Fractal Design – Pop 2 Air ATX-Gehäuse im Test

Mit dem Pop 2 Air haben wir heute passend zum Release ein ATX-Gehäuse von Fractal Design im Test, welches neben einem dezenten Design auch mit sehr guten Kühleigenschaften überzeugen möchte.

Welche Details in dem neuen Pop 2 Air stecken und wie sich der auf einen guten Airflow hin entwickelte Midi-Tower von Fractal Design in unserem Test geschlagen hat, erfahrt ihr in diesem Review.

 

Technische Details:

Abmessungen: 467 × 215 × 437 mm (L x B x H)
Materialien:
Stahl, gehärtetes Glas, Kunststoff
Formfaktor: ATX / Micro-ATX / ITX
I/O-Panel: 1 x Audio
1 x USB 3.0
1 x USB 3.1 Gen2 Type C
Laufwerkseinschübe intern: 1 x 3,5″
2 x 2,5″
Lüftervorbereitungen: Front: 3 x 120 mm (3 x Aspect 12X non-PWM 120-mm-Lüfter vorinstalliert)
Rückseite: 1 x 120 mm
Oberseite: 3 x 120 / 2 x 140 mm
Radiatormontageplätze: Oberseite: 120/240/360mm
Rückseite: 120 mm
Erweiterungsslots: 7
CPU Kühler Höhe (max.): 170 mm
Grafikkartenlänge (max.): 416 mm
Netzteillänge (max.): 180 mm
Gewicht: 7,4 kg

 

Lieferumfang:

  • Pop 2 Air ATX-Gehäuse
  • Schraubenset
  • Kabelbinder
  • Entkoppler
  • Montageanleitung

 

Design und Verarbeitung:

Das Pop 2 Air ATX-Gehäuse wird von Fractal Design in einer neutralen Verpackung geliefert, welche auf der Vorder- als auch Rückseite neben dem Fractal Design Logo lediglich mit der Modellbezeichnung bedruckt wurde.

Innerhalb der OVP ist das Gehäuse durch zwei Styroporpolster geschützt und übersteht somit den Transport zum Käufer auch ohne eine weitere Umverpackung unbeschadet.

Äußeres Erscheinungsbild

Entnimmt man das Pop 2 Air aus seiner Verpackung, so hat man ein schwarzes ATX-Gehäuse vor sich stehen, welches in einem schlichten Design gehalten ist, aber dennoch auf den ersten Blick klarmacht, dass das Gehäuse auf einen guten Airflow hin optimiert wurde.

Dieses Design erzielt Fractal Design vor allem durch die Gehäusefront, welche über eine schwarze Kunststoffumrandung verfügt, in welche ein großes Meshgitter eingefasst wurde.
Damit dieser Aufbau nicht denen vieler andere Gehäuse mit einer Mesh-Front gleicht, wurde das eingesetzte Mesh-Gitter wie bei der ersten Pop Gehäuse Version von Fractal Design nicht einfach nur flach ausgeführt, sondern das Mesh-Gitter wurde mit hexagonförmigen Prägungen ausgestattet.

Auf ein in die Gehäusefront eingearbeitet Logo, welches das durchgehende Design unterbrechen würde, hat Fractal Design verzichtet. Stattdessen wurde die Gehäusefront an der unteren rechten Kante mit einem kleinen Fähnchen ausgestattet, welches das Fractal Design Logo trägt.

Nimmt man die Frontblende, deren Mesh-Gitter zugleich als Staubfilter fungiert, vom Gehäusekorpus ab, so hat man einen freien Blick auf die drei vorinstallierten 120-mm-Lüfter.

Eine Montage von 140-mm-Lüftern oder eines entsprechenden Radiators ist trotz des seitens Fractal Design angedachten Einsatzgebietes jedoch nicht angedacht.

Um das Design der Gehäusefront nicht zu unterbrechen, hat Fractal Design nicht nur auf ein eingelassenes Logo verzichtet, sondern auch das I/O-Panel wurde in den vorderen Bereich der Gehäuseoberseite verlegt. Neben dem obligatorischen Powerschalter sowie einem vierpoligen Audioanschluss hat Fractal Design an dieser Stelle auch einen USB 3.0 Type-A-Anschluss verbaut. Zudem findet man an dieser Stelle auch einen USB 3.0 Type-C-Anschluss vor.

Im Gegensatz zu den meisten Gehäusen am Markt verfügt das Pop 2 Air somit nicht über getrennte Audioanschlüsse für Kopfhörer und Mikrofon, sondern nur über einen vierpoligen Klinkeanschluss. Da sich kein passender Adapter im Lieferumfang befindet, kann man jedoch nicht jedes Headset ohne zusätzliche Kosten für einen optionalen Klinkeadapter 🛒 mit dem I/O-Panel des Gehäuses verbinden.

Neben dem I/O-Panel hat Fractal Design die Gehäuseoberseite mit einem abnehmbaren und aus robustem Metall gefertigten Mesh-Gitter ausgestattet, welches zugleich als Staubfilter für den darunter befindlichen Luftauslass dient.

Unterhalb des abnehmbaren Staubfilters wurde der Luftauslass mit Langlöchern zur Lüftermontage ausgestattet. An diesen Montagepunkten lassen sich wahlweise bis zu drei 120-mm-Lüfter oder zwei 140-mm-Lüfter montieren.

Betrachtet man das Gehäuse einmal von der Rückseite aus, so findet man direkt unterhalb des Gehäusedeckels den Ausschnitt für das I/O-Shield sowie einen weiteren Luftauslass vor, an welchem man einen weiteren 120-mm-Lüfter verbauen kann.

Im weiteren Verlauf sind sieben Erweiterungsslots zu finden, welche mit geschlitzten Slotblenden ausgestattet wurden. Im Gegensatz zu vielen anderen ATX-Gehäusen wurden die Schrauben, mittels welchen die Slotblenden am Gehäuse fixiert sind, beim Pop 2 Air jedoch hinter einer Kunststoffblende versteckt, welche von der Gehäuseinnenseite aus arretiert ist.

Der Einbauplatz für das ATX-Netzteil befindet sich am Gehäuseboden und verfügt über vier Montagebohrungen, durch welche sich das Netzteil grundlegend nur in einer Richtung montieren lässt.

Eine Möglichkeit, das Netzteil in zwei Richtungen montieren zu können, wird einem beim Pop 2 Air somit nicht geboten.

Auf der Gehäuseunterseite hat Fractal Design im hinteren Bereich einen abnehmbaren Staubfilter verbaut, welcher den Lufteinlass für das Netzteil vor eindringendem Staub schützt. Für einen sicheren Stand sorgen vier gummierte Kunststofffüße.

Wo Fractal Design das Pop 2 Air ATX-Gehäuse auf der rechten Seite mit einer geschlossenen Seitenwand ausgestattet hat,

wurde das Gehäuse auf der linken Seite mit einer gehärteten Echtglasscheibe ausgestattet, welche sich von der Gehäuseoberseite aus bis zur oberen Kante des Netzteiltunnels erstreckt.

 

Blick ins Innere

Auch wenn man durch die verbaute Seitenwand schon einen ersten Blick ins Gehäuseinnere werfen kann, kann man alle Details erst dann erkennen, wenn man die beiden Seitenwände von dem Gehäuse abnimmt.

Fractal Design hat dem Pop 2 Air einen aufgeräumten Innenraum spendiert, bei welchem man im unteren Bereich einen PSU-Tunnel vorfindet. Im Gegensatz zu vielen anderen Gehäusen, welche über einen solchen PSU-Tunnel verfügen, hat Fractal Design den hier verbauten PSU-Tunnel jedoch nicht nur mit Kabeldurchführungen ausgestattet, sondern auch mit einem Luftdurchlass, welcher sich direkt über dem Montageplatz des Netzteils befindet. 

Der verbaute PSU-Tunnel erstreckt sich auf seiner Oberseite zudem nicht über die gesamte Gehäusetiefe, sondern wurde im vorderen Bereich mit einer Aussparung ausgestattet, in welche Fractal Design eine abgeschrägte Kunststoffblende montiert hat, welche den Luftstrom vom unteren Frontlüfter direkt zur eingesetzten Grafikkarte leiten soll.

In den Mainboardschlitten wurde neben Kabeldurchführungen, bei welchen leider auf eine Gummierung verzichtet wurde, auch eine große Aussparung eingearbeitet, welche zur einfachen Kühlermontage dient.

Auf Aussparungen, welche die Montage von Mainboards mit zur Rückseite hin ausgerichteten Anschlüssen ermöglichen würde, hat Fractal Design bei seinem neusten Gehäuse jedoch leider verzichtet.

Passend zum aufgeräumten Innenraum hat Fractal Design auch die Rückseite des Mainboardschlittens klar strukturiert und im vorderen Bereich mit einer Kabelführung ausgestattet.

Auf der Rückseite des Mainboardschlittens wurden unterhalb der Aussparung, welche der einfachen Kühlermontage dient, Montagepunkte eingearbeitet, welche seitens Fractal Design schon mit Kunststoffpins ausgestattet wurden, welche eine werkzeuglose Montage von bis zu zwei 2,5″-Laufwerke ermöglichen.

Mit einem Blick in den Netzteiltunnel findet man direkt hinter der Gehäusefront einen modularen Festplattenrahmen vor, in welchem man eine 2,5″- oder 3,5″-Festplatte montieren kann.

Der im hinteren Bereich des Netzteiltunnels angesiedelte Montageplatz für das ATX-Netzteil ist am Gehäuseboden mit Gummientkopplern ausgestattet worden.

Die Verarbeitung des Pop 2 Air ATX-Gehäuses wurde seitens Fractal Design nicht nur optisch ansprechend, sondern auch sehr hochwertig ausgeführt.

 

Montage:

Den ersten Arbeitsschritt kann man sich bei der Hardwaremontage sparen, denn Fractal Design hat die zur Mainboardmontage notwendigen Abstandshalter schon in den Mainboardschlitten eingedreht. Somit kann man das gewünschte Mainboard ohne weitere Vorbereitungen in dem Pop 2 Air montieren.
Dank der in den Mainboardschlitten eingelassene Aussparung kann die Montage des gewünschten CPU-Kühlers auch im Nachhinein durchgeführt werden. Durch das Platzangebot von 170 mm kann man in dem Pop 2 Air fast alle gängigen Tower-Kühler verbauen. Etwas anders sieht es aus, wenn man in dem Gehäuse einen mächtigen Twin-Tower-Kühler verbauen will, denn diese sind meist über 170 mm hoch.
Die Montage einer internen Wasserkühlung ist auf Wunsch ebenso möglich. Für den Fall, dass man eine solche Wasserkühlung verbauen möchte, wird man bei dem neuen Pop 2 Air jedoch etwas eingeschränkt. Bedingt durch die spezielle Luftführung, welche Fractal Design in den Netzteiltunnel integriert hat sowie der Art und Weise, wie die Lüfter an der Gehäusefront befestigt sind, lässt sich an der Gehäusefront des Pop 2 Air kein Radiator verbauen. Somit bietet einem das Pop 2 Air nur an der Gehäuseober- sowie auch Gehäuserückseite die Möglichkeit, einen entsprechenden Radiator verbauen zu können. Am Gehäusedeckel bekommt man dabei einen bis zu 360 mm großen Radiator unter. An der Gehäuserückseite kann ein 120-mm-Radiator verbaut werden. 
Die eingesetzten Erweiterungskarten dürfen bis zu 416 mm lang sein und können dank der eingesetzten Rändelschrauben zwar auch ohne Werkzeug montiert werden, jedoch muss man vor der Montage erst noch die Kunststoffabdeckung, welche einen Blick auf die Schrauben von der Gehäuserückseite aus verhindert, vom Gehäusekorpus abnehmen.
Die Montage von zwei 2,5″-Festplatten kann werkzeuglos auf der Rückseite des Mainboardschlittens erfolgen.
Im modularen Festplattenkäfigen, welcher sich innerhalb des Netzteiltunnels befindet, lässt sich eine 2,5″- oder 3,5″-Festplatte verbauen. Die Montage der 3,5″-Festplatten ist dank der im Lieferumfang enthaltenen Entkoppler an dieser Stelle zwar entkoppelt, jedoch nicht werkzeuglos möglich.

Das eingesetzte ATX-Netzteil kann aufgrund der geringen Anzahl an Montagepunkten nur in einer Richtung montiert werden. Dank der am Gehäuseboden angebrachten Gummientkoppler erfolgt die Netzteilmontage jedoch vom Gehäuseboden entkoppelt.
Durch das auf der Rückseite des Mainboardschlittens gebotene Platzangebot sowie das vorinstallierte Kabelmanagement lassen sich überschüssige Kabel recht gut verstecken.

Auch wenn das Pop 2 Air nicht über vorinstallierte ARGB-Komponenten verfügt, stellt das Pop 2 Air in der von uns in diesem Test herangezogenen TG-Version eine gute Grundlage zum Aufbau eines schicken Gaming-Systems dar.

 

Messungen:

Neben der Verarbeitung sowie der Ausstattung kommt es bei einem Gehäuse auch auf eine bestmögliche Kühlung und somit auf einen guten Luftstrom an.

Das hierzu eingesetzte Testsystem besteht aus diesen Komponenten:

 

Die Testergebnisse sind bei einer Raumtemperatur von ca. 21,0 °C (zu Beginn der Testphase gemessen) entstanden. Die eingesetzten Lüfter werden bei maximaler Drehzahl betrieben. Protokolliert wurde der maximale Mittelwert aller CPU Cores nach einem 30 minütigen Prime95 Stresstest.

Wir nutzen bei unseren Tests immer die ARCTIC MX-5 Wärmeleitpaste 🛒, um auch hier etwaige Schwankungen ausschließen zu können.

Die erreichten Temperaturen sind abhängig von dem genutzten System und können auch auf ähnlichen Systemen abweichen, vor allem dann, wenn andere oder weniger Lüfter in dem System verbaut werden. Da wir in alle Gehäusetests die gleiche Testplattform einsetzen, lassen sich die Messwerte jedoch gut miteinander vergleichen.

Mit einem Blick auf das Testergebnis findet man den neuen Pop 2 Air Midi-Tower im guten Mittelfeld vor. Die drei vorinstallierten Lüfter können dank des aufgeräumten Innenraums sowie dem großen Lufteinlass an der Gehäusefront sowie den großen Luftauslässen an der Gehäuseober- und Gehäuserückseite einen sehr guten Airflow erzielen. Dank der integrierten Luftführung eignet sich das Gehäuse vor allem für Anwender, welche ein luftgekühltes System aufbauen wollen.

 

Fazit:

Mit dem Pop 2 Air hat Fractal Design sein Sortiment um einen Midi-Tower erweitert, dessen Innenraum wir in recht ähnlicher Form schon vom Epoch sowie dem North Midi-Tower her kennen. Durch die im Vergleich zu diesen Modellen geänderte Luftführung richtet sich das Pop 2 Air jedoch vor allem an Anwender, welche ein luftgekühltes Gaming-System aufbauen wollen. Von der optischen Seite her punktet das Gehäuse neben einem geradlinigen Design auch durch die eingesetzte Glasscheibe sowie das speziell designte Mesh-Gitter an der Gehäusefront. Mit dem so erzeugten Design lässt sich das Gehäuse nicht nur sehr gut in einen modernen Arbeits- oder Streaming-Platz integrieren, sondern das neue Pop 2 Air stellt auch eine gute Grundlage für den Aufbau eines schicken Gaming-PCs dar. Passend hierzu wurde nicht nur der Innenraum großzügig dimensioniert, sondern Fractal Design setzt bei seinem neusten Gehäuse auch auf eine solide aber nicht perfekte Ausstattung. So verfügt das Pop 2 Air neben der Möglichkeit zur werkzeuglosen Montagemöglichkeit von 2,5″-Laufwerke und Erweiterungskarten auch über eine Option zur entkoppelten 3,5″-Festplattenmontage. Vermisst haben wir mit einem Blick auf die gebotene Ausstattung jedoch nicht nur gummierte Kabeldurchführungen, sondern auch einen zweiten Klinkeanschluss für das eingesetzte Headset sowie die Möglichkeit, das eingesetzte Netzteil in zwei Richtungen montieren zu können. Dank der großen Luftein- und Luftauslässe, welche mit drei hauseigenen 120-mm-Lüftern sowie einer optimierten Luftführung kombiniert wurden, kann man auch schnelle Gaming-Hardware gut und bei einer angenehmen Geräuschkulisse kühlen. Möchte man die werksseitig verbauten Lüfter jedoch entsprechend der Systemauslastung steuern, so ist dies bedingt durch die fehlende PWM-Funktion nur über die Betriebsspannung der Lüfter möglich. Preislich liegt der sauber verarbeitete Pop 2 Air Midi-Tower in der von uns in diesem Test herangezogen TG-Version zur Markteinführung bei knapp 90 € 🛒. Neben der von uns in diesem Test herangezogen Variante gibt es das Gehäuse auch noch in einer Version mit beleuchteten Lüftern sowie in einer Version ohne Seitenfenster.

Wir danken Fractal Design für die Bereitstellung des Testmusters.

Fractal Design – Pop 2 Air ATX-Gehäuse

8.1

Verarbeitung

9.0/10

Kompatibilität

8.5/10

Kühlmöglichkeiten

8.0/10

Ausstattung

8.0/10

Lieferumfang

9.5/10

Modding

6.0/10

Preis

8.0/10

Pro

  • Schlichtes Design
  • Gute Luftführung
  • Entkoppelte Netzteil- & 3,5"-HDD-Montage
  • Werkzeuglose SSD & Grafikkartenmontage

Contra

  • (Vierpoliger Klinkeanschluss)
  • Keine Radiatormontage an der Front möglich