Acer zeigt auf der IFA eine Mini-Workstation für lokale KI

KI-Rechenleistung muss nicht zwangsläufig in einem großen Tower stecken: Acer zeigt auf der IFA 2026 mit der Veriton RI110 AI Mini Workstation einen besonders kompakten Rechner, der auf lokale und hybride KI-Anwendungen ausgelegt ist. Das System soll unter anderem bei KI-gestützter Content-Erstellung, Entwicklung, Design und Inferenz zum Einsatz kommen.

Mit Abmessungen von rund 13,9 × 13,1 × 5,2 Zentimetern und einem Gewicht von etwa 630 Gramm fällt die Workstation kaum größer als ein kompakter Mini-PC aus. Im Inneren steckt dennoch Hardware, die Acer für den Betrieb von KI-Modellen mit bis zu 120 Milliarden Parametern ausgelegt hat.

Intel-Chip und bis zu 96 GB Arbeitsspeicher

Für die Rechenleistung sorgt ein Intel Core Ultra X7 358H, dem eine Intel Arc B390 zur Seite steht. Dazu kommen bis zu 96 GB LPDDR5X-Arbeitsspeicher und eine bis zu 4 TB große PCIe-4.0-SSD.

Damit soll die Veriton RI110 auch größere Datensätze und lokale KI-Modelle bewältigen können. Acer positioniert den Rechner nicht ausschließlich als KI-System, sondern auch als kompakte Workstation für Content Creation, Entwicklung und professionelle Anwendungen.

Als Betriebssystem kommt Windows 11 Pro zum Einsatz. Die Workstation ist zudem als Copilot+-PC ausgelegt.

KI-Agenten laufen lokal

Ein Schwerpunkt der Veriton RI110 liegt auf sogenannten agentischen KI-Anwendungen. Dabei geht es nicht nur darum, Fragen an ein Sprachmodell zu stellen. KI-Agenten können Aufgaben planen, mehrere Schritte selbstständig durchführen und anschließend Aktionen ausführen.

Acer ermöglicht es Nutzern, eigene KI-Agenten auf dem Rechner einzusetzen. Zum Start gehört dazu Qubi Claw, eine von Acer entwickelte Lösung für lokale KI-Workflows. Sie arbeitet in einer isolierten Sandbox und soll dadurch insbesondere beim Umgang mit sensiblen Daten Vorteile bieten.

Qubi Claw kann unter anderem Rechercheaufgaben übernehmen, Reiseplanungen erstellen oder Audiodateien aufnehmen, transkribieren und übersetzen. Die Software soll zudem weitere KI-Modelle und Fähigkeiten unterstützen.

Der Ansatz ist vor allem deshalb interessant, weil nicht jede Aufgabe in die Cloud ausgelagert werden muss. Je nach Anwendung können Daten und KI-Verarbeitung lokal auf der Workstation bleiben, während für andere Aufgaben weiterhin Cloud-Dienste genutzt werden können.

OCuLink macht aus dem Mini-PC eine erweiterbare Workstation

Trotz der kompakten Bauweise muss sich die Veriton RI110 nicht auf ihre interne Hardware beschränken. Acer stattet den Rechner mit OCuLink aus.

Die Schnittstelle basiert auf PCIe 4.0 x4 und erreicht laut Acer eine Bandbreite von bis zu 64 Gbit/s. Damit können beispielsweise externe Grafikkarten oder schnelle NVMe-Speicher angebunden werden.

Gerade für professionelle Anwendungen könnte diese Möglichkeit entscheidend sein. Der Mini-PC lässt sich zunächst als kompakter Arbeitsplatz einsetzen und bei steigenden Anforderungen um leistungsfähigere externe Hardware erweitern.

Zwei schnelle Netzwerkanschlüsse

Auch bei der übrigen Ausstattung zeigt sich die Veriton RI110 eher als professionelle Workstation denn als gewöhnlicher Mini-PC. Neben Wi-Fi 7 und Bluetooth 5.4 verfügt das Gerät über zwei Netzwerkanschlüsse mit 10 GbE und 2,5 GbE.

Hinzu kommen USB 4, USB-C, USB-A, HDMI 2.1 und DisplayPort. Für die Anmeldung steht außerdem ein Fingerabdrucksensor zur Verfügung.

Marktstart Anfang 2027

In Nordamerika soll die Acer Veriton RI110 bereits im vierten Quartal 2026 erhältlich sein. In der EMEA-Region ist die Markteinführung für das erste Quartal 2027 vorgesehen. Preise und genaue Konfigurationen will Acer abhängig von der jeweiligen Region bekannt geben.

Mit der Veriton RI110 zeigt Acer auf der IFA 2026 damit einen weiteren Ansatz für KI-PCs: Statt KI-Leistung ausschließlich über die Cloud bereitzustellen, soll ein kompakter Rechner anspruchsvolle Modelle direkt am Arbeitsplatz ausführen können. Durch OCuLink lässt sich das System bei Bedarf sogar in Richtung einer klassischen Workstation erweitern.