Acer – FA100 M.2 NVMe PCIe Gen3 SSD im Test

Mit der FA100 haben wir heute eine M.2 NVMe PCIe Gen3 SSD von Acer im Test, welche nicht nur in einem Desktop-PC mit einer guten Performance überzeugen möchte, sondern auch für den Einsatz in einem Notebook eine gute Wahl sein soll.

Welche Details in der von BIWIN gefertigten FA100 stecken und wie sich die 2 TB große Variante von Acer´s M.2 NVMe PCIe Gen3 SSD in unserem Test geschlagen hat, erfahrt ihr in diesem Review.

 

Technische Details:

Kapazität: 128 GB / 256 GB / 512 GB / 1 TB / 2 TB
Formfaktor M.2 2280
NAND Flash:  3D TLC NAND
Controller: InnoGrit IG5216
Interface: PCIe Gen 3.0 x4, NVMe 1.4
Abmessungen: 80 x 21,9 x 2,4 mm
LeistungMax.
Lesen (lt. Hersteller) bis zu 3.150 MB/s
Schreiben (lt. Hersteller) bis zu 2.600 MB/s
Betriebstemperatur: 0°C-70°C
Lagertemperatur: -40°C bis 85°C
Stoßfestigkeit: 1500 G / 0,5 ms
Haltbarkeit: 1.200 TBW
Garantie: 5 Jahre

 

Lieferumfang:

  • Acer FA100M.2 SSD in gewählter Größe
  • Schraube
  • Anleitung

 

Design und Verarbeitung:

Die FA100 M.2 SSD wird von Acer in einer Verpackung geliefert, welche in einem grün/weißen Design gehalten ist.
Die Verpackungsvorderseite wurde neben der Modellbezeichnung und einem Produktbild auch mit der Kapazität der enthaltenen SSD sowie einer Auflistung der wichtigsten Features bedruckt.

Auf der Verpackungsrückseite hat Acer eine Auflistung der technischen Details abgedruckt.

Entnimmt man die FA100 M.2 SSD aus seiner Verpackung, so hat man eine 80 mm lange und 22 mm breite M.2 SSD vor sich liegen, welche eine Stärke von nur 2,4 mm hat.

Auf einen vorinstallierten Kühler hat Acer zum Einhalten dieser Spezifikationen verzichtet.

Die FA100 M.2 SSD ist, wie die Modellbezeichnung schon vermuten lässt, mit der M.2-Schnittstelle ausgestattet, welche mit dem Intel Z170 Chipsatz großflächig Einzug in den Consumer-PC-Markt gefunden hat und in der Zwischenzeit auf jedem aktuellen Mainboard zu finden ist.

Schaut man sich das PCB einmal genauer an, so findet man direkt hinter der M.2 Schnittstelle einen InnoGrit IG5216 Controller vor, welcher zur Anbindung der vier verbauten 3D-NAND Chips vier Kanäle bereitstellt. Die auf unserem Testmuster verbauten Speicherchips werden hierbei im TLC-Verfahren betrieben.

Um die Schreibleistung zu steigern, setzt Acer auf einen dynamischen SLC-Cache, welcher die anfallenden Daten zunächst im SLC-Verfahren puffert und diese im Anschluss in den TLC-Bereich des NANDs schreibt. Zur Senkung der Produktionskosten wurde hierbei jedoch auf einen dedizierten DRAM-Cache verzichtet. Stattdessen hat sich Acer für die Host Memory Buffer (HMB) Technologie entschieden, welche mit dem NVMe 1.3 Standard implementiert wurde. Wie die Bezeichnung schon vermuten lässt, erlaubt es die HMB Technologie, einen kleinen Teil des normalen Arbeitsspeichers als erste Cache-Stufe der SSD zu verwenden. In der Praxis ist HMB vor allem bei zufälligen Zugriffen auf verschiedene Blöcke (IOPS) messbar. Die sequenzielle Transferleistung wird hingegen nicht positiv beeinflusst.

Acer hat die SSD zusätzlich mit der LDCP-Fehlerkorrektur (Low Density Parity Check) ausgestattet, welche zur Erkennung und Behebung einer Vielzahl von Datenfehlern sorgen soll. Hierdurch wird eine zuverlässigere Datenübertragung und eine längere Produktlebensdauer erreicht. Neben diesem Feature unterstützt die FA100 auch SMART Data Reporting, Trim und End-to-End- (E2E) Datenschutz. Auf eine sonst oft übliche AES 256-Bit-Hardwareverschlüsselung wurde hingegen verzichtet.

Auf der Rückseite des PCBs hat Acer keinerlei Komponenten verbaut. Hier findet man lediglich einen Aufkleber vor, welcher mit dem Acer Logo bedruckt ist.

Wie wir es auch schon von manchen M.2 SSD aus dem Hause Samsung kennen, wurde in diesen Aufkleber eine dünne Kupferschicht eingearbeitet, welche die Wärmeabfuhr verbessern und somit für eine geringere Temperatur des eingesetzten Controllers sorgen soll.

Dank des gewählten Aufbaus hält Acer die Spezifikationen ein und die SSD kann somit auch problemlos in jedem Notebook sowie auf jedem Mainboard, welches über einen M2. 2280 Anschluss verfügt, eingesetzt werden.

Auch wenn Acer auf die Integration einer AES 256-Bit-Hardwareverschlüsselung verzichtet hat, wurde die Verarbeitung der FA100 M.2 SSD sauber ausgeführt.

 

Testablauf:

Das wichtigste Kaufargument ist bei einer SSD zweifelsohne nicht das Design, sondern die Leistung, welche erbracht werden kann.
Aus diesem Grund schicken wir die SSD nicht nur in verschiedene Benchmarks, sondern werden uns auch ein genaues Bild über die Geschwindigkeit in alltäglichen Bereichen machen.

Das zum Einsatz kommende Testsystem besteht aus diesen Komponenten:

Das Testlaufwerk ist dabei als sekundäres Laufwerk eingerichtet. Das Betriebssystem befindet sich somit auf der verbauten Samsung – 970 EVO M.2 500 GB – NVMe SSD*. Dies gilt jedoch nur für die durchgeführten Benchmarks und nicht für die Softwaretests.

Getestet wurde die FA100 2 TB M.2 SSD mittels dieser Benchmarks:

  • AS SSD Benchmark
  • AS SSD Kopierbenchmark
  • ATTO Disk Benchmark

 

AS SSD Benchmark:

Der AS SSD Benchmark wurde, wie der Name vermuten lässt, speziell für SSDs entwickelt. Durch die Verwendung von inkompressiblen Daten stellt dieser Benchmark für komprimierende Controller praktisch ein Worst-Case-Szenario dar.

Mit einem Blick auf das erreichte Testergebnis wird man feststellen, dass unser Testmuster die seitens Acer angegebene maximale Lesegeschwindigkeit ganz knapp überbieten konnte. Im Schreibtest liegt die Performance unseres Testmusters sogar mehr als 200 MB/s über den Werksangaben.

 

AS SSD Kopierbenchmark:

Neben diesem Performancetest beinhaltet der AS SSD Benchmark auch noch einen Kopierbenchmark, mittels welchem ermittelt werden kann, wie schnell Daten innerhalb des Laufwerkes kopiert werden können.
Die verwendeten Muster entsprechen typischen Szenarien: ISO (zwei große Dateien), Programm (viele kleine Dateien), Spiel (große und kleine Dateien gemischt).

Auch bei dem aus drei Teilen bestehenden Kopierbenchmark zeigte die FA100 eine gute Performance.

 

ATTO Disk Benchmark

Der ATTO Disk Benchmark ermöglicht es einem, die SSDs mit einer höheren Abfragetiefe zu beanspruchen. Wir haben die SSD somit mit einer Queue Depth von 10 getestet.

Dank der hohen Abfragetiefe konnte die FA100 in diesem Test ihre volle Leistung entfalten. Wie wir es schon aus dem AS SSD Test kennen, konnte unser Testmuster der FA100 M.2 SSD auch im Lesetest des ATTO Disk Benchmarks eine Performance erzielen, welche oberhalb der Werksangaben liegt. In diesem Test fällt die Differenz zu der seitens Acer angegebenen Maximalgeschwindigkeit mit knapp 130 MB/s sogar noch größer aus. Auch die im Schreibtest gemessenen Werte übertreffen im ATTO Disk Benchmark die Werksangaben.

Neben den Messungen mit diesen Benchmark-Tools wollen wir jedoch auch nicht die Geschwindigkeitsvorteile im alltäglichen Betrieb aus dem Auge verlieren, denn gerade auf diese kommt es im Endeffekt an, da die durch die Benchmarks aus dem Laufwerk gekitzelten Maximalwerte im Normalfall kaum erreicht werden.

 

Softwareinstallation:

Wie die Überschrift schon verlauten lässt, werden wir in diesem Test anhand der Software PCMark 8, Acrobat Reader und OpenOffice die Zeit stoppen, in welcher die Software auf der SSD installiert werden konnte.

PC Mark8 Adobe Acrobat Reader 10 Open Office
119 Sekunden 18 Sekunden 43 Sekunden

 

Softwaretest:

In diesem Test werden wir die Geschwindigkeit messen, in welcher die SSD es schafft, eine WinRAR Datei von einem GB zu entpacken, einen vollständigen Systemscan mit AntiVir absolviert und wie lange ein auf der SSD installiertes Windows 10 benötigt, um zu booten. Hierbei wird die Zeitmessung erst nach dem Verlassen des Bios gestartet.

WinRAR 1GB entpacken Antivir System Scan Windows 10 Pro x64 Bootzeit
21 Sekunden 234 Sekunden 14,8 Sekunden

Wie wir es in der Zwischenzeit auch schon von anderen M.2 SSDs kennen, zeigte auch die FA100 M.2 SSD in unserem Test unter einer dauerhaften Belastung eine gewisse Drosselung der Übertragungsgeschwindigkeit. Dieser Geschwindigkeitsabfall entsteht durch die Drosselung des verbauten Controllers, welche zum Schutz des Controllers ab einer bestimmten Temperaturschwelle eintritt. Je nach eingesetztem Mainboard gibt es direkt vom Mainboardhersteller entsprechende Kühlkörper, mittels welchen man dieser Drosselung entgegenwirken kann. Es gibt jedoch auch die Möglichkeit, die SSD nicht direkt auf einem Mainboard zu betreiben, sondern auf einer speziellen Steckkarte, auf welcher dann ein entsprechender Kühlkörper verbaut werden kann. In Kombination mit dem auf der Rückseite angebrachten Aufkleber, welcher mit einem Kupferstreifen ausgestattet wurde, kann man so für eine bestmögliche Kühlung sorgen.
Wo der fehlende Kühlkörper aus Sicht der eventuell eintretenden Drosselung ein Nachteil ist, kann die FA100 aufgrund des gewählten Aufbaus jedoch auch in Systemen eingesetzt werden, wo M.2 SSDs, welche mit einem Kühler ausgestattet sind, keinen Platz finden.

 

Fazit:

Mit der FA100 hat Acer eine M.2 SSD in seinem Sortiment, welche zwar nicht zu den schnellsten Modellen ihrer Art gehört, in unserem Test aber dennoch überzeugen konnte. Der größte Kritikpunkt ist in der Ausstattung zu finden, denn um den Verkaufspreis niedrig zu halten, hat Acer bei der von BIWIN gefertigten SSD auf einen integrierten DRAM-Cache verzichtet. Wo dies bei der maximalen Lesegeschwindigkeit nicht zum tragen kommt, wirkt sich der fehlende DRAM-Cache jedoch auf die Schreibgeschwindigkeit aus, wodurch die FA100 M.2 SSD nicht mit der Schreibgeschwindigkeit anderer Modelle mithalten kann. Im direkten Vergleich zu anderen Modellen, welche mit dem gleichen Aufbau versehen sind, konnte die FA100 in unserem Test jedoch fast immer eine etwas bessere Performance abliefern. Ein großer Vorteil der FA100 M.2 SSD ist in der gebotenen Kompatibilität zu finden. Da die FA100 im Vergleich zu vielen anderen aktuellen M.2 SSDs nicht mit einem Kühlkörper ausgestattet ist, kann man die FA100 M.2 SSD ohne Umwege und einen eventuellen Garantieverlust, welcher durch das Entfernen eines werksseitig verbauten Kühlers zustande kommt, auf jedem Mainboard sowie in jedem Notebook mit einem M.2 2280 Steckplatz einsetzen. Um dies ohne zusätzlichen Aufwand bewerkstelligen zu können, liegt dem Lieferumfang nicht nur die benötigte Befestigungsschraube bei, sondern Acer stellt einem zur Systemmigration auch eine Acronis True Image Version per Download zur Verfügung. Preislich liegt die FA100 M.2 SSD in der von uns für diesen Test herangezogenen 2 TB Version aktuell bei knapp 270 €*.

Ein besonderer Dank geht an Acer für die Bereitstellung des Testmusters.

Acer - FA100 M.2 NVMe PCIe Gen3 SSD

9.1

Verarbeitung

9.5/10

Kompatibilität

10.0/10

Geschwindigkeit

8.0/10

Lieferumfang

10.0/10

Preis

8.0/10

Pro

  • Kompatibilität
  • Lieferumfang
  • Performance

Contra

  • Keine AES 256-Bit-Hardwareverschlüsselung
  • Kein integrierter DRAM-Cache
  • Preis