be quiet! – Pure Loop 120 AiO-Wasserkühlung im Test

Mit der Pure Loop 120 haben wir heute passend zur ersten Verfügbarkeit die kleinste Variante der neuen AiO-Wasserkühlung von be quiet! im Test, welche neben einer schicken Optik auch mit einer geringen Lautstärke sowie einer hochwertigen Verarbeitung überzeugen möchte.

Welche Kühlleistung in der neuen Pure Loop 120 stecken und wie sich die kleinste Variante der neuen AiO-Wasserkühlungsserie von be quiet! in unserem Test geschlagen hat, erfahrt ihr in diesem Review.

 

Technische Details:

Radiatorgröße: 157 x 120 x 27 mm
Material: Kühlfinnen: Kupfer
Gehäuse: Aluminium
Lüfter: 1x Pure Wings 2 120mm PWM high-speed
Anschluss: 4-Pin PWM
Lagertyp: Rifle
Drehzahl: 500~2000 RPM
Lautstärke: max. 36,9 dB(A)
Airflow: max. 111,3 CFM
Statischer Druck: 2,23 mm H2O
Stromstärke: 0,3 A
Pumpe:  
Drehzahl: 5.500 U/min bei 12 V
Stromstärke: 0,21 A
Lautstärke @ 25% / 50% / 100% rpm: 18.9 / 23.4 / 36.1 dB(A)
Schlauchlänge: 400 mm
Kompatibilität (Sockel): Intel 1200 / 2066 / 1150 / 1151 / 1155 / 2011(-3) square ILM
AMD: AM4 / AM3(+)
Gewicht: 780 g

 

Lieferumfang:

  • Pure Loop 120 AiO-Wakü
  • Wärmeleitpaste
  • Montageset (AMD und Intel)
  • Montageanleitung
  • 100 ml Kühlflüssigkeit
  • SATA-Stromadapter
  • Kabelbinder
  • Montageschrauben (Lüfter und Radiator)

 

Design und Verarbeitung:

Die Pure Loop 120 AiO-Wasserkühlung wird von be quiet! in einer Verpackung geliefert, welche in einem schwarzen Grunddesign gehalten ist. Auf der Vorderseite wurde die Verpackung neben einem großen Produktbild auch mit der Modellbezeichnung bedruckt. Eine Auflistung der technischen Details findet man auf der rechten Verpackungsseite.

Auf der Verpackungsrückseite wurden Detailbilder sowie eine kurze Beschreibung der wichtigsten Features abgedruckt.

Entnimmt man die Pure Loop 120 aus ihrer Verpackung, so hat man eine AiO-Wasserkühlung vor sich liegen, welche im direkten Vergleich zu vielen anderen aktuellen Modellen auf den ersten Blick sehr schlicht daher kommt.

Trotz des schlichten Aufbaus setzt sich auch bei der neuen Pure Loop 120 das Kühlergehäuse optisch vom Rest der AiO-Wasserkühlung ab.

be quiet! setzt an dieser Stelle auf ein recht kompaktes und weitestgehend aus schwarzem Kunststoff gefertigtes Gehäuse, welches mit seitlichen Aufnahmepunkten für die Befestigung an den Montagebügeln ausgestattet wurde. Auf der Oberseite hat be quiet! das Kühlergehäuse mit einer gebürsteten und an die abgerundete Bauform angepassten Aluminiumplatte ausgestattet, welche mit einem schwarzen be quiet! Logo bedruckt wurde. Die hier verbaute Aluminiumplatte ist von einem leicht transparenten Kunststoffstreifen umgeben, welcher sich auf Wunsch weiß beleuchten lässt.

Wie man es von fast allen anderen AiO-Waküs kennt, wurden die eingesetzten Schläuche fest auf die drehbaren Anschlüsse gepresst. Um die Schläuche zusätzlich zu schützen und eine schickere Optik zu erzielen, hat be quiet! die 400 mm langen Schläuche mit einem hochwertigen Gewebesleeving ausgestattet.

Mit einem Blick auf die Unterseite des Pumpengehäuses findet man eine Bodenplatte vor, welche aus vernickeltem Kupfer gefertigt wurde und somit auch für den Einsatz von Flüssigmetallwärmeleitpaste geeignet ist. Die achteckige Bodenplatte nimmt hierbei fast die gesamte Unterseite des Kühlergehäuses ein und bietet einem somit auch dann genügend Kontaktfläche, wenn man die AiO-Wasserkühlung auf einer großen CPU verbaut.

Die recht geringe Bauhöhe der Kühlereinheit konnte be quiet! durch die ausgelagerte Pumpe erzielen. Diese wurde etwa 5 cm von der Vorkammer entfernt zwischen den beiden Schläuchen montiert.

be quiet! hat die verbaute Pumpe hierbei nicht nur von den Schläuchen selbst, sondern auch vom Pumpengehäuse entkoppelt. Der Anschluss der Pumpe erfolgt über ein 3-PIN Kabel, welches im Gegensatz zu den verbauten Schläuchen jedoch nicht mit einem Sleeving ausgestattet wurde.

Wirft man einmal einen ersten Blick auf den aus Aluminium gefertigten Radiator, so ist schnell zu erkennen, dass die verwendeten Schläuche nicht nur fest mit dem Kühlergehäuse verbunden sind, sondern auch auf die feststehenden Anschlüsse des Radiators gepresst wurden.

Auf der gegenüberliegenden Seite wurde eine Endkammer verbaut, welche im gleichen Design gehalten ist, wie wir es schon von der Vorkammer kennen. Auf der Oberseite der Endkammer hat be quiet! zudem noch einen kleinen Fillport verbaut, über welchen man die AiO-Wasserkühlung bei Bedarf nachfüllen kann.

Passend hierzu legt be quiet! dem Lieferumfang eine Flasche Kühlflüssigkeit bei, durch welche man für alle Fälle gerüstet ist.

Betrachtet man die Kühlfinnen einmal etwas genauer, so ist zu erkennen, dass be quiet! zwischen der Vor- und Endkammer 12 Kanäle verbaut hat, zwischen welche die feinen Aluminiumfinnen gelötet wurden.

Die einzelnen Kühlfinnen wurden sehr sauber zwischen den Kanälen verlötet und eine fehlerhafte Lackierung und verbogene Kühlfinnen sucht man an dieser Stelle vergebens.

Die beiden Radiatoraußenseiten wurden zudem mit dem Pure Loop Schriftzug bedruckt.

Zur Lüfter- sowie auch der Radiatormontage selbst wurde der Radiator auf der Ober- und Unterseite mit M3-Montagegewinden ausgestattet. Einen Lamellenschutz, welcher die unter den Montagebohrungen befindlichen Kühlfinnen vor zu tief eingedrehte Schrauben schützt, sucht man an dieser Stelle jedoch leider vergebens.

So lange man auf die mitgelieferten Schrauben zurückgreift, fällt dies weiter ins Gewicht. Greift man jedoch auf optionale Schrauben zurück, so kann es eventuell vorkommen, dass diese zu lang sind und es somit zu Beschädigungen an den unterhalb der Montagebohrungen befindlichen Kühlfinnen kommen kann.

Als Lüfter kommt auf der Pure Loop 120 ein Lüfter aus der Pure Wings 2 Serie mit einer maximalen Drehzahl von 2.000 RPM zum Einsatz.
Der Lüfter wurde im Vergleich zu vielen anderen Lüftern in dieser Größenordnung mit einem rundlichen Lüfterrahmen ausgestattet.

Der Impeller verfügt über neun Lüfterblätter, welche an ihrer Ober- und Unterseite eine geriffelte Oberfläche aufweisen. Dieses luftstromoptimierte Lüfterblatt-Design reduziert geräuschverursachende Luftturbulenzen.

Zur Montage wurde der runde Lüfterrahmen mit ausliegenden Montagepunkten ausgestattet. Auf eine integrierte Entkopplung wurde hierbei leider verzichtet.

Befestigt ist der Impeller an vier Stegen, welche gegen die Rotationsrichtung gebogen sind. Als Anschlusskabel dient ein vieradriges Flachbandkabel, welches als schwarzes Flachbandkabel ausgeführt wurde.

Die Verarbeitung der Pure Loop 120 wurde seitens be quiet! recht sauber ausgeführt. Wir konnten zwar keine Mängel bei der Verarbeitung feststellen, aufseiten der Ausstattung hätten wir uns jedoch neben einem Kabelsleeving und einem Lamellenschutz unter den Montagegewinden auch eine Möglichkeit zur entkoppelten Lüftermontage gewünscht.

 

Montage:

Soll die AiO-Wasserkühlung auf einer Intel-CPU eingesetzt werden, so muss man im ersten Schritt die mitgelieferte Backplate montieren. Diese wird hierzu mit Montagebolzen bestückt und von der Rückseite aus auf das Mainboard gesteckt. Anschließend kann man die zum Sockel passenden Montageschienen an der Backplate befestigen. Erfolgt die Montage auf einem AMD-Sockel, so können die Montageschienen an der vorinstallierten Backplate montiert werden.

Sobald diese Vorbereitung abgeschlossen ist, kann man den Wasserkühler auf die mit Wärmeleitpaste bestrichene CPU aufsetzen und mit den Montageschienen verschrauben.

Der mitgelieferte Lüfter wird mittels vier Schrauben an dem Radiator befestigt. Die Montage des Radiators selbst erfolgt mittels vier kleiner M3-Schrauben.

Da be quiet! die eingesetzten Schläuche 400 mm lang ausgeführt hat, kann man die Pure Loop 120 nicht nur an der Gehäuserückseite oder Gehäuseoberseite verbauen, sondern auch einer Montage an der Gehäusefront ist in den meisten Gehäusen problemlos möglich. Vereinfacht wird die Montage hierbei durch den recht flexiblen Aufbau der eingesetzten Schläuche.

 

Testsystem:

Als Testsystem kommt neben einem Sockel 1151-Testsystem auch ein aktuelles AM4-Testsystem zum Einsatz. Dies bietet euch die Möglichkeit, alle von uns getesteten Wasserkühler auch mit den von uns getesteten Luftkühlern zu vergleichen. Da bei der Verwendung eines Wasserkühler in der Regel niedrigere Temperaturen und somit auch höhere Taktraten erreicht werden können, Schicken wir unsere Testsysteme nicht nur mit den von den Herstellern vorgesehenen Taktraten in den Test, sondern auch mit einer Übertaktung. Das Intel-Testsystem ist hierbei auf 4,7 GHz und das AMD-Testsystem auf 3,8 GHz übertaktet.

Das Intel-Testsystem besteht aus diesen Komponenten:

  • ASRock – Z170 Extreme3
  • HyperX – Savage 16GB Kit 3000MHz
  • Intel® – Core i7-6700K
  • Zotac – GTX 780 TI AMP Edition

Das AMD-Testsystem besteht aus diesen Komponenten;

  • AMD – Ryzen 1600
  • ASUS – Crosshair VI Hero
  • 2 x 8GB Corsair Vengeance LPX Black 2666 MHz
  • Zotac – GTX 780 TI AMP Edition

 

Testablauf:

Die Testergebnisse sind bei einer Raumtemperatur von ca. 21°C (zu beginn der Testphase gemessen) entstanden. Protokolliert wurde der maximale Mittelwert aller CPU Cores nach einem 30 minütigen Prime95 Stresstest. Gemessen werden die Temperaturen einmal im nicht übertakteten Zustand und einmal im übertakteten Zustand der Testsysteme.

Kommen bei einem getestete Kühler Lüfter zum Einsatz, bei denen es sich um PWM-Lüfter handelt, welche ihre Geschwindigkeit selbst anpassen, so wird die PWM-Steuerung während des Tests deaktiviert.

Wir nutzen bei unseren Tests immer die ARCTIC MX-2 Wärmeleitpaste, um auch hier etwaige Schwankungen ausschließen zu können.

Die erreichten Temperaturen sind abhängig von dem genutzten System und können auch auf ähnlichen Systemen abweichen. Jedoch lassen sich die Kühler untereinander gut vergleichen, da bei unseren Tests alle Kühler die gleiche Testgrundlage haben.

Als Referenz dienen alle CPU-Wasserkühler und All-in-One Wasserkühlungen, welche wir bis jetzt auf diesem System getestet haben. CPU-Wasserkühler wurden in Kombination mit einem Alphacool NexXoS UT60 Full Copper 480 mm getestet.

Mit einem Blick auf das erreichte Testergebnis wird man schnell erkennen, dass es die Pure Loop 120 es recht schwer hatte, mit den übertakteten CPUs zurechtzukommen. Im Vergleich zu den ebenfalls von uns getesteten 120-mmAiO-Wasserkühlungen schnitt die Pure Loop 120 hierbei jedoch am besten ab.
Hält man sich an die von be quiet! ausgesprochene Empfehlung, welche besagt, dass man die Pure Loop 120 am besten auf einer Intel i3 oder Ryzen 3 CPU einsetzt, so muss der verbaute Lüfter nicht mit seiner Maximaldrehzahl laufen, wodurch die Pure Loop 120 ihre Arbeit bei einer angenehmen Geräuschkulisse verrichten kann.

 

Fazit:

Mit der Pure Loop 120 hat be quiet! eine kleine 120-mm-AiO-Wasserkühlung in die neue Pure Loop Reihe aufgenommen, welche sich nicht nur durch ihre Abmessungen, sondern auch durch die gebotene Kühlleistung am besten für kleinere Systeme eignet. Hier kann die AiO durch eine gute Kühlleistung in Kombination mit einem niedrigen Geräuschpegel punkten. Neben einer guten Verarbeitung, bei welcher es uns lediglich ein paar Ausstattungsmerkmale gefehlt haben, kann die Pure Loop 120 auch mit einer schicken Optik punkten. Um die dezente, aber dennoch schicke Optik erzielen zu können, hat be quiet! das Kühlergehäuse mit einer gebürsteten Aluminiumoberfläche sowie einer integrierten Beleuchtung ausgestattet, welche sich jedoch leider nicht an die Beleuchtungsfarbe des eigenen Systems anpassen lässt. Was die gebotene Ausstattung angeht, fehlte uns neben einem Kabelsleeving und einem Lamellenschutz unterhalb der Montagebohrungen auch die Möglichkeit zur entkoppelten Lüftermontage. Dafür kann die AiO-Wakü jedoch mit einem Fiollport sowie einer gut entkoppelten Pumpe überzeugen, deren Positionierung auch dazu beiträgt, dass das Kühlergehäuse so kompakt ausfallen konnte. Preislich liegt die Pure Loop 120 zur Markteinführung bei knapp 85€ *.

Wir danken be quiet! sehr für die Bereitstellung des Testmusters.

be quiet! - Pure Loop 120 AiO-Wasserkühlung

7.9

Kühlleistung

6.0/10

Verarbeitung

8.5/10

Montage

9.0/10

Kompatibilität

9.0/10

Lautstärke

9.0/10

Modding

5.0/10

Lieferumfang

9.5/10

Preis

7.5/10

Pro

  • Design
  • Montage
  • Flexible Schläuche inkl. sehr gutem Sleeving
  • Nachfüllbar
  • Beleuchtung (Kein RGB)

Contra

  • Kühlleistung zu gering für OC-Betrieb
  • Lüfter nicht entkoppelt
  • (Kein Lamellenschutz an den Montagegewinden)