ADATA – XPG – Lancer 16GB DDR5 5200 MT/s im Test

Mit dem Lancer AX5U5200C3816G-CLABK haben wir heute einen 16 GB großen DDR5 Speicher aus der neuen Lancer Serie von ADATA im Test, welcher neben einer hohen Geschwindigkeit auch durch eine hochwertige Verarbeitung überzeugen möchte.

Welche Details in dem Lancer AX5U5200C3816G-CLABK Speicher von ADATA stecken und wie sich das 16 GB große Speichermodul in unserem Test geschlagen hat, erfahrt ihr in diesem Review.

 

Technische Details:

Modellbezeichnung: AX5U5200C3816G-CLABK
Serie: Lancer
Gesamtkapazität: 16 GB
Module: 1 Stück
Typ: DDR5 – 5200 MT/s
Timings: CAS Latency (CL) 38
RAS-to-CAS-Delay (tRCD) 38
RAS-Precharge-Time (tRP) 38
Spannung: 1,25 V
Betriebsbedingungen: Temperaturbereich in Betrieb 0 – 85 °C
Temperaturbereich bei Lagerung 0 – 100 °C
Höhe: 44 mm
Garantie: Lebenslang

 

Lieferumfang:

  • 1 x ADATA – XPG Lancer 16 GB Modul

 

Design und Verarbeitung:

Das XPG Lancer Speichermodul wird von ADATA in einer Verpackung geliefert, welche in einem glänzend roten Design gehalten ist. Die Verpackungsvorderseite wurde neben einem Produktbild auch mit der Modellbezeichnung bedruckt. Über die Kapazität sowie die Geschwindigkeit des enthaltenen Speichermoduls gibt ein in der rechten unteren Ecke angebrachter Aufkleber Aufschluss.

Auf der Verpackungsrückseite wurde nicht nur eine kurze Beschreibung abgedruckt, sondern es wurde auch ein Sichtfenster eingelassen, durch welche man einen Blick auf das Label werfen kann, welches die wichtigsten Spezifikationen des Speicherriegels bereithält und direkt auf den Speicher aufgeklebt ist.

Entnimmt man den enthaltenen Speicherriegel aus seiner Verpackung, so hat man einen DDR5 Speicher vor sich liegen, welcher in einem recht schlichten, aber ansprechenden Design gehalten ist.

Optisch erinnert einen der Lancer DDR5 Speicher durch den verbauten Kühler gleich an die Speicher der Spectrix D50 Serie.
ADATA hat das Speichermodul mit einem rechteckigen und schwarz eloxierten Speicherkühler ausgestattet. Um die Optik des Speicherkühlers aufzuwerten, wurden die Aluminiumbleche nicht nur mit einer gebürsteten Oberfläche versehen, sondern teilweise auch mit im 45°-Winkel angeordneten Streifen sowie dem XPG und DDR5 Logo bedruckt.

Auf der Rückseite ist der zuvor schon angesprochene Aufkleber zu finden, welcher die Spezifikationen des Speichers bereithält.

Wie wir es von vielen Gaming-Speichern her kennen, ragen auch der bei diesem Speicher verbaute Kühler über das PCB hinaus, wodurch der Speicher eine Gesamthöhe von 44 mm hat.

Oberhalb des PCBs hat ADATA zwischen den beiden Aluminiumblechen ein schwarzes Kunststoffelement eingearbeitet, welches auf der Oberseite mit dem XPG Logo bedruckt wurde.

Betrachtet man den Speicher einmal von der Unterseite aus, so kann man bei einem Blick unter die Speicherkühler feststellen, dass ADATA den Speicherriegel nur auf einer Seite mit Chips bestückt hat. Bei den verbauten Speicherchips handelt es sich um Micron-ICs.

Wirft man einen etwas genaueren Blick auf die einzelnen Kontakte, so ist sehr schön zu erkennen, dass das PCB an der unteren Kante über eine geschwungene Form verfügt. Diese mit den DDR4 Speichermodulen eingeführte Bauform hat sich in der Zwischenzeit bewährt und kommt somit auch bei den neuen DDR5 Speichern wieder zum Einsatz.

Wie wir es von vergangenen Generationswechseln her kennen, wurde jedoch auch beim Wechsel von DDR4 auf DDR5 die Key Notch etwas verschoben, wodurch eine Nutzung im jeweils anderen DIMM-Slot nicht möglich ist.

Bildquelle: ADATA

Dies ist jedoch nicht die einzige Neuerung, welche DDR5 Speicher gegenüber DDR4 DIMMs mitbringen.

Den Anfang macht das integrierte Power Management IC (PMIC), welches nun nicht mehr auf dem Mainboard zu finden ist, sondern direkt auf dem PCB jedes einzelnen DDR5 Speichermoduls.
Das Power Management IC (PMIC) wandelt die vom Netzteil an den Speicherbänken anliegende 5-V-Spannung an in die von den jeweils verbauten DDR5 Speicherchips benötigte Spannung um, wodurch eine stabilere Stromversorgung erzielt werden soll.

Im Vergleich zu DDR4 konnte durch diesen Aufbau die Betriebsspannung weiter gesenkt. Wo bei DDR4 die niedrigste Betriebsspannung je nach eingesetzten Speichermodul bei 1,2 Volt lag, liegt die niedrigste Betriebsspannung bei DDR5 Speicher bei 1,1 Volt, was auf dem Papier ein um knapp 10 % niedrigere Leistungsaufnahme darstellt.

Der Nachteil des neuen Aufbaus liegt jedoch in den höheren Produktionskosten. Diese steigen nicht nur durch die zusätzlichen Komponenten, sondern auch durch das aufwendigere PCB-Design.

Desweiteren hat mit DDR5 die On-Die-Fehlerkorrekturcode (ECC) in die Welt der Consumer-Speicher Einzug erhalten. Speicherfehler können somit in Echtzeit korrigiert werden, was wiederum für einen stabileren und zuverlässigeren Betrieb sorgt.

Im Vergleich zu Speichermodulen der vorherigen Generation kann mit DDR5 durch Verdopplung der Banks, der Bank Groups, Burst Length sowie der Channels per DIMM jedem CPU-Kern mehr Bandbreite zugewiesen werden, was die Gesamtleistung des Systems erheblich verbessert.

Weitere Neuerungen gibt es bei den Speichergeschwindigkeiten, welche man seitens Intel offiziell nutzen kann.
Intel spezifiziert für Alder Lake aktuell DDR5-4800. Alle darüber liegenden Geschwindigkeiten fallen unter OC und werden nicht offiziell unterstützt.
Wo bei DDR4 auch bei einer Vollbestückung des Mainboards offiziell noch eine Unterstützung von DDR4-3200 gegeben ist, sehen die Angaben beim Einsatz von DDR5 seitens Intel so aus:

DIMM-Slots pro Speicherkanal (SPC) DIMMs pro Kanal (DPC) Ranks DDR5-Unterstützung
2 SPC 2 DPC 1 R DDR5-4000
2 SPC 2 DPC 2 R DDR5-3600
2 SPC 1 DPC 1 R DDR5-4400
2 SPC 1 DPC 2 R DDR5-4400
1 SPC 1 DPC 1 R DDR5-4800
1 SPC 1 DPC 2 R DDR5-4800

Dies bedeutet, dass DDR5-4800 nur dann offiziell eingesetzt werden kann, wenn pro Speicherkanal nur ein DDR5 Speichermodul eingesetzt wird. Zudem ist zu beachten, dass der unterstützte Takt je nach Anzahl der eingesetzten Module weiter sinkt.

Die Verarbeitung des von uns herangezogenen Speichermoduls wurde durchweg sehr sauber ausgeführt. Durch die für Gaming-Speicher vergleichsweise flachen Speicherkühler wird einem zudem eine recht gute Kompatibilität zum eingesetzten CPU-Kühler geboten.

 

Testsystem:

Als Testsystem kommt in diesem Test ein Z690 System zum Einsatz, welches aus diesen Komponenten besteht:

 

Test:

Um einen besseren Vergleich bieten zu können, wird das System in einem nicht übertakteten Zustand betrieben. Bei dem installierten Windows 10 handelt es sich um eine frische Installation mit den aktuellsten Updates, jedoch ohne störende Hintergrundprogramme wie Virenscanner etc.

Da Gamer in der Regel auf Speicherkits, welche aus 2 DIMMs bestehen zurückgreifen, haben wir für einen besseren Leistungsvergleich zwei XPG Lancer DDR5 5200 MT/s Module in unserem Testsystem verbaut.

Das so gebildete Speicherkit wurde von unserem Testsystem problemlos erkannt lief mit dem JEDEC-Profil bei 4800 MHZ CL40-40-40 und einer Spannung von 1,1 Volt.
Durch das Laden des XMP-Profils lies sich das Kit mit den Timings CL-38-38-38 und eine Betriebsspannung von 1,25 Volt auf einem Takt von 5200 MHz betreiben.

Natürlich haben wir das Speicherkit nicht nur mit den Taktraten in den Test geschickt, mit denen es von ADATA ausgeliefert wird. Das 32 GB große Speicherkit wurde von uns somit nach einem erfolgreichen Durchlauf aller Tests auch einer Übertaktung unterzogen.
Durch eine Anpassung der Timings auf CL39-40-40 und dem Anheben der Betriebsspannung auf 1,3 Volt konnten wir das Speicherkit stabil mit einer Geschwindigkeit von 5600 MHz betreiben.

Um euch einen direkten Vergleich zu einem schnellen DDR4 Speicherkit geben zu können, haben wir auch ein 4800 MHZ schnelles DDR4 Speicherkit auf einem Z690 System getestet. Dieses entspricht bis auf das Mainboard dem oben aufgelisteten Testsystem. Als Mainboard kam in diesem Test ein MSI PRO Z690-A DDR4* zum Einsatz.

Getestet wurden das Speicherkit mit dem Memory Benchmark von AIDA64 sowie in F1 2020

Zwar taktet die von uns in diesem Test herangezogenen XPG Lancer DDR5 Speichermodule nicht viel höher als das zur Referenz herangezogene und ebenfalls auf einer Z690 Plattform getestete DDR4 Speicherkit, jedoch kann man mit einem Blick auf die Testergebnisse ein deutliches Leistungsplus erkennen.
Die Neuerungen, welche der DDR5 Speicher mitbringt, sorgten in unserem Test für einen ordentlichen Leistungsschub, welcher sich nicht nur im AIDA64 Benchmark bemerkbar macht, sondern auch die Leistung in Spielen kann deutlich gesteigert werden.
Mit einem Blick auf das OC-Ergebnis mussten wir uns nach recht langem Probieren mit einer Leistungssteigerung von 400 MHz zufrieden geben. Aber auch schon diese geringe Übertaktung der Micron-ICs sorgte dafür, dass wir ein paar FPS mehr im Spieletest erreichen konnten.
Bemerkbar machte sich die angewandte Übertaktung jedoch nicht nur bei einem Blick auf die Leistung, sondern auch im Bereich der Temperaturen. In unserem Teste war die Temperatur des auf der bestückten PCB-Seite angebrachten Speicherkühlers um 5,3 °C höher aus als vor der Übertaktung. Dies verdeutlicht die gesteigerte Leistungsaufnahme des integrierten Power Management, welches bei DDR5 Speichern nun auch von den eingsetzten Speicherkühlern gekühlt werden muss.

 

Fazit:

Mit dem AX5U5200C3816G-CLABK hat ADATA ein 16 GB großes DDR5 Speichermodul in sein Sortiment aufgenommen, welches zu den ersten am Markt befindlichen DDR5 Modulen gehört und wie die meisten anderen bis jetzt erhältlichen DDR5 Speichern nicht mit einer trendigen RGB-Beleuchtung ausgestattet ist, sondern in einem recht schlichten Design daher kommt. Trotz der dezenteren Optik kann das Speicherkit schon im Auslieferungszustand mit einer sehr guten Performance punkten. Wo man bei vielen DDR4 Speicherkits eigentlich nicht unbedingt einen Speicherkühler benötigte, sollte man bei DDR5 Speichern durch das in den Speicher integrierte PMIC gerade dann, wenn man den Speicher oberhalb der seitens Intel angegebenen Spezifikationen betreiben möchte darauf achten, dass der Speicher mit entsprechenden Kühlern ausgestattet ist. Die seitens ADATA auf dem Lancer DDR5 Speicher verbauten Kühler sorgen in unserem Test nicht nur für eine schicke und dezente Optik, sondern auch dafür, dass der Speicher auf einer angenehmen Temperatur betrieben wird. Dank dieser Eigenschaften konnten die beiden von uns für diesen Test herangezogenen Speicher um 400 MHz übertaktet werden. Preislich liegt ein XPG Lancer 16 GB 5200 MT/s Modul aktuell bei knapp 140 €*. Neben den einzelnen Modulen, welche wir in unserem Test herangezogen haben, gibt es die Lancer DDR5 Module aktuell auch in einem 32 GB Kit. Zukünftig will ADATA in der Lancer-Serie auch Speicher mit einem Takt von 6000 MHz aufnehmen. Zudem gibt es auch noch eine RGB-Version des Speichers, welche in Kürze verfügbar sein wird.

Ein besonderer Dank geht an ADATA für die Bereitstellung des Testmusters.

ADATA – XPG - Lancer 16GB DDR5 5200 MT/s

8.1

Verarbeitung

9.0/10

Kompatibilität

9.5/10

Geschwindigkeit

8.0/10

OC-Potenzial

7.0/10

Design/Modding

7.0/10

Lieferumfang

8.0/10

Preis

8.0/10

Pro

  • Stabilität unter Last
  • Verarbeitung
  • Stabile Spannungsversorgung
  • Kompatibilität
  • Dezente Optik