ADATA – XPG – GAMMIX S70 PCIe 4.0 M.2 SSD im Test

Mit der GAMMIX S70 haben wir heute eine seit kurzem erhältliche PCIe Gen4x4 M.2 2280 von ADATAs Gaming Brand XPG im Test, welche auch unter extremen Bedingungen mit einer überaus hohen Performance überzeugen möchte.

Welche Details in der GAMMIX S70 stecken und wie sich die 2 TB große Variante von ADATAs neuster PCIe Gen4 M.2 SSD in unserem Test geschlagen hat, erfahrt ihr in diesem Review.

 

Technische Details:

Kapazität: 1TB / 2TB
Formfaktor M.2 2280
NAND Flash:  96 Layer 3bit TLC NAND
Controller: InnoGrit IG5236
Interface: PCIe Gen 4.0 x4, NVMe 1.4
Abmessungen: 80 x 25 x 15 mm
Gewicht: 34 g
LeistungMax.
Lesen (lt. Hersteller) bis zu 7.400 MB/s
Schreiben (lt. Hersteller) bis zu 6.400 MB/s
Betriebstemperatur: 0°C-70°C
Lagertemperatur: -40°C bis 85°C
Stoßfestigkeit: 1500 G / 0,5 ms
MTBF: 2.000.000 Stunden
Garantie: 5 Jahre

 

Lieferumfang:

  • ADATA – XPG – GAMMIX S70 M.2 SSD (mit gewählter Kapazität)

 

Design und Verarbeitung:

Die GAMMIX S70 M.2 SSD wird von XPG in einer für eine M.2 SSD recht dicken Verpackung geliefert, welche in einem glänzend roten Grunddesign gehalten ist. Die Verpackungsvorderseite wurde neben der Modellbezeichnung und einem Produktbild auch mit der Kapazität der enthaltenen SSD sowie einer Auflistung der wichtigsten Features bedruckt.

Mit einem Blick auf die Verpackungsrückseite findet man eine in mehreren Sprache abgedruckte Auflistung der wichtigsten Features vor.

Innerhalb der Verpackung ist die SSD in einer Kunststoffschale untergebracht.

Entnimmt man die GAMMIX S70 M.2 SSD aus seiner Verpackung, so hat man eine 80 mm lange und 22 mm breite SSD vor sich liegen, welche seitens ADATA mit einem sehr großen Kühler ausgestattet wurde. Aufgrund des riesigen Aluminiumkühlers fällt die SSD mit einer Höhe von 15 mm deutlich höher aus als die meisten anderen M.2 SSDs am Markt.

Schaut man sich den verbauten Kühler einmal etwas genauer an, so wird man schnell erkennen, dass dieser aus einer Ober- und einer Unterseite besteht. Die Unterseite des silbernen Aluminiumkühlers ist U-förmig gebogen und steht seitlich über das PCB hervor.
In diesen über das PCB herausragen Bereich des Kühlers ist die Oberseite des Aluminiumkühlers einseitig eingehakt. Da die Klebkraft von Wärmeleitpads bei hohen Temperaturen nachlässt, wurden die eingesetzten Kühlerhälften zusätzlich auf einer Seite der SSD miteinander verschraubt.

Mit einem Blick auf die mit einem XPG Logo bedruckte Kühleroberseite wird man schnell feststellen, dass diese mit mehreren L-förmig gebogenen Kühlfinnen ausgestattet wurden. Um eine gleichmäßigere Wärmeübertragung erreichen zu können, wurden die einzelnen Kühlfinnen alle miteinander verbunden.

Unter dem verbauten Passivkühler findet man im vorderen Bereich einen noch sehr seltenen InnoGrit IG5236 Controller vor, welcher zur Anbindung der vier verbauten 96 Layer 3D-NAND Chips acht Kanäle bereitstellt.

Um die Schreibleistung zu steigern, hat ADATA neben einem 1 GB großen Sk hynix H5AN 8G6 NDJ-RXNC DDR4 Speicherchip, welcher eine Kapazität von einem Gigabyte bereitstellt, auch einen dynamischen SLC-Cache verbaut, welcher die anfallenden Daten zunächst im SLC-Verfahren puffert und diese im Anschluss in den TLC-Bereich des NANDs schreibt. 

Auf dem rückseitig angebrachten Kühler der GAMMIX S70 M.2 SSD findet man einen Aufkleber vor, welcher neben der Modellbezeichnung auch mit der Seriennummer sowie der gebotenen Kapazität bedruckt wurde.

XPG hat die SSD zusätzlich mit der LDCP-Fehlerkorrektur (Low Density Parity Check) ausgestattet, welche zur Erkennung und Behebung einer Vielzahl von Datenfehlern sorgen soll. Hierdurch wird eine zuverlässigere Datenübertragung und eine längere Produktlebensdauer erreicht. Zudem bietet die S50 Lite mit End-to-End- (E2E) Datenschutz, RAID-Engine-Unterstützung und AES-256-Bit-Verschlüsselung eine bestmögliche Sicherheit der gespeicherten Daten.

Die GAMMIX S70 M.2 SSD ist, wie die Modellbezeichnung schon vermuten lässt, mit der M.2-Schnittstelle ausgestattet, welche mit dem Z170 Chipsatz von Intel großflächig Einzug in den Consumer-PC-Markt gefunden hat und in der Zwischenzeit auf fast jedem aktuellen Mainboard zu finden ist.

Im Gegensatz zu vielen anderen M.2 SSDs am Markt kann die GAMMIX S70 nicht nur auf einem PCIe x4 3.0 Steckplatz genutzt werden, sondern auch auf einem schnelleren PCIe x4 4.0 Steckplatz. Seitens des Anschlusses wäre in der Theorie eine maximale Übertragungsrate von rund 8.000 MB/s möglich. XPG selbst gibt für die GAMMIX S70 eine maximale Schreibgeschwindigkeit von 6.400 MB/s sowie eine maximale Lesegeschwindigkeit von 7.400 MB/s an. Um diese Geschwindigkeit erreichen zu können, benötigt man natürlich ein entsprechendes Mainboard mit einer PCIe Gen4x4 Anbindung, welches es bis zur Verfügbarkeit der 11. Generation der Intel Core-Prozessoren aktuell nur auf einer AMD-Basis gibt. Setzt man die SSD auf einem Mainboard ein, welches den PCIe Gen4x4 Standard nicht unterstützt, so kann man die SSD zwar problemlos nutzen, jedoch die eigentlich mögliche Bandbreite nicht ausschöpfen.

Was die gebotene Kompatibilität angeht, wird man jedoch gerade dann, wenn man die SSD in einem Notebook verbauen möchte, vollständig ausgebremst, denn auch ein mächtiges Gaming-Notebook bietet einem nicht genügend Platz für den mächtigen Kühler.

Die Verarbeitung der GAMMIX S70 wurde seitens XPG sehr sauber ausgeführt und gibt uns keinen Anlass zur Kritik.

 

Testablauf:

Das wichtigste Kaufargument ist bei einer SSD zweifelsohne nicht das Design, sondern die Leistung, welche erbracht werden kann.
Aus diesem Grund schicken wir die SSD nicht nur in verschiedene Benchmarks, sondern werden uns auch ein genaues Bild über die Geschwindigkeit in alltäglichen Bereichen machen.

Das zum Einsatz kommende Testsystem besteht aus diesen Komponenten:

  • Prozessor: AMD 3950X
  • Mainboard: Asrock X570 Pro4
  • Grafikkarte: Zotac GTX 980Ti
  • Arbeitsspeicher: 16GB HyperX Fury (2 x 2 GB DDR4 3466MHz)
  • Systemlaufwerk: Seagate – FireCuda 510 SSD (2 TB)
  • Netzteil: Power & Cooling Silencer MK III 1200W
  • Betriebssystem: Windows 10 Pro 64Bit

Das Testlaufwerk ist dabei als sekundäres Laufwerk eingerichtet. Das Betriebssystem befindet sich somit auf dem verbauten FireCuda 510 SSD. Dies gilt jedoch nur für die durchgeführten Benchmarks und nicht für die Softwaretests.

Getestet wurde die GAMMIX S70 2 TB M.2 SSD mittels dieser Benchmarks:

  • AS SSD Benchmark
  • AS SSD Kopierbenchmark
  • ATTO Disk Benchmark

AS SSD Benchmark

Der AS SSD Benchmark wurde, wie der Name vermuten lässt, speziell für SSDs entwickelt. Durch die Verwendung von inkompressiblen Daten stellt dieser Benchmark für komprimierende Controller praktisch ein Worst-Case-Szenario dar.

Mit einem Blick auf das erreichte Testergebnis ist zu erkennen, dass wir die seitens ADATA für die XPG – GAMMIX S70 M.2 SSD angegeben maximalen Lese und Schreibgeschwindigkeiten in diesem Test nicht erreichen konnten. Die SSD machte jedoch schon in unserem ersten Test klar, dass sie ein ernst zu nehmender Gegner ist und erreichte das mit Abstand beste Ergebnis.

 

AS SSD Kopierbenchmark

Neben diesem Performancetest beinhaltet der AS SSD Benchmark auch noch einen Kopierbenchmark, mittels welchem ermittelt werden kann, wie schnell Daten innerhalb des Laufwerkes kopiert werden können.
Die verwendeten Muster entsprechen typischen Szenarien: ISO (zwei große Dateien), Programm (viele kleine Dateien), Spiel (große und kleine Dateien gemischt).

Auch bei dem aus drei Teilen bestehenden Kopierbenchmark zeigte die GAMMIX S70 eine sehr gute Performance. Es ist jedoch zu erkennen, dass der Abstand zu anderen PCIe Gen4 M.2 SSDs in diesem Test etwas geringer ausfällt als im vorherigen Test.

 

ATTO Disk Benchmark

Der ATTO Disk Benchmark ermöglicht es einem die SSDs mit einer höheren Abfragetiefe zu beanspruchen. Wir haben die SSD somit mit einer Queue Depth von 10 getestet.

Dank der hohen Abfragetiefe konnte die GAMMIX S70 in diesem Test ihre volle Leistung entfalten. Die SSD konnte im Lesetest die seitens ADATA angegeben Maximalgeschwindigkeit nicht nur erreichen, sondern auch um wenige MB/s überbieten. Die angegebene maximale Lesegeschwindigkeit haben wir in unserem Test zwar leicht verfehlt, jedoch hat die GAMMIX S70 deutlich unter beweis gestellt, dass es sich um die schnellste SSD in unserem Testfeld handelt.

Neben den Messungen mit diesen Benchmark-Tools wollen wir jedoch auch nicht die Geschwindigkeitsvorteile im alltäglichen Betrieb aus dem Auge verlieren, denn gerade auf diese kommt es im Endeffekt an, da die durch die Benchmarks aus dem Laufwerk gekitzelten Maximalwerte im Normalfall kaum erreicht werden.

Softwareinstallation

Wie die Überschrift schon verlauten lässt, werden wir in diesem Test anhand der Software PCMark 8, Acrobat Reader und OpenOffice die Zeit stoppen, in welcher die Software auf der SSD installiert werden konnte.

Softwaretest

In diesem Test werden wir die Geschwindigkeit messen, in welcher die SSD es schafft, eine WinRAR Datei von einem GB zu entpacken, einen vollständigen Systemscan mit AntiVir absolviert und wie lange ein auf der SSD installiertes Windows 10 benötigt, um zu booten.
Da sich in unserem Testsystem zu den Onboardkomponenten noch ein Hardware-Raidcontroller befindet, welche eine Weile braucht, um alle Festplatten zu initialisieren, werden wir die Zeit erst nach dem Verlassen des Bios stoppen.

Wie es in der Zwischenzeit auch von anderen M.2 SSDs bekannt ist, zeigte auch die GAMMIX S70 M.2 SSD in unserem Test unter einer dauerhaften Belastung eine Drosselung bei der Übertragungsgeschwindigkeit. Zwar hat ADATA der XPG – GAMMIX S70 einen besonders großen Kühler spendiert, jedoch erreicht die SSD bei einer schlechten Platzierung innerhalb des Gehäuses schnell die kritische Temperaturschwelle von 70 °C.  Wird diese Schwelle erreicht, so sinkt die Schreib- und Lesegeschwindigkeit rapide ab. Sorgt man in seinem Gehäuse jedoch für einen leichten Luftstrom, welcher durch die L-förmig designten Kühlrippen des verbauten Kühlers ziehen kann, so pendelt sich die Maximaltemperatur auf einer deutlich angenehmeren Temperatur von knapp unter 60 °C ein und man bleibt von der Leistungsbremse verschont.
Für den Fall, dass das eingesetzte Mainboard selbst über einen passiven M.2-Kühler verfügt, sollte man diesen aus zwei Gründen nicht verwenden. Der erste Grund liegt darin, dass der auf der SSD-Rückseite verbaute Kühler mittels eines sehr stark klebenden Wärmeleitpad befestigt wurde und man die SSD beim entfernen des Kühlers irreparabel beschädigen könnte. Zudem bietet der seitens ADATA verbaute Kühler eine deutlich größere Oberfläche als die meist nur als längliche Aluminiumblöcke ausgeführten Kühler, welche seitens vieler Mainboardhersteller in der Zwischenzeit vorinstalliert werden.

 

Fazit:

Mit der GAMMIX S70 hat ADATA unter seinem Gaming Brand XPG eine M.2 SSD in sein Sortiment aufgenommen, welche dank des eingesetzten PCIe Gen4 Interface sowie dem schnellen InnoGrit IG5236 Controller eine Leistung erzielen kann, welche in unserem Test von noch keiner anderen SSD erzielt wurde. Die GAMMIX S70 setzt sich hierbei nicht nur bei der maximalen Lesegeschwindigkeit deutlich vom restlichen Testfeld ab, sondern auch bei der maximalen Schreibgeschwindigkeit. Auch wenn die SSD mit einem sehr großen Kühler ausgestattet wurde, welcher einen Einsatz in einem Notebook unmöglich macht, wird die SSD unter dauerhafter Last so warm, dass die Geschwindigkeit deutlich gedrosselt wird. Sorgt man jedoch für einen leichten Luftstrom, welcher durch den Kühler weht, so kann die maximale Schreib- und Lesegeschwindigkeit auch über einen längeren Zeitraum hinweg erzielt werden. Dank der bevorstehenden Einführung der 11. Generation der Intel Core-Prozessoren können auch Intel-Nutzer in Kürze die volle Leistung der GAMMIX S70 erfahren. Preislich liegt die sehr sauber verarbeitet SSD in der von uns in diesem Test herangezogenen 2 TB großen Version aktuell bei knapp über 440€*.

Ein besonderer Dank geht an ADATA für die Bereitstellung des Testmusters.

ADATA - XPG - GAMMIX S70 PCIe 4.0 M.2 SSD

8.9

Verarbeitung

9.5/10

Kompatibilität

8.0/10

Geschwindigkeit

11.0/10

Lieferumfang

8.0/10

Preis

8.0/10

Pro

  • Sehr hohe Geschwindigkeit
  • Verarbeitung

Contra

  • Kann nicht in einem Notebook verbaut werden
  • Kühler reicht ohne zusätzlichen Luftstorm nicht für Dauerbelatung