Inter-Tech – ARGUS GPS-900 – 900 Watt Netzteil im Test

Mit dem ARGUS GPS-900 haben wir heute das leistungsstärkste Netzteil aus der ARGUS GPS-Serie von Inter-Tech im Test, welches neben einer hohen Ausgangsleistung auch durch einen leisen und effizienten Betrieb überzeugen soll.

Welche Details in dem ARGUS GPS-900 stecken und wie sich das 900 Watt starke Netzteil von Inter-Tech in unserem Test geschlagen hat, erfahrt ihr in diesem Review.

 

Technische Details:

Abmessungen: 160 x 150 x 86 mm
Lüfter: 140 mm
Farbe: Schwarz
Effizienz: 80PLUS® Gold
Formfaktor: ATX12V 2.4
Leistung: 900 W
+3,3V: 20 A
+5V: 20 A
+3,3V & +5V kombiniert: 100 w
+12V: 75 A / 900 W
-12V: 0,3 A
+5Vsb: 2,5 A
Schutzschaltungen: SCP (Kurzschlussschutz)
OVP (Überspannungsschutz)
NLP (Unterlastschutz)
OCP (Überstromschutz)
OPP (Überlastschutz)
Anschlüsse: 1 x 24-PIN ATX
2 x 4+4 PIN EPS
4  x 6+2-PIN PCIe
6 x SATA
3 x Molex
1 x Floppy
Garantie:
5 Jahre

 

Lieferumfang:

  • ARGUS GPS-900
  • 4 x Rändelschrauben
  • Kurzanleitung
  • Stromkabel
  • Kabelbinder

 

Design und Verarbeitung:

Das ARGUS GPS-900 wird von Inter-Tech in einer Verpackung geliefert, welche in einem schwarzen Grunddesign gehalten ist. Auf der Verpackungsvorderseite wurde neben einem goldfarbenen Streifen, in welchem man auch einen Hinweis auf die Ausgangsleistung findet, auch mit dem ARGUS Logo sowie einem Hinweis auf die Effizienz bedruckt.
Einen Teil der technischen Details wurde auf der linken Verpackungsseite abgedruckt.

Alle technischen Details, welche nicht auf der linken Verpackungsseite abgedruckt wurden, wurden zusammen mit einem Hinweis auf die Anschlüsse sowie die Kabellängen auf der Verpackungsrückseite abgedruckt.

Eine Auflistung der wichtigsten Features findet man auf der rechten Verpackungsseite.

Öffnet man die Verpackung, so wird einem gleich eine Besonderheit ins Auge fallen, welche wir so noch bei keinem anderen Netzteil gesehen hat. Im Vergleich zu anderen Netzteilen wurde das GPS-900 sowie das mitgelieferte Zubehör nicht in Kunststofffolien oder gar in dicke Schaumstoffpolster gehüllt, sondern in leicht recycelbare Papiertüten.

Entnimmt man das GPS-900 aus seiner Verpackung, so hat man ein Netzteil vor sich liegen, welches in einem recht schlichten Design gehalten ist.

Passend zum Design der Verpackung wurde auf die rechte Netzteilseite ein schwarzer Aufkleber aufgeklebt, welcher goldfarben bedruckt wurde. Bei dem Aufdruck hat Inter-Tech auf das Verpackungsdesign zurückgegriffen, wodurch hier neben dem ARGUS Logo und der Leistungsangabe auch der goldfarbene Streifen zu finden ist.

Auf der linken Netzteilseite wurde ebenfalls ein Aufkleber angebracht, welcher jedoch in einem deutlich schlichteren Design gehalten ist und neben der Modellbezeichnung auch mit den wichtigsten Leistungsdaten bedruckt wurde.

Die Netzteiloberseite ist im Vergleich zu vielen anderen Netzteilen hingegen nicht mit einem Aufkleber beklebt worden.

Betrachtet man das Netzteil einmal von der Unterseite aus, so findet man einen großen Lufteinlass vor. Inter-Tech hat das ARGUS GPS-900 an dieser Stelle mit einem aus acht unterschiedlich großen Metallringen bestehenden Lüftergitter ausgestattet.

Hinter diesem Lüftergitter wurde ein schwarzer 140-mm-Lüfter verbaut. Der hier eingesetzte Lüfter wurde mit einer automatischen Temperatursteuerung ausgestattet, welche den Lüfter erst bei einer Betriebstemperatur von über 65 °C starten lässt. Bis zu dieser Betriebstemperatur arbeitet das Netzteil somit vollkommen lautlos. Ab einer Betriebstemperatur von über 65 °C liegt das Betriebsgeräusch je nach Auslastung zwischen 23,5 und 38,4 dB(A).

Auf der Vorderseite findet man neben der obligatorischen Kaltgerätebuchse auch einen Powerschalter vor.

Im Vergleich zu vielen anderen Netzteilen fällt der Luftauslass jedoch etwas kleiner aus und wurde nicht bis an den Stromanschluss und den Powerschalter herangeführt.

Mit einem Blick auf die Netzteilrückseite findet man einen Aufbau vor, welchen wir schon seit einiger Zeit nicht mehr bei einem Netzteil in dieser Leistungsklasse gesehen haben.
Denn wo die meisten Netzteile mit einer Ausgangsleistung von 700 Watt und mehr mindestens über einen teilmodularen Aufbau verfügen, führt Inter-Tech beim GPS-900 alle Kabel direkt aus dem Netzteil heraus.

Neben dem obligatorischen 20+4-PIN-ATX-Kabelstrang, welcher mit einem blickdichten Sleeving versehen wurde, werden an dieser Stelle auch noch sieben weitere Kabelstränge herausgeführt, welche alle als schwarze Flachbandkabel ausgeführt sind.

Trotz der hohen Ausgangsleistung von 900 Watt zeigt sich das GPS-900 bei der Anzahl der verbauten Anschlüsse recht zurückhaltend. Wo das Netzteil mit zwei 4+4 PIN EPS-Anschlüssen noch gut aufgestellt ist, liegt das Netzteil mit lediglich sieben SATA-Anschlüsse und vier 6+2-PIN Anschlüsse hinter den meisten Netzteilen in dieser Leistungsklasse.

Innerer Aufbau:

Mit einem Blick in das Netzteilinnere, welcher durch das Öffnen des Gehäuses nicht nur einen Garantieverlust mit sich bringt, sondern durch stromführende Komponenten lebensgefährlich sein kann, kann man schnell erkennen, dass nicht nur äußerlich auf eine hochwertige Verarbeitung wert gelegt wurde, sondern auch im Inneren des Netzteiles.

Hierzu hat Inter-Tech nicht nur durchweg auf hochwertige 105 °C-Kondensatoren von gesetzt, sondern auch auf eine Single-Raill gepaart mit einer DC/DC Technologie. Hierdurch kann das Netzteil einen Wirkungsgrad von bis zu 93,4 % erzielen und trägt somit das 80 PLUS Goldzertifikat.
Die einzelnen Komponenten wurden zudem nicht alle auf dem eigentlichen PCB verbaut, sondern teilweise auch auf kleine Tochterplatinen ausgelagert. Durch diese Anordnung wird neben einem aufgeräumten Layout auch dafür gesorgt, dass die entstehende Abwärme schneller abgeführt werden kann, was gerade im semi-passiven Betrieb zu einer besseren Kühlung und Effizienz führt.
Zudem wird durch diesen Aufbau eine Möglichkeit für eine höhere Qualitätskontrolle geschaffen, da die einzelnen PCBs separat produziert und kontrolliert werden können.
Die gesetzten Lötstellen wurden sauber verarbeitet. Leider hat man während der Fertigung jedoch nicht mit Kleber gespart. Hierbei wurden nicht nur mehr Komponenten als in anderen Netzteilen zusätzlich mit Kleber fixiert, sondern der Kleber wurde teilweise so großflächig eingesetzt, dass man auch noch auf der Oberseite mancher Kühlkörper etwas Kleber findet.

Um eine hohe Betriebssicherheit zu gewährleisten, wurde seitens Inter-Tech zudem die wichtigsten Schutzschaltungen in dem ARGUS GPS-9020 Netzteil verbaut.

  • SCP (Kurzschlussschutz)
  • OVP (Überspannungsschutz)
  • NLP (Unterlastschutz)
  • OCP (Überstromschutz)
  • OPP (Überlastschutz)

Das ARGUS GPS-900 wurde auf den ersten Blick sauber und hochwertig verarbeitet. Bei einem genaueren Blick ins Netzteilinnere sind uns jedoch die großflächigen Klebeflächen ins Auge gefallen, welche nicht nur unschön aussehen, sondern sich auch negativ auf die Kühlung auswirken.


Test:

Power Good Signal:

Im ersten Test überprüfen wir die PG-Time. Das Power Good Signal muss gemäß der ATX-Norm nach mindestens 100 und maximal 500 ms kommen. Das Signal signalisiert dem Mainboard, dass das Netzteil bereit ist, alle Spannungen passen und der Computer gestartet werden kann. Kommt das Signal nicht innerhalb dieses Zeitraums, ist das Netzteil defekt und muss getauscht werden.

Das Power Good Signal kam bei unserem Testkandidaten nach 290 ms und liegt damit genau in der Norm.

 

Testsystem:

Das in diesem Test eingesetzte Testsystem besteht aus diesen Komponenten:

Das o. g. System inkl. Netzteil weist einen Strombedarf von etwa 170 Watt (IDLE) bis ca. 560 Watt (Volllast übertaktet) auf. Dieser kann jedoch je nach verwendetem Netzteil unterschiedlich sein. Unter Volllast wird besonders auf die Stabilität der Spannungen geachtet.
Um Netzteile auszulasten, welche mehr Leistung liefern, als unser Testsystem benötigt, stehen 26 separate Peltierelemente* zur Verfügung. Diese haben eine Leistungsaufnahme von je 50 W. Die Peltierelemente können einzeln zugeschaltet werden. Die Stromversorgung wird über Adapter hergestellt, welche an die PCI-E-Anschlüsse angeschlossen werden.
Somit ist mit dieser Konfiguration eine maximale Leistungsaufnahme von ca. 1860 Watt möglich.
Ausgelesen werden die Spannungen mithilfe eines Multimeters (VOLTCRAFT VC830).
Um das System zu 100 % auszulasten, wird die Software Prime 95 und der Benchmark 3DMark 11 eingesetzt und wenn nötig entsprechende Peltierelemente zugeschaltet. Die Testprogramme werden parallel ausgeführt, damit CPU und Grafikkarte gleichzeitig unter Volllast laufen und so der maximale Stromverbrauch erreicht wird.

Um der Qualität des Netzteiles etwas genauer auf den Zahn fühlen zu können, werden wir das System 48 Stunden unter Volllast betreiben. Zusätzlich werden wir das Netzteil noch so weit wie möglich oberhalb seiner Spezifikationen zu betreiben.

 

Spannungen:

Die ATX-Norm gibt die Spannungstoleranzen für Netzteile detailliert vor: Auf 3,3 Volt, 5 Volt und 12 Volt sind je 5 % nach oben sowie nach unten erlaubt.

  ATX-Toleranz min. max.
+12 V 5,00 % 11,4 V 12,6 V
+5 V 5,00 % 4,75 V 5,25 V
+3,3 V 5,00 % 3,14 V 3,47 V
-12 V 10,00 % -10,8 V -13,2 V

 

Spannungstest:

Die Spannungen sollten nach Möglichkeiten auch bei einem Lastwechsel möglichst gleich bleiben und nicht nach oben oder unten ausbrechen.

Aus diesem Grund haben wir den Lastwechsel in vier Stufen aufgeteilt.
Zum Darstellen der ersten Last läuft unser Testsystem mit dem verbauten Netzteil im Idle-Mode.
Die zweite Laststufe wird unter Volllast des Systems simuliert. Das System ist hierbei nicht übertaktet.
Die dritte Laststufe wird dann mittels eines übertakteten Testsystems erreicht.
Die vierte Laststufe wird dann mittels des übertakteten Testsystems und Zuschaltung der Peltierelemente erreicht. Es werden so viele Peltierelemente gleichzeitig zugeschaltet, dass das Netzteil bei etwa 100 % Auslastung arbeitet.

3,3 Volt


5 Volt


12 Volt

Mit einem Blick auf das Testergebnis wird man erkennen, dass das Netzteil in unserem Test stabile Spannungen aufwies. Zwar ist die 12-V-Spannung beim Wechsel zwischen den einzelnen Laststufen immer minimal abgesagt, die anliegende Spannung auf der 75 Ampere starken 12-V-Schiene lag jedoch durchgehend leicht oberhalb von 12 Volt und somit genau im Soll.
Dank der seitens Inter-Tech gewählten Lüftersettings arbeitet das Netzteil bis zu einer Betriebstemperatur von 65 °C komplett lautlos. Unter Volllast gehört der verbaute Lüfter mit knapp 38 dB(A) jedoch nicht zu den leisesten seiner Art, wodurch man das Netzteil aus einem leisen und wassergekühlten Gaming-System heraushört.
Im Vergleich zu anderen semi-passiven Netzteilen setzt der Lüfter nicht bei einer bestimmten Auslastung ein, sondern ab einer vorgegebenen Temperatur, wodurch der Lüfter etwas später als bei vielen anderen semi-passiven Netzteilen einsetzt.

Unseren 48 h Dauertest mit sieben hinzugeschalteten Peltierelementen überlebte das Netzteil mit einer durchschnittlichen Last von 909 Watt problemlos. Die durchschnittliche Last ist durch den Wechsel zwischen 2D- und 3D-Modus innerhalb des Benchmarks geringer als die Lastspitze von 921 Watt.

Wir wollten es aber noch etwas genauer wissen und haben das Netzteil aus diesem Grund noch weiter über die Spezifikationen hinaus betrieben. Um dies zu bewerkstelligen, haben wir in einer weiteren Testrunde ein weiteres 50 Watt starkes Peltierelement hinzugeschaltet.

In der so gestarteten Testrunde zog das Netzteil bei Spannungsspitzen 964 Watt aus der Steckdose. Während dieser Testrunde griff jedoch die verbaute Schutzschaltung jedoch nach knapp 10 Minuten ein und schaltete das Netzteil ab.

Das Netzteil zog unter Verwendung unserer Hardware diese Spannung aus der Steckdose:

 

Fazit:

Mit dem ARGUS GPS-900 hat Inter-Tech ein 900 Watt starkes ATX-Netzteil in seine GPS-Netzteilserie aufgenommen, welches in unserem Test nicht nur mit stabilen Spannungen überzeugen konnte, sondern auch mit einer gut abgestimmten Lüftersteuerung. Mit der gebotenen Ausgangsleistung von 900 Watt und einer Effizienz von über 93 % ist das Netzteil bestens für ein leistungsfähiges Gaming-System aufgestellt. Leider hat Inter-Tech das Netzteil jedoch nur mit vier 6+2 PIN PCIe-Anschlüssen ausgestattet, wodurch man beim Einsatz leistungsstarker Grafikkarten und Mainboards, welche neben zwei 8-PIN-Anschlüssen auch mit einem 6-PIN-Anschluss ausgestattet sind, schnell einmal auf optionale Adapter zurückgreifen muss. Dank der verbauten Temperatursteuerung arbeitet das GSP-900 hierbei immer dann vollkommen lautlos, wenn die Temperatur im Netzteilinneren unter 65 °C liegt. Zieht man jedoch über einen längeren Zeitraum hinweg eine hohe Leistung aus dem Netzteil, so arbeitet der verbaute 140-mm-Lüfter bei einer etwas höheren Lautstärke, wodurch man das Netzteil in diesem Zustand aus einem Gaming-System, welches auf eine geringe Geräuschkulisse hin getrimmt ist, heraushört. Die größte Schwachstelle des GPS-900 wird man bei der Netzteilmontage kennenlernen, denn durch die fest mit dem Netzteil verbundenen Kabel lässt sich das Netzteil nicht ganz so einfach wie ein modulares Netzteil in einem Gehäuse unterbringen. Zudem gibt es durch den gewählten Aufbau auch keine Möglichkeit, überschüssige Kabel zu entfernen, wodurch es in einem Gehäuse mit einem geringen Platzangebot auf der Rückseite des Mainboardschlittens schnell einmal eng werden kann. Preislich liegt das leistungsstärkste Netzteil der ARGUS GPS-Netzteilserie aktuell bei nicht ganz 100 €*. Neben der von uns in diesem Test herangezogenen 900 Watt starken Version gibt es das Netzteil auch mit einer Ausgangsleistung von 600, 700 und 800 Watt.

Inter-Tech - ARGUS GPS-900 - 900 Watt Netzteil

8.6

VERARBEITUNG

8.5/10

LEISTUNG

9.5/10

SPANNUNGSSTABILITÄT

9.0/10

LEISTUNGSAUFNAHME

9.0/10

LAUTSTÄRKE

9.0/10

MODDING

6.0/10

LIEFERUMFANG

9.0/10

PREIS

9.0/10

Pro

  • Stabile Spannungen
  • Gute Effizienz
  • Verkaufspreis
  • Gute Lüftersteuerung
  • Geringer Anteil an Kunststoff in der Verpackung

Contra

  • Kein modularer Aufbau
  • Geringe Anzahl von PCIe- und SATA-Anschlüssen