Forced Physics DCT und Noctua geben Forschungskooperation im Bereich der Mikrokanal-Kühlung bekannt

Noctua arbeitet gemeinsam mit dem US-Unternehmen Forced Physics DCT an einer neuen Technologie für die Kühlung leistungsstarker Computerchips. Im Mittelpunkt der Forschungskooperation steht ein neuartiger Ansatz, bei dem winzige Luftkanäle für einen besonders effizienten Wärmetransport sorgen sollen.

Die sogenannte Micro-Channel-Array-Technologie unterscheidet sich deutlich von klassischen CPU-Kühlern. Statt die Abwärme über große Kühlrippen an einen möglichst hohen Luftstrom abzugeben, wird die Luft durch eine Vielzahl extrem kleiner Kanäle geführt. Dadurch soll die Wärme direkt über die Oberflächen der Kanäle an die vorbeiströmende Luft übertragen werden.

Hoher Druck als größte Herausforderung

Das Prinzip bringt allerdings eine entscheidende technische Herausforderung mit sich. Die extrem kleinen Kanäle erzeugen einen sehr hohen Strömungswiderstand. Um ausreichend Luft durch die Strukturen zu bewegen, wird daher deutlich mehr statischer Druck benötigt als bei herkömmlichen PC-Kühlern.

Aktuelle Ausführungen der Technologie benötigen teilweise industrielle Gebläse, leistungsstarke Radiallüfter oder sogar Vakuumpumpen. Für einen Desktop-PC wäre eine solche Lösung derzeit weder besonders kompakt noch leise.

Genau an diesem Punkt soll die Zusammenarbeit mit Noctua ansetzen. Der österreichische Kühlungsspezialist verfügt über langjährige Erfahrung bei der Entwicklung von Lüftern, die hohen statischen Druck mit möglichst geringer Geräuschentwicklung kombinieren.

Ziel sind kompakte und leise Systeme

Die beiden Unternehmen wollen untersuchen, wie sich die Mikrokanal-Technologie für die Anforderungen von Desktop-PCs und Workstations optimieren lässt. Dabei geht es nicht nur um die eigentliche Wärmeübertragung, sondern auch um die Luftführung, den benötigten Druck und die Abdichtung der Mikrokanäle.

Sollte es gelingen, den erforderlichen Druck deutlich zu reduzieren, könnte das Konzept langfristig eine interessante Alternative beziehungsweise Ergänzung zu klassischen Luft- und Wasserkühlungen darstellen. Besonders für zukünftige Prozessoren mit hoher Leistungsaufnahme könnte eine effizientere Wärmeabfuhr interessant sein.

Noch kein neuer Noctua-Kühler angekündigt

Konkrete Hardware gibt es allerdings noch nicht. Die Kooperation befindet sich zunächst in der Forschungs- und Entwicklungsphase. Einen fertigen CPU-Kühler oder einen Termin für ein entsprechendes Produkt haben die Unternehmen bislang nicht angekündigt.

Damit dürfte es noch einige Zeit dauern, bis die Technologie tatsächlich in einem PC-Kühler zu finden ist. Die Forschungsarbeit zeigt jedoch, dass bei der klassischen Luftkühlung auch abseits immer größerer Kühlkörper und leistungsstärkerer Lüfter nach neuen Lösungsansätzen gesucht wird.

Sollte Noctua die Mikrokanal-Technologie erfolgreich für den Einsatz im PC optimieren können, könnte daraus langfristig eine völlig neue Generation kompakter Hochleistungskühler entstehen.