Die Highlights von Anker auf der IFA 2026

Anker räumt zur IFA 2026 mit seiner bisherigen Markenstruktur auf. Aus Anker, soundcore, SOLIX und eufy wird künftig eine gemeinsame Marke: Anker. Unter dem neuen Leitgedanken „Ultimate Innovation“ will der Konzern seine bislang getrennten Produktwelten stärker miteinander verbinden.

Der Schritt ist mehr als eine Änderung des Logos. Anker sieht die Grenzen zwischen Laden, Audio, Smart Home, Energie und Robotik zunehmend verschwimmen. Künstliche Intelligenz, lokale Datenverarbeitung und vernetzte Geräte sollen künftig über diese Kategorien hinweg zusammenspielen.

Auf der IFA gibt das Unternehmen deshalb nicht nur einen Ausblick auf den neuen Markenauftritt, sondern zeigt auch zahlreiche neue Produkte – vom intelligenten Ladegerät über KI-Kopfhörer bis zum Mäh- und Saugroboter.

Laden wird intelligenter

Zu den auffälligeren Neuheiten gehört die Anker MagGo Power Bank 2 Pro. Die magnetische Powerbank ist mit einer aktiven Lüfterkühlung ausgestattet und soll Smartphones kabellos mit bis zu 25 Watt nach Qi 2.2 laden. Ein integriertes Display informiert über Ladeleistung und Temperatur.

Über USB-C sind bis zu 45 Watt möglich. Auch die Powerbank selbst lässt sich mit 45 Watt schnell laden und soll innerhalb von 52 Minuten 80 Prozent ihrer Kapazität erreichen. Die Markteinführung ist für Ende September zum Preis von 109,99 Euro vorgesehen.

Für Schreibtisch und Nachttisch zeigt Anker außerdem die MagStand Charging Station. Sie kombiniert 25 Watt kabelloses Laden mit einem ausziehbaren 60-Watt-Kabel und einem zusätzlichen 30-Watt-USB-C-Anschluss. Ein Display kann neben Ladeinformationen auch Uhrzeit, Wetter oder persönliche Fotos anzeigen.

Mit dem Anker Laptop Charger Pro überträgt Anker das Konzept auf Notebooks. Das 100-Watt-Netzteil soll erkennen, welches Notebook angeschlossen ist, und die Ladekurve entsprechend anpassen. Ein Care Mode begrenzt den Ladestand auf einen voreingestellten Wert von beispielsweise 80 Prozent und soll dadurch die Lebensdauer des Akkus verlängern.

KI zieht in Kopfhörer ein

Auch bei Audio steht auf der IFA künstliche Intelligenz im Mittelpunkt. Der Anker soundcore AeroClip 2 ist ein offener Kopfhörer, der Stimmen mithilfe des hauseigenen Thus-KI-Chips aus Umgebungsgeräuschen herausfiltern soll.

Der 12-Millimeter-Treiber unterstützt den LDAC-Codec. Die Akkulaufzeit liegt bei bis zu acht Stunden, zusammen mit dem Ladecase sind bis zu 32 Stunden möglich. Zehn Minuten Schnellladen sollen für weitere vier Stunden Wiedergabe reichen.

Noch einen Schritt weiter geht der für Januar 2027 angekündigte AeroClip 2 Pro. Die Kopfhörer sollen Audioaufnahmen direkt auf dem Gerät speichern und daraus Notizen erstellen können. Bis zu acht Stunden Audiomaterial lassen sich lokal ablegen.

Beim Over-Ear-Modell soundcore Space 2 Pro kombiniert Anker den Thus-KI-Chip mit acht Mikrofonen für die adaptive Geräuschunterdrückung. Sechs weitere beziehungsweise dafür eingesetzte Mikrofone sollen bei Telefonaten die Stimme auch in lauten Umgebungen klar übertragen.

Bis zu 30 Stunden Laufzeit mit aktiviertem ANC und bis zu 60 Stunden ohne Geräuschunterdrückung verspricht Anker. Ein persönliches Klangprofil lässt sich über HearID 5.0 erstellen.

Anker steigt in den Hörgeräte-Markt ein

Eine neue Produktkategorie kündigt Anker ebenfalls an: Das Unternehmen steigt in den Markt für Hörhilfen ein. Die ersten Hörgeräte sollen mit dem Thus-KI-Chip ausgestattet werden und unter anderem von Geräuschunterdrückung, Schnellladen und langer Akkulaufzeit profitieren.

Weitere Informationen zu den konkreten Hörhilfen will Anker zu einem späteren Zeitpunkt bekannt geben.

Schlaf wird zum neuen Technologiefeld

Auch das Thema Schlaf spielt auf dem IFA-Stand eine größere Rolle. Die soundcore Sleep Earbuds 4 sollen Umgebungsgeräusche während der Nacht stärker reduzieren als ihr Vorgänger. Eine KI-Funktion erkennt zudem Schnarchgeräusche und reagiert mit individuell angepassten Klängen.

Interessant ist auch das Ladecase: Es kann wichtige Geräusche wie einen Feueralarm erkennen und daraufhin automatisch den Transparenzmodus aktivieren. Die Kopfhörer sollen bis zu zehn Stunden durchhalten und im Oktober für 249,99 Euro starten.

Mit dem SleepLab Pro geht Anker noch weiter. Das für Anfang 2027 angekündigte System soll Schlafphasen, Atmung, Herzfrequenz und Bewegungen berührungslos über ein 60-Gigahertz-Radarsystem erfassen. Nutzer benötigen dafür weder Smartwatch noch Ring oder Sensoren am Körper.

Aus den ermittelten Daten sollen anschließend personalisierte Klang- und Lichtprogramme entstehen.

KI soll künftig auch das Zuhause steuern

Besonders weitreichend ist Ankers Vision für das vernetzte Zuhause. Mit Anker MindBase zeigt das Unternehmen einen lokalen KI-Hub, der Geräte verschiedener Hersteller miteinander verbinden und KI-Aufgaben direkt zu Hause ausführen soll.

Dabei setzt Anker auf lokale Datenverarbeitung. Die Plattform soll unter anderem Matter-kompatible Geräte integrieren und über spezialisierte KI-Agenten Aufgaben im Haushalt übernehmen. Für persönliche Daten stehen bis zu 48 Terabyte erweiterbarer lokaler Speicher zur Verfügung.

Das erste konkrete System ist das Anker MindBase Security Kit. Dazu gehören unter anderem eine 4K-Kamera mit automatischer Objektverfolgung, eine Videotürklingel mit 180-Grad-Panorama und ein System zur Erkennung unbekannter Personen.

Damit deutet sich an, wohin Anker seine neue Markenstrategie entwickeln möchte: Die einzelnen Geräte sollen nicht länger isoliert betrachtet werden, sondern Teil eines gemeinsamen, lokal arbeitenden Ökosystems sein.

Roboter für Boden und Rasen

Die Robotik bleibt ebenfalls ein wichtiger Bestandteil des neuen Portfolios. Mit dem eufy Saug- und Wischroboter C30 Edge bringt Anker ein neues Mittelklasse-Modell auf den Markt. Der Roboter erreicht eine Saugleistung von bis zu 35.000 Pascal und verfügt über zwei rotierende Wischpads.

Eine ausfahrbare Wischfunktion und Seitenbürste sollen auch Kanten und Bereiche entlang von Möbeln erreichen. Die Markteinführung ist für Ende September zu 699 Euro geplant.

Noch leistungsorientierter fällt der eufy Hydrojet E35 aus. Auch er erreicht bis zu 35.000 Pascal und setzt bei der Nassreinigung auf eine kontinuierlich mit Frischwasser versorgte Wischrolle. Die Station übernimmt anschließend Reinigung, Staubentleerung und das Nachfüllen von Reinigungsmittel.

Darüber hinaus gibt Anker mit dem eufy Mähroboter S2 Max einen Ausblick auf die nächste Generation seiner Gartenrobotik. Das Modell wurde vollständig von Anker selbst entwickelt und soll KI und fortschrittlichere Navigation in die Rasenpflege bringen.

Textildrucker für Kreative

Eine ungewöhnliche Ergänzung des Portfolios ist der eufyMake Fabric Printer. Der Textildrucker soll Anfang 2027 erscheinen und sowohl Direct-to-Garment- als auch Direct-to-Film-Druck ermöglichen.

Das System kann damit unter anderem Kleidung und unterschiedliche Materialien bedrucken. Mehr als zehn Spezialeffekte, darunter Glitzer- und 3D-Puff-Effekte, sollen zusätzliche Gestaltungsmöglichkeiten bieten.

Eine integrierte Hitzepresse und automatische Reinigungsfunktionen sollen den Fabric Printer zu einer Komplettlösung für kleinere Studios, Werkstätten und kreative Arbeitsplätze machen.

Eine Marke statt vier

Mit dem Markenwechsel vollzieht Anker auf der IFA 2026 einen strategisch wichtigen Schritt. Neue Produkte sollen künftig direkt unter dem Namen Anker erscheinen, während die bisherigen Marken schrittweise auslaufen. Bereits erhältliche Produkte bleiben zunächst bestehen.

Für Kunden soll sich dabei an Garantien und Service nichts ändern. Entscheidend ist vielmehr, dass Anker seine bisher getrennten Bereiche künftig stärker als ein zusammenhängendes Ökosystem versteht.

Die IFA 2026 wird damit zum ersten großen Auftritt dieser neuen Strategie. Anker zeigt in Berlin nicht nur neue Ladegeräte oder Kopfhörer, sondern eine deutlich breiter angelegte Produktwelt, in der KI, lokale Datenverarbeitung und Robotik zunehmend miteinander verschmelzen.