Xilence SQ Serie 550 Watt im Test

Nachdem wir kurz nach der Veröffentlichung der neuen Office Serie von Xilence das 400-Watt-Modell im Test hatten, haben wir in diesem Review das neue 550 Watt Netzteil aus der gerade vorgestellten SQ Serie von Xilence im Test. Die neue SQ-Netzteilrevision verbindet hohe Leistungsfähigkeit mit einem niedrigen Geräuschpegel und hoher Effizienz, wodurch sich die neue Netzteilserie speziell an Gamer richtet.

Wie sich das mittlere Modell mit 550 Watt in unserem Test geschlagen hat und welche Features es mit sich bringt, erfahrt ihr in diesem Review.

Technische Details:

  • Farbe: Schwarz
  • AC Input: 4A, 115 – 230V, 50 – 60Hz
  • +5V: 20A
  • +3,3V: 20A
  • +5V & +3,3V combined: 120W
  • +12V1 45A / 540W
  • -12V: 0,5A / 6W
  • +5VSB: 3A / 15W
  • Total Output: 550W
  • Größe: 140 mm x 150 mm x 87 mm (LxBxH)
  • Lüfter: 120mm
  • 80PLUS PLATINUM
  • Garantie: 5 Jahre

Anschlüsse:


1 x 20+4 Pin


1 x 8 Pin EPS


2 x 6+2 PCI-E


6 x SATA


4 x Molex


1 x Floppy

Lieferumfang:

  • OVP
  • SQ Series 550W Netzteil
  • 4 x Schrauben
  • Stromkabel
  • Garantiekarte

Design und Verarbeitung:

Die Netzteile der neuen SQ Serie von Xilence werden in einer Verpackung geliefert, deren Aufmachung die gleiche ist, wie wir sie kürzlich bei der neuen Office Serie vorgestellt haben. Die Verpackung ist überwiegend in den Farben Schwarz und Weiß gestaltet.
Auf der Vorderseite ist neben dem skizzierten Xilence Logo und dem Schriftzug SQ Serie auch eine skizzierte Abbildung des Netzteiles zu finden, wie wir sie von allen Xilence Verpackung kennen.

Zudem sind auf der Vorderseite der OVP noch die wichtigsten Features sowie ein Hinweis auf die 80 PLUS PLATINUM Zertifizierung zu finden. Die vier Außenseiten der OVP sind durchweg in Schwarz gehalten. Auf drei der vier Seiten ist das Xilence Logo sowie der Schriftzug SQ Serie abgedruckt.
Auf der Rückseite der OVP ist ein Bild des Netzteiles zu finden. Rechts neben diesem Bild sind die Bezeichnungen der drei Modelle aufgelistet, welche es in der neuen SQ Serie von Xilence gibt.

Durch einen aufgeklebten Punkt ist das enthaltene Modell markiert. Links neben dem Produktbild sind die technischen Details sowie die Anschlüsse der einzelnen Modelle zu finden.
Innerhalb der OVP wird das Netzteil durch eine transparente Folie vor leichten Kratzern geschützt. Stärkere Stöße werden von einem weiteren Karton sowie einem Schaumstoffpolster abgefangen.

Gleich nach dem Auspacken fällt einem der größte, optische Unterschied zu der kürzlich vorgestellten Office Serie auf. Im Gegensatz zu der günstigeren und schwächeren Office Serie sind die Netzteile der neuen SQ Serie mit einer aufwendigen Pulverbeschichtung versehen und zeigen sich somit nicht in einem blanken Blechkleid, sondern in einem kräftigen Schwarz. Auffällig ist, dass ie Pulverbeschichtung in einer recht groben Ausführung auf das Netzteil aufgetragen wurde. Durch diese Art der Lackierung heben sich die Netzteile der der neuen SQ Serie von Xilence von der Masse ab und erwecken einen interessanten, aber dennoch schlichten ersten Eindruck.

Auf der Unterseite des Netzteiles befindet sich ein Schwarz/Roter 120-mm-Lüfter, welcher das Netzteil auf einer angenehmen Temperatur halten soll. Die Drehzahl des Lüfters ist temperaturabhängig, wodurch der Lüfter immer auf einem leisen Niveau gehalten werden soll. Durch seine roten Lüfterblätter entsteht ein guter Kontrast zu der schwarzen Pulverbeschichtung des Netzteiles.

Ebenso auffällig wie die Lackierung des Netzteilgehäuses ist auch das Lüftergitter gestaltet. Dieses kommt in einer achteckigen Ausführung daher. Mittig auf das Lüftergitter ist das Logo der neuen SQ Serie aufgeklebt. Im Gegensatz zu den sonst auf Lüftergitter üblichen Logos kommt dieses nicht in einer runden, sondern in einer quadratischen Ausführung daher.

Auf der linken Gehäuseseite wurde ein Aufkleber mit den Spezifikationen des Netzteiles sowie der Seriennummer aufgeklebt.

In die gegenüberliegende Seite des Gehäusedeckels wurde das Xilence Logo eingeprägt, wie wir es schon von den leistungsstarken XQ Series Netzteilen kennen, welche Xilence letztes Jahr zur CeBIT vorgestellt hatte.

Durch die schwarze Pulverbeschichtung kommt das eingeprägte Logo jedoch nicht ganz so gut zur Geltung.

Diese beiden Außenseiten bilden eine Einheit mit der Gehäuseunterseite, an welcher der Lüfter montiert ist.

In die Rückseite des Netzteilgehäuses ist ein großflächiges Lüftergitter im Wabendesign eingelassen. Zudem befindet sich hier eine Kaltgerätebuchse sowie ein On/Off Schalter, über welchen man das Netzteil komplett ausschalten kann.

Aus der Vorderseite des Netzteiles werden die fest verbauten Kabelstränge geführt.

An unserem Testmuster befinden sich insgesamt sechs Kabelstränge. Dabei handelt es sich um die Stromversorgung des Mainboards, welche aus einem 20+4 PIN Kabelstrang und 4+4 PIN Kabelstrang besteht. Neben diesen obligatorischen Kabelsträngen wird auch noch ein weiterer Kabelstrang, welcher über zwei 6+2 PIN PCIe Stecker verfügt aus dem Netzteil geführt. Zur Versorgung der optionalen Laufwerke verfügt das Netzteil über zwei Kabelstränge mit je drei SATA-Stecker und einem Kabelstrang mit vier Molex und einem Floppy-Stecker.

Alle Kabelstränge sind mit einem Sleeving versehen, welches jedoch nicht zu 100% blickdicht ist. Ein Kabelmanagement sucht man bei den Netzteilen der SQ Serie leider vergebens.

Der erste Stecker ist immer mindestens 450mm vom Netzteil entfernt. Dies sollte für die meisten Gehäuse eine ausreichende Länge sein.


Verbaute Technik:

Die Netzteile der neuen SQ Serie von Xilence setzten auf einen sehr hohen Wirkungsgrad (92%) und tragen somit verdient das 80 PLUS PLATINUM Logo. Für die +5- und +3,3V-Leitung werden DC-DC-Wandler verwendet. Für die Generierung der 12V-Leitung kommen MOSFETS zum Einsatz. Jedes Netzteil der neuen SQ Serie setzt auf eine einzelne 12V-Schiene (Single-Rail). Bei unserem Testmuster ist diese bis maximal 45 Ampere ausgelegt und sollte somit für ein normales Gaming-System ausreichend dimensioniert sein.

Unser Testmodell ist sehr gut verarbeitet und gibt uns keinen Grund zur Beanstandung.

Test:

Power Good Signal

Im ersten Test überprüfen wir die PG-Time. Das Power Good Signal muss gemäß der ATX-Norm nach mindestens 100 und maximal 500 ms kommen. Das Signal signalisiert dem Mainboard, dass das Netzteil bereit ist, alle Spannungen passen und der Computer gestartet werden kann. Kommt das Signal nicht innerhalb dieses Zeitraums, ist das Netzteil defekt und muss getauscht werden.

Das Power Good Signal kam bei unserem Testkandidaten nach 290ms und liegt damit im erlaubten Bereich.

Testsystem

Wir haben das Netzteil mit unserem i7-Testsystem getestet.

Da unser eigentliches Testsystem mit ca. 720 Watt mehr Strom braucht, als das Netzteil nach Herstellerangaben liefern kann, haben wir die GTX470 aus dem Testsystem entfernt und verwenden in diesen Test ein etwas abgespecktes Testsystem.

Das Testsystem besteht somit aus:

  • I7 975EX @ 4,3GHz
  • Rampage III Extreme
  • ATI HD5970
  • 24GB (6 x 4048MB DDR3 1866MHz)
  • Areca 1880ix
  • 4 x 300GB Seagate SAS im Raid 5

Das o.g. System inkl. Netzteil weist einen Strombedarf von etwa 160 Watt (IDLE) bis ca. 520 Watt (Volllast) auf. Dieser kann jedoch je nach verwendetem Netzteil unterschiedlich sein. Unter Volllast wird besonders auf die Stabilität der Spannungen geachtet.
Um Netzteile auszulasten, welche mehr Leistung liefern, als unser Testsystem benötigt, stehen 14 separate Peltierelemente zur Verfügung. Diese haben eine Leistungsaufnahme von je 50W. Die Peltierelemente können einzeln zugeschaltet werden. Die Stromversorgung wird über Adapter hergestellt, welche an die PCI-E Anschlüsse angeschlossen werden.
Somit ist eine maximale Leistungsaufnahme von ca. 1250 Watt möglich.
Ausgelesen werden die Spannungen mithilfe eines Multimeters (VOLTCRAFT VC830).
Um das System zu 100% auszulasten, wird die Software Prime 95 und der Benchmark 3DMark 11 eingesetzt und wenn nötig entsprechende Peltierelemente zugeschaltet. Die Testprogramme werden parallel ausgeführt, damit CPU und Grafikkarte gleichzeitig unter Volllast laufen und so der maximale Stromverbrauch erreicht wird.

Um der Qualität des Netzteiles etwas genauer auf den Zahn fühlen zu können, werden wir das System 48h unter Volllast betreiben. Zusätzlich werden wir das Netzteil noch so weit wie möglich oberhalb seiner Spezifikationen zu betreiben.

Spannungen

Die ATX-Norm gibt die Spannungstoleranzen für Netzteile detailliert vor: Auf 3,3 Volt, 5 Volt und 12 Volt sind je 5% nach oben sowie nach unten erlaubt.

Spannungstest

Die Spannungen sollten nach Möglichkeiten auch bei einem Lastwechsel möglichst gleich bleiben und nicht nach oben oder unten ausbrechen.

Aus diesem Grund haben wir den Lastwechsel in drei Stufen aufgeteilt.
Zum Darstellen der ersten Last läuft unser Testsystem mit dem verbauten Netzteil im Idle-Mode.
Die zweite Laststufe wird unter Volllast des Systems simuliert. Das System ist hierbei nicht übertaktet.
Die dritte Laststufe wird dann mittels eines übertakteten Testsystems erreicht. Übertaktet wird das System Mittels ROG-Connect im laufenden Betrieb.

3,3V

5V

12V

Die ersten beiden Laststufen steckte das 550-Watt-Modell der neuen SQ Serie ohne eine Spannungsschwankung weg. Bei einem Wechsel in die dritte Laststufe war auf der 12V Schiene ein geringer Spannungseinbruch von 0,03V und auf der 5V Schiene ein Einbruch von 0,04V zu verzeichnen. Das übertaktete System forderte dabei eine Leistung von bis zu 523 Watt.

Das Netzteil zog unter Verwendung unserer Hardware diese Leistung aus der Steckdose:

Unseren 48h Dauertest überlebte das Netzteil trotz einer durchschnittlichen Last von 514 Watt problemlos. Die durchschnittliche Last ist durch den Wechsel zwischen 2D und 3D Modus innerhalb des Benchmarks geringer als die Lastspitze von 523 Watt in unserem Spannungstest.

Wir wollten es aber noch etwas genauer wissen und haben das Netzteil aus diesem Grund noch weiter über seinen Spezifikationen betrieben. Um dies zu bewerkstelligen, haben wir Peltierelemente zugeschaltet, um das Netzteil an seine Grenzen zu treiben.

Im ersten Schritt haben wir hierzu ein 50W Peltierelement hinzugeschaltet und einen Dauertest von einer Stunde gestartet.
In diesem zog das Netzteil bei Lastspitzen 579 Watt aus der Steckdose. Die 12V-Schiene ist auf bis zu 12,07V eingebrochen. Da dies jedoch noch voll und ganz innerhalb der ATX-Spezifikationen liegt, haben wir nach einer erfolgreichen Runde weitere 50 Watt hinzugeschaltet und den Test erneut gestartet. Diese Runde hat das Netzteil jedoch nicht vollständig absolviert. Nach 51 Minuten ist unser Testsystem stehen geblieben. Die 12V-Schiene zeigte zu diesem Zeitpunkt eine 11,99V an. In diesem Test hatte das Netzteil bei Lastspitzen 634 Watt aus der Steckdose gezogen.
Da das Netzteil zu Beginn dieser Runde schon einen Dauerbetrieb von mehr als 50 Stunden auf dem Buckel hatte und entsprechend vorgewärmt war, haben wir den 2. Belastungstest nach einer Abkühlpause von 2 Stunden noch einmal wiederholt. Nach einem Kaltstart schaffte das Netzteil es, die volle Stunde mit einer durchschnittlichen Leistungsaufnahme von 628 Watt durchzuhalten. Wir wollten nun noch wissen, wie lange unser Testsystem so weiterlaufen würde, und haben den Test nicht unterbrochen. Nach ca 1,5 Stunden ist das Testsystem erneut eingefroren. Es war eine sehr hohe Abwärme am Netzteilgehäuse festzustellen.
Eine weitere Steigerung um 50 Watt war nicht möglich.

Fazit:

Neben einer schicken Optik kann das 550-Watt-Modell aus der neuen SQ-Serie von Xilence auch durch eine hohe Maximalleistung punkten. Mit einer in unserem Test maximalen Ausgangsleistung von 634 Watt, welche man wenn überhaupt, aus Sicherheitsgründen nur kurzfristig von dem Netzteil fordern sollte, erbrachte das Netzteil eine Leistung, welche ca. 15% über den Herstellerangaben liegt. Der verbaute Lüfter arbeitet im Idle Modus fast lautlos und ist auch bei einer hohen Last von ca. 500 Watt nicht auffällig geworden. Einzig und allein das fehlende Kabelmanagement wird dem ein oder anderen fehlen. Wir können die Netzteile der neuen SQ Serie jedem ans Herz legen, der auf eine hohe Leistung in Kombination mit einer hohen Effizienz und einem geringen Einkaufpreis Wert legt. Das Netzteil soll in den nächsten Tagen zu einem Preis von 79,99€* erhältlich sein.

Pro

  • Verarbeitung
  • Optik
  • Geringe Lautstärke
  • Hohe Leistung
  • Spannungsstabilität
  • Hohe Effizienz
  • 5 Jahre Garantie

Contra

  • Kein Kabelmanagement

Verarbeitung

Leistung

Spannungsstabilität

Leistungsaufnahme

Ausstattung

Lautstärke

Modding

Lieferumfang

Preis

Ein besonderer Dank geht an xilence.de für die Bereitstellung des Testmusters.