Reolink – RLC-811A – Smarte 4K UHD PoE-Kamera mit farbiger Nachtsicht im Test

Mit der RLC-811A haben wir heute eine Smarte 4K UHD PoE-Kamera von Reolink im Test, welche neben einer sehr guten Bildqualität auch mit einer mit einem guten Funktionsumfang sowie einem robusten Aufbau überzeugen möchte.

Welche Features in der RLC-811A stecken und wie sich die 4K UHD PoW-Kamera von Reolink in unserem Test geschlagen hat, erfahrt ihr in diesem Review.

 

Technische Details:

Größe & Gewicht:  
Abmessungen: 80 x 72 x 238 mm
Gewicht: 838 g
Video & Audio  
Bildsensor: 1/2.8″ CMOS Sensor
Objektiv: f=2,7-13,5 mm F=1,6-3,3, mit IR Cut
Videoauflösung: 3840 x 2160 (8,0 Megapixel) bei 25 fps
Videokomprimierung: H.265
Sichtfeld: Horizontal: 105°-31°
Vertikal: 55°-17°
Tag/Nacht-Modus: IR-Cut Filter mit automatischer Umschaltung
Farbige Nachtsicht: Spotlight: 5 Stücke/6500K/450 Lumen
Infrarot-Nachtsicht: 2 x 850 nm LED
Bis zu 30 Meter
Audio: Zwei-Wege-Audio
Stromversorgung:  
DC Strom:
DC 12,0V⎓1A, <12W
POE:
IEEE 802.3 af, 48V Active
Schnittstellen:  
Strom: DC-Eingang
Ethernet: 1 x 10/100 Mbps RJ45
Audio: Eingebautes Mikrofon & Lautsprecher
System: Reset-taste
Speicherung: microSD-Kartenslot (Max. 256 GB)
Software & Funktion:  
Bildfrequenz: Mainstream: 2fps – 25fps
Substream: 4fps – 15fps
Bitrate: Mainstream: 4096Kbps – 8192Kbps
Substream: 64 Kbps – 512 Kbps
Browser: Edge, Chrome, Firefox, Safari
Betriebssystem: PC: Windows, Mac OS; Smartphone: iOS, Android
Smarte Alarme: Personen-/Fahrzeug-/Haustiererkennung
Aufzeichnungsmodus: Bewegungsaufzeichnung (Standard)
Aufzeichnung nach Zeitplan
24/7 Aufzeichnung
Protokoll & Standard: HTTPS, SSL, TCP/IP, UDP, HTTP, IPv4, UPnP, RTSP, RTMP, SMTP, NTP, DHCP, DNS, DDNS, FTP, P2P
Max. Benutzerzugriff: 20 Benutzer (1 Administrator-Konto & 19 Benutzerkonten)
Unterstützt bis zu 12 simultane Videostreams (10 × Substream & 2 × Mainstream)
Smart Home: Google Assistant
Arbeitsumgebung:  
Arbeitstemperatur: -10°C – +55°C (14°F – 131°F)
Wetterbeständigkeit: IP67
Arbeitsfeuchtigkeit: 10 % – 90 %
Garantie: 2-Jahre eingeschränkte Garantie

 

Lieferumfang:

  • RLC-811A
  • Netzwerkkabel
  • Montagematerial
  • Dichtverschluss für Netzwerkkabel
  • Anleitung
  • Aufkleber
  • Inbusschlüssel

 

Design und Verarbeitung:

Die RLC-811A POW-Kamera wird von Reolink in einer Verpackung geliefert, welche in einem blau/weißen Design gehalten ist. Die Verpackungsvorderseite wurde neben der Modellbezeichnung und einem Produktbild auch mit einem Hinweis auf die gebotene Auflösung bedruckt.

Wo die Verpackungsrückseite mit einem Hinweis auf die Garantiebedingungen bedruckt wurde, findet man auf der rechten Verpackungsseite eine Auflistung der wichtigsten Features.

Entnimmt man die RCL-811A aus ihrer Verpackung, so hat man eine längliche Überwachungskamera vor sich liegen, bei welcher einem gleich der robuste Aufbau auffällt.

Reolink hat die RLC-811A Kamera mit einem weißen Aluminiumgehäuse ausgestattet, welches über einen zweiteiligen Aufbau verfügt und auf der linken und rechten Seite mit kontrastreich abgesetzten Reolink Logo bedruckt wurde.

Im hinteren Drittel wurde das zweiteilige Gehäuse der RLC-811A Kamera mit einem farblich zu den beiden aufgedruckten Reolink Logos abgestimmten Gummidichtung versehen, welche dafür sorgt, dass die Kamera eine IP67 Zertifizierung trägt und somit nicht nur vor Regenwasser geschützt ist, sondern auch gegen ein zeitweiliges Untertauchen in bis zu einem Meter tiefen Wasser.

Mit einem Blick auf die Gehäuseunterseite findet man im vorderen Bereich eine perforierte Abdeckung vor, hinter welcher ein Lautsprecher für die Gegensprechfunktion verbaut wurde.

Im hinteren Bereich wurde das Kameragehäuse nicht nur mit Aufklebern beklebt, welche einem einen Aufschluss über die Seriennummer sowie die zur Kopplung notwendige ID bereithalten, sondern bei genauerem Betrachten der Gehäuseunterseite findet man an dieser Stelle auch eine kleine Bohrung vor, hinter welcher das Mikrofon verbaut wurde.

Mit einem Blick auf die Rückseite des Kameragehäuses ist nicht nur eine verschraubte Abdeckung zu erkennen, hinter welcher sich ein microSD-Kartenslot verbirgt,

sondern Reolink hat die Kamera an dieser Stelle auch mit einem angeschraubten Stativ ausgestattet.

Das vorinstallierte Stativ ist mittels eines Gewindes an der Kamera befestigt und ermöglicht es, die Kamera im montierten Zustand um 360° zu drehen und den Neigungswinkel um bis zu 90° anzupassen.

Neben den zur Montage eingelassenen Bohrungen wurde das Stativ auch mit zwei integrierten Kabelführungen ausgestattet, welche es erlauben, das fest mit der Kamera verbundene Anschlusskabel seitlich aus der Halterung herausführen zu können.

Wie wir es schon aus unserem Test der TrackMix WiFi Kamera her kennen, handelt es sich bei dem Anschlusskabel um ein ca. 40 cm langes Y-Kabel, welches neben einem DC-Anschluss auch mit einer RJ45-Kupplung sowie einem Resetschalter ausgestattet wurde. Der Schalter sowie die beiden Anschlüsse mit IP65 zertifizierten Verschlüssen versehen, wodurch diese vor äußeren Einflüssen wie Regen und Schnee geschützt sind.

Die Vorderseite des weißen Kameragehäuses wurde mit einer schwarzen Aluminiumblende ausgestattet, welche an der oberen Kante zur Vermeidung von Regentropfen auf der Kameralinse etwas über das eigentliche Ende des Kameragehäuses hinausgeführt wurde.

Die Gehäusevorderseite wurde mit zwei Glasscheiben ausgestattet. Wo hinter der mittig eingearbeiteten Glasscheibe das Objektiv verbaut wurde, findet man hinter der äußeren Scheibe nicht nur vier Infrarot-LEDs auch noch mit fünf LED-Spots, welche eine Leuchtkraft von 450 Lumen bieten. Oberhalb des Objektivs wurde zudem noch ein Tageslichtsensor in die Gehäusefront integriert.

Die Verarbeitung der RLC-811A PoE Kamera wurde seitens Reolink sehr sauber und hochwertig ausgeführt. Dank des gewählten Aufbaus ist die RLC-811A IP67 zertifiziert und somit bestens gegen äußere Einflüsse geschützt.

 

Installation und Einrichtung:

Bevor man die RLC-811A PoE Kamera in sein Netzwerk einbindet, sollte die Montage an der gewünschten Stelle erfolgen.

Die RLC-811A PoE Kamera lässt sich mittels des fest vorinstallierten Stativs wahlweise ganz einfach an der gewünschten Stelle montieren. Hierbei spielt es keine Rolle, ob die Montage an eine Wand, der Decke, einem Dachvorsprung oder dem Balkon erfolgen soll.
Um die hierzu notwendigen Montagebohrungen präzise und zugleich einfach durchführen zu können, hat Reolink dem Lieferumfang eine Bohrschablone beigelegt.

Der fest mit der Kamera verbundene RJ45-Anschluss dient dank der PoE Fähigkeit nicht nur zur Datenübertragung, sondern kann auch zur Stromversorgung genutzt werden. Dieser sowie auch der DC-Stromanschluss und der in das Anschlusskabel integrierte Resetschalter sind so ausgeführt, dass sie sich IP65 zertifiziert verschließen lassen. Damit hierzu kein spezielles Netzwerkkabel notwendig wird, sondern auch die Nutzung mit jedem beliebigen Netzwerkkabel möglich ist, hat Reolink dem Lieferumfang eine entsprechende Abdichtung beigelegt, welche sich auf das genutzte Netzwerkkabel aufschieben und dann mit dem Anschlusskabel der Kamera verschrauben lässt.

Für den Fall, dass man nicht über einen PoE-Switch 🛒, PoE-Injector 🛒 oder einen kompatiblen NV-Recorder 🛒 verfügt, kann die Stromversorgung nicht nur über das zum Anschluss genutzte Netzwerkkabel erfolgen, sondern auch über ein optional erhältliches Netzteil 🛒.

Die Einrichtung der RLC-811A PoE Kamera kann wahlweise in Kombination mit der bereitgestellten Desktop-Software oder der im jeweiligen App-Store erhältlichen Reolink-App erfolgen.

Da man auf eine solche Kamera in der Regel auch bequem von Unterwegs aus zugreifen möchte, haben wir in unserem Test auf Reolink-App zur Einrichtung und Konfiguration zurückgegriffen.

Je nachdem, ob man schon eine Reolink Kamera im Einsatz hat oder nicht, muss man sich zur Konfiguration der TrackMix WiFi im ersten Schritt entweder in den bestehenden Reolink Account einloggen,

oder aber einen neuen Account erstellen.

Neben der Möglichkeit, einen komplett neuen Account zu erstellen und somit alle Daten einzeln einzugeben, kann man sich auch mittels eines Google Accounts bei Reolink anmelden.

Anders als wir es von den bisher getesteten Reolink Kameras, welche alle per WLAN ins eigene Netzwerk eingebunden her kennen, muss man zur Kopplung der RLC-811A nicht erst auf das in der oberen Ecke zu findende Plussymbol drücken, sondern die Kamera wird einem gleich auf der Startseite der App angezeigt.

Damit diese jedoch nicht einfach von jedem System, welches sich im Netzwerk befindet, aufrufbar ist, muss auch die RLC-811A PoE Kamera erst initalisiert werden.

Hierzu muss im ersten Schritt ein Benutzername und ein Passwort vergeben werden.

Im Anschluss kann man der Kamera einen beliebigen Namen zuweisen, sodass bei der Nutzung mehrerer Kameras eine einfachere Zuordnung möglich wird.

Sobald dieser Schritt abgeschlossen ist, ist zugleich auch schon die Grundeinrichtung abgeschlossen. Auf der anschließend angezeigten Übersichtsseite bekommt man neben einem entsprechenden Hinweis auch noch einen QR-Code angezeigt, über welchen man die gerade gekoppelte Kamera im Nachgang teilen, erneut hinzufügen oder verwalten kann.

Über die Übersichtsseite, auf welcher man im oberen Bereich nun jede Minute ein neues Standbild der Kamera angezeigt bekommt, lässt sich nicht nur mit einem Klick live auf die Kamera schauen, sondern es können auch weitere Kameras hinzugefügt oder die Cloudeinstellungen aufgerufen werden.

Über die Cloud-Features kann man nicht nur einen Cloud-Speicher von Reolink hinzufügen, sondern auch die Smart Home Funktion aktivieren.

Bevor man die Nutzung dieser Features in Betracht zieht, sollte man jedoch bedenken, dass bis hierhin keinerlei Daten außerhalb der eigenen vier Wände bzw. der in der Kamera eingesetzten Speicherkarte gespeichert bzw. verarbeitet werden. Mit der Nutzung des Cloudspeichers sowie auch der Smart Home Funktion ändert sich dies, denn zur Nutzung dieser Funktionen muss ein Zugriff auf die Daten erlaubt werden.

Will man an dieser Stelle auch eine Cloud-Speicherung aktivieren, so kann man sich einen Standort der gespeicherten Daten aussuchen. In Deutschland erfolgt die Datenspeicherung über den Cloud-Computing-Anbieter – Amazon Web Services in Frankfurt. Für eine höchstmögliche Sicherheit der übertragenen Daten wird für die Verschlüsselung der übertragenen Daten der Standard vom AES-Algorithmus genutzt. Der Schlüsselaustausch erfolgt sicher über den RSA/ECDHE-Algorithmus. Ein 30 GB großer Speicherplatz, auf welchem die Daten für 30 Tage vorgehalten werden, kostet aktuell 41,49 € im Jahr und es wird eine Unterstützung von bis zu fünf Kameras geboten. Zu einem Preis 82,09 € im Jahr bekommt man auch einen 80 GB großen Cloudspeicher mit einer Unterstützung von 10 Kameras.

Aktiviert man die Smart Home Funktion, so lässt sich ganz einfach per Sprachbefehl das Kamerabild auf einem Google Nest Hub oder einem Chromecast-fähigen Fernseher anzeigen. In Kombination mit Amazon Alexa kann man sich dann die Live-Ansicht auf dem Echo Spot, Echo Show oder Fernseher (Fire TV Stick) anschauen.

Aufrufen lässt sich die RLC-811A Kamera durch einen einfachen Klick auf das Standbild, welches einem auf der Startseite der Reolink App angezeigt wird.

Sobald man die Kamera aufgerufen hat, wird einem ein Live-Bild angezeigt, in welchem man auf Wunsch auf eine beliebige Stelle heranzoomen kann.

Über die geöffnete Live-Anschicht gelangt man durch ein klicken auf das in der oberen rechten Ecke befindliche Zahnrad in die tiefgründigeren Einstellungen.

Ruft man den Menüpunkt “Display” auf, so wird einem an oberster Stelle das aktuelle Live-Bild angezeigt.

Diese lässt sich über die beiden darunter liegenden Schaltflächen vertikal sowie auch horizontal spiegeln. Mittels der Anti-Flacker-Funktion lässt sich die gewünschte Herzzahl der Kamera einstellen.
Über das Untermenü “Stream” kann neben der Bildauflösung auch die Bildrate sowie die Bitrate eingestellt werden.

Über den Menüpunkt “Tag und Nacht” kann ein kleines Pop-up-Menü geöffnet werden, in welchem man einstellen kann, ob eine farbige oder schwarz/weiße Aufzeichnung erfolgen soll. Wir haben in unserem Test den automatischen Wechsel aktiviert, welcher bei einer zu geringen Helligkeit in den schwarz/weißen Nachtmodus wechselt.

Über die nächsten drei Menüpunkte kann man auf die Beschriftung in der Aufnahme einwirken. Neben der Möglichkeit, den Kameranamen sowie das aktuelle Datum und die aktuelle Zeit an unterschiedlichen Stellen anzeigen zu lassen, oder ganz zu deaktivieren, kann man an dieser Stelle auch das Reolink-Brandig deaktivieren.

Über die “Privatsphärenmaske” kann man für beide Objektive bis zu vier Bereiche aktivieren, welche nicht von der Kamera erfasst werden bzw. wenn sie sich im Bildausschnitt befinden, geschwärzt werden.

Leider gibt es hier keine Möglichkeit schräge oder runde Kanten zu zeichnen, wodurch man ggf. mit versetzten Quadraten bzw. Rechtecken arbeiten muss.

Die RLC-811A kann nicht nur Videos aufzeichnen, sondern bietet einem auch die Möglichkeit den Ton mit aufzunehmen. Diese Möglichkeit lässt sich über den Menüpunkt “Audio” im eigentlichen Einstellungsmenü aktivieren und deaktivieren. An dieser Stelle besteht auch die Möglichkeit, die Rauschunterdrückung sowie die Lautstärke der Alarmfunktion anzupassen.
Leider gibt es jedoch keine Möglichkeit, die Lautstärke der Sprachansagen während der Einrichtung einzustellen.

Für eine bestmögliche Nachtsicht verfügt die RLC-811A neben Infrarot-LEDs auch über zwei LED-Spots.

Die beiden Beleuchtungsoptionen lassen sich über den Menüpunkt “Licht” aktivieren und einstellen.

Über den Menüpunkt “Bewegungsalarm” kann man alle Einstellungen vornehmen, welche die für die Erkennung von Objekten wie Personen, Fahrzeugen und Tieren notwendig sind.

Neben der Möglichkeit, einen bestimmten Bildbereich, in welchem auf Bewegungen reagiert wird, festlegen zu können, kann man hier auch die Empfindlichkeit

sowie die Objektgröße einstellen.

Über den Menüpunkt “Filmaufnahme” lässt sich einstellen, ob und in welchem Zeitraum eine Aufnahme auf die eingelegte Speicherkarte erfolgen soll.

Über den Abschnitt “Benachritigungen-Einstellung” lässt sich neben einer Push-Benachrichtigung auch eine Benachrichtigung per E-Mail aktivieren. In beiden Fällen wird man bei einer erkannten Bewegung benachrichtigt und kann gleich auf die aufgenommene Aufzeichnung zugreifen.

Zudem bekommt man an dieser Stelle noch die Möglichkeit geboten, eine FTP-Verbindung einzurichten, welche es ermöglicht, die Videoaufnahmen z. B. auf einem eigenen NAS, einem am Router angeschlossenen USB-Speicher oder einem externen Server speichern zu können.
Ebenfalls über diesen Menüabschnitt möglich, ist die Einstellung einer Sirene, welche bei einer Alarmerkennung lautstark auf sich aufmerksam macht.

Neben diesen Einstellungsmöglichkeiten kann man mit der RLC-811A PoE Kamera auch noch Zeitrafferaufnahmen anfertigen. In dem dafür vorgesehenen Softwareabschnitt lassen sich unterschiedliche Szenarien wie Sonnenaufgang, Sonnenuntergang, Baustelle etc. einrichten.

Möchte man die einzelnen Einstellungen nicht alle über ein Smartphone oder Tablet vornehmen, so kann man die Einrichtung sowie alle Einstellungen, auch auf die seitens Reolink bereitgestellte Windows- oder MAC-Software zurückgreifen.

Sobald man alle Einstellungen vorgenommen hat, ist die Kamera einsatzbereit und arbeitet autark.

 

Test:

Wir haben die RLC-811A PoE Kamera während unseres Tests in verschiedenen Einastszenarien getestet. Um alle Einstellungen und Funktionen der RLC-811A PoE Kamera besser und schneller auf die eigenen Bedürfnisse anpassen zu können, wurde die RLC-811A PoE Kamera in der ersten Testwoche innerhalb des Redaktionsgebäudes getestet.
Während des weiteren Testzeitraumes wurde die Kamera im häuslichen Umfeld auf einem Balkon installiert, wo sie einen Garten überwachen sollte und aufgrund des Aufstellungsortes wechselhaften Wetter und Temperaturen von -9 °C bis 15 °C ausgesetzt war.

Die Strom und Datenverbindung wurde hierbei über das zur Kamera geführte Netzwerkkabel hergestellt. Angeschlossen wurde die Kamera hierbei über ein Cat7 Kabel an einen QNAP – QSW-M2116P-2T2S PoE-Switch 🛒.

Um bei einer Bewegung, welche im 105° Blickwinkel der Kamera stattfindet, automatisch aufzeichnen zu können, muss der integrierte Bewegungsalarm aktiviert werden.
Im Gegensatz zu vielen günstigeren Modellen, kommt an dieser Stelle kein PIR (Infrarot-Bewegungsmelder) zum Einsatz, sondern es erfolgt im integrierten Prozessor ein Pixelabgleich. Dies hat nicht nur den Vorteil, dass die Objektgröße, ab welcher ein Bewegungsalarm behandelt und somit die Aufzeichnung gestartet wird, einstellbar ist, sondern es werden auch Bewegungen erkannt, welche hinter einer Glasscheibe stattfinden.
Je nach gewähltem Einsatzgebiet empfiehlt es sich, neben der Objektgröße auch die Empfindlichkeit einzustellen. Hierbei besteht die Möglichkeit, für unterschiedliche Tageszeiten unterschiedliche Settings zu wählen, wodurch man die Kamera gerade zu Nachtstunden schneller zum Aufzeichnen erkannter Bewegungen bewegen kann.

Während unseres Tests hat die RLC-811A PoE Kamera alle Bewegungen sehr gut erkannt. In der intensivsten Einstellung wurden sogar schnell vorbeifliegende Vögel erkannt und eine Aufnahme gestartet.
Die Aufnahme startete in unserem Test etwa 1,5 Sekunde nachdem die Bewegung erkannt wurde. Je nach Einstellung kann die automatische Aufzeichnung bis zu einer Minute nach dem Ende der Bewegung erfolgen.
Neben der Möglichkeit nur bei einer erkannten Bewegung aufzuzeichnen, bietet einem die RLC-811A PoE Kamera auch die Möglichkeit, zu bestimmten Zeiträumen eine dauerhafte Aufzeichnung oder gar eine 24/7 Aufzeichnung auszuführen.
Was die Speicherung der Aufnahme angeht, stehen einem bei der RLC-811A PoE Kamera gleich mehrere Möglichkeiten zur Verfügung. Neben der Möglichkeit, Aufnahmen auf einer eingelegten Speicherkarte zu speichern, besteht auch die Möglichkeit, die Kamera mit einem NVR-Rekorder von Reolink 🛒 zu nutzen. Auch viele moderne NAS-Systeme bieten eine solche integrierte Funktion. Sollte man ein NAS oder einen Router mit NAS-Funktion verwenden, welcher keinen integrierte Unterstützung zur Aufzeichnung von IP-Kameras bietet, kann man die getätigten Aufzeichnungen auch ganz einfach per FTP-Protokoll von der Kamera auf das NAS laden lassen. Hierdurch verliert man zwar den Komfort beim betrachten der Aufzeichnungen, jedoch erfolgt die Datenspeicherung komplett im eigenen Netzwerk.
Neben der Möglichkeit, die Aufnahmen auch auf einem externen FTP-Server ablegen zu können, bietet Reolink auch einen eigenen Cloudspeicher an, welcher einem beim betrachten der Aufnahmen den gleichen Bedienkomfort wie beim Betrachten der Aufnahmen von einer eingelegten Speicherkarte bietet.

Für den Fall, dass man gleich wissen will, wenn sich im Blickfeld der Kamera etwas bewegt, bietet die Reolink App eine Push-Funktion, welche einem auf dem genutzten Smartphone oder Tablet benachrichtigt. Zudem besteht in einem solchen Fall auch die Möglichkeit, sich automatisch per E-Mail benachrichtigen zu lassen. In beiden Fällen kann man dann durch einen einfachen Klick einen Blick auf das aktuelle Livebild werfen. Auch ein Playback oder Download der aufgezeichneten Videosequenz ist möglich.

Zeitgleich mit dem Start der Videoaufzeichnung kann man auch einen Alarmton aus der Kamera ertönen lassen. Auch eine Kommunikation über den in der Kamera verbauten Lautsprecher ist auf Wunsch möglich.

Neben der Art und Weise, wie schnell und wie sicher im Bedarfsfall Videos aufgezeichnet werden, kommt es bei einer Überwachungskamera auch auf die Bildqualität der Aufzeichnung an. Der in der RLC-811A PoE Kamera verbauten Sensoren zeigten sich in unserem Test von einer guten Seite. Die in einer 4K Auflösung (3840 x 2160 (8,0 Megapixels) bei 25 Frames/Sek) getätigten Aufnahmen sind nicht nur bei gutem Tageslicht sehr scharf und detailgetreu, sondern auch in der Dämmerung.

In unserem Test konnte die Kamera bei normalen Witterungsverhältnissen auch Nachts eine gute Bildqualität bei starren Objekten erzielen.
Regnet oder schneit es jedoch einmal etwas stärker, so hat man ein deutliches Rauschen im Bild, welches gerade Details im Bild schnell einmal überlagern kann.
Um den dunklen Nachthimmel aufzuhellen, wurde die RLC-811A PoE Kamera mit IR-LEDs ausgestattet, welche laut Reolink eine Reichweite von maximal 30 Metern erreichen sollen.
Wird die Kamera innerhalb eines Raumes eingesetzt, so lassen sich mittels dieser Nachtsichtfunktion auch große Räume sehr gut überwachen. Soll jedoch ein Außenbereich überwacht werden, wird das Bild nach etwa 20 m dunkel.
Gerade für den Einsatz auf kürzeren Distanzen hat Reolink die RLC-811A PoE Kamera zudem mit gleich fünf LED-Spots ausgestattet, welche die Nacht auf kurzer Distanz zum Tag machen und somit auch bei totaler Finsternis eine recht gute Farbbildqualität erzielen.
Die RLC-811A PoE Kamera kann Videos in einer 4K HD Auflösung mit bis zu 25 FPS aufzeichnen. Mit diesen Eigenschaften werden normal schnelle Bewegungen wie vorbeifahrende Fahrzeuge und vorbeilaufende Personen scharf aufgezeichnet. Objekte, wie z. B. Vögel, welche sich sehr schnell durch das Bild bewegen, werden hingegen deutlich verschwommen aufgezeichnet.
In unserem Test haben wir auch bei Nachtaufnahmen eine gewisse Schlierenbildung festgestellt. Die gebotene Bildqualität ist jedoch ausreichend, um größere Elemente und Objekte gut erkennen zu können. Über einen Abstand von mehr als 5 Meter hinweg wird jedoch die Gesichtserkennung für eventuelle Strafanzeigen recht schwer. Hat man die integrierten Spots so eingestellt, dass diese automatisch bei einer Bewegungserkennung eingeschaltet werden, hat dies zwar einen positiven Einfluss auf die Bildqualität, jedoch wird einem durch die Überblendung kurzzeitig nur ein schwarzes Bild angezeigt.

Youtube

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Wo die Live-Ansicht sowie die Einrichtung über die App problemlos möglich ist, sollte man gerade beim Download der Aufzeichnungen die unterschiedlichen Auflösungen beachten. Lädt man die auf der SD-Karte gespeicherten Videos über die Reolink App herunter, so werden diese nicht in einer 4K Auflösung, sondern nur mit 896 x 512 Pixeln und maximal 15 FPS gespeichert. Ganz anders sieht es hingegen aus, wenn man über die Weboberfläche oder die PC-Software auf die Kamera zugreift. In diesem Fall kann man die Videos in voller Auflösung herunterladen.

 

Fazit:

Mit der RLC-811A hat Reolink eine PoE-Überwachungskamera in seinem Sortiment, welche in unserem Test neben einer sehr guten Bildqualität auch mit einer guten Ausstattung sowie einer einfachen Bedienung punkten konnte. Den Anfang des positiven Eindrucks hat die RLC-811A PoE-Kamera schon gleich mit der einfachen Einrichtung und Nutzung hinterlassen, welche man wahlweise über eine sauber strukturierte App oder PC-Software vornehmen kann. Mit einem Blick auf die gebotene Ausstattung konnte die RLC-811A Überwachungskamera in unserem Test nicht nur durch ein gutes Objektive überzeugen, sondern auch durch gleich zwei unterschiedliche Beleuchtungssysteme. Was die gebotene Bildqualität angeht, konnte die RLC-811A PoE-Kamera in unserem Test vor allem bei Tageslicht, sowie in der Dämmerungsphase überzeugen. Wo uns die Nachtlichtfunktion durch eine gewisse Schlierenbildung nicht durchweg überzeugen konnte, konnte die Kamera im Vergleich zu ähnlichen Modellen mit eingeschalteter Spotlicht-Funktion ein gutes Ergebnis erzielen. Was die Montage und Einbindung angeht, kann die Kamera neben der PoE-Fähigkeit auch durch einen optionalen Stromanschluss überzeugen. Verfügt man über einen entsprechenden Injector, Switch oder NVR-Rekorder, so genügt ein einfache Netzwerkkabel um die Kamera ins eigene Netzwerk einzubinden und die Stromversorgung sicherzustellen. Die Datenspeicherung kann hierbei wahlweise auf einer eingelegten Speicherkarte, einem kompatiblen NAS, einem FTP-Server oder einem NVR-Rekorder von Reolink erfolgen. Mit den gebotenen Speicheroptionen kann man die angefallenen Daten über unterschiedliche Wege im eigenen Netzwerk sichern und ist somit nicht auf eine optionale Cloudspeicherung und der damit verbundenen Datenverarbeitung durch Dritte angewiesen. Dank der hohen Verarbeitungsqualität fällt die Kamera sehr robust aus und ist damit nicht nur für den Einsatz in den eigenen vier Wänden geeignet, sondern auch bestens für den Einsatz im Freien gerüstet. Dank der wasserdicht verschließbaren Anschlüsse und der Möglichkeit die Kamera per Power over Ethernet betreiben zu können, steht einem hier grundliegend auch von der Verkabelung nichts im Wege. Für den Fall, dass man keine Möglichkeit hat, die Verkabelung Unterputz zur Kamera zu legen, bietet Reolink auch noch eine optionale Anschlussdose 🛒 an, welche eine einfache Aufputzmontage ermöglicht. Verfügt man nicht über die Möglichkeit, die Kamera mittels Power over Ethernet mit Strom versorgen zu können, kann man dank des im Y-Kabel integrierten Stromanschlusses auch auf ein optional erhältliches Netzteil zurückgreifen. Hierbei sollte man beachten, dass solche 12-V-Netzteile in der Regel nicht im für den Einsatz im Außenbereich ausgelegt. Preislich liegt die sehr sauber und robust verarbeitete RLC-811A PoE-Kamera aktuell bei knapp 150 € 🛒. Neben der von uns in diesem Test herangezogenen, weißen Version gibt es die RLC-811A PoE-Kamera zum gleich Preis auch noch in einer schwarzen Version 🛒.

Wir danken Reolink sehr für die Bereitstellung des Testmusters.

Reolink - RLC-811A - Smarte 4K UHD PoE-Kamera

9.3

Bildqualität (Tag)

9.5/10

Bildqualität (Nacht)

8.5/10

Kompatibilität

8.5/10

Software

9.5/10

Funktionsumfang

9.0/10

Lieferumfang

10.0/10

Verarbeitung

10.0/10

Preis

9.5/10

Pro

  • Sehr gute Verarbeitung
  • Bildqualität am Tag
  • Stromversorgung per PoE oder optionalem Netzteil
  • Zwei unterschiedliche Beleuchtungsfunktonen
  • Steuerung per App und PC-Software
  • Sehr hohe Auflösung
  • Unterschiedliche Aufzeichnungsmöglichkeiten

Contra

  • (Bildqualität mit IR-Beleuchtung nur Mittelmäßig)