Samsung – 980 PRO M.2 NVMe SSD im Test

Mit der 980 PRO haben wir heute eine neue High-End-NVMe SSD von Samsung im Test, welche durch eine besonders hohe Performance die richtige Wahl für jeden Gamer sein soll.

Welche Details in der Samsung 980 PRO M.2 stecken und wie sich die 500 GB große Variante in unserem Test geschlagen hat, erfahrt ihr in diesem Review.

 

Technische Details:

Kapazität: 250GB / 500GB / 1TB / 2TB (Ende 2020)
Formfaktor M.2 2280
NAND Flash:  Samsung V-NAND 3bit MLC
Controller: Samsung Elpis
Interface: PCIe Gen 4.0 x4, NVMe 1.3c
Abmessungen: 80,15 x 22,15 x 2,38 mm (L x B x H)
LeistungMax. Leistung (500GB Variante aus unserem Test) Lesen (lt. Hersteller) bis zu 6.900 MB/s
Schreiben (lt. Hersteller) bis zu 5.000 MB/s
Betriebstemperatur: 0°C-70°C
Stoßfestigkeit: 1500 G / 0,5 ms
MTBF: 1.500.000 Stunden

 

Lieferumfang:

  • Samsung – 980 PRO M.2 SSD (in gewählter Größe)
  • Anleitung/Garantiehinweis

 

Design und Verarbeitung:

Die 980 PRO M.2 SSD wird von Samsung in einer schlanken Verpackung geliefert, welche in einem schwarzen Grunddesign gehalten ist. Auf der Verpackungsvorderseite wurde neben einem Produktbild und der Modellbezeichnung auch die Kapazität abgedruckt. Zudem findet man hier auch einen Hinweis auf die maximale Lesegeschwindigkeit, welche die SSDs aus der neuen 980 PRO Serie erreichen können.

Mit einem Blick auf die Verpackungsrückseite findet man einen Hinweis auf die fünfjährige Garantiezeit auch Infos über die Anbindung, welche für die überaus hohe Geschwindigkeit sorgen soll.

Innerhalb der Verpackung ist die 980 PRO M.2 SSD in einer Kunststoffschale untergebracht.

Entnimmt man die 980 PRO M.2 SSD aus seiner Verpackung, so hat man eine 80,15 mm lange und 22,15 mm breite SSD vor sich liegen, welche eine Stärke von gerade mal 2,38 mm hat.

Im Vergleich zu einer normalen SATA-SSD im 2,5″-Format befindet sich das PCB der SSD nicht in einem schützenden Gehäuse.

Betrachtet man das PCB einmal etwas genauer, so findet man im vorderen Bereich Samsungs neuen Elips Controller vor, welcher in Kombination mit der PCIe Gen 4.0 Anbindung eine deutlich höhere Performance bieten soll als das ehemalige Top-Modell von Samsung, die 970 PRO M.2 SSD. Der Controller kann viermal mehr Inputs und Outputs verarbeiten als der auf der 970 PRO eingesetzte Phoenix Controller. Um die Wärmeabfuhr des eingesetzten Controllers zu verbessern, wurde dessen Oberseite mit Nickel beschichtet, wodurch der Controller bis zu 7 °C kühler arbeiten soll.

Neben dem Controller ist bei der von uns herangezogenen 500 GB Variante der 980 PRO M.2 SSD ein 512 MB großer Low Power DDR4 Cache von Samsung verbaut.

Bei den eingesetzten 3D-NAND-Speichern setzt Samsung bei der 980 PRO M.2 schnellen 3D-MLC-Speicher mit 3 Bits pro Zelle. Wie wir es aus der Vergangenheit kennen, stammt auch der verbaute Speicher aus eigener Fertigung. Im Vergleich zu 2D-NAND Speicher kann durch die übereinanderliegenden Schichten der 3D-MLC-Speicher nicht nur eine Leistungssteigerung, sondern auch eine bessere Effizienz erzielt werden. Zudem kann eine größere Speicherkapazität auf dem gleich Platz verbaut werden, wodurch langfristig höhere Kapazitäten möglich sind.

Mit zunehmender Verbreitung von TLC-NAND-Flash wurde auch der Einsatz eines sogenannten Pseudo-SLC-Cache, welcher seitens Samsung als TurboWrite bezeichnet wird, immer mehr erweitert. Bei der 980 PRO M.2 SSD kommt zwar schnellerer MLC-NAND (3 Bit) zum Einsatz, jedoch kann Samsung durch die intelligente TurboWrite 2.0 Funktion die Leistung der SSD dennoch steigern, denn die Daten werden bei dieser Art von Cache in dem schnelleren SLC-Modus mit nur einem Bit pro Zelle zwischengespeichert. Hierfür wird in der Regel ein fester Bereich aus der Spare Area der SSD reserviert. Von hier aus werden die Daten anschließend im normalen 3-Bit-Modus an ihrem endgültigen Speicherort geschrieben.
Bei der 980 PRO nutzt Samsung jedoch nicht wie viele andere Hersteller lediglich einen festen Teil der Spare Area im SLC-Modus. Sofern auf der SSD genügend freier Speicherplatz vorhanden ist, wird bei Bedarf zudem auch ein Teil des eigentlichen Speichers als SLC-Cache genutzt. Bei der von uns herangezogenen 980 PRO sind 4 GB der Spare Area fest für den Cache reserviert und bis zu 90 GB können bei Bedarf zusätzlich genutzt werden.

Auf der Rückseite des PCBs hat Samsung keinerlei Komponenten verbaut, wodurch man die Spezifikationen einhält und die SSD auch problemlos in jedem Notebook, welches über einen M2. 2280 Anschluss verfügt, montiert werden kann.

Wie wir es schon von den Vorgängermodellen kennen, hat Samsung auf der PCB-Rückseite jedoch einen Aufkleber aufgeklebt, welcher auf der Unterseite über eine Kupferschicht verfügt. Durch diesen Aufkleber soll Wärmeabfuhr gesteigert und somit die Drosselung des verbauten Controllers verzögert werden soll.

Die 980 PRO M.2 SSD ist, wie die Modellbezeichnung schon vermuten lässt, mit der aktuellen M.2-Schnittstelle ausgestattet, welche mit dem Z170 Chipsatz von Intel großflächig Einzug in den Consumer-PC-Markt gefunden hat und in der Zwischenzeit auf fast jedem aktuellen Mainboard zu finden ist.

Im Gegensatz zu fast allen anderen aktuellen M.2 SSDs am Markt kann die 980 PRO nicht nur auf einem PCIe x4 3.0 Steckplatz genutzt werden, sondern auch auf einem schnelleren PCIe x4 4.0 Steckplatz. Seitens des Anschlusses wäre in der Theorie eine maximale Übertragungsrate von rund 8.000 MB/s möglich. Samsung selbst gibt für die von uns in diesem Test herangezogene 500 GB Variante der 980 PRO eine maximale Lesegeschwindigkeit von 6.900 MB/s und eine maximale Schreibgeschwindigkeit von 5.000 MB/s an. Um diese Geschwindigkeit erreichen zu können, benötigt man natürlich ein entsprechendes Mainboard, welches es bisher nur für AMD-Prozessoren gibt. Setzt man die SSD auf einem Mainboard mit einem Intel-Sockel ein, so kann man die SSD zwar problemlos nutzen, jedoch die eigentlich mögliche Bandbreite nicht ausschöpfen.

Die Verarbeitung unseres Testmusters der 980 PRO wurde seitens Samsung sehr sauber und hochwertig ausgeführt.

 

Testablauf:

Das wichtigste Kaufargument ist bei einer SSD zweifelsohne nicht das Design, sondern die Leistung, welche erbracht werden kann.
Aus diesem Grund schicken wir die SSD nicht nur in verschiedene Benchmarks, sondern werden uns auch ein genaues Bild über die Geschwindigkeit in alltäglichen Bereichen machen.

Um die volle Leistung aus den von uns getesteten SSDs heraus zu holen, werden diese auf unserem Intel Core i7 System getestet.

Dieses besteht aus:

  • Prozessor: AMD 3950X
  • Mainboard: Asrock X570 Pro4
  • Grafikkarte: Zotac GTX 980Ti
  • Arbeitsspeicher: 16GB HyperX Fury (2 x 2 GB DDR4 3466MHz)
  • Systemlaufwerk: OCZ – RevoDrive 3 (240GB)
  • Netzteil: Power & Cooling Silencer MK III 1200W
  • Betriebssystem: Windows 10 Pro 64Bit

Das Testlaufwerk ist dabei als sekundäres Laufwerk eingerichtet. Das Betriebssystem befindet sich somit auf dem verbauten RevoDrive 3. Dies gilt jedoch nur für die durchgeführten Benchmarks und nicht für die Softwaretests.

Getestet wurde die Gammix S50 M.2 SSD mittels dieser Benchmarks:

  • AS SSD Benchmark
  • AS SSD Kopierbenchmark
  • ATTO Disk Benchmark

AS SSD Benchmark

Der AS SSD Benchmark wurde, wie der Name vermuten lässt, speziell für SSDs entwickelt. Durch die Verwendung von inkompressiblen Daten stellt dieser Benchmark für komprimierende Controller praktisch ein Worst-Case-Szenario dar.

Mit einem Blick auf das erreichte Testergebnis ist zu erkennen, dass die 980 PRO eine sehr gute Leistung erreichen konnte, welche jedoch noch ein ganzes Eck von der angegebenen Maximalleistung entfernt ist.

AS SSD Kopierbenchmark

Neben diesem Performancetest beinhaltet der AS SSD Benchmark auch noch einen Kopierbenchmark, mittels welchem ermittelt werden kann, wie schnell Daten innerhalb des Laufwerkes kopiert werden können.
Die verwendeten Muster entsprechen typischen Szenarien: ISO (zwei große Dateien), Programm (viele kleine Dateien), Spiel (große und kleine Dateien gemischt).

Auch in diesem Testabschnitt kann die 980 PRO zwar mit sehr guten Werten punkten, aber noch nicht ihr ganzes Potenzial unter Beweis stellen.

ATTO Disk Benchmark

Der ATTO Disk Benchmark ermöglicht es einem die SSDs mit einer höheren Abfragetiefe zu beanspruchen. Wir haben die SSD somit mit einer Queue Depth von 10 getestet.

Dank der hohen Abfragetiefe konnte die 980 PRO in diesem Test zeigen, was in ihr steckt und eine Übertragungsgeschwindigkeit erreichen, welche in diesem Testabschnitt von noch keiner anderen SSD erreicht werden konnte.

Neben den Messungen mit diesen Benchmark Tools wollen wir jedoch auch nicht die Geschwindigkeitsvorteile im alltäglichen Betrieb aus dem Auge verlieren, denn gerade auf diese kommt es im Endeffekt an, da die durch die Benchmarks aus dem Laufwerk gekitzelten Maximalwerte im Normalfall kaum erreicht werden.

Softwareinstallation

Wie die Überschrift schon verlauten lässt, werden wir in diesem Test anhand der Software PCMark 8, Acrobat Reader und OpenOffice die Zeit stoppen, in welcher die Software auf der SSD installiert werden konnte.

Softwaretest

In diesem Test werden wir die Geschwindigkeit messen, in welcher die SSD es schafft eine WinRAR Datei von einem GB zu entpacken, einen vollständigen Systemscan mit AntiVir absolviert und wie lange ein auf der SSD installiertes Windows 7 benötigt, um zu booten.
Da sich in unserem Testsystem zu den Onboardkomponenten noch ein Hardware Raidcontroller befindet, welche eine Weile braucht, um alle Festplatten zu initialisieren, werden wir die Zeit erst nach dem Verlassen des Bios stoppen.

Wie es in der Zwischenzeit auch von anderen M.2 SSDs bekannt ist, zeigte auch die 980 PRO in unserem Test unter einer dauerhaften Belastung eine Drosselung bei der Übertragungsgeschwindigkeit. Dank des beschichten Controllers sowie auch dem auf der Rückseite verbauten Kupferelement konnte die Zeit bis zum Einsetzen der Drosselung jedoch etwas nach hinten verschoben werden. Einen deutlichen Leistungseinbruch stellt man jedoch dann fest, wenn man so viele Dateien auf einmal schreibt, dass der Cache vollgelaufen ist.

 

Fazit:

Mit der 980 PRO hat Samsung sein Sortiment um eine High-End M.2 SSD erweitert, welche dank des schnellen Controllers in Kombination mit den eingesetzten 3-bit MLC V-NAND sowie der PCIe 4.0 x4 Anbindung eine sehr hohe Geschwindigkeit erreichen kann. Um die maximale Performance aus der SSD kitzeln zu können, muss man jedoch auf ein aktuelles AMD-Mainboard zurückgreifen. Wird die SSD auf einem Mainboard mit einem Intel Sockel oder einem älteren AMD Chipsatz verbaut, so kann die SSD nur eine deutlich geringere Leistung erzielen. Die Verarbeitung der SSD wurde sehr sauber und hochwertig ausgeführt. Dank der schwarzen Farbgebung lässt sich die SSD zudem sehr einfach in ein schickes Gaming-System integrieren. Die UVP der 980 PRO liegt bei der von uns getesteten 500-GB-Version bei knapp über 135€*.

Wir danken Samsung sehr für die Bereitstellung des Testmusters.

Samsung – 980 PRO M.2 – NVMe SSD

9.3

Verarbeitung

10.0/10

Kompatibilität

9.0/10

Geschwindigkeit

10.0/10

Lieferumfang

9.0/10

Preis

8.5/10

Pro

  • Sehr hohe Leistung
  • Kompatibilität
  • Verarbeitung
  • Kühleigenschaften

Contra

  • (Volle Leistung aktuell nur mit einem x570 Chipsatz)