ADATA – XPG – SPECTRIX S20G M.2 SSD im Test

Mit der SPECTRIX S20G haben wir heute eine neue M.2 SSD von ADATAs Gaming Brand XPG im Test, welche neben einer ordentlichen Performance auch mit einer integrierten RGB-Beleuchtung überzeugen möchte.

Welche Details in der SPECTRIX S20G stecken und wie sich die 1 TB große Variante von ADATAs neuster M.2 SSD in unserem Test geschlagen hat, erfahrt ihr in diesem Review.

 

Technische Details:

Kapazität: 500 GB / 1 TB
Formfaktor M.2 2280
NAND Flash:  TLC NAND
Controller: Realtek RTS5766DL
Interface: PCIe Gen3x4, NVMe 1.3
Abmessungen: 80 x 22,1 x 7,55 mm
Gewicht: 15,4 g
LeistungMax.
Lesen (lt. Hersteller) bis zu 2.500 MB/s
Schreiben (lt. Hersteller) bis zu 1.800 MB/s
Betriebstemperatur: 0°C-70°C
Lagertemperatur: -40°C bis 85°C
Stoßfestigkeit: 1500 G / 0,5 ms
MTBF: 2.000.000 Stunden
Garantie: 5 Jahre

 

Lieferumfang:

  • SPECTRIX S20G M.2 SSD (mit gewählter Kapazität)

 

Design und Verarbeitung:

Die SPECTIRX S20G M.2 SSD wird von XPG in einer schlanken Verpackung geliefert, welche in einem roten Grunddesign gehalten ist. Die Verpackungsvorderseite wurde neben der Modellbezeichnung und einem Produktbild der beleuchteten SSD auch mit einer Angabe zur Kapazität der enthaltenen SSD sowie einer Auflistung der wichtigsten Features bedruckt.

Mit einem Blick auf die Verpackungsrückseite findet man eine in mehreren Sprache abgedruckte Auflistung der wichtigsten Features vor.

Innerhalb der Verpackung ist die SSD in einer Kunststoffschale untergebracht.

Entnimmt man die SPECTRIX S20G M.2 SSD aus seiner Verpackung, so hat man eine 80 mm lange und 22 mm breite SSD vor sich liegen, welche durch den verbauten Kühler eine Höhe von 7,55 mm hat. Aufgrund dieser Bauhöhe die SPECTRIX S20G nur in wenige Notebooks passt.

Schaut man sich den auf der SPECTRIX S20G verbauten Kühler einmal etwas genauer an, so wird man schnell feststellen, dass dieser im Gegensatz zu den Kühlern vieler anderer M.2 SSDs nicht vollständig aus Aluminium, sondern zu Großteil aus leicht transparenten Kunststoff gefertigt werden.

XPG hat um den leicht transparenten Kunststoffkern ein Aluminiumblech angebracht, welches so geformt wurde, dass bei einem Blick auf die Oberseite der SSD ein leicht transparenten X zu erkennen ist. Auf die gebürstete Aluminiumoberfläche des Kühlers wurde in der rechten unteren Ecke zudem das XPG Logo abgedruckt.

Mit einem Blick unter den verklebten Passivkühler findet man im vorderen Bereich einen Realtek RTS5766DL Controller vor, welchen ADATA auch schon bei seiner Swordfish M.2 SSD eingesetzt hat. Die Anbindung an die vier 96 Layer 3D-NAND Chips erfolgt mittels vier Kanälen. Die auf unserem Testmuster verbauten Speicherchips werden im TLC-Verfahren betrieben.

Um die Schreibleistung zu steigern, hat ADATA einen dynamischen SLC-Cache verbaut, welcher die anfallenden Daten zunächst im SLC-Verfahren puffert und diese im Anschluss in den TLC-Bereich des NANDs schreibt. Wie wir es auch schon von der GAMMIX S5 sowie der Falcon SSD von ADATA kennen, hat ADATA zur Senkung der Produktionskosten auch bei der SPECTRIX S20G M.2 SSD auf einen dedizierten DRAM-Cache verzichtet. Stattdessen hat sich ADATA für die Host Memory Buffer (HMB) Technologie entschieden, welche im NVMe 1.3 Standard implementiert ist. Wie die Bezeichnung schon vermuten lässt, erlaubt es die HMB Technologie, einen kleinen Teil des normalen Arbeitsspeichers als erste Cache-Stufe der SSD zu verwenden. In der Praxis ist HMB vor allem bei zufälligen Zugriffen auf verschiedene Blöcke (IOPS) messbar. Die sequenzielle Transferleistung wird hingegen nicht positiv beeinflusst.

Schaut man sich das PCB der SPECTRIX S20G einmal etwas genauer an, so kann man links und rechts von den vier verbauten Speicherchips jeweils vier RGB-LEDs erkennen.

Mittels dieser LEDs ist es möglich, die SPECTRIX S20G SSD in einer beliebigen Farbe oder mit einem beliebigen Beleuchtungseffekt zu beleuchten.

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Auf der Rückseite des PCBs hat ADATA keinerlei Komponenten verbaut. Hier findet man lediglich einen Aufkleber vor, welcher die Modellbezeichnung sowie die Speicherkapazität bereithält.

ADATA hat die SSD zusätzlich mit der LDCP-Fehlerkorrektur (Low Density Parity Check) ausgestattet, welche zur Erkennung und Behebung einer Vielzahl von Datenfehlern sorgen soll. Hierdurch wird eine zuverlässigere Datenübertragung und eine längere Produktlebensdauer erreicht. Dank einer nativen AES-256-Bit-Verschlüsselung ist zudem eine bestmögliche Sicherheit der gespeicherten Daten gegeben.

Die SPECTRIX S20G M.2 SSD ist, wie die Modellbezeichnung schon vermuten lässt, mit der M.2-Schnittstelle ausgestattet, welche mit dem Z170 Chipsatz von Intel großflächig Einzug in den Consumer-PC-Markt gefunden hat und in der Zwischenzeit auf fast jedem aktuellen Mainboard zu finden ist.

Die Anbindung erfolgt mittels des NVMe 1.3 Protokolls und somit über PCI Express 3.0 x4, wodurch die SSD viel höhere Übertragungsraten erzielen kann, als es mit dem 2004 eingeführten AHCI Protokoll, welches eine Anbindung per SATA erfordert, möglich ist. 

Die Verarbeitung wurde seitens ADATA sauber und optisch ansprechend ausgeführt und gibt uns keinen Anlass zur Kritik.

 

Testablauf:

Das wichtigste Kaufargument ist bei einer SSD zweifelsohne nicht das Design, sondern die Leistung, welche erbracht werden kann.
Aus diesem Grund schicken wir die SSD nicht nur in verschiedene Benchmarks, sondern werden uns auch ein genaues Bild über die Geschwindigkeit in alltäglichen Bereichen machen.

Das zum Einsatz kommende Testsystem besteht aus diesen Komponenten:

  • Prozessor: AMD 3950X
  • Mainboard: Asrock X570 Pro4
  • Grafikkarte: Zotac GTX 980Ti
  • Arbeitsspeicher: 16GB HyperX Fury (2 x 2 GB DDR4 3466MHz)
  • Systemlaufwerk: Seagate – FireCuda 510 SSD (2 TB)
  • Netzteil: Power & Cooling Silencer MK III 1200W
  • Betriebssystem: Windows 10 Pro 64Bit

Das Testlaufwerk ist dabei als sekundäres Laufwerk eingerichtet. Das Betriebssystem befindet sich somit auf dem verbauten FireCuda 510 SSD. Dies gilt jedoch nur für die durchgeführten Benchmarks und nicht für die Softwaretests.

Getestet wurde die SPECTRIX S20G 1 TB M.2 SSD mittels dieser Benchmarks:

  • AS SSD Benchmark
  • AS SSD Kopierbenchmark
  • ATTO Disk Benchmark

AS SSD Benchmark

Der AS SSD Benchmark wurde, wie der Name vermuten lässt, speziell für SSDs entwickelt. Durch die Verwendung von inkompressiblen Daten stellt dieser Benchmark für komprimierende Controller praktisch ein Worst-Case-Szenario dar.

 

Mit einem Blick auf das erreichte Testergebnis ist zu erkennen, dass die SPECTRIX S20G M.2 SSD nicht die schnellste SSD im Testfeld ist, sondern sich im sehr guten Mittelfeld platziert hat.

AS SSD Kopierbenchmark

Neben diesem Performancetest beinhaltet der AS SSD Benchmark auch noch einen Kopierbenchmark, mittels welchem ermittelt werden kann, wie schnell Daten innerhalb des Laufwerkes kopiert werden können.
Die verwendeten Muster entsprechen typischen Szenarien: ISO (zwei große Dateien), Programm (viele kleine Dateien), Spiel (große und kleine Dateien gemischt).

Auch bei dem aus drei Teilen bestehenden Kopierbenchmark zeigte die SPECTRIX S20G eine mittelmäßige Leistung, welche zwar für die meisten Lebenslagen ausreichend ist, jedoch deutlich geringer ausfällt als bei den Spitzenmodellen im Testfeld.

ATTO Disk Benchmark

Der ATTO Disk Benchmark ermöglicht es einem, die SSDs mit einer höheren Abfragetiefe zu beanspruchen. Wir haben die SSD somit mit einer Queue Depth von 10 getestet.

Mit einem Blick auf das Testergebnis der SPECTRIX S20G ist schnell zu erkennen, dass wir die seitens XPG angegebenen maximalen Lese- und Schreibgeschwindigkeiten fast erreichen konnten. 
Vergleicht man das Testergebnis jedoch einmal mit den anderen Modellen aus dem Testfeld, so spiegelt sich auch hier das Ergebnis aus den vorangegangenen Tests wieder, denn die SSD konnte auch in diesem Test nur eine Leistung erzielen, mittels welcher sie sich im Mittelfeld der per PCIe angebundenen SSDs platziert.

Neben den Messungen mit diesen Benchmarktools wollen wir jedoch auch nicht die Geschwindigkeitsvorteile im alltäglichen Betrieb aus dem Auge verlieren, denn gerade auf diese kommt es im Endeffekt an, da die durch die Benchmarks aus dem Laufwerk gekitzelten Maximalwerte im Normalfall kaum erreicht werden.

Softwareinstallation

Wie die Überschrift schon verlauten lässt, werden wir in diesem Test anhand der Software PCMark 8, Acrobat Reader und OpenOffice die Zeit stoppen, in welcher die Software auf der SSD installiert werden konnte.

Softwaretest

In diesem Test werden wir die Geschwindigkeit messen, in welcher die SSD es schafft, eine WinRAR Datei von einem GB zu entpacken, einen vollständigen Systemscan mit AntiVir absolviert und wie lange ein auf der SSD installiertes Windows 10 benötigt, um zu booten.
Da sich in unserem Testsystem zu den Onboardkomponenten noch ein Hardware-Raidcontroller befindet, welche eine Weile braucht, um alle Festplatten zu initialisieren, werden wir die Zeit erst nach dem Verlassen des Bios stoppen.

Wie es in der Zwischenzeit auch von anderen M.2 SSDs bekannt ist, zeigte auch die SPECTRIX S20G M.2 SSD in unserem Test unter einer dauerhaften Belastung eine Drosselung bei der Übertragungsgeschwindigkeit. Zwar bietet der zum größten Teil aus Kunststoff gefertigte Kühlkörper durch das auf der Ober- und Unterseite verbaute Aluminiumblech eine gewisse Kühlleistung, welche den Controller auf angenehmen Temperaturen hält, jedoch macht sich der fehlende DRAM-Cache gerade beim schreiben von großen Datenmengen schnell bemerkbar und sorgt somit für einen Einbruch der Schreibgeschwindigkeit.

 

Fazit:

Mit der SPECTRIX S20G hat ADATA eine M.2 SSD in das Sortiment seines Gaming Brand XPG aufgenommen, welche in unserem Test mehr durch ihre Optik als durch die gebotene Performance punkten konnte. Der größte Kritikpunkt ist in der Ausstattung zu finden, denn um den Verkaufspreis niedrig zu halten, hat ADATA auf einen integrierten DRAM-Cache verzichtet. Dies hat leider eine große Auswirkung auf die Schreibgeschwindigkeit, wodurch die SPECTRIX S20G M.2 SSD nicht mit den Geschwindigkeiten der teuren Modellen mithalten kann. Eine M.2 SSD mit diesen Eigenschaften eignet sich grundlegend für den Einsatz in einem Office-PC oder einer Workstation, bei der es auf eine hohe und durchgehend verfügbare Performance ankommt. Im Gegensatz zur Falcon und Swordfish SSD, welche ADATA schon etwas länger im Sortiment hat und welche genau dieses Segment abdecken, ist die SPECTRIX S20G M.2 SSD durch die integrierte Beleuchtung die richtige Wahl für Casemodder und Gamer, welche wirklich jede im System verbaute Komponente in das vorhandene Beleuchtungskonzept einbinden, aber dennoch nicht auf eine für Games ausreichende Performance verzichten wollen. Preislich liegt die von uns in diesem Test herangezogene 1 TB große Variante der SPECTRIX S20G M.2 SSD aktuell bei knapp 115 € *. Mit diesem Preis ist die SPECTRIX S20G zwar aktuell die günstigste M.2 SSD, welche mit einer integrierten RGB-Beleuchtung ausgestattet ist, jedoch kommt die engste Konkurrenz mit der SPECTRIX S40G aus eigenem Hause, denn die SPECTRIX S40G kostet lediglich wenige Euro* mehr, bietet dafür jedoch eine deutliche höhere Lesegeschwindigkeit.

Ein besonderer Dank geht an ADATA für die Bereitstellung des Testmusters.

ADATA – XPG – SPECTRIX S20G M.2 SSD

7.5

Verarbeitung

10.0/10

Kompatibilität

4.0/10

Geschwindigkeit

7.5/10

Lieferumfang

7.0/10

Preis

9.0/10

Pro

  • Integrierte und steuerbare RGB-Beleuchtung
  • Verarbeitung
  • Preis

Contra

  • Passt durch den verbauten Kühler nicht in jedes Notebook
  • Kein integrierter DRAM-Cache
  • Geringe Leistung im Vergleich zu anderen M.2 SSDs