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Videospiele haben sich in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten vom Zeitvertreib für Teenager im dunklen Keller zum bunten Popkultur-Phänomen, zur sozialen Plattform, zum Wettbewerb und zum digitalen Spielplatz entwickelt. Allerdings ist es mittlerweile immer einfacher, sie statt zum gesunden Hobby zum chronischen Zeitfresser werden zu lassen
Was als entspannte Feierabendrunde beginnt, kann fast unbemerkt zur nächtlichen Dauerbeschäftigung werden. Wenn dann auch noch Mikrotransaktionen wie von Geisterhand das Bankkonto entlasten, wird’s eng, und zwar für Freizeit und Finanzen gleichermaßen.
Wann kippt das Gleichgewicht?
Nicht jedes Spielmarathon-Wochenende ist gleich problematisch. Doch wenn der Controller öfter in der Hand liegt als Zahnbürste oder Gabel, sollte das innere Warnsystem vielleicht mal kurz aufblinken. Wenn Mahlzeiten durch Matches ersetzt werden, der Schlafrhythmus sich nach den Respawn-Zeiten richtet und Freunde irgendwann nur noch Mitspieler sind, dann ist das Gleichgewicht aus dem Takt geraten.
Kritisch wird es vor allem dann, wenn der Gedanke an ein freies Wochenende nur noch Freude auf einen 12-Stunden-Run im Hardcore-Modus weckt, und zwar nicht als Ausnahme, sondern als Regel.
Noch wichtiger ist es, beim Online-Gambling die Kontrolle zu behalten, denn dort geht es in aller Regel um noch mehr Geld als beim normalen Gaming. Viele Online Casinos ohne Einschränkungen locken mit attraktiven Angeboten oder niedrigen Einstiegshürden, wie wenige Euro als Einzahlung und verschaffen Spielern so die Möglichkeit, auch unter vereinfachten Bedingungen teilzunehmen (vgl. https://esportsinsider.com/de/gluecksspiel/echtgeld-casinos).
Zocker verlieren sich gern im Flow und darin liegt der Haken. Denn Flow bedeutet Zeitvergessenheit, und die ist zwar für das Spielerlebnis ideal, für den Alltag aber eher hinderlich. Wer mehrere Stunden in der gleichen Position verharrt, ohne auch nur die Augen zu entspannen, riskiert einen verspannten Nacken und eine gereizte Blase und das sind nur die körperlichen Symptome.
Struktur schafft Klarheit. Wer sich feste Zeitfenster setzt, verschafft sich Luft für alles, was daneben auch noch wichtig ist. Tools wie Bildschirmzeit-Anzeigen, App-Limits oder sogar der gute alte Wecker helfen, wenn das Zeitgefühl abhandenkommt und wer nach zwei Stunden aufsteht, sich dehnt, ein Glas Wasser trinkt und vielleicht sogar mal rausgeht, wird merken, dass die nächste Session gleich wieder doppelt so viel Spaß macht. Der Spielspaß bleibt, die Verplantheit nicht.
Sind In-Game-Käufe ein versteckter Geldfresser?
Lootboxen, Season Passes, Skins, virtuelle Haustiere mit goldenen Flügeln, die Liste der verlockenden Kleinausgaben ist lang. Einzeln oft harmlos, entpuppen sich solche Käufe beim Blick aufs Konto manchmal als digitaler Kassensturz, denn wer häufiger den „Nur 4,99 €“-Button drückt, verliert schnell den Überblick. Besonders tückisch wird’s, wenn Käufe aus Langeweile oder Frust getätigt werden. Digitale Belohnungen als Trostpflaster, gewissermaßen.
Die Lösung? Ein klares Budget. Wer weiß, was monatlich zur Verfügung steht, kann auch im digitalen Store besser unterscheiden zwischen „will ich unbedingt“ und „brauch ich eigentlich nicht“. Automatische Kaufbestätigungen ausschalten, Kreditkarte aus dem Account entfernen, ein Haushaltsbuch für Gaming führen. Klingt vielleicht übertrieben, bewirkt aber Wunder. Kontrolle über Ausgaben bedeutet mehr Überblick und langfristig mehr Freude am Hobby.
Der Tag hat 24 Stunden, aber Spiele verlangen gefühlt mindestens 30, um auch nur ansatzweise ans Ende zu gelangen oder gut zu werden. Umso wichtiger ist es, andere Aktivitäten nicht einfach unter den Tisch fallen zu lassen. Denn wer nur spielt, verliert oft den Blick für das, was jenseits des Bildschirms passiert, sei es auf dem Sportplatz, in der Küche oder bei echten Gesprächen mit echten Menschen.
Neue Routinen helfen dabei, die Balance zu bewahren. Ein Feierabendspaziergang als fester Programmpunkt, der Sonntagsbrunch mit Freunden oder ein kreatives Hobby wie Zeichnen, Kochen oder Musik bringen die innere Uhr wieder auf Normalzeit und der Vorteil daran ist, dass wer sich Zeit für andere Dinge nimmt, auch mehr erlebt und dann sogar mehr zu erzählen hat, selbst im Voice-Chat.
Warum Games oft schwer loszulassen sind
Ein Level noch. Nur kurz einloggen. Der Daily Bonus wartet. Kaum ein Hobby spielt so gekonnt mit dem schlechten Gewissen wie Gaming. Das ist kein Zufall. Belohnungsschleifen, Fortschrittsbalken, soziale Dynamiken im Clan, alles ist darauf ausgelegt, die Spielerbindung zu maximieren. FOMO, also die Angst, etwas zu verpassen, schleicht sich dabei leise ins Unterbewusstsein. Wer einen Tag pausiert, riskiert, in der Rangliste zurückzufallen oder limitierte Inhalte zu verpassen. Plötzlich fühlt sich Nichtspielen wie Versagen an, und das hat mit Spaß nichts mehr zu tun.
Verstehen, was da passiert, ist der erste Schritt. Wer merkt, dass das Spieldesign die Richtung vorgibt, kann bewusst gegensteuern. Vielleicht braucht es dann statt einem Daily Login einen Daily Logout und statt der nächsten Mission mal die Erkenntnis, dass kein Spiel der Welt die Kontrolle übernehmen darf.
Unterstützung aus dem Umfeld kann helfen
Gaming ist oft einsam und gleichzeitig hypersozial. Man redet stundenlang mit Fremden, die man nie gesehen hat, aber vergisst, dem besten Freund zurückzuschreiben. Umso hilfreicher ist es, Grenzen nicht allein setzen zu müssen. Familie, Partner oder Freunde können wertvolle Sparringspartner sein. Wer gemeinsam Zeitfenster bespricht oder sich über seine Spielgewohnheiten austauscht, bekommt eine neue Perspektive. Auch Communitys mit Fokus auf gesunden Konsum oder digitale Challenges à la „Gaming-freier Montag“ können unterstützen. Der eigene Wille ist wichtig, aber manchmal braucht er einen kleinen Schubs von außen.
Spielen soll Spaß machen, verbinden, herausfordern und entspannen und exakt das tut es auch, wenn das richtige Maß gefunden wird. Wer Zeit und Geld im Griff hat, muss nichts verstecken und kann das Hobby mit offenem Visier genießen. Langfristig geht es darum, bewusster zu spielen und wenn der Alltag mit dem Spiel verschmilzt, ohne davon überrollt zu werden, entsteht eine gesunde Beziehung zur digitalen Welt. Eine, die Raum lässt, für andere Leidenschaften und in der Gaming nicht die Flucht vor dem Leben ist.
