Seagate – FireCuda 520 M.2 SSD 1TB im Test

Mit der FireCuda 520 M.2 SSD 1TB haben wir heute das Nachfolgemodell der FireCuda 510 SSD von Seagate im Test, welche durch die PCIe 4.0 Schnittstelle nun mit einer schnelleren Übertragungsgeschwindigkeit punkten möchte.

Welche Details in der FireCuda 520 M.2 SSD von Seagate steckt und wie sich das 1 TB Modell in unserem Test geschlagen hat, erfahrt ihr in diesem Review.

 

Technische Details:

Modellbezeichnung: ZP1000GM30002
Kapazität: 1TB
Formfaktor M.2 2280
NAND Flash:  3D NAND (TLC 96 Layer) (BiCS4)
Controller:
Phison PS5016-E16, 8 Kanäle
Interface: PCIe Gen4 x4, NVMe 1.3
Abmessungen:
80 x 22 x 3,58 mm
LeistungMax.
Lesen (lt. Hersteller) bis zu 5.000 MB/s
Schreiben (lt. Hersteller) bis zu 4.400 MB/s
4 KB Random Read IOPS (Max): Bis zu 760K
4 KB Random Write IOPS (Max): Bis zu 700K
Betriebstemperatur: 0°C-70°C
Lagertemperatur: -40°C bis 85°C
Stoßfestigkeit: 1500 G / 0,5 ms
MTBF: 1.800.000 Stunden
Geschriebene Terabyte (TBW) (maximale Kapazität): 1.800 TB
Garantie: 5 Jahre

 

Lieferumfang:

  • FireCuda 520 SSD 1TB
  • Garantiehinweis
  • Informationsblatt Rescue Data Recovery Services

 

Design und Verarbeitung:

Die FireCuda 520 SSD wird von Seagate in einer Verpackung geliefert, deren Vorderseite in einem schwarz/orangefarbenen Design gehalten ist. Neben der Modellbezeichnung und einem Produktbild wurde die Vorderseite auch mit dem Bild eines Drachen bedruckt, wodurch einem gleich klar wird, dass die SSD speziell für Gamer entwickelt wurde.

Die weiße Verpackungsrückseite wurde mit den wichtigsten Leistungsdaten der SSD bedruckt.

Innerhalb der Verpackung ist die FireCuda 520 SSD in einer Antistatikfolie verpackt und zusätzlich in einer leicht zu öffnenden Blisterverpackung untergebracht.

Entnimmt man die FireCuda 520 SSD 1TB aus der Verpackung, so hat man eine 80 mm lange und 22 mm breite SSD vor sich liegen, welche eine Stärke von 3,58 mm hat und somit etwas dicker ausfällt als viele andere 1TB großen M.2 SSDs.

Auch wenn Seagate in der Modellbezeichnung auf einen Hinweis auf den Formfaktor verzichtet, wurde die FireCuda 520 SSD mit einer M.2-Schnittstelle ausgestattet, welche mit dem Z170 Chipsatz von Intel großflächig Einzug in den Consumer-PC-Markt gefunden hat und in der Zwischenzeit auf fast jedem aktuellen Mainboard zu finden ist.

Betrachtet man das schwarze PCB einmal etwas genauer, so findet man unter einem mit der Modellreihe bedruckten Aufkleber einen umgelabelten Phison PS5016-E16 Controller vor.

Um die Leistung der SSD zu steigern, hat Seagate die FireCuda 520 SSD vor dem Controller mit einem dedizierten DDR4 Cache ausgestattet
Der verbaute Controller ist mittels acht Kanälen an die vier von Kioxia stammenden 96 Layer 3D-NAND Chips angebunden.
Die 3D NAND Chips sind wie auch der insgesamt 1GB große DDR4 Cache auf die Vorder- und Rückseite des PCBs aufgeteilt. Somit befinden sich auf der Rückseite der SSD nicht nur zwei der vier NAND Chips, sondern auch ein weiterer DDR4 Speicherchip.

Diese Komponenten sind unter einem Aufkleber untergebracht, welcher neben der Kapazität auch mit der Seriennummer der SSD bedruckt wurde.

Um die Schreibleistung zu steigern, hat Seagate zudem SLC-Cache verbaut, welcher die anfallenden Daten zunächst im SLC-Verfahren puffert und diese im Anschluss in den TLC-Bereich des NANDs schreibt. Hierfür ist ein fester Bereich aus der Spare Area der SSD reserviert, wodurch sich dieser Cache nicht auf die Kapazität der SSD auswirkt.

Die Anbindung der SSD erfolgt über PCI Express 4.0 x4 und mittels des NVMe 1.3 Protokolls, wodurch die SSD viel höhere Übertragungsraten erzielen kann, als es mit dem 2004 eingeführten AHCI Protokoll, welches eine Anbindung per SATA erfordert, möglich ist. Das NVMe Protokoll bringt jedoch einen kleinen Nachteil mit sich, welchem man jedoch erst bemerkt, wenn man nicht auf ein Windows 8.1 oder Windows 10 Betriebssystem setzt, denn erst ab Windows 8.1 wird das NVMe Protokoll nativ unterstützt. Für Windows 7 bietet Microsoft einen entsprechenden Hotfix an.

Als besonderes Feature kommt die FireCuda 520 SSD nicht nur mit einer fünfjährigen Herstellergarantie daher, sondern auch noch mit einem dreijährigen Rescue Data Recovery Services zur Datenwiederherstellung, welchen Nutzer in Anspruch nehmen können, wenn z. B. einmal ein Schaden durch physische Beschädigung der Hardware oder logische Beschädigung des internen Dateisystems entstanden ist.

Die Verarbeitung der SSD wurde seitens Seagate sauber ausgeführt und gibt uns keinen Anlass zur Kritik.

 

Testablauf:

Das wichtigste Kaufargument ist bei einer SSD zweifelsohne nicht das Design, sondern die Leistung, welche erbracht werden kann.
Aus diesem Grund schicken wir die SSD nicht nur in verschiedene Benchmarks, sondern werden uns auch ein genaues Bild über die Geschwindigkeit in alltäglichen Bereichen machen.

Das zum Einsatz kommende Testsystem besteht aus diesen Komponenten:

Das Testlaufwerk ist dabei als sekundäres Laufwerk eingerichtet. Das Betriebssystem befindet sich somit auf der verbauten ADATA – XPG – GAMMIX S70 PCIe 4.0 M.2 SSD*. Dies gilt jedoch nur für die durchgeführten Benchmarks und nicht für die Softwaretests.

Getestet wurde die SSD mittels dieser Benchmarks:

  • AS SSD Benchmark
  • AS SSD Kopierbenchmark
  • ATTO Disk Benchmark

 

AS SSD Benchmark:

Der AS SSD Benchmark wurde, wie der Name vermuten lässt, speziell für SSDs entwickelt. Durch die Verwendung von inkompressiblen Daten stellt dieser Benchmark für komprimierende Controller praktisch ein Worst-Case-Szenario dar.

Mit einem Blick auf das Testergebnis ist ein großer Leistungsunterschied zwischen der FireCuda 520 SSD 1TB und dem Vorgängermodell der FireCuda 510 SSD zu erkennen. Im direkten Vergleich zu anderen M.2 SSDs, welche mit einem PCIe Gen4 x4 Interface ausgestattet sind, platziert sich die FireCuda 520 SSD 1TB im guten Mittelfeld.

 

AS SSD Kopierbenchmark:

Neben diesem Performancetest beinhaltet der AS SSD Benchmark auch noch einen Kopierbenchmark, mittels welchem ermittelt werden kann, wie schnell Daten innerhalb des Laufwerkes kopiert werden können.
Die verwendeten Muster entsprechen typischen Szenarien: ISO (zwei große Dateien), Programm (viele kleine Dateien), Spiel (große und kleine Dateien gemischt).

Auch bei dem aus drei Teilen bestehenden Kopierbenchmark zeigte die FireCuda 520 SSD 1TB durchweg eine gute Performance, kann sich jedoch nicht allzu weit vom Vorgängermodell absetzen.

 

ATTO Disk Benchmark

Der ATTO Disk Benchmark ermöglicht es einem, die SSDs mit einer höheren Abfragetiefe zu beanspruchen. Wir haben die SSD somit mit einer Queue Depth von 10 getestet.

Dank der hohen Abfragetiefe konnte die FireCuda 520 SSD 1TB in diesem Test ihre volle Leistung entfalten. Wo wir die seitens Seagate angegebene Lesegeschwindigkeit in unserem Test erreichen konnten, haben zur angegebenen maximalen Schreibgeschwindigkeit jedoch um wenige MB/s gefehlt. Im direkten Vergleich zu anderen Modellen mit ähnlichen Leistungsdaten lässt sich sagen, dass die FireCuda 520 SSD 1TB beim Lesen die Nase vorne hat, beim Schreiben von Daten jedoch minimal hinterher hängt.

Neben den Messungen mit diesen Benchmark-Tools wollen wir jedoch auch nicht die Geschwindigkeitsvorteile im alltäglichen Betrieb aus dem Auge verlieren, denn gerade auf diese kommt es im Endeffekt an, da die durch die Benchmarks aus dem Laufwerk gekitzelten Maximalwerte im Normalfall kaum erreicht werden.

 

Softwareinstallation:

Wie die Überschrift schon verlauten lässt, werden wir in diesem Test anhand der Software PCMark 8, Acrobat Reader und OpenOffice die Zeit stoppen, in welcher die Software auf der SSD installiert werden konnte.

PC Mark8 Adobe Acrobat Reader 10 Open Office
117 Sekunden 17 Sekunden 39 Sekunden

 

Softwaretest:

In diesem Test werden wir die Geschwindigkeit messen, in welcher die SSD es schafft, eine WinRAR Datei von einem GB zu entpacken, einen vollständigen Systemscan mit AntiVir absolviert und wie lange ein auf der SSD installiertes Windows 10 benötigt, um zu booten. Hierbei wird die Zeitmessung erst nach dem Verlassen des Bios gestartet.

WinRAR 1GB entpacken Antivir System Scan Windows 10 Pro x64 Bootzeit
21 Sekunden 237 Sekunden 12,8 Sekunden

Wie wir es auch von anderen M.2 SSDs kennen, zeigte auch die FireCuda 520 SSD 1TB in unserem Test unter einer dauerhaften Belastung eine Drosselung bei der Übertragungsgeschwindigkeit.
Dieser Geschwindigkeitsabfall entsteht durch die Drosselung des verbauten Controllers, welche ab einer bestimmten Temperaturschwelle eintritt.
Der auf der FireCuda 520 SSD 1TB eingesetzte Controller gehört jedoch nicht zu den schnellsten seiner Art, sondern platziert sich im guten Mittelfeld. Dies bringt auch mit einem Blick auf diese Drosselung einen kleinen Vorteil mit, denn die Drosselung setzte in unserem Test nicht bei der seitens Seagate angegebenen Temperaturschwelle von 70 °C ein, sondern erst bei knapp 80 °C. Auch wenn Seagate der SSD keinen passenden Kühlkörper beigelegt hat, sollte man nach Möglichkeit auf einen solchen Kühler zurückgreifen. Dies sorgt nicht nur für eine anhaltend hohe Performance, sondern trägt auch zu einer längeren Lebensdauer bei.

 

Fazit:

Mit der FireCuda 520 SSD 1TB hat Seagate seiner 2019 vorgestellten FireCuda 510 SSD ein Upgrade auf PCIe Gen4 x4 spendiert, welches in Kombination mit dem ebenfalls schnelleren Controller für einen ordentlichen Leistungsschub sorgt. Auch wenn Seagate mit der FireCuda 520 SSD 1TB noch nicht die maximale Leistung aus dem PCIe Gen4 x4 Anschluss herausholt, bietet einem die SSD eine gute Performance, welche nicht nur den Anforderungen eines Content Creators gerecht wird, sondern auch Gamer kommen mit der SSD in den Genuss von geringeren Ladezeiten. Ein kleines Manko liegt jedoch in der Drosselung des eingesetzten Controllers, welche bei einer andauernden hohen Belastung auftritt. Dieser Drosselung hätte Seagate mit einem kleinen Kühler auf einfachem Wege entgegenwirken können. Wo Seagate hier beim Lieferumfang etwas gespart hat, liefert Seagate die FireCuda 520 SSD 1TB dafür jedoch nicht nur mit einer fünfjährigen Garantie aus, sondern packt auch gleich noch einen dreijährigen Rescue Data Recovery Services zur Datenwiederherstellung oben drauf. Preislich liegt die sauber verarbeitete FireCuda 520 SSD in der von uns in diesem Test herangezogenen 1TB Version bei knapp 120 €* und ist somit zum aktuellen Zeitpunkt sogar etwas günstiger als das Vorgängermodell.

Wir danken Seagate sehr für die Bereitstellung des Testmusters.

FireCuda 520 M.2 SSD 1TB

9.7

Verarbeitung

10.0/10

Kompatibilität

10.0/10

Geschwindigkeit

9.5/10

Lieferumfang

9.5/10

Preis

9.5/10

Pro

  • Verarbeitung
  • Kompatibilität
  • Dedizierter DRAM-Cache
  • 3 Jahre Rescue Data Recovery Service

Contra

  • Kein Kühler im Lieferumfang