleraußenseiten angebrachten Blenden aufschieben lässt. 

Anders, als wir es noch Dark Rock 6 her kennen, handelt es sich bei dem Dark Rock Pro 6 nicht um einen Tower-, sondern um einen Twin-Tower-Kühler, welcher seitens be quiet! mit einem zweiten Lüfter ausgestattet. Bei diesem zweiten Lüfter handelt es sich um einen 135-mm-Lüfter aus der Silent Wings Serie, welcher direkt mit der Abschlussblende verbunden ist und im Gegensatz zum kleinere 120-mm-Lüfter nur über sieben und nicht so steil angestellte Lüfterblätter verfügt.

Bei einem Blick auf die Anschlusskabel der beiden Lüfter ist zu erkennen, dass aus dem 135-mm-Lüfter nicht nur ein 4-PIN-PWM-Kabel herausgeführt wird, sondern auch ein mit sechs Adern belegter 7-PIN-Anschluss, an welchen sich der kleinere 120-mm-Lüfter anschließen lässt.

Dieser spezielle Anschluss wird für die integrierte Lüftersteuerung benötigt, welche wir schon vom kleineren Dark Rock 6 her kennen. Beim Dark Rock 6 Pro hat be quiet den hierzu notwendigen Schalter an der Rückseite der aus Kunststoff gefertigten Abschlusslamelle verbaut. Über diesen Schalter ist es möglich die Lüfter manuell zwischen die Performance- und Quiet-Modus umschalten. Wo die Lüfter im Performance-Modus wie herkömmliche Silent Wings Lüfter arbeiten, schalten sich die Lüfter im Quiet-Modus bei einem PWM-Signal von weniger als 40 % vollständig ab.

Bedingt durch die gewählte Montageart, bei welcher die Lüfter einfach mittels Kunststoffführungen am Kühler befestigt werden, erfolgt die Lüftermontage im Gegensatz zum Vorgängermodell ohne eine integrierte Entkopplung.

Nimmt man die vorinstallierten Lüfter von den Lamellenblöcken ab, so ist mit einem Blick auf die Vorderseite der Lamellentürme zu erkennen, dass die verbauten Lamellen über einen zur Mitte hin abgestuften Aufbau verfügen, durch welchen in der Kühlermitte eine Vorkammer geschaffen wurde. Dieser spezielle Aufbau sorgt dafür, dass auch der sonst “tote” Bereich hinter der Lüfternarbe mit Luft durchströmt wird. Die unteren drei Kühlfinnen wurden zudem nicht in der vollen Breite ausgeführt, wodurch eine bessere Kompatibilität zu Speichern mit hohen Kühlkörpern erzielt werden soll.

Wie wir es auch schon vom Dark Rock Pro 5 her kennen, wurden die Kühlfinnen auf der Seite des Luftauslasses teilweise vertieft ausgeführt.

Die beiden vollständig schwarz beschichteten Lamellentürme sind auf sieben 6-mm-Kupferheatpipes aufgesteckt. Diese Kupferheatpipes wurden hierbei passend zur schwarzen Ausführung des Kühlers ebenfalls mit einer schwarzen Keramikbeschichtung versehen und durchlaufen die Bodenplatte U-förmig gebogen.

Die vernickelte Unterseite der Kupferbodenplatte unseres Testmusters wurde sehr sauber und ohne jegliche Riefen verarbeitet.

Die Oberseite der Bodenplatte dient zugleich als Montageträger und wurde aus diesem Grund schon mit den benötigten Montageschrauben ausgestattet. Um einen Hotspot direkt über der Bodenplatte zu vermeiden, wurde die Bodenplatte zwischen den Montagepunkten zudem noch mit kleinen Kühlfinnen ausgestattet.

Die Verarbeitung des Dark Rock Pro 6 wurde hochwertig und zudem auch optisch ansprechend ausgeführt.

 

Montage:

Zur Montage auf einem Intel-Sockel liegt dem Lieferumfang eine entsprechende Backplate bei. Soll der Kühler auf einer AMD-CPU verbaut werden, so wird der Kühler an der Backplate befestigt, welche schon vom Mainboardhersteller vormontiert ist.
Wie ihr es aus unseren vergangenen Tests her kennt, beschreiben wir die Montage auch in diesem Kühler anhand eines Intel-Sockels. AMD Nutzer können somit einfach den Montageschritt der Backplate überspringen.

Die mitgelieferte Backplate wird von der Mainboardrückseite aus mit vier Gewindebolzen bestückt. Über diese werden auf der Vorderseite des Mainboards Abstandshalter geschraubt. Auf die gerade angebrachten Abstandshalter werden dann wiederum die Montageschienen gelegt und befestigt.
Im Anschluss kann der Kühler auf die zuvor mit Wärmeleitpaste bestrichene CPU aufgesetzt und verschraubt werden. Dank der abnehmbaren Abschlussblende sowie des im Lieferumfang enthaltenen Schraubenziehers sind die am Montageträger vorinstallierten Montageschrauben einfach und schnell zu erreichen.

Da der Frontlüfter im Auslieferungszustand schon am Kühlkörper montiert ist und der in der Kühlermitte eingesetzte Lüfter fest mit der Abschlussblende verbunden ist, muss man diese zur Kühlermontage demontierte Blende inkl. des daran befestigen Lüfters nach der Kühlermontage lediglich wieder auf die Lamellenblöcke aufsetzen und die Anschlusskabel miteinander verbinden.

 

 

Testablauf:

Die Testergebnisse sind bei einer Raumtemperatur von ca. 21 °C (zu Beginn der Testphase gemessen) entstanden. Protokolliert wurde der maximale Mittelwert aller Performance-Cores während eines 30-minütigen Prime95 Stresstests.

Kommen bei einem getesteten Kühler Lüfter zum Einsatz, bei denen es sich um PWM-Lüfter handelt, welche ihre Geschwindigkeit selbst anpassen, so wird die PWM-Steuerung während des Tests deaktiviert.

Wir nutzen bei unseren Tests immer die ARCTIC – MX-5 🛒 Wärmeleitpaste, um auch hier etwaige Schwankungen ausschließen zu können.

Bei den ermittelten Temperaturen handelt es sich um Messwerte, welche unter Extrembedingungen ermittelt wurden und so auch während langen Gaming-Sessions kaum erreicht werden.

Zudem ist zu beachten, dass die erreichten Temperaturen abhängig von dem genutzten System  sind und auch auf ähnlichen Systemen abweichen können. Da wir jedoch alle Kühler unter diesen Bedingungen testen, lassen sich die Kühler untereinander gut vergleichen.

Als Referenz dienen alle Kühler, welche wir bis jetzt auf diesen Systemen getestet haben. CPU-Wasserkühler werden in Kombination mit einem Alphacool NexXoS ST30 Full Copper 360mm Radiator getestet.

 

 

Testsysteme & Messergebnisse:

Um eine typische Wärmeentwicklung abbilden zu können, welche in etwa der Wärmeentwicklung der meisten Nutzer während des Spielens entspricht, setzen wir in unserem Test auf ein Mittelklasse-Gaming-System, welches aus folgenden Komponenten besteht:

Um auch Anwendern, welche auf der Suche nach einem Kühler für ein sehr leistungsstarkes System sind, einen Vergleich bieten zu können, wird jeder kompatible Kühler auch in einem Z890 System getestet, welches aus diesen Komponenten besteht:

Neben diesem auf einer Intel-Plattform basierenden Testsystem haben wir auch einen Test auf einem AM5 System durchgeführt. Dieses Testsystem besteht aus folgenden Komponenten:

Mit einem Blick auf die Testergebnisse ist zu erkennen, dass sich der Dark Rock Pro 6 auf den vorderen Plätzen der getesteten Luftkühler einordnen konnte und fast die Kühlleistung so manch einer 240er-AiO-Wasserkühlung erreichen konnte. Auch wenn die maximale Geräuschkulisse minimal höher als beim Vorgängermodell ist, arbeitet der Dark Rock Pro 6 auch unter Volllast mit einem angenehmen Geräuschpegel. Dank der Möglichkeit per Schalter einen Quiet-Mode aktivieren zu können, kann man die beiden Lüfter zudem dazu bewegen, bei einem PWM-Signal von unter 40 % vollständig stehen zu bleiben, wodurch die CPU in diesem Zustand passiv gekühlt wird.

 

 

Fazit:

Mit dem Dark Rock Pro 6 hat be quiet! seine 6. Generation der Dark Rock Kühlerserie mit einem Twin-Tower-Kühler ausgestattet, welcher in unserem Test neben einem sehr schlichten und ansprechenden Design auch mit einer sehr guten Kühlleistung überzeugen konnte. Wie wir es schon von vergangenen Generationswechseln her kennen, hat be quiet! auch der neuen Generation wieder unterschiedliche Updates bzw. Überarbeitungen spendiert, welche den Kühler noch besser machen. Den Anfang macht hierbei das überarbeitete Design, welches nun auch die Lüfterrahmen mit einbezieht. Dank des optimierten Designs lässt sich der Kühler nun noch besser in einen Gaming-PC integrieren. Bedingt durch die überarbeiteten Lüfter sowie deren Montageart muss der Dark Rock Pro 6 jedoch ohne eine Lüfterentkopplung auskommen. Abgesehen von dem überarbeiteten Design wurde der Dark Rock Pro 6 auch mit einer Möglichkeit zur Lüfterabschaltung bei einem PWM-Signal von unter 40 % ausgestattet, wodurch man die eingesetzte CPU bei einer geringen Auslastung semi-passiv kühlen kann. Auch wenn der Dark Rock Pro 6 bedingt durch den Twin-Tower-Kühler-Aufbau recht breit ausfällt, wird einem durch die im unteren Bereich gekürzten Kühlfinnen eine gute Kompatibilität zu hohen Speichermodulen geboten. Zudem fällt der Kühler deutlich flacher als vielen anderen Twin-Tower-Kühler aus und lässt sich damit in deutlich mehr Gehäusen einsetzen. Preislich liegt der sehr sauber verarbeitete und ansprechend designte Twin-Tower-Kühler aktuell bei rund 90 € 🛒.

Wir danken be quiet! sehr für die Bereitstellung des Testmusters.

be quiet! – Dark Rock Pro 6

9.1

Kühlleistung

9.5/10

Verarbeitung

9.0/10

Montage

9.5/10

Kompatibilität

9.0/10

Lautstärke

9.0/10

Design / Modding

8.0/10

Lieferumfang

10.0/10

Preis

9.0/10

Pro

  • Kompatibilität
  • Sehr schlichtes Design
  • Sehr gute Verarbeitung
  • Sehr gute Kühlleistung

Contra

  • Keine entkoppelte Lüftermontage
  • (be quiet! Logo nicht in jeder Richtung ausrichtbar)