Shokz – OpenRun – Knochenschall-Kopfhörer im Test

Mit dem OpenRun haben wir heute einen Wireless Open-Ear Bone-Conduction-Kopfhörer von Shokz (ehemals AfterShokz) im Test, welcher neben einen guten Tragekomfort auch mit einem guten Funktionsumfang sowie einer guten Wahrnehmung der Umgebung überzeugen möchte.

Welche Details in dem OpenRun Kopfhörern stecken und wie sich der Bone-Conduction-Kopfhörer von Shokz in unserem Test geschlagen hat, erfahrt ihr in diesem Review.

 

Technische Details:

Empfindlichkeit:
105 ± 3dB
Frequenzgang:
20 Hz – 20 KHz
Lautsprecherimpedanz:
8,5 Ohm
Lautsprecher:
Knochenleitungswandler
Mikrofon:
-38dB ± 3dB
Mikrofontyp:
duales geräuschunterdrückendes Mikrofon
Bluetooth Version:
5.1
Bluetooth-kompatible Profile:
A2DP, AVRCP, HSP, HFP
Bluetooth Reichweite:
10m
Akkukapazität:
160 mAh
Akkulaufzeit:
8 Stunden
Standby-Zeit:
bis zu 10 Tage
Aufladezeit:
1,5 Stunden
Schnellladefunktion:
Ja. 10-Minütiges Laden für 1,5 Stunden Nutzungszeit Ladeanschluss
Gewicht:
26 g
Schweiß & Wasserressistent:
IP67-Schutzklasse (Nicht zum Schwimmen)

 

 

Lieferumfang:

  • Shokz OpenRun Kopfhörer
  • Ladekabel
  • Aufbewahrungstasche
  • Kurzanleitung
  • Garantiekarte

 

Design und Verarbeitung:

Der OpenRun Kopfhörer werden von Shokz in einer Verpackung geliefert, welche in einem weißen Grunddesign gehalten ist. Die Verpackungsvorderseite wurde neben der Modellbezeichnung auch mit einem Produktbild bedruckt, welches den Kopfhörer in einem denkbaren Einsatzszenario zeigt.

Mit einem Blick auf die Verpackungsrückseite findet man neben der erneut abgedruckten Modellbezeichnung und einem Hinweis auf die enthaltene Farbvariante auch eine Auflistung der wichtigsten Details sowie ein vollwertiges Produktbild vor.

Entnimmt man den OpenRun aus seiner Verpackung, so hat man in unserem Fall einen blauen Bluetooth-Kopfhörer vor sich liegen, bei welchem einem auf den ersten Blick klar wird, dass er sich deutlich von den sonst gängigen Kopfhörern unterscheidet.

Im Gegensatz zu den meist verwendeten Over-Ear- oder In-Ear-Kopfhörern handelt es sich bei diesem Wireless Open-Ear Bone-Conduction-Kopfhörer nicht um einen Kopfhörer im eigentlichen Sinne, bei dem der Klang durch einen auf dem Ohr aufliegenden oder in das Ohr eingesetzten Treiber an das Trommelfell übertragen wird, sondern um einen Kopfhörer, welcher den Klang per Knochenschall überträgt.

Der OpenRun verfügt hierzu über zwei Transducer, welcher an einem gummierten Bügel befestigt sind. Im Bereich der Ohren wurde der Kopfbügel mit einer geschwungenen Form ausgestattet, wodurch er einfach zwischen Kopf und Außenohr gelegt wird.

Bei dem OpenRun befinden sich die Transducer während des Tragens auf den Wangenknochen. Von hieraus werden die durch die Tranducer erzeugten Vibrationen bis zu den Gehörknöcheln übertragen, wo sie dann in die für uns hörbaren Klänge umgewandelt werden.
Der große Vorteil bei diesem Aufbau liegt darin, dass die Ohren weder bedeckt noch verschlossen sind und man die Umgebungsgeräusche weiterhin wahrnehmen kann.
Neben den beiden Tranducern wurde der Kopfbügel auch noch mit zwei etwas breiteren Elementen ausgestattet, in welche Shokz neben der Steuer- und Ladeelektronik auch einen 160 mAh starken Akku verbaut hat, welcher für eine Wiedergabezeit von bis zu acht Stunden sorgen soll.
Mit einem Blick auf die Unterseite der rechten Steuereinheit findet man neben zwei kleinen Tasten, über welche man die Lautstärke regeln und den Kopfhörer ein- bzw. ausschalten kann, auch noch zwei kleine Kontakte vor, über welche man den integrierten Akku aufladen kann.

Das mitgelieferte Ladekabel ist mit einem magnetischen Anschluss ausgestattet, welcher sich beim annähern passgenau auf die beiden Anschlüsse setzt.

Für den Fall, dass man den Kopfhörer gleich nach dem Tragen einmal aufladen möchte und sich eventuell ein Wasser- oder Schweißtropfen an den Anschluss verirrt hat, wurde der nach IP67-Zertifizierung staubdichte und gegen kurzzeitiges untertauchen geschützte Kopfhörer mit einer Alarmfunktion ausgestattet.

Damit man Anrufannahme oder zum Songwechsel nicht das Smartphone aus der Tasche nehmen muss, wurde in die Außenseite des linken Transducer noch eine Multifunktionstaste eingearbeitet, über welche man mittels mehrfacher Betätigung unterschiedliche Funktionen abrufen kann.

Der rechte Transducer kommt hingegen ohne Bedienelement daher.

Wo die meisten Kopfhörer je nach Bauart entweder mit einem recht klobigen Kopfbügel oder einem Kabel zwischen der linken und rechten Seite miteinander verbunden sind, verfügt der OpenRun über einen vorgeformten, jedoch recht flexiblen Kopfbügel, welcher jedoch nicht wie üblich über den Kopf geführt wird, sondern um den Hinterkopf herum geführt wird.

Wo die beiden Transducer sowie die breiteren Elemente, welche neben der Steuereinheit auch den integrierten Akku enthalten, in einem kräftigen Blau eingefärbt sind, wurde der Bügel mit einem sehr dunkelblauen Gummiüberzug versehen.
Der noch  OpenRun Wireless Open-Ear Bone-Conduction-Kopfhörer wurde seitens Shokz sauber und hochwertig verarbeitet und hat in unserer Redaktion einen sehr robusten Eindruck hinterlassen.

 

Testsystem:

Getestet wurde das Headset an diesem Testsystem:

 

Anschluss und Inbetriebnahme:

Um den OpenRun Kopfhörer nutzen zu können, muss man im ersten Schritt eine Bluetooth-Verbindung zum gewünschten Wiedergabegerät herstellen. Hierzu muss man bei dem gewünschten Wiedergabegerät die Suche nach einem neuen Bluetooth-Gerät starten und im Anschluss die Powertaste des OpenRun für fünf Sekunden gedrückt halten. Dank des genutzten Bluetooth 5.1 Standards ist zudem eine Kopplung mit zwei Wiedergabegeräten gleichzeitig möglich.

 

Ton und Klangqualität:

Da die OpenRun Wireless Open-Ear Bone-Conduction-Kopfhörer hauptsächlich für den mobilen Einsatz entwickelt wurden, haben wir die Kopfhörer nicht nur in Kombination mit dem zuvor genannten Gaming-System getestet, sondern die Kopfhörer wurden in Kombination mit einem Samsung-Smartphone auch im Alltag genutzt.

Aufgrund der Art und Weise, wie der Klang des Kopfhörers an das Gehör übertragen wird, lässt sich das Klangbild nur sehr schwer mit dem Klangbild eines Over- oder In-Ear-Kopfhörer vergleichen. Zudem mussten wir uns eine gewisse Zeit lang daran gewöhnen, dass wir nicht nur von den gerade wiedergegebenen Audiofiles oder einem geführten Telefongespräch berieselt werden, sondern auch von den normalen Umgebungsgeräuschen, welche am jeweiligen Standort gegeben waren. Für den Fall, dass man sich z. B. auf einer Zug oder Flugreise vollkommen von diesen Nebengeräuschen abschotten möchte, sollte man auf herkömmliche Ohrstöpsel zurückgreifen. Diese lassen sich durch den Aufbau des OpenRun bequem tragen, sorgen jedoch auch dafür, dass das Klangbild etwas dumpfer ausfällt.
Ohne eingesetzte Ohrstöpsel konnte der OpenRun Wireless Open-Ear Bone-Conduction-Kopfhörer gerade bei der Musikwiedergabe ein unerwartet gutes Klangbild erzielen. Trotz der seitens Shokz eingesetzten PremiumPitch 2.0+ Technologie fehlt es vielen Songs jedoch deutlich an Tiefgang.
Aufgrund des fehlenden Tiefgangs werden Musikliebhaber, welche auf einen perfekten Klang stehen, nicht in den gewohnten Musikgenuss kommen. Die OpenRun Kopfhörer konnten in unserem Test dafür jedoch mit einer sehr guten Sprachwiedergabe überzeugen, wodurch das führen von Telefongesprächen sehr angenehm war.
Zudem sorgte der schwache Tieftonbereich unserer Meinung dafür, dass man wichtige Umgebungsgeräusche wie Motorengeräusche auch bei einer erhöhten Musiklautstärke noch gut heraushören konnte, was gerade während der Nutzung bei sportlichen Aktivitäten in unmittelbarer Umgebung zum Straßenverkehr eine deutlich bessere Sicherheit gewährleistet.
Neben dem Sicherheitsaspekt eignen sich die Kopfhörer zudem auch für Anwender, welche zusammen mit anderen Personen Sport treiben und sich dabei unterhalten wollen besser als In-Ear-Kopfhörer mit einer HearThrough Technologie, die Ohren des Trägers vollkommen frei sind.

Wo der OpenRun Wireless Open-Ear Bone-Conduction-Kopfhörer für ein Plus an Sicherheit sorgen kann, bringt die eingesetzte Technik jedoch gerade dann, wenn man die Lautstärke auf über 70 % anhebt, einen deutlichen Nachteil mit sich, welcher sich in recht starken Vibrationen zeigt.

In unserem Test konnten wir bei mittlerer Lautstärke eine Akkulaufzeit von 7 Stunden und 36 Minuten erreichen.
Dank der Schnellladefunktion lässt sich mit einer Ladedauer von nur 10 Minuten eine Wiedergabezeit von bis zu 1,5 Stunden erreichen.
Ein vollständiger Ladevorgang nimmt 1,5 Stunden in Anspruch.

 

Sprachqualität Mikrofon:

Natürlich haben wir bei unserem Test das Mikrofon nicht außen vor gelassen und haben den Kopfhörer neben normalen Telefonaten auch in einigen Skype- und Teamspeak-Sitzungen getestet. Auch wenn die Dual-Mikrofone nicht vor dem Mund des Nutzers ist, wurde vom OpenRun eine gute Sprachqualität erreicht. Dank des integrierten CVC-Algorithmus wird die Stimme des Nutzers hierbei recht gut von Umgebungsgeräuschen abgegrenzt. Lediglich bei höheren Geschwindigkeiten, wie sie beim Skaten oder Radfahren entstehen, waren störende Windgeräusche deutlich zu hören.

 

Tragekomfort:

Neben den Klangeigenschaften gehört bei einem Kopfhörer der Tragekomfort zu den wichtigsten Merkmalen. Bei einem ersten Blick auf den Aufbau des OpenRun könnte man meinen, dass die starren und nur mit einer Gummierung versehenen Bereiche des Kopfbügels, welche auf den Ohren aufliegen, unangenehm drücken könnten. Da der Kopfbügel, welcher hinter dem Hinterkopf entlang geführt wird, recht flexibel ist und somit keinen hohen Anpressdruck auf den Kopf ausübt, sitzt der Kopfhörer in Kombination mit seinem sehr geringen Gewicht von gerade einmal 26 Gramm erstaunlich angenehm auf dem Kopf und kann problemlos über mehrere Stunden hinweg getragen werden.

 

Fazit:

Mit dem OpenRun hat Shokz einen Wireless Open-Ear Bone-Conduction-Kopfhörer in seinem Sortiment, welcher sich vor allem an Anwender richtet, welche während sportlichen Aktivitäten oder auch im Office nicht nur ihre Lieblingsmusik genießen wollen, sondern auch von ihrer Umgebung oder Gesprächspartnern noch alles mitbekommen wollen. Diese Eigenschaften bietet einem der Kopfhörer durch seinen speziellen Aufbau, bei welchem der Gehörgang während der Nutzung vollständig frei bleibt. Klanglich konnten die OpenRun Kopfhörer in unserem Test mit klaren Höhen und saubren Mitten punkten. Etwas anders sah es hingegen beim Tieftonbereich aus, welcher deutlich schwächer als bei den meisten In-Ear-Kopfhörern ausfällt. Der größte Kritikpunkt liegt jedoch in den bei einer hohen Lautstärke recht stark vibrierenden Tranducer. Diese Vibrationen sorgten in unserem Test für ein unangenehmes Gefühl auf den Schläfen. Dank des besonders leichten Aufbaus und der vollständigen Gummierung bietet der OpenRun Kopfhörer nicht nur einen besonders angenehmen Tragekomfort, sondern er ist auch besonders robust ausgelegt und ist neben Staub und Schweiß auch gegen ein kurzzeitiges Eintauchen in 1 m tiefes Wasser resistent. Preislich liegt der OpenRun Wireless Open-Ear Bone-Conduction-Kopfhörer aktuell bei knapp 140€*. Neben der von uns in diesem Test herangezogenen blauen Variante gibt es den Kopfhörer auch noch in einer schwarzen, grauen und roten Variante. 

Wir danken Shokz sehr für die Bereitstellung des Testmusters.

Shokz - OpenRun - Knochenschall-Kopfhörer

8.4

Tragekomfort

9.5/10

Tonqualität Wiedergabe

7.0/10

Tonqualität Mikrofon

8.5/10

Verarbeitung

9.5/10

Kompatibilität

9.0/10

Preis

7.0/10

Pro

  • Hoher Tragekomfort
  • Gute Höhen und Mitten
  • Sicherheitsaspekt (Umgebungsgeräusche während der Nutzung hörbar)
  • Sehr robuster Aufbau
  • In vier unterschiedlichen Farben erhältlich

Contra

  • Vibrationen bei hoher Lautstärke
  • Geringer Tiefton