NZXT – H2 Flow Mini-ITX Gehäuse im Test

Mit dem H2 Flow haben wir heute passend zum Release ein neues Mini-ITX Gehäuse vorn NZXT im Test, welches trotz seiner sehr kompakten Abmessungen mit einem guten Platzangebot sowie guten Kühleigenschaften überzeugen möchte.

Welche Details in dem neuen H2 Flow stecken, und wie sich das Small Form Factor Gehäuse von NZXT in unserem Test geschlagen hat, erfahrt ihr in diesem Review.

 

Technische Details:

Abmessungen: 435 x 181 x 263 mm (H x B x T)
Gewicht:
4,55 kg
Volumen: 20,7 l
Formfaktor: Mini-ITX
Netzteil: SFX, SFX-L
Material:
Stahl, gehärtetes Glas
I/O-Panel: 2 x USB 3.2 Type A
1 x USB 3.2 Gen2 Type C
1 x 3,5-mm-Klinke
Lüftervorbereitungen: Front: 2 x 120 / 140 mm
Oberseite: 2 x 120 mm
Lüfter vorinstalliert:

2 x F120Q CV (3-pin DC)

1350 RPM
60,2 CFM
1,25 mmH2O
24,1 dBA

Erweiterungsslots:
3
Laufwerksmontageplätze: 2 x 2,5″ 
Radiatormontageplätze: Front:  240 / 280 mm (max 60 mm Stärke inkl. Lüfter)
CPU Kühler Höhe (max.): 60 mm 
Grafikkartenlänge (max.): 331 mm
Max Höhe GPU: 150 mm 
Max Breite GPU: 65 mm

 

Lieferumfang:

  • H2 Flow Mini-ITX Gehäuse
  • Schraubenset
  • PCIe 5 Riser Card (vormontiert)
  • Anleitung
  • Kabelbinder

 

Design und Verarbeitung:

Das H2 Flow wird von NZXT in einer neutralen Verpackung geliefert, welche auf der Vorderseite mit einer Skizze des enthaltenen Gehäuses bedruckt wurde. Zudem ist an dieser Stelle auch noch ein Aufkleber zu finden, welcher neben der Modellbezeichnung auch ein Bild des bestückten Gehäuses bedruckt wurde.

Die Verpackungsrückseite wurde neben einem großen NZXT Logo und einer weiteren Skizze auch mit der Modellbezeichnung bedruckt. Eine Auflistung der technischen Details sucht man auf der Verpackung vergeblich.

Innerhalb der OVP wird das Gehäuse durch zwei Styroporpolster geschützt und übersteht den Transport zum Käufer somit auch ohne eine weitere Umverpackung unbeschadet.

 

Äußeres Erscheinungsbild:

Entnimmt man das H2 Flow aus seiner Verpackung, so hat man ein sehr schlankes, jedoch vergleichsweise hohes ITX-Gehäuse vor sich stehen, dessen Design sehr geradlinig und auf eine bestmögliche Kühlleistung ausgelegt wurde.

Wie wir es schon von verschiedenen Flow-Modellen aus dem Hause NZXT her kennen, setzt NZXT auch bei dem neuen H2 Flow auf einen großen Lufteinlass in der Gehäusefront. Der Lufteinlass wurde dabei direkt mittels eines feinen Mesh-Gitters, welches auch als Staubfilter dient, in die Gehäusefront eingearbeitet. 
Bedingt durch die kompakten Abmessungen wurde das I/O-Panel nicht wie bei vielen anderen aktuellen Gehäusen, welche an der Gehäusefront über einen großen Lufteinlass verfügen, in die Gehäuseoberseite versetzt, sondern NZXT hat dieses unterhalb des Lufteinlasses und somit direkt am Übergang zum Gehäuseboden positioniert.
Neben dem obligatorischen Powerschalter wurden an dieser Stelle zwei USB 3.2 Gen1 Anschlüsse sowie ein USB 3.2 Gen2 Type C Anschluss verbaut. Zudem ist hier auch eine vierpolige 3,5-mm-Klinkebuchse zu finden.

Im Gegensatz zu den meisten Gehäusen am Markt verfügt das H2 Flow somit nicht über getrennte Audioanschlüsse für Kopfhörer und Mikrofon, sondern nur über einen vierpoligen Klinkeanschluss. Da sich kein passender Adapter im Lieferumfang befindet, kann man jedoch nicht jedes Headset ohne zusätzliche Kosten für einen optionalen Klinkeadapter 🛒 mit dem I/O-Panel des Gehäuses verbinden.

Hinter der abnehmbaren Gehäusefront lassen sich bis zu zwei 120-mm- bzw. 140-mm-Lüfter montieren. Auch die Montage eines bis zu 280 mm großen Radiators ist an dieser Stelle möglich.

In die Gehäuseoberseite ebenfalls ein feines Mesh-Gitter eingearbeitet, welches an dieser Stelle als Luftauslass dient.

Unterhalb des auf den Gehäusekorpus aufgesteckten Gehäusedeckels hat NZXT das H2 Flow mit zwei hauseigenen F120Q CV Lüftern ausgestattet, welche sich bedingt durch ein fehlendes PWM-Signal nur über die Betriebsspannung steuern lassen.

Mit einem Blick auf die Gehäuserückseite findet man einen recht offenen Aufbau vor. Der hier eingearbeitete Luftauslass erstreckt sich fast über die gesamte Gehäuserückseite und wurde im Gegensatz zu allen anderen Luftein- und Auslässen jedoch mittels eines großflächigeren Wabengitters realisiert.

Wo man in dem Wabengitter einen Ausschnitt für das I/O-Shield sowie den Montageplatz für ein SFX bzw. SFX-L Netzteil vorfindet, sucht man die sonst an dieser Stelle befindlichen Erweiterungsslots an dieser Stelle vergeblich.

Aufgrund des speziellen Aufbaus wurden die Erweiterungsslots in die Gehäuseunterseite eingearbeitet. NZXT hat die Gehäuseunterseite hierzu im hinteren Bereich mit einem vertieft eingelassenen Bereich ausgestattet, in welchem drei gelochte Slotblenden verbaut wurden.

Um das Anschlusskabel zur eingesetzten Grafikkarte führen zu können, wurde der hintere Standfuß mit einem vertieften Bereich versehen.

Ein stabiler Stand wird bei dem H2 Flow durch zwei großflächige Standfüße erzielt, welche sich über die gesamte Gehäusebreite erstrecken. Um eine bestmögliche Belüftung des Gehäuseinneren erreichen zu können, wurde auch der Gehäuseboden mit einem feinmaschigen Lufteinlass ausgestattet. Bedingt durch die Kompatkte Bauform ist an dieser Stelle jedoch keine Lüftermontage möglich.

Wo NZXT die rechte Gehäuseseite mit einer Seitenwand ausgestattet hat, welche neben einem feinmaschigen Lufteinlass

auch mit einem eingeprägten NZXT Logo ausgestattet wurde, wurde das Gehäuse auf der linken Seite mit einer geteilten Seitenwand ausgestattet.

Die zweiteilige Seitenwand besteht in der unteren Hälfte aus einem weiteren Lufteinlass und in der oberen Hälfte aus einer gehärteten und zugleich getönten Echtglasscheibe.

Blick ins Innere:

Auch wenn man durch die getönte Seitenscheibe schon einen kleinen Blick ins Innere des H2 Flow erhaschen kann, kann man alle Details erst nach dem Abnehmen der Seitenwände erkennen.
Sobald man einen freien Blick auf das Gehäuseinnere hat, blick man in ein Gehäuse, welches über einen speziell designten Innenraum verfügt.

NZXT hat das neue H2 Flow im Inneren in eine linke und rechte Seite unterteilt. Im Gegensatz zu größeren Gehäusen, welche über einen solchen geteilten Aufbau verfügen, dient die Unterteilung beim H2 Flow jedoch nicht dazu, das Gehäuse in unterschiedliche Klimazonen zu unterteilen, sondern dazu, bei den gebotenen Abmessungen neben großen Erweiterungskarten auch einen vergleichsweise großen Radiator verbauen zu können.
Hinter der aufgesteckten Gehäusefront wurde das Gehäuse mit zwei Montagewinkeln ausgestattet, an welchen man wahlweise bis zu zwei 120-mm-Lüfter oder zwei 140-mm-Lüfter verbauen kann. Entsprechend der möglichen Lüfterkonfiguration ist an dieser Stelle auch die Montage eines bis zu 280 mm großen Radiators möglich.

Am Gehäuseboden wurde das H2 Flow im linken Bereich mit einem Festplattenkäfig ausgestattet, welcher zwei 2,5″-Festplatten werkzeuglos aufnimmt.

Der Mainboardschlitten wurde mit einer vergleichsweise großen Aussparung ausgestattet, welche nicht nur die Kühlermontage auf einem schon montierten Mainboard zulässt, sondern auch ein auf der Mainboardrückseite angebrachter M.2-Steckplatz ist durch die Größe des Ausschnittes ohne die Demontage des Mainboards zugänglich.

Zwischen dem Montageplatz für das Mainboard und des darunter befindlichen Montageplatz für das SFX bzw. SFX-L Netzteils hat NZXT schon ein PCIe 5.0 Riser-Kabel durch den Mainboardschlitten geführt.

Auf der Rückseite des Mainboardschlittens ist der daran befestigte PCIe X16 Slot vertikal ausgerichtet am Mainboardschlitten befestigt. Die in diesem Bereich am Gehäuseboden befestigten Slotblenden wurden mittels normalen Schrauben befestigt.

Um ein möglichst ordentliches Kabelmanagement zu ermöglichen, wurde der Mainboardschlitten an seiner Rückseite mit zwei Klettkabelbinder ausgestattet.

Das H2 Flow ITX-Gehäuse wurde seitens NZXT ordentlich verarbeitet und bietet eine durchdachte Luftführung sowie eine ausgeklügelte Aufteilung. Neben dem Umstand, dass das an der unteren Kante der Gehäusefront angebrachte I/O-Panel gerade dann, wenn man das Gehäuse nicht auf dem Schreibtisch aufstellt, nicht so gut erreichbar ist, hat NZXT wie bei anderen Gehäusen aus eigenem Sortiment auch auf einige Features wie die Möglichkeit zur entkoppelten Festplattenmontage oder zwei getrennte Audioanschlüsse am I/O-Panel verzichtet.

 

Montage:

Den ersten Arbeitsschritt kann man sich bei der Hardwaremontage sparen, denn NZXT hat die zur Mainboardmontage notwendigen Abstandshalter schon in den Mainboardschlitten eingedreht, wodurch man das Mainboard ohne weitere Vorbereitungen montieren kann.
Durch die in den Mainboardschlitten eingelassene Aussparung kann nicht nur die Montage des gewünschten CPU-Kühlers auch im Nachhinein durchgeführt werden, sondern auch auf der Mainboardrückseite befindliche M.2 Steckplätze sind durch diese Aussparung zugänglich. Mit einem Platzangebot von gerade einmal 60 mm bekommt man in dem H2 Flow nur sehr kompakte CPU-Kühler unter. Deutlich besser sieht die Kompatibilität hingegen zu einer AiO-Wasserkühlung aus.
Für den Fall, dass man eine solche Wasserkühlung verbauen möchte, bekommt man hinter der Gehäusefront einen bis zu 280 mm großen Radiator unter. 
Die eingesetzte Grafikkarte wird auf der Rückseite des Mainboards verbaut und darf bis zu 331 mm lang sein.
Die Montage von zwei 2,5″-Festplatte kann im Festplattenkäfig, welcher sich unterhalb des Netzteilmontageplatzes direkt am Gehäuseboden befindet, erfolgen. Dank der vorinstallierten Montageschienen erfolgt die Montage der eingesetzten 2,5″-Festplatten oder SSDs erfolgt dabei werkzeuglos.
Das verwendete SFX oder SFX-L wird direkt unterhalb des Mainboards verbaut. Um die Anschlusskabel besser fixieren zu können, hat NZXT an dieser Stelle auch einen großen Klettkabelbinder vorinstalliert. Setzt man ein modulares Netzteil im SFX-L Format ein, so ragen die Anschlüsse der modularen Kabel jedoch so weit in das Gehäuse hinein, dass der Kabelbinder quasi nutzlos ist.

Die auf der Rückseite des Mainboardschlittens angebrachten Kabelbinder unterstützen ein sauberes Kabelmanagement hingegen sehr. 

 

Messungen:

Neben der Verarbeitung sowie der Ausstattung kommt es bei einem Gehäuse auch auf eine bestmögliche Kühlung und somit auf einen guten Luftstrom an.

Das hierzu eingesetzte Testsystem besteht aus diesen Komponenten:

Die Testergebnisse sind bei einer Raumtemperatur von ca. 21,0 °C (zu Beginn der Testphase gemessen) entstanden. Die eingesetzten Lüfter werden bei maximaler Drehzahl betrieben. Protokolliert wurde der maximale Mittelwert aller CPU Cores nach einem 30 minütigen Prime95 Stresstest.

Wir nutzen bei unseren Tests immer die ARCTIC MX-5 Wärmeleitpaste 🛒, um auch hier etwaige Schwankungen ausschließen zu können.

Die erreichten Temperaturen sind abhängig von dem genutzten System und können auch auf ähnlichen Systemen abweichen, vor allem dann, wenn andere oder weniger Lüfter in dem System verbaut werden. Da wir in alle Gehäusetests die gleiche Testplattform einsetzen, lassen sich die Messwerte jedoch gut miteinander vergleichen.

Mit einem Blick auf das Testergebnis ist zu erkennen, dass sich das H2 Flow die Spitzenposition im Feld der von uns getesteten ITX-Gehäuse sichern konnte. Dank des sehr offenen Aufbaus können die beiden vorinstallierten Lüfter, welche sich leider nicht mittels PWM-Signal steuern lassen, einen ordentlichen Luftstrom innerhalb des Gehäuses erzielen.

 

Fazit:

Mit dem H2 Flow hat NZXT seine Gehäuse-Reihe um ein kompaktes ITX-Gehäuse erweitert, welches in unserem Test neben einer dezenten Optik auch durch ein ausgeklügeltes Kühlkonzept überzeugen konnte. Von der optischen Seite her überzeugt das H2 Flow durch einen geradlinigen Aufbau, welcher neben feinen und großflächigen Mesh-Gittern auch mit einer getönten Glasscheibe kombiniert wurde. NZXT hat dem Gehäuse jedoch nicht nur ein dezentes und ansprechendes Design verpasst, sondern dank der ausgeklügelten Aufteilung des Innenraumes und den großflächigen Lufteinlässe, ist trotz der kompakten Abmessungen eine sehr gute Kühlung der eingesetzten Komponenten möglich. Passend hierzu bekommt man in dem neuen H2 Flow nicht nur eine sehr potente Grafikkarte unter, sondern es lässt sich in dem kompakten ITX-Gehäuse auch eine AiO-Wasserkühlung mit einem bis zu 280 mm großen Radiator verbauen. Nicht ganz so durchdacht ist hingegen die Positionierung des I/O-Panels, denn Gerade Nutzer, welche das Gehäuse nicht auf, sondern unter dem Schreibtisch positioniert haben, müssen sich sehr tief bücken, um ihr System einzuschalten. Vermisst haben wir bei dem seitens NZXT angedachten Einsatzgebiet zudem die Möglichkeit zur entkoppelten Montage sowie getrennte Audioanschlüsse bzw. einen im Lieferumfang enthaltenen Adapter. Preislich liegt das sauber verarbeitete H2 Flow ITX-Gehäuse zur Markteinführung bei nicht gerade günstigen 150 € 🛒.

Wir danken NZXT sehr für die Bereitstellung des Testmusters.

NZXT - H2 Flow Mini-ITX Gehäuse

8.4

Verarbeitung

9.0/10

Kompatibilität

9.0/10

Kühlmöglichkeiten

8.5/10

Ausstattung

8.0/10

Lieferumfang

9.0/10

Design / Modding

7.5/10

Preis

7.5/10

Pro

  • Verarbeitung
  • Durchdachter Innenraum
  • Werkzeuglose Laufwerksmontage
  • Platzangebot
  • Design

Contra

  • Keine entkoppelte Laufwerksmontage
  • (Vierpoliger Klinkeanschluss)
  • (Preis)
  • (Positionierung des I/O-Panel)