NZXT – C850 SFX Gold 850Watt Netzteil im SFX-Format im Test

Mit dem C850 SFX Gold haben wir heute ein 850 Watt starkes ATX 3.1 Netzteil im SFX-Formfaktor von NZXT im Test, welches sich durch die gebotene Ausgangsleistung und dem kompakten Aufbau vor allem für den Einsatz in besonders kompakten Gaming-Systemen eignen soll.

Welche Details in dem C850 SFX stecken und wie sich das 850 Watt starke SFX-Netzteil von NZXT in unserem Test geschlagen hat, erfahrt ihr in diesem Review.

 

Technische Details:

Modellnummer:
PS-8G1BB-EU
Abmessungen: 125 x 63,5 x 100 mm
Lüfter: 92 mm / max. 2.300 ±10% U/min / max. 44,5 dB(A)
Effizienz: 115V: Platinum / 89.89%
230V: Platinum / 91.83%
80 Plus Zertifizierung: Gold
Formfaktor: ATX v3.1, EPS 2.92
Leistung:  
+3,3 V: 20 A / 100 W
+5 V 20 A / 100 W
+12 V: 70,83 A / 850 W
+5 Vsb: 3 A / 15 W
Schutzschaltungen:
OVP (Überspannungsschutz)
OPP (Überlastschutz)
OCP (Überstromschutz)
OTP (Übertemperaturschutz)
SCP (Kurzschlussschutz)
UVP (Unterspannungsschutz)
Garantie: 10 Jahre
Anschlüsse: 1 x 24-PIN ATX
1 x 4+4 PIN EPS
3 x 6+2-PIN PCIe
1 x PCIe 5.1 (12V-2×6)
6 x SATA
3 x Molex

 

Lieferumfang:

  • C850 SFX Netzteil
  • Kabelset
  • Stromkabel
  • Schraubenset
  • Kabeltasche

 

Design und Verarbeitung:

Das C850 SFX Netzteil wird von NZXT in einer Verpackung geliefert, welche in einem weiß / violettem Grunddesign gehalten ist. Auf der Verpackungsvorderseite wurde neben der Modellbezeichnung und einer kurzen Beschreibung auch ein Produktbild des enthaltenen Netzteils abgedruckt.

Auf der Verpackungsrückseite findet man neben einer Auflistung der wichtigsten Features auch eine Auflistung der technischen Details vor.

Entnimmt man das C850 SFX aus seiner Verpackung, so hat man ein schlicht designtes SFX-Netzteil vor sich liegen.
Wie wir es auch von den ATX-Netzteilen aus dem Hause NZXT her kennen, wurde auch bei dem neuen C850 SFX das Lüftergitter direkt in die Gehäuseunterseite eingestanzt.

Um einen möglichst leisen Betrieb zu ermöglichen, hat NZXT dem verbauten 92-mm-Lüfter einen Zero Fan-Modus spendiert. Dank dieses Features schaltet sich der eingesetzte Lüfter kurz nach dem Systemstart ab und läuft erst ab einer Netzteilauslastung von ca. 30 % wieder an, wodurch das Netzteil während Office-Tätigkeiten einen lautlosen Betrieb ermöglicht.

Auf der Netzteilvorderseite findet man neben einem weiteren Wabengitter, welches als Luftauslass fungiert, auch den obligatorischen Poweranschluss vor. Auf einen Powerschalter, über welchen man sein System vollständig abschalten kann, hat NZXT bei dem C850 SFX jedoch verzichtet.

Auf der linken und rechten Seite wurde das Netzteilgehäuse neben einem aufgedruckten NZXT Logo auch mit einer in das Gehäuse eingelassenen Modellbezeichnung versehen.

Leider wurde diese Beschriftung auf der rechten Gehäuseseite jedoch so ausgeführt, dass der Schriftzug, bei einer Montagerichtung, bei welcher der im Netzteil verbaute Lüfter nach unten  ausgerichtet ist, auf dem Kopf steht.

Wie wir es auch von vielen anderen Netzteilen her kennen, hat auch NZXT die Oberseite des Netzteilgehäuses mit einem Aufkleber beklebt, welcher alle wichtigen Details des Netzteils bereithält.

Mit einem Blick auf die Netzteilrückseite findet man einen vollmodularen und sauber beschrifteten Aufbau vor.

Neben drei Anschlüssen für die SATA- und Molex-Anschlüsse sowie zwei PCIe- und EPS-Anschlüsse, über welche man ein 6+2-PIN-PCIe-Kabel sowie ein 4+4-PIN-EPS-Kabel aus dem Netzteil herausführen kann, hat NZXT an dieser Stelle auch noch zwei Anschlüsse für das 24-PIN-ATX-Kabel verbaut.

Zudem hat NZXT das C850 SFX auch noch mit zwei PCIe 5.1 12V-2×6-Stromanschlüssen ausgestattet. Über diese beiden Anschlüsse werden jedoch keine zwei PCIe 5.1 12V-2×6-Stromanschlüsse bereitgestellt, sondern dem Lieferumfang liegt neben einem PCIe 5.1 12V-2×6-Stromkabel auch ein 16-PIN auf 2 x 6+2 PIN PCIe Kabel zum Anschluss von Grafikkarten bei.

Bedingt durch die kompakte Bauweise wurden auch die modularen Anschlüsse, welche zum Anschluss an das Netzteil dienen, sehr kompakt ausgeführt, weswegen man beim Anschluss der Kabel darauf achten sollte, dass man die Verbindungen richtig hergestellt hat und die Stecker fest sitzen.

Alle Anschlusskabel verfügen über schwarze Einzeladern, welche für eine schickere Optik mit einer Prägung versehen wurden, die den Anschein erwecken sollen, dass die Kabel mit einem hochwertigen Einzeladersleeving versehen wurden. 

 

Innerer Aufbau

Mit einem Blick in das Netzteilinnere, welcher durch das Öffnen des Gehäuses nicht nur einen Garantieverlust mit sich bringt, sondern durch stromführende Komponenten lebensgefährlich sein kann, kann man schnell erkennen, dass nicht nur äußerlich auf eine hochwertige Verarbeitung wert gelegt wurde, sondern auch im Inneren des Netzteiles.

Mittels der DC-DC-Technologie wird bei dem C850 SFX Netzteil die 5V und 3,3V Spannung über Spannungswandler aus der 12V-Spannung generiert, was nicht nur eine bessere Spannungsstabilität, sondern auch einen höheren Wirkungsgrad mit sich bringt.
Die 12V-Spannung wird über eine massive 12V-Schienen zur Verfügung gestellt.
Bei den Kondensatoren setzt NZXT durchweg auf hochwertige japanische 105°C-Kondensatoren.
Die einzelnen Komponenten wurden zudem nicht alle direkt auf dem eigentlichen PCB verbaut, sondern teilweise auf kleine Tochterplatinen verteilt. Durch ihre Anordnung sorgen diese kleinen PCBs nicht nur für ein aufgeräumtes Layout, sondern auch dafür, dass Abwärme schneller abgeführt werden kann. Zudem wird so eine Möglichkeit für eine höhere Qualitätskontrolle geschaffen, da die einzelnen PCBs separat produziert und kontrolliert werden können.
Wo die Lötstellen des C850 SFX alle durchweg sauber verarbeitet wurden, findet man an manchen Komponenten recht dicke Klebepunkte, welche sich in diesem Bereich etwas negativ auf die Wärmeabfuhr der jeweiligen Komponenten auswirken.

Eine große Neuerung, welche mit der ATX 3.0 Spezifikation in Netzteile ab einer Ausgangsleistung von 450 Watt Einzug erhalten hat und auch auf ATX 3.1 Netzteile zutrifft, ist ein neuer Stromanschluss für Grafikkarten. Obwohl dieser Anschluss deutlich kompakter gebaut ist, ist er dennoch in der Lage, eine Grafikkarte mit bis zu 600 Watt Leistung über einen einzelnen Stecker zu versorgen.
Der mit der ATX 3.1 Spezifikation noch einmal überarbeitet und nun als 12V-2×6 bezeichnete Anschluss besitzt 12 Leitungen für die Stromversorgung (6 x 12V und 6 x Masse) sowie vier Signalleitungen, die als Kommunikationsschnittstelle zwischen Netzteil und Grafikkarte dienen.
Über die 2 Signalleitungen SENSE0 und SENSE1 teilt das Netzteil der Grafikkarte mit, welche Leistung maximal über den 12V-2×6-Anschluss bereitgestellt werden kann. Die Leistung eines solchen 12V-2×6-Anschlusses kann dabei in 4 Stufen mit 150, 300, 450 und 600 Watt festgelegt werden.

Neben dem ab einer Ausgangsleistung von 450 Watt verpflichtenden 12-2×6-Anschluss sind auch die Sollwerte oberhalb der Nennleistung klar definiert. Diese besagen, dass die PCIe-Anschlüsse für die Grafikkarte Lastwechsel um das Dreifache der Leistungsaufnahme ermöglichen müssen.
Zwar verfügt das C850 SFX über zwei modulare 12-2×6 Anschlüsse, jedoch kann nur einer dieser beiden Anschlüsse mittels des mitgelieferten Kabels auch als 12-2×6 Anschluss genutzt werden.
Somit muss das Netzteil dazu in der Lage sein, über einen Zeitraum von einer Millisekunde bis zu 1800 Watt für die am 12-2×6 Anschluss angeschlossene Grafikkarte bereitstellen zu können.

Um eine hohe Betriebssicherheit zu gewährleisten, wurden seitens NZXT alle wichtigen Schutzschaltungen im C850 SFX verbaut.

  • OCP (Überstromschutz)
  • OVP (Überspannungsschutz)
  • UVP (Unterspannungsschutz)
  • SCP (Kurzschlussschutz)
  • OTP (Überhitzschutz)
  • OPP (Überlastschutz)

Bis auf den teilweise recht dick aufgetragenen Kleber wurde die Verarbeitung unseres Testmusters seitens NZXT sehr sauber und hochwertig ausgeführt.

 

Test:

Power Good Signal:

Im ersten Test überprüfen wir die PG-Time. Das Power Good Signal muss gemäß der ATX-Norm nach mindestens 100 und maximal 500 ms kommen. Das Signal signalisiert dem Mainboard, dass das Netzteil bereit ist, alle Spannungen passen und der Computer gestartet werden kann. Kommt das Signal nicht innerhalb dieses Zeitraums, ist das Netzteil defekt und muss getauscht werden.

Das Power Good Signal kam bei unserem Testkandidaten nach 180 ms und liegt damit zwar im unteren Drittel, aber noch voll und ganz im erlaubten Bereich.

 

Testsystem:

Das in diesem Test eingesetzte Testsystem besteht aus diesen Komponenten:

Das o. g. System inkl. Netzteil weist einen Strombedarf von etwa 170 Watt (IDLE) bis ca. 560 Watt (Volllast übertaktet) auf. Dieser kann jedoch je nach verwendetem Netzteil unterschiedlich sein. Unter Volllast wird besonders auf die Stabilität der Spannungen geachtet.
Um Netzteile auszulasten, welche mehr Leistung liefern, als unser Testsystem benötigt, stehen 26 Peltierelemente 🛒 zur Verfügung. Die Peltierelemente haben eine Leistungsaufnahme von je 50 W und können einzeln zugeschaltet werden. Die Stromversorgung wird über Adapter hergestellt, welche an die PCIe- sowie 12V-2×6-Anschlüsse angeschlossen werden.
Somit ist mit dieser Konfiguration eine maximale Leistungsaufnahme von ca. 1860 Watt möglich.
Ausgelesen werden die Spannungen mithilfe eines Multimeters (VOLTCRAFT VC830).
Um das System zu 100 % auszulasten, wird die Software Prime 95 und der Benchmark 3DMark 11 eingesetzt und wenn nötig entsprechende Peltierelemente zugeschaltet. Die Testprogramme werden parallel ausgeführt, damit CPU und Grafikkarte gleichzeitig unter Volllast laufen und so der maximale Stromverbrauch erreicht wird.

Um der Qualität des Netzteiles etwas genauer auf den Zahn fühlen zu können, werden wir das System 48 Stunden unter Volllast betreiben. Zusätzlich werden wir das Netzteil noch so weit wie möglich oberhalb seiner Spezifikationen zu betreiben.

 

Spannungen:

Die ATX-Norm gibt die Spannungstoleranzen für Netzteile detailliert vor:

  ATX-Toleranz min. max.
+12 V +5,00 bis -8,00 % 11,04 V 12,6 V
+5 V 5,00 % 4,75 V 5,25 V
+3,3 V 5,00 % 3,14 V 3,47 V
-12 V 10,00 % -10,8 V -13,2 V

 

Spannungstest:

Die Spannungen sollten nach Möglichkeiten auch bei einem Lastwechsel möglichst gleich bleiben und nicht nach oben oder unten ausbrechen.

Aus diesem Grund haben wir den Lastwechsel in vier Stufen aufgeteilt.
Zum Darstellen der ersten Last läuft unser Testsystem mit dem verbauten Netzteil im Idle-Mode.
Die zweite Laststufe wird unter Volllast des Systems simuliert. Das System ist hierbei nicht übertaktet.
Die dritte Laststufe wird dann mittels eines übertakteten Testsystems erreicht.
Die vierte Laststufe wird dann mittels des übertakteten Testsystems und Zuschaltung der Peltierelemente erreicht. Es werden so viele Peltierelemente gleichzeitig zugeschaltet, dass das Netzteil bei etwa 100 % Auslastung arbeitet.


3,3 Volt


5 Volt


12 Volt

Mit einem Blick auf die Testergebnisse ist zu erkennen, dass das C850 SFX Netzteil in unserem Test durchweg stabile Spannungen aufweisen konnte.
Bedingt durch die kompakte Bauweise heizen sich die verbauten Komponenten jedoch merklich schneller als bei einem größeren Netzteil gegenseitig auf. Dies führt wiederum dazu, dass der eingesetzte 92-mm-Lüfter trotz des semi passiven Betriebs seine Arbeit recht schnell aufnimmt, als man es von einem ATX-Netzteil in der gleichen Leistungsklasse her kennt.
Ähnlich wirkt es sich auch auf die Drehzahl des eingesetzten Lüfters aus. Bedingt durch das geringere Fördervolumen benötigt der eingesetzte Lüfter zum Abführen der entstehenden Abwärme eine höher Lüfterdrehzahl. Zwar gehört das C850 SFX mit diesen Eigenschaften nicht zu den leisesten Modellen seiner Art, jedoch ist das Netzteil nur minimal aus einem kompakten Gaming-System herauszuhören.

Unseren 48 h Dauertest mit sechs auf der 12V-Schiene aufgeschalteten Peltierelementen überlebte das C850 SFX mit einer durchschnittlichen Last von 855 Watt problemlos. Die durchschnittliche Last ist durch den Wechsel zwischen 2D- und 3D-Modus innerhalb des Benchmarks geringer als die Lastspitze von 869 Watt.

Wir wollten es aber noch etwas genauer wissen und haben das Netzteil aus diesem Grund noch weiter über die Spezifikationen hinaus betrieben. Um dies zu bewerkstelligen, haben wir in einer weiteren Testrunde ein weiteres 50 Watt starkes Peltierelement hinzugeschaltet.

In der so gestarteten Testrunde zog das Netzteil bei Spannungsspitzen 911 Watt aus der Steckdose.
Beim Start einer weiteren Testrunde, bei welcher das Netzteil neben dem Testsystem auch acht hinzu geschaltete Peltierelemente mit Strom versorgen musste, schaltete sich das Netzteil nach wenigen Sekunden ab.

Das Netzteil zog unter Verwendung unserer Hardware diese Spannung aus der Steckdose:

 

Fazit:

Mit dem C850 SFX hat NZXT seine Netzteil-Produktreihe um ein kompaktes SFX-Netzteil erweitert, welches in unserem Test mit einer guten sowie stabilen Ausgangsleistung überzeugen konnte. Mit der gebotenen Ausgangsleistung von 850 Watt, welche von einer robusten 12-V-Schiene bereitgestellt werden, liefert das Netzteil eine ausreichende Leistung, um ein leistungsstarkes Gaming-System im ITX-Format mit genügend Strom zu versorgen. Dank des Zero Fan-Modus arbeitet das Netzteil dabei bis zu einer Auslastung von rund 30 % vollkommen lautlos. Bedingt durch die kompakten Abmessungen sowie dem 92-mm-Lüfter, geht von dem Netzteil zwar eine höhere Geräuschkulisse als von einem vergleichbar starken ATX-Netzteil aus, jedoch ist das Netzteil aus einem luftgekühlten System kaum herauszuhören. Das C850 SFX bietet einem jedoch nicht nur eine ordentliche Ausgangsleistung, sondern auch eine gute Effizienz. Die gebotene Effizienz sowie die hohe Ausgangsleistung, bei welcher das Netzteil der ATX 3.1 Norm gerecht wird, verdankt das Netzteil nicht nur den hochwertigen Komponenten, sondern auch dem gewählten Aufbau des Netzteilinneren. Dank des vollmodularen Aufbaus, bei welchen NZXT neben einem PCIe 5.1 12V-2×6 Anschluss auch großen Wert auf eine sehr gute Beschriftung der einzelnen Anschlüsse gelegt hat, bietet einem das Netzteil in Kombination mit den modularen Kabeln alles, was für eine einfache und schnelle Montage notwendig ist. Gefehlt hat uns an dieser Stelle jedoch ein Powerschalter, welcher es ermöglicht, das sein System vollständig abschalten zu können. Die gebotenen Eigenschaften machen das C850 SFX Netzteil gepaart mit der dezenten Optik zu einer guten Wahl für anspruchsvolle Gamer, welche ein Gaming-System im kleinen ITX-Format aufbauen möchten. Preislich liegt das sehr solide verarbeitete C850 SFX Netzteil bei knapp 160 € 🛒.

Wir danken NZXT sehr für die Bereitstellung des Testmusters.

NZXT – C850 SFX Gold 850Watt Netzteil

8.5

Verarbeitung

9.0/10

Kompatibilität

9.5/10

Spannungsstabilität

9.0/10

Ausstattung

9.0/10

Lautstärke

7.5/10

Design / Modding

6.0/10

Lieferumfang

9.0/10

Preis

9.0/10

Pro

  • 600W 12V-2x6-Anschluss
  • Vollmodularer Aufbau
  • Semi-passiver Lüfter
  • Gute Beschriftung der Anschlüsse
  • Stabile Spannungen

Contra

  • Kein Powerschalter
  • (Lautsträke unter Volllast)