be quiet! – Pure Rock 2 im Test

Mit dem Pure Rock 2 haben wir heute die überarbeitete Version des schlanken be quiet! Tower-Kühlers im Test, welche sich vor allem an preisbewusste Käufer richtet, welcher aber dennoch nicht auf eine gute Verarbeitungsqualität verzichten wollen.

Welche Details in dem Pure Rock 2 stecken und wie sich der kompakte Tower-Kühler von be quiet! in unserem Test geschlagen hat, erfahrt ihr in diesem Review.

 

Technische Details:

Abmessungen (inkl. Lüfter): 87 x 121 x 155 mm (L x B x H)
Gewicht: 575 g
Material: Aluminium (Kühlfinnen), Kupfer (Heatpipes)
TDP: 150 Watt
Leräuschlevel @ 50 / 75 / 100 % RPM: 19.1 / 22.1 / 26.8 dB(A)
Heatpipes: 4 x 6 mm
Kompatibilität: Intel: 1200 / 2066 / 1150 / 1151 / 1155 / 2011(-3) square ILM
AMD: AM4 / AM3(+)
Lüfter: 120 x 120 x 25 mm Pure Wings 2 Lüfter
Lüftergeschwindigkeit: 1.500 RPM (max)
Straumaufnahme: 0,12 A
Anschluss: 4-PIN-PWM
MTBF: 80.000 Stunden

 

Lieferumfang:

  • Pure Rock 2 Kühlkörper
  • Pure Wings 2 Lüfter
  • Montageanleitung
  • Montagematerial (Intel und AMD)
  • Wärmeleitpaste (voraufgetragen)
  • 4 x Lüfterklammern

 

Design und Verarbeitung:

Der Pure Rock 2 wird von be quiet! in einer Verpackung geliefert, welche in einem schwarzen Grunddesign gehalten ist. Auf der Vorderseite wurde die Verpackung neben einem großen Produktbild auch mit der Modellbezeichnung bedruckt. Eine Auflistung der technischen Details sowie einen Hinweis auf die TDP von 150 Watt findet man auf der rechten Verpackungsseite.

Auf der Verpackungsrückseite sind zwei Featurebilder inkl. einer kurzen Beschreibung zu finden.

Entnimmt man den Pure Rock 2 aus seiner Verpackung, so hat man einen schlanken Tower-Kühler vor sich stehen, bei welchem einem gleich der asymmetrische Aufbau auffällt.

Mit einem seitlichen Blick auf den Kühler ist zu erkennen, dass be quiet! die Kühlfinnen so über der Bodenplatte positioniert hat, dass sie nur zur Rückseite hin über die Bodenplatte herausragen. Hierdurch wird genügend Freiraum zur Montage des mitgelieferten Lüfters geschaffen, ohne dass dieser in den Montagebereich des Speichers hineinragt.
Zur Lüftermontage wurden die 54 verbauten Aluminiumfinnen im vorderen und hinteren Bereich mit einer kleinen Aussparung versehen, in welche man die Lüfterklammern einhaken kann.

Die verbauten Kühlfinnen wurden jedoch nicht nur auf den beiden Außenseiten mit kleinen Aussparungen ausgestattet, sondern auch auf den beiden Stirnseite.

Die hier eingelassenen Aussparungen vergrößern die Oberfläche, auf welche die bewegte Luft trifft, und tragen auch dazu bei, entstehende Luftverwirbelungen zu reduzieren. Um eine Art Vorkammer zu schaffen, wurden die Aluminiumfinnen zur Kühlermitte hin verjüngt. Hierdurch ist es möglich, auch den Bereich hinter der Rotornarbe mit Luft zu durchfluten.

Oberhalb der 54 naturbelassenen Aluminiumfinnen hat be quiet! eine doppelt so dicke Abschlusslamelle verbaut, welche im Gegensatz zu den restlichen Kühlfinnen zwar über recht geradlinige Außenkanten verfügt, dafür jedoch mit einer gebürsteten Oberfläche aufwarten kann.

Um das Design abzurunden, wurden neben einem aufgedruckten be quiet! Logo auch vier längliche Aussparungen in die Abschlusslamelle eingelassen. Die aus der Abschlusslamelle herausstehenden 6-mm-Heatpipes wurden für eine schickere Optik mit Aluminiumkappen ausgestattet.
Im Gegensatz zu vielen größeren Kühlern wurden die Heatpipes innerhalb des Lamellenblocks jedoch nicht auf mehrere Reihen aufgeteilt, sondern in einer Reihe angeordnet.

Die U-förmig gebogenen Heatpipes sind als Direct-Touch-Heatpipes ausgeführt und durchlaufen die aus Aluminium gefertigte Bodenplatte parallel zueinander.

Um die Montage zu vereinfachen, hat be quiet! schon eine dünne Schicht Wärmeleitpaste auf die Bodenplatte aufgetragen.

Hierdurch ist die Montage zwar auch für ungeübte Nutzer problemlos möglich, jedoch muss man sich, für den Fall, dass der Kühler einmal erneut oder auf einer anderen CPU verbaut werden soll, erst neue Wärmeleitpaste besorgen.

Auf der Oberseite der Bodenplatte hat be quiet! kleine Kühlfinnen eingearbeitet, welche zur Vermeidung eines Hotspots beitragen und zudem auch als Aufnahmepunkte für den Montageträger dienen.

Als Lüfter kommt auf dem Pure Rock 2 ein Lüfter aus der Pure Wings 2 Serie mit einer maximalen Drehzahl von 1.500 RPM zum Einsatz.
Der Lüfter verfügt im Vergleich zu vielen anderen Lüftern in dieser Größenordnung über einen runden Lüfterrahmen.

Der Impeller verfügt über neun Lüfterblätter, welche an ihrer Ober- und Unterseite eine geriffelte Oberfläche aufweisen. Dieses luftstromoptimierte Lüfterblatt-Design reduziert geräuschverursachende Luftturbulenzen.

Zur Montage wurde der runde Lüfterrahmen mit ausliegenden Montagepunkten ausgestattet.

Befestigt ist der Impeller an vier Stegen, welche gegen die Rotationsrichtung gebogen sind.

Als Anschlusskabel dient ein vieradriges Kabel, welches als schwarzes Flachbandkabel ausgeführt wurde. Da ein CPU-Kühler in den meisten Fällen am CPU-FAN-Anschluss auf dem Mainboard angeschlossen wird, fällt das Anschlusskabel mit 220 mm recht kurz aus, wodurch eine unnötige Überlänge vermieden wird.

Auch wenn es sich bei dem Pure Rock 2 um einen Kühler der Essential-Serie handelt, welche Produkte für den Preisbewussten Käufer beinhalten, wurde die Verarbeitung sauber ausgeführt. Lediglich an der Ausstattung fehlt es dem Kühler etwas, was sich vor allem in der fehlenden Möglichkeit zur entkoppelten Lüftermontage zeigt.

 

Montage:

Zur Montage auf einem Intel-Sockel liegt dem Lieferumfang eine entsprechende Backplate bei. Soll der Kühler auf einer AMD-CPU verbaut werden, so wird der Kühler an der Backplate befestigt, welche schon vom Mainboardhersteller vormontiert ist.
Wie ihr es aus unseren vergangenen Tests kennt, beschreiben wir die Montage auch in diesem Test anhand eines Intel-Sockels. AMD Nutzer können somit einfach den Montageschritt der Backplate überspringen.

Die mitgelieferte Backplane wird von der Mainboardrückseite aus mit vier Gewindebolzen bestückt. Über diese werden auf der Vorderseite des Mainboards Abstandshalter geschraubt. Auf die gerade angebrachten Abstandshalter werden dann wiederum die Montageschienen gelegt und befestigt.
Im Anschluss kann der Kühler dank der voraufgetragenen Wärmeleitpaste direkt auf die CPU aufgesetzt werden. Anschließend muss man nur noch den Montageträger über der Bodenplatte platzieren und mit den Montageschienen verschrauben.

Sobald der Kühler montiert ist, kann man den Lüfter mittels der mitgelieferten Lüfterklammern am Kühlkörper befestigen.

 

Testsystem:

Als Testsystem kommt neben einem Sockel 1151 Testsystem auch ein aktuelles AM4 Testsystem zum Einsatz, wodurch Nutzer von AMD als auch Intel Systemen einen Überblick über die Leistung auf den jeweiligen Sockeln erhalten. Beide Systeme werden im nicht übertakteten Zustand betrieben.

Das Intel-Testsystem besteht aus diesen Komponenten:

  • ASRock – Z170 Extreme3
  • HyperX – Savage 16 GB Kit 3000 MHz
  • Intel® – Core i7-6700K
  • Zotac – GTX 780 TI AMP Edition

Das AMD-Testsystem besteht aus diesen Komponenten;

  • AMD – Ryzen 1600
  • ASUS – Crosshair VI Hero
  • 2 x 8 GB Corsair Vengeance LPX Black 2666 MHz
  • Zotac – GTX 780 TI AMP Edition

 

Testablauf:

Da es sich bei dem verwendeten Lüfter um einen PWM-Lüfter handelt, welcher seine Geschwindigkeit selbst anpasst, haben wir die PWM-Steuerung während des Tests deaktiviert.

Die Testergebnisse sind bei einer Raumtemperatur von ca. 21,2 °C (zu beginn der Testphase gemessen) entstanden. Protokolliert wurde der maximale Mittelwert aller CPU Cores nach einem 30 minütigen Prime95 Stresstest, welchem zum aufwärmen eine Idle time von 45 Minuten voraus ging.

Wir nutzen bei unseren Tests immer die ARCTIC MX-2 Wärmeleitpaste, um auch hier etwaige Schwankungen ausschließen zu können.

Die erreichten Temperaturen sind abhängig von dem genutzten System und können auch auf ähnlichen Systemen abweichen, vor allem, wenn noch eine zusätzliche GPU in dem System verbaut wird. Jedoch lassen sich die Kühler untereinander gut vergleichen, da alle die gleiche Testgrundlage haben.

Mit einem Blick auf das erreichte Testergebnis ist zu erkennen, dass sich der Pure Rock 2 im  hinteren Drittel des Testfeldes platziert hat. Auch wenn der Kühler problemlos mit den eingesetzten CPUs zurechtkam, ist er durch die gebotene Leistung jedoch eher für den Einsatz in einem Office-System ausgelegt.

 

Fazit:

Mit dem Pure Rock 2 hat be quiet! seinen 2014 vorgestellten Pure Rock CPU-Kühler in einer neuen Version herausgebracht, welche neben einer besseren Kompatibilität auch mit einer etwas besseren Kühlleistung daher kommt. Um diese beiden Neuerungen zu erreichen, hat be quiet! den schon recht kompakten Tower-Kühler neben einem asymmetrischen Aufbau, welcher den Einsatz von Speichern mit hohen Kühlkörpern ermöglicht, auch mit der Heatpipe Direct Touch“-Technologie (HDT) ausgestattet. Für den Fall, dass einem die gebotene Leistung des Kühlers nicht ausreicht, befindet sich im Lieferumfang ein zweites Paar Lüfterklammern, wodurch sich der Kühler mit einem zweiten 120-mm-Lüfter bestücken lässt. Auch wenn auf dem Kühler weiterhin ein leiser Pure Wings 2 Lüfter zum Einsatz kommt, hat be quiet! leider auch bei der neuen Version des Pure Rock Kühlers auf eine entkoppelte Lüftermontage verzichtet. Wie wir es von be quiet! kennen hat man jedoch auch bei diesem für preisbewusste Käufer ausgelegten Kühler auf eine saubere Verarbeitung wertgelegt. Dank der voraufgetragenen Wärmeleitpaste kann man bei der Erstmontage nichts falsch machen, jedoch muss man bei einer erneuten Montage auf optionale Wärmeleitpaste zurückgreifen. Preislich liegt der neue Pure Rock 2 CPU-Kühler zur Markteinführung bei knapp 39 €*.

Wir danken be quiet! sehr für die Bereitstellung des Testmusters.

be quiet! - Pure Rock 2

7.6

Kühlleitung

7.0/10

Verarbeitung

8.0/10

Montage

8.5/10

Kompatibilität

9.5/10

Lautstärke

8.0/10

Modding

3.0/10

Lieferumfang

8.0/10

Preis

8.5/10

Pro

  • Verarbeitung
  • Kompatibilität
  • Montage

Contra

  • Lüfter nicht entkoppelt
  • (WLP voraufgetragen) Bei erneuter Montage muss WLP nachgekauft werden