XILENCE XQ SERIES 1000W

Nach dem wir uns passend zum Release der neuen XQ SERIE von Xilence im Mai das 850-Watt-Modell in diesem angesehen haben, hat Xilence nun die 1000 Watt Variante veröffentlicht, welche ebenfalls mit einer 80 PLUS PLATINUM Zertifizierung daherkommt.

Wie auch schon das getestete 850-Watt-Modell ist dieses Netzteil in der für Netzteile doch recht außergewöhnlichen Bauform gefertigt. Welche Leistung in der größten Version der der neuen Netzteilserie von Xilence steckt, werden wir hier für euch herausfinden.

Technische Details:

  • AC Input: 110-240V / 15 ~ 8A
  • Frequency: 50 – 60Hz
  • +5V: 20A
  • +3,3V: 20A
  • +5V & +3,3V combined: 150W
  • +12V 1, +12V 2, +12V 3, +12V 4, +12V 5 combined: 110A / 1000W
  • -12V: 0,5A
  • +5VSB: 4A
  • Total Output: 1000W
  • Dimension (TxBxH): 165 mm x 150 mm x 86 mm
  • Lüfter: Zwei 60-mm-Lüfter
  • 80PLUS PLATINUM
  • Garantie: 5 Jahre (nach Registrierung)

Anschlüsse:

Neben der Leistungssteigerung gibt es auch bei der Anschlussvielfalt ein Upgrade. Im Lieferumfang dieses Netzteiles befindet sich ein zweites Kabel mit zwei 6-PIN PCIe Stromanschlüssen. Es sind mit dem zusätzlichen Kabel jedoch noch nicht alle Anschlussmöglichkeiten für die Versorgung von Grafikkarten an dem Netzteil ausgeschöpft.


1 x 20+4 Pin


1 x P4 (4+4 Pin)


1 x P8 (8 Pin)


4 x 6+2 PCI-E


4 x 6 Pin PCI-E


12 x SATA


7 x Molex


1 x Floppy

Lieferumfang:

  • OVP
  • XQ-Series 1000 Watt Netzteil
  • 1 x P8 Stromkabel
  • 1 x P4 + P4 Stromkabel
  • 3 x PCI-E Stromkabel
  • 1 x ATX Stromkabel
  • 3 x SATA Stromkabel
  • 1 x Molex Stromkabel
  • 1 x Molex + Floppy Stromkabel
  • 2 x XILENCE Klettkabelbinder
  • 6 x Kabelbinder (schwarz)
  • 4 x Rändelschrauben (schwarz)
  • 4 x Schrauben (schwarz)
  • Stromkabel
  • Garantiekarte

Design und Verarbeitung:

Das Netzteil wird in einer Xilence üblichen Verpackung geliefert.

Die OVP ist in den Farben Weiß und Schwarz gehalten. Neben einer Skizze des Netzteiles auf der Vorderseite, ist die Rückseite mit einer Zeichnung versehen, welche den durch die neue Bauform bedingten Airflow zeigt. Zudem sind noch die technischen Details des Netzteiles auf der Verpackung abgedruckt.

Das Netzteil sowie das Zubehör sind in der OVP noch einmal in zwei getrennten Verpackungen verpackt.

Durch ein kleines Sichtfenster in der Innenverpackung des Netzteiles kann man einen ersten Blick auf das neue Netzteil der XQ SERIE werfen.

Wie auch schon das getestete 850-Watt-Netzteil verfügt auch das 1000-Watt-Modell über ein abgeschrägtes Netzteilende.

In dieser Schräge sind zwei kleine 60-mm-Lüfter verbaut, welche das Netzteil auf angenehmen Temperaturen halten sollen. Diese Lüfter sind für Netzteile ebenso merkwürdig, wie die abgeschrägte Form.
In den vergangenen Jahren sind die doch sehr lauten 80-mm-Lüfter von den Rückseiten der ATX-Netzteile nach und nach verschwunden. Anfangs kamen 120-mm-Lüfter zum Einsatz, welche im Netzteilboden verbaut wurden. Später wurden diese größtenteils wegen der noch geringeren Geräuschentwicklung von 140-mm-Lüfter aus den Netzteilen verdrängt. Bedingt durch die 15cm Breite des ATX Formfaktors, waren diese die größten Lüfter, welche man in ATX Netzteilen unterbringen konnte.
Xilence schlägt nun jedoch mit den zwei verbauten 60-mm-Lüftern einen ganz anderen Weg ein, als es der bisherige Trend zeigte. Viele werden sich sicherlich denken, ob dies nicht auch das Gegenteil bewirkt, da kleine Lüfter bekanntlich schneller drehen müssen, um dieselbe Kühlleistung zu erbringen. Aus diesem Grund werden wir auf die Geräuschentwicklung in diesem Test ein besonderes Augenmerk legen.

Das Netzteil kommt zudem in einem sehr edlen Look daher. Die komplette Gehäuseoberfläche weißt eine gebürstete Optik auf, welche in Schwarz / Kupfer schimmert. Diese lässt das gesamte Netzteil auch auf der Rückseite sehr edel wirken. Die Rückseite ist mit einer Wabenstruktur versehen, um die Abwärme herauszulassen.

Auf der Rückseite ist neben der Kaltgerätebuchse und dem On/Off Schalter noch eine Kontroll-LED zu finden, welche rot leuchtet, wenn das Netzteil in Betrieb ist.
Auf der Gehäuseoberseite befindet sich über den beiden Lüftern ein Aufkleber, auf welchen die Spezifikationen des Netzteiles abgedruckt sind.

In die linke und rechte Seite des Netzteiles ist jeweils das Xilence Logo eingestanzt. Das eingestanzte Logo passt durch seine Schlichtheit sehr gut zu dem edlen Look.

Eine weitere Besonderheit des neuen Xilence Netzteiles liegt in dem voll modularen Aufbau. Das bedeutet, dass sich im Auslieferungszustand kein Kabel am Netzteil befindet und selbst das ATX-Kabel als separates Kabel dem Lieferumfang beiliegt.

Das Netzteil verfügt über Anschlüsse für bis zu sechs PCIe-Kabel, fünf Molex- bzw. SATA-Kabel, bis zu zwei 8-PIN bzw. zwei 2×4-PIN sowie zwei Anschlüsse, an welchen das ATX-Kabel angeschlossen wird. Bis auf die Anschlüsse für PCIe Grafikkarten sind alle Buchsen in schwarz gehalten. Die Anschlüsse für die Grafikkarten sind rot. Das ATX-Kabel ist in zwei dünnere Kabelstränge aufgeteilt, welche beide sowie alle anderen Kabel schwarz gesleevt sind. Die beiden Stecker des ATX-Kabels, welche in das Netzteil eingesteckt werden, können nicht vertauscht werden, da diese einmal über 14 PINs und einmal über 12 PINs verfügen.
Das Kabelsleeving ist bei allen Kabeln leider nicht komplett blickdicht. Durch die Modulare Bauweise des Netzteiles ist es jedoch für Casemodder einfacher, die Kabel in den von ihnen gewünschten Farben zu sleeven.

Der erste Stecker, welcher sich an den im Lieferumfang befindlichen Kabel befindet, ist immer nach 550mm Kabellänge zu finden. Somit sind die Kabel lang genug, um auch in einem Big Tower an entlegene Stellen zu kommen.

Nachdem wir in unserem ersten Review den neon gelben 4-PIN-Stecker am ATX-Kabelstrang und die schief eingedrehten Lüfterschrauben bemängelt haben, hatte Xilence sofort reagiert. Alle Netzteile dieser Baureihe, welche an Kunden ausgeliefert werden, haben anstelle des gelben nun einen schwarzen Stecker. Schief eingedrehte und somit überstehende Schrauben sucht man auch vergeblich.

Das Netzteil in Unserem Test ist makellos verarbeitet. Es freut uns sehr zu sehen das Xilence so nah an der Community Arbeitet und auf entsprechende Anregungen eingeht.

Besondere Kühllösung:

Wie auch das schon getestet Modell dieser Netzteilserie wird bei diesem ein komplett neuer Weg hinsichtlich der Kühlung des Netzteiles gegangen.
Das Kühlprinzip besteht aus drei miteinander kombinierten Komponenten.

Dazu gehören:

  • Abgeschrägter Gehäusedeckel
  • Zwei 60-mm-Lüfter in der Schräge des Gehäusedeckels
  • Zwei spezielle Kühlkörper im inneren des Netzteiles

Die Xilence Netzteile der XQ-SERIE nutzen die Direct Air Flow Technologie zur Kühlung von zwei Kühlkörpern, welche im Inneren des Netzteils genau in der Richtung des Airflows verbaut wurden. Durch die Verwendung von zwei kleinen 60-mm-Lüftern wird die Luft dorthin geführt, wo sie benötigt wird.

Mit dieser neuen Technik wird die Schwachstelle von den großen 120mm und 140-mm-Lüftern umgangen. Die Schwachstelle der großen Lüfter liegt in dem Hot Spot, welcher unter dem Motor entsteht. An dieser Stelle herrscht ein „toter Punkt“ da hier keine Luftbewegung stattfindet.
Jeder der beiden Lüfter wird über einen separaten Temperatursensor gesteuert, welcher an der jeweiligen Kühlrippe angebracht ist, für welche der Lüfter zuständig ist. Durch diese Lösung kann es passieren, dass auch einmal nur ein oder gar kein Lüfter läuft.
Bis zu einer Last von ca. 20% des Netzteiles wird dieses passiv – also ohne laufende Lüfter – betrieben. Somit ist das Netzteil während den meisten Office-Anwendungen mit 0 dB(A) unterwegs. Um Panik zu vermeiden, ist auf der Rückseite eine rote Kontroll-LED angebracht, welche die Betriebsfähigkeit des Netzteiles anzeigt. Erst ab einer Last von ca. 20% fangen die Lüfter langsam an zu arbeiten. Durch die verwendeten Motoren aus 80-mm-Lüftern hat ­Xilence für einen langlebigen und laufruhigen Betrieb gesorgt. Da kleine Lüfter zum anlaufen nicht so viel Kraft benötigen, sind die Anlaufdrehzahlen entsprechend geringer als bei größeren Lüftern, was zudem für einer Geräuschreduzierung führt.

Ein weiterer Kühlvorteil geht nicht direkt im Netzteil vonstatten, sondern wird durch die Form des Netzteiles hervorgerufen, wenn das Netzteil am Gehäuseboden verbaut wird.
In dem Fall, dass das Netzteil in einem PC Gehäuse am Boden verbaut wird, haben die Grafikkarten oder andere Steckkarten, welche über dem Netzteil verbaut, sind mehr Platz zum „Atmen“. Hierdurch ist es gerade „hitzköpfigen“ Grafikkarten möglich kühler zu agieren.

Blick ins Innere:

Nach dem Lösen der Schrauben und dem Brechen der Siegel (wie immer gilt: Nicht nachmachen – Lebensgefahr! Zudem entfällt durch das Brechen der Siegel die Garantie des Netzteiles) haben wir freien Blick auf die Elektronik und die beiden 60-mm-Lüfter.

Hier kann man nun noch einmal gut die beiden Kühlzonen erkennen, welche von den beiden Lüftern auf angenehmen Temperaturen gehalten werden.

Xilence hat bei der neuen XQ-SERIE auf so viele Kabel wie möglich verzichtet. Aus diesem Grund wurden die Anschlüsse für das Kabelmanagement auf einem PCB untergebracht, welches direkt mit dem mehrschichtigen PCB am Netzteilboden verlötet ist.

Dies verringert die Übergangswiderstände und somit auch die Wärmeentwicklung im Netzteil. Zudem wird durch diesen Aufbau die Effizienz des Netzteiles gesteigert.

PG Time:

Power Good Signal
Im ersten Test überprüfen wir die PG Time. Das Power Good Signal muss gemäß der ATX-Norm nach mindestens 100 und maximal 500 ms kommen. Das Signal signalisiert dem Mainboard, dass das Netzteil bereit ist, alle Spannungen passen und der Computer gestartet werden kann. Kommt das Signal nicht innerhalb dieses Zeitraums, ist das Netzteil defekt und muss getauscht werden.

Das Power Good Signal kam bei unserem Testkandidaten nach 300 ms und liegt damit problemlos im erlaubten Bereich, jedoch brauchte dieses Netzteil etwas länger als das 850-Watt-Modell.

Spannungen:

Testsystem:

Wir haben das Netzteil mit unserem I7 Testsystem getestet.

Das Testsystem besteht aus:

I7 975EX @ 4,3GHz
Rampage III Extreme
ATI HD5970
24GB (6 x 4048MB DDR3 1866MHz)
Areca 1880ix
4 x 300GB Seagate SAS im Raid 5

Das o.g. System inkl. Netzteil weist einen Strombedarf von etwa 160 Watt (IDLE) bis ca. 630 Watt (Volllast) auf. Diese Spannungen können jedoch je nach verwendetem Netzteil unterschiedlich sein. Unter Volllast wird besonders auf die Stabilität der Spannungen geachtet.
Ausgelesen werden die Spannungen mithilfe eines Multimeters (VOLTCRAFT VC830).
Um das System zu 100% auszulasten, wird die Software Prime 95 und der Benchmark 3DMark 11 eingesetzt. Diese werden parallel ausgeführt, damit CPU und Grafikkarte gleichzeitig unter Volllast laufen und so der maximale Stromverbrauch erreicht wird.

Die ATX-Norm gibt die Spannungstoleranzen für Netzteile detailliert vor: Auf 3,3 Volt, 5 Volt und 12 Volt sind je 5% nach oben sowie nach unten erlaubt.

Spannungstest

Die Spannungen sollten nach Möglichkeiten auch bei einem Lastwechsel möglichst gleich bleiben und nicht nach oben oder unten ausbrechen.

Aus diesem Grund haben wir den Lastwechsel in drei Stufen aufgeteilt.
Zum Darstellen der ersten Last läuft unser Testsystem mit dem verbauten Netzteil im Idle-Mode.
Die zweite Laststufe wird unter Volllast des Systems simuliert. Das System ist hierbei nicht übertaktet.
Die dritte Laststufe wird dann mittels eines übertakteten Testsystems erreicht.

3,3V

5V

12V

Alle Spannungen des neuen XILENCE Netzteiles bleiben innerhalb des erlaubten Bereichs. Die einzelnen Spannungen sind nahezu perfekt und schwanken nur minimalst bei einem Lastwechsel in die 3. Laststufe.
In den übertakteten Zustand wurde mittels ROG Connect im Laufenden Betrieb umgeschaltet.

Leistungsaufnahme

Fazit:

Wie erwartet war das 1000-Watt-Modell der XQ-Netzteil-Serie sehr gut verarbeitet. Die Verarbeitungsmängel, welche wir in unserem Review über das kleinere 850-Watt-Netzteil bemängelt hatten (es handelte sich damals noch um ein frühes Pressesample) wurden in der neuen Version bis auf die nicht ganz blickdichten Sleeves ausgebessert.
Auch die größte Variante aus dieser Netzteilserie kann mit der verbauten Kühllosung bei den abgefragten Spannungen unerwartet leise gekühlt werden.
Bei der Leistungsaufnahme ist dieses Modell etwas sparsamer, sobald das System bei hoher Last mit Spannung versorgt wird. Durch die gebürstete Oberfläche ist das Netzteil in einem sehr edlen Look gefertigt worden.

Pro

  • Durchweg sehr gute Verarbeitung
  • Vollwertiges Kabelmanagement
  • Innovative Kühllösung
  • Sehr gute Leistungswerte
  • Zwei 6-PIN PCIe Stromanschlüsse mehr als bei den kleineren Modellen

Contra

  • Sleeve nicht ganz blickdicht

Ein besonderer Dank geht an xilence.de für die Bereitstellung des Testmusters.