Xilence – Interceptor PRO + Seitenfenster

Mit dem Interceptor PRO hat Xilence ein Gehäuse im Sortiment, welche in die Kategorie: Nicht kleckern, sondern klotzen fällt. Bei dem Interceptor PRO handelt es sich um ein Gehäuse im HTPX-Format, welches jedoch mit Features glänzen kann, wie man sie in kaum einem anderen Gehäuse findet.

Wie sich dieses Ungetüm in unserem Test geschlagen hat und welche Features alles mit an Board sind, erfahrt ihr in diesem Review. Zusätzlich zu dem Gehäuse nehmen wir in diesem Review noch das neue Seitenteil mit integrierter Plexiglasscheibe unter die Lupe, welches Xilence vergangene Woche vorgestellt hatte.

Technische Details:

  • Laufwerkschächte Hauptgehäuse:
    Extern: 4x 5,25 Zoll
    Intern: 6x 3,5 Zoll (SATA Hot-Swap), 4x 2,5 Zoll (SATA Hot-Swap)
  • Laufwerksschächte mITX-Gehäuse:
    Extern: 2x 5,25 Zoll
    Intern: 2x 3,5 Zoll (SATA-Hotswap)
  • Abmessungen: 220 x 780 x 605 ( Breite, Höhe, Tiefe)
  • Material 0,7 und 0,8 mm SSEC, Kunststoff
  • Formfaktor: mITX, mATX, ATX, E-ATX, XL-ATX, HPTX
  • Front I/O Hauptgehäuse: 1x USB 3.0, 2x USB 2.0, Audio-IN/OUT
  • Front I/O mITX-Gehäuse: 2x USB 2.0, Audio-IN/OUT
  • Maximale Länge Grafikkarte: 370 mm
  • Maximale CPU-Kühler Höhe: 182 mm (160 mm mit Seitenlüfter)
  • Lüfter Hauptgehäuse:
    Front: 2x 120 mm (Front)
    Rückseite: 1x 140 mm (Rückseite)
    Deckel: 3x 120 oder 2x 140 mm (optional)
    Seite: 2x 120/140 oder 1x 230 mm (optional)
  • Lüfter mITX-Gehäuse:
    Deckel: 4x 120 mm oder 3x 140 mm oder 2x 230 mm (optional)
    Boden: 1x 120/140 mm (optional)
  • Erweiterungsslots 10
  • Gewicht 23 kg

Lieferumfang:

  • Einbauanleitung Englisch/Deutsch
  • Schraubenset
  • Speaker
  • 5x Kabelbinder
  • 2x Kunststofffüße
  • ATX-Netzteil_Adapter
  • Abdeckaufkleber für I/O-Blende
  • 2 zusätzliche Blenden mITX-Gehäuse



Design und Verarbeitung:

Das Gehäuse kommt in einem riesigen Karton beim Käufer an. Das Design der OVP haben wir schon bei anderen Produkten von Xilence kennengelernt. Die OVP ist in den Farben Schwarz und Weiß gehalten. Auf der Vorderseite ist ein großes, skizziertes Produktbild des Gehäuses abgedruckt. Neben diesem prangt ein großer Interceptor PRO Schriftzug.

Auf der Rückseite ist ein Produktfoto des Gehäuses zu finden. Links und rechts neben diesem wurden 12 Featurebilder zusammen mit einer kurzen Beschreibung abgedruckt. Die technischen Details sind seitlich auf der Verpackung aufgedruckt.

Innerhalb der OVP ist das Gehäuse von zwei großen, mit Karton verstärkten Schaumstoffpolstern umgeben. Die Zwischenräume zwischen diesen Schaumstoffpolstern sind mit zusätzlichen Schaumstoffmatten ausgefüllt.

Neben dem Gehäuse befindet sich noch ein recht großer Zubehörkarton innerhalb der OVP.

Wie die große OVP schon erahnen lässt handelt es sich bei dem Interceptor PRO nicht nur um ein ITX-Gehäuse. Es ist jedoch auch kein reiner Bigtower. Xilence hat wie man den technischen Details schon entnehmen konnte ein ITX-Gehäuse mit einem Bigtower gepaart.

Aus diesem Grund hat man nach dem Auspacken ein wahrhaftig hohes Gehäuse vor sich stehen, welches sich erst einmal Respekt verschafft. Mit seinen 78cm überragt es jedes andere Gehäuse, welches man auf dem Markt findet.
Das Design des Interceptor PRO wird nicht wie bei vielen anderen Gehäusen rein von der Gehäusefront geprägt. Xilence hat so quasi das ganze Gehäuse mit verschiedenen Designelementen bestückt, welche das Gesamtdesign abrunden. Ausschlaggebend für das Design ist natürlich auch bei dem Interceptor PRO die Gehäusefront.

Der überwiegende Teil der Gehäusefront wird von schwarzem Mesh-Gitter geprägt. Dieses erstreckt sich fast über die gesamte Höhe des Gehäuses.

Die Gehäusefront ist in drei Abschnitte aufgeteilt. In das untere Drittel der Gehäusefront wurde eine Klappe eingearbeitet, in welcher sich zwei 120-mm-Lüfter befinden, welche rot beleuchtet sind.

Die beiden Lüfter sind hinter einem Mesh-Gitter untergebracht, auf welches mittig das Xilence Logo angebracht wurde.
Die Klappe lässt sich nach links öffnen. Auch auf der Innenseite dieser Klappe sind die beiden Lüfter von einem Mesh-Gitter umgeben. Dieses ist von innen an die Klappe geschraubt. Diese Klappe wurde jedoch nicht in die Front integriert, damit man besser an die Lüfter herankommt, sondern um Hot-Swap-Käfige realisieren zu können.

Im unteren Bereich des Interceptor PRO wurden sechs 3,5″ Hot-Swap-Rahmen verbaut.

Über diesen befinden sich vier weitere, welche jedoch im 2,5″ Format gefertigt wurden.

Die sechs 3,5″ Rahmen ermöglichen es zudem, 2,5″ Festplatten aufzunehmen.
Oberhalb der Frontklappe wurde fast bis zur Gehäuseoberseite Mesh-Gitter verbaut. Auch dieses ist optische noch einmal in zwei Bereiche unterteilt. Direkt über der Frontklappe sind vier Mesh-Blenden im 5,25″ Format untergebracht. Über diesen befinden sich zwei weitere 2,5″ Blenden und eine Blende, welche die doppelte Höhe der 5,25″ Blenden hat. Alle Blenden verfügen über einen integrierten Staubfilter. Diese beiden Bereich sind optisch durch einen schwarzen Kunststoffsteg voneinander getrennt. Diese Trennung erfolgt jedoch nicht nur optisch, sondern auch physikalisch. Bei dem oberen Drittel handelt es sich um das eigentliche ITX-Gehäuse. Darunter befindet sich dann das eigentliche Gehäuse, welches etwa doppelt so hoch ist wie der ITX-Bereich. Xilence kombiniert bei dem Interceptor PRO also das eigentliche Interceptor Gehäuse mit einem aufgesetzten ITX-Gehäuse.
Wie diese räumliche Trennung realisiert wurde, werden wir im weiteren Verlauf des Reviews noch genauer erläutern.
Links und rechts von dem in der Front verbauten Mesh-Gitter wurden schwarze Kunststoffelemente verarbeitet, welche ein kantiges, ineinander verzahntes Design aufweisen. Dieses Design ist ausschlaggebend für das aggressive Auftreten des Interceptor PRO.
Der Übergang zum Gehäusedeckel ist leicht abgeschrägt. In dieser Schräge ist das I/O Panle zu finden, welches die Anschlüsse und Schalter für das eigentliche Gehäuse beinhaltet.

Zu den mittlerweile schon obligatorischen zwei USB 2.0 sowie Audio IN/OUT Anschlüssen wurde hier noch ein USB 3.0 Anschluss untergebracht.
Auf der Gehäuseoberseite befindet sich dann das I/O Panle für das ITX-Gehäuse. Bei diesem I/O Panle wurde auf den USB 3.0 Anschluss verzichtet, die restlichen Anschlüsse des ersten I/O Panles sind auch auf dem 2. zu finden. Es ist natürlich auch möglich z.B. alle USB-Anschlüsse an einem Mainboard anzuschließen, wenn das Board über die entsprechenden Anschlüsse verfügt. Für den Fall, dass kein ITX-Board verbaut wird und das 2. I/O Panle auch nicht genutzt werden soll, befindet sich ein schwarzer, etwas dickerer Aufkleber im Lieferumfang, mittels welchem man das I/O Panle abkleben kann.
Der komplette Gehäusedeckel ist aus Kunststoff gefertigt. Das kantige Design, welches wir an den Seiten der Gehäusefront kennengelernt haben, wird am Gehäusedeckel fortgesetzt, wodurch er sich sehr gut in das Designkonzept einreiht.

Mittig in den Gehäusedeckel sind sieben Klappen im Kiemen-Design eingearbeitet, welche sich durch einen Schieber öffnen lassen. Der Schieber befindet sich rechts neben dem zweiten I/O Panle. Die Klappen verfügen auf der Rückseite über eingearbeitete Schlitze, welche als Luftauslass dienen. Sind die Klappen geschlossen, ist somit auch der Luftauslass geschlossen.

Werden sie geöffnet, so klappen sie im hinteren Bereich etwas nach oben und warme Abluft kann entweichen.

Der Anstellwinkel ist jedoch sehr gering. Durch den geringen Anstellwinkel und den recht kleinen Schlitzen in den Klappen ist nur eine geringe Wärmeabfuhr möglich.
Auf der Gehäuserückseite befinden sich zwei Rändelschrauben, welche den Deckel auf dem Gehäuse fixieren. Werden die beiden Schrauben herausgedreht, so kann man den Deckel vom Gehäuse abnehmen. Wird der Deckel abgenommen, kommt eine Montageschiene zur Aufnahme von Gehäuselüftern zum Vorschein.

Wahlweise können hier vier 120-mm-, drei 140-mm- oder zwei 230 mm-Lüfter eingebaut werden.

Mit einem Blick auf die Rückseite wird die Trennung beider Bereich noch etwas deutlicher. Zwischen beiden Bereichen des Gehäuses wurde ein rotes Metallelement verarbeitet.

Dieses dient bei dem eigentlichen Interceptor zur Aufnahme des Kunststoffdeckels.
Auf der Rückseite des ITX-Bereiches ist eine Blende montiert, welche die Montage eines SFX Netzteiles und eines ITX-Boards ermöglicht.

Im Lieferumfang befinden sich zwei weitere Blenden, mittels welchen das Gehäuse umgerüstet werden kann.
An einer Blende kann ein 120-mm-Lüfter montiert werden. Zusätzlich verfügt sie über zwei Schlauchdurchführungen für Schläuche einer Wasserkühlung. Mittels der anderen Blende kann ein zweites ATX-Netzteil in dem Gehäuse montiert werden. Auch diese Blende verfügt über zwei Schlauchdurchführungen.

Unterhalb des ITX-Bereiches findet man auf der linken Seite den Montageplatz für die I/O Blende eines Mainboards. Rechts neben diesem ist hinter einem groben Lüftergitter ein 140-mm-Lüfter vormontiert.

Unterhalb dieses Lüfters sind insgesamt sieben weitere Schlauchdurchführungen zu finden. Drei Kleinere befinden sich waagerecht direkt unter dem Lüfter, vier größere sind senkrecht und rechts neben den 10 Slotblenden angeordnet.
Die Slotblenden wurden aus einem feinem Mesh-Gitter gefertigt und sind in Rot lackiert.
Direkt über dem Boden befindet sich der Einbauplatz für das ATX-Netzteil. Rund um diesen Einbauplatz sind acht Montagebohrungen zu finden, welche eine Montage des Netzteiles in zwei Richtungen zulassen.

Bei einem Blick unter das Gehäuse ist im hinteren Bereich ein Staubfilter zu finden, welcher sich unter dem Einbauplatz des Netzteiles befindet.

Der Staubfilter kann nach hinten herausgezogen werden. Bei unserem Testmuster sitzt der Filter relativ locker und rutscht beim schrägen Anheben des Gehäuses ca 1,5cm aus der Halterung.
Zudem sind hier Montagebohrungen zu finden, an welchen die beiden Standfüße aus dem Lieferumfang montiert werden können. Diese sollte man auf jeden Fall montieren. Da sie breiter sind als das eigentliche Gehäuse, bekommt das Interceptor PRO durch sie mehr Stabilität, welche bei der Höhe von 78cm auch gegeben sein sollte.

Zudem wird das Gehäuse etwas entkoppelt und die Luftzufuhr durch den Staubfilter im Boden wird ermöglicht, da das Gehäuse sonst direkt auf dem Blechboden steht.

Auch die beiden Seiten des Interceptor PRO wurden auffällig gestaltet. Wie auch schon auf der Rückseite wird das Gehäuse auch seitlich durch einen roten Blechstreifen optisch unterteilt.

Oberhalb dieses befindet sich auf beiden Seiten eine Klappe, in welche mittig der Xilence Schriftzug eingeprägt ist. Die Prägung ist in einen aus dem Material herausgezogenen Teil eingeprägt. Dieses herausgezogene Element hat die Form eines lang gezogenen „X“.
An der vorderen und hinteren Kante beider Deckel ist jeweils ein Griff eingearbeitet. Werden beide Griffe auf einer Seite betätigt, so kann der Deckel nach unten aufgeklappt werden.

Unterhalb der roten, optischen Trennung ist der Gehäusedeckel des eigentlichen Gehäuses zu finden. Diese sind jeweils mittels zwei Rändelschrauben am Gehäuse fixiert. Auch in diese beiden Deckel ist ein herausgezogenes Element in das Material eingearbeitet. Diese hat jedoch die Form eines auf die Seite gelegten Ritterschildes.

In die linke Seitenwand ist zudem ein dazu passendes Kunststoffelement eingearbeitet, welches ein großes Lüftergitter mit einem dahinter liegenden und herausnehmbaren Staubfilter beherbergt.

Oberhalb des Lüftergitters ist ein flaches Plexiglasfenster eingearbeitet.
Hinter dem Lüftergitter ist je nach Bedarf ist Platz für einen 230-mm-Lüfter oder zwei 120-/140-mm-Lüfter.

Für Casemodder hat Xilence letzte Woche einen Seitendeckel vorgestellt, welcher anstelle des schwarzen Kunststoffelementes mit dem Lüftergitter ein großes Plexiglasfenster bereithält.

Das Plexiglasfenster ist dabei nicht einfach nur in einer flachen Ausführung gefertigt, sonder ragt wie auch das eigentliche Kunststoffelement mit Lüftergitter noch etwas aus dem Gehäusedeckel heraus.

Zudem ist das Plexiglas leicht getönt und weißt daher einen bräunlichen Farbstich auf.
Da das Interceptor und Interceptor PRO im unteren Bereich gleich sind, kann das neue Seitenteil auf diesen beiden Gehäusen montiert werden.

Blick in den ITX-Bereich

Wie schon beschrieben, gelangt man an den Innenraum des ITX-Bereiches, indem man die beiden Griffe an der jeweiligen Klappe betätigt. Die Klappe wird somit entriegelt und nach unten aufgeklappt.
Dieser Gehäusebereich ist sauber in drei verschiedene Abschnitte aufgeteilt. Direkt hinter der Gehäusefront befindet sich ein Einbaurahmen, in welchem zwei externe 5,25″ Laufwerke verbaut werden können.

An dem Montagekäfig befinden sich für jedes Laufwerk zwei sehr große Rändelschrauben, welche in einer kleinen Kunststoffplatte verschraubt sind und somit in einer Führungsschiene gehalten werden.
Der Montagekäfig für diese beiden 5,25″ Laufwerke ist fest mit dem Gehäuse verbunden und kann nicht ohne Weiteres demontiert werden. Oberhalb dieses Käfigs ist zu erkennen, dass in die Metallfront des Gehäuses runde Lüftungslöcher eingelassen wurden.

Leider wurde hier keine Blende verbaut, die man herausnehmen kann. Wäre dies gegeben, so hätte man auch hier noch Hardware verbauen können, wie z.B. ein großes Display, denn vor diesen Löchern befindet sich die Mesh-Blende, welche die doppelte Höhe einer 5,25″ Blende hat.

Hinter dem Montagekäfig für 5,25″ Laufwerke sind zwei Hot-Swap-Käfige zu finden, welche zur linken Gehäuseseite hin herausgezogen werden können.

Die Käfigaufnahme ist mit einer Backplane für beide Platten ausgestattet und wurde nur mit dem Gehäuse verschraubt.

Die Backplane verfügt zudem noch über zwei 3-PIN-Anschlüsse für Lüfter. Diese kann somit recht einfach aus dem Gehäuse entfernt werden. Beide Hot-Swap-Rahmen können 3,5″ als auch 2,5″ Laufwerke aufnehmen.
An der Rückseite dieses Hot-Swap-Käfigs wurden kleine Lackausbesserungen mit einem Edding durchgeführt, welche leider nicht so toll aussehen.
Im hinteren Bereich ist der Montageplatz für ein ITX-Mainboard zu finden. Zur Aufnahme dienen zwei schwarze Metallschienen an den Außenseiten des Gehäuses, in welche schon entsprechende Abstandshalter eingedreht sind.

Bei der Auswahl des CPU-Kühlers im ITX-Bereich des Gehäuses sollte man darauf achten, dass der Kühler recht Flach ist, da direkt oberhalb des Mainboards der Einbauplatz des SFX-Netzteiles zu finden ist.
In dem roten Metallelement, welches die beiden Gehäusebereiche optisch voneinander trennt, sind bei genauem Hinsehen Montagebohrungen für Lüfter bzw. Radiatoren zu erkennen. Wird hier also z.B. kein Netzteil oder Mainboard verbaut und der HDD-Käfig demontiert, so kann im unteren Bereich dieses Gehäuseabschnittes ein Radiator mit einer Länge von bis zu 360mm verbaut werden.

Blick in den HPTX-Bereich

Nach dem Abnehmen der unteren Gehäusedeckel hat man einen freien Blick in einen sehr großen Gehäusebereich, in welchem verschiedene Mainboardgrößen bis hin zu HPTX platzfinden.

Im Mainboardschlitten wurden mehrere Kabeldurchführungen eingearbeitet, welche jeweils mit einem Gummischutz versehen sind, welche die Kabel vor den Metallkanten schützten und die Optik etwas aufwertet. Zudem befinden sich im Mainboardschlitten noch zwei Ausschnitte, welche es ermöglichen auch bei einem Dual-Sockel-Board beide CPU-Kühler zu tauschen, ohne dass das Mainboard ausgebaut werden muss. Die 10 Slotblenden sind mit Rändelschrauben versehen, durch welche sie eine werkzeuglose Montage bereitstellen.

Direkt unterhalb dieser befindet sich der Einbauplatz des Netzteiles. Das Netzteil liegt bei dem Interceptor PRO jedoch nicht direkt auf dem Boden auf, sondern auf einem kleine Metallpodest, welches sich direkt über den Lüftungslöchern im Gehäuseboden befindet.

Im vorderen Bereich sind direkt am Gehäuseboden zwei Montageplätze für interne 3,5″ Laufwerke zu finden. Direkt über diesen befinden sich die von außen schon gesichteten sechs 3,5″ Hot-Swap-Käfige. Alle sechs Käfige sind mit einer passenden Backplane ausgestattet.

Insgesamt wurden drei Backplanes in diesem Bereich verbaut. Jede Backplane übernimmt somit zwei Festplatten und kann zusätzlich noch zwei Lüfter mit Strom versorgen.
Direkt über den 3,5″ Hot-Swap-Käfigen sind die 2,5″ Hot-Swap-Käfige zu finden. Auch diese verfügen über eine entsprechende Backplane.
Die darüber befindlichen 5,25″ Laufwerksschächte sind wie auch schon die beiden, welche wir im ITX-Bereich beschrieben haben, mit der gleichen Montagevorrichtung ausgestattet.

Die gesamte Verarbeitung ist sehr gut gelungen. Einzig und allein die nachgebesserte Lackstelle am oberen Hot-Swap-Rahmen und vereinzelnde Nieten, an welchen der Lack etwas abplatzt, trüben diesen Eindruck minimal. Diese befinden sich jedoch an Stellen, welche nur schwer zugänglich und somit nicht im Sichtbereich sind.

Montage:

Wir haben uns dazu entschieden, euch das Gehäuse mit zwei verbauten Mainboards zu zeigen.

Im ersten Schritt haben wir somit im ITX-Bereich ein passendes Mainboard verbaut. Wie schon beschrieben, sollte darauf geachtet werden, das man hier einen flachen CPU Kühler verwendet, da ansonsten die Montage des Netzteiles nicht mehr möglich ist. Zudem kann bei dieser Bestückung hier nur ein SFX-Netzteil verbaut werden.
In unserem Fall kam der Prolimatech Samuel 17 in Verbindung mit einem Ultra Sleek Vortex 14 FAN, welcher nur 15mm dick ist.

Bei genauem Hinsehen ist zu erkennen, dass trotz dieser recht flachen Kühlerkombination nur 1mm Platz zum Lüfter ist.

Hier sollte man also auf noch flachere Lüfter zurückgreifen wie z.B. dem Noctua NH-L9a.

Ein optisches Laufwerk lässt sich durch die sehr großen Rändelschrauben sehr einfach und sicher befestigen.
Auch die Montage der Festplatten ist recht simpel gestaltet. Die Platten werden einfach von der Unterseite aus mit dem Festplattenrahmen verschraubt.

Im oberen Bereich können zwar nur zwei Festplatten verbaut werden, aber es ist problemlos möglich entweder passende 5,25″ Adapter zu verwenden, oder mittels langen SATA-Kabel bis in den unteren Gehäusebereich vorzudringen, um weitere Festplatten an dem ITX-System anzuschließen.

Plant man ein High-Eng Gaming-System mit zwei CPUs und vier Grafikkarten oder braucht aus sonst einem Grund ein zweites ATX-Netzteil, so findet dies ebenfalls im oberen Bereich platz. Dann kann jedoch kein Mainboard verbaut werden.
Damit beide Netzteile dann gleichzeitig anlaufen, befindet sich ein passendes Adapterkabel im Lieferumfang.

Auch die Montage eines oder mehrerer Radiatoren ist hier möglich. Es stehen einem diese Kombinationsmöglichkeiten zur Verfügung:

  • 1x 360mm Radiator + 1x 480mm Radiator
  • 1x 360mm Radiator + 4x 120mm Lüfter
  • 1x 360mm Radiator + 3x 140mm Lüfter
    oder
  • 1x 480mm Radiator + 3x 120mm Lüfter
  • 1x 480mm Radiator + 2x 140mm Lüfter
    oder
  • 1x 360mm Radiator
  • 1x 240mm Radiator
  • 1x 120mm Radiator + 1x 120mm Lüfter

Somit dürfte auch für das leistungsstärkste System eine passende Kühlvariante gefunden werden.

Zusätzlich zu dem ITX-Mainboard verbauen wir im unteren Bereich ein entsprechendes ATX-Mainboard. Hier müssen die dazu nötigen Abstandshalter noch in den Mainboardschlitten eingedreht werden. Dies ist problemlos möglich, ohne die schwarze Lackierung zu beschädigen.
Durch das großzügige Platzverhältnis ist die Montage eines ATX-Boards ein Kinderspiel.
5,25″ und 3,5″ lassen sich auf dieselbe Art und Weise verbauen, wie es im ITX-Bereich des Gehäuses der Fall ist.

Bei dem 2,5″ Hot-Swap-Rahmen kommt ein von Xilence entwickeltet System zum Einsatz, welches wir schon von anderen Xilence Gehäusen und dem HDD Dock kennen.
Es können mittels der vier Kunststoffrahmen maximal vier SATA-Laufwerke mit einer maximalen Bauhöhe von 9,5mm in den Hot-Swap-Käfig eingeführt werden.

Die Wechselrahmen lassen sich sehr einfach durch Drücken der jeweiligen Verriegelung und anschließendem herausziehen aus dem DOCK entfernen.
Die Rahmen sind so gefertigt, dass man die Festplatten ohne Schrauben und Werkzeug montieren kann.
Hierzu muss der gewünschte Rahmen einfach im ausgebauten Zustand aufgeklappt werden.

In den Rahmen befinden sich jeweils vier kleine Nasen, welche so angeordnet sind, dass sie genau unterhalb der eigentlichen Befestigungspunkte von 2,5″ Festplatten liegen.

Die Festplatte muss also nur mit der Unterseite in Richtung der Nasen in den Rahmen gelegt werden.

Anschließend muss man den Rahmen nur wieder verschließen und die Festplatte ist kann in dem Hot-Swap-Kafäg versenkt werden.

Durch die verbaute Backplane lassen sich leider keine SAS-Festplatten an der Backplane anschließen.

Da sich ein SAS-Anschluss minimal von dem auf dieser Backplane verbautem SATA-Anschluss unterscheidet.

Auf eine Entkopplung muss leider bei allen HDD-Montageplätzen verzichtet werden.

Das Netzteil wird wie schon angesprochen direkt über dem Gehäuseboden montiert. Durch die verschiedenen Montagebohrungen kann das Netzteil entweder so montiert werden, das es frische Luft durch die Lüftungslöcher im Boden ansaugt, oder warme Abluft von den Erweiterungskarten nach außen abführt.
Wir haben in unserem Test das XILENCE XQ SERIES 1000W Netzteil verwendet, welches eine spezielle Bauform hat, um genau die angesprochene, warme Abluft der Erweiterungskarten aus dem Gehäuse zu führen. Aus diesem Grund verbauen wir das Netzteil so, dass die Lüfter nach oben zeigen.

Das Netzteil ist leider etwas schwer an seinen Bestimmungsort zu bekommen, da des press an der unteren Slotblende anliegt.

Durch die enorme Breite des Gehäuses können CPU Kühler mit einer Höhe von 182mm verbaut werden. Werden Lüfter an der Seitenwand montiert, so sind hier immer noch 160mm möglich.

Oberhalb des Mainboards befinden sich zudem noch drei Einbauplätze für Lüfter. An diesen können entweder drei 120-mm-Lüfter oder zwei 140-mm-Lüfter montiert werden.

Mit einer Länge von maximal 370mm sind auch bei den Erweiterungskarten kaum Grenzen gesetzt. Hinter dem Mainboardschlitten ist ausreichend Platz, um nicht benötigte Kabel zu verstauen.

Die gesamte Hardware lässt sich einfach und teilweise werkzeuglos verbauen.

Fazit:

Das das Interceptor PRO von Xilence kein Gehäuse für jedermann ist steht in Anbetracht des Preises von knapp über 200€* und der schieren Größe außer Frage. Das Interceptor PRO richtet sich vor allem an Gamer und Enthusiasten, welche eine ganze Reihe an teurer Hardware in einem Gehäuse unterbringen wollen. Genau für solch einen Zweck ist das Interceptor PRO geschaffen. Es bietet überdurchschnittlich viel Platz und ermöglicht zudem noch die verschiedensten Systemkonfigurationen. Neben der Möglichkeit ein HTPX-System in dem Gehäuse zu verbauen, steht es einem offen, ob man auf extreme Kühlung durch mehrere Radiatoren und Lüfter, ein zusätzliches ITX-System oder eine zusätzliche Stromversorgung setzt. Jedoch hätte man den Platz vor der oberen Mesh-Blende so gestalten können, dass auch dieser individuell genutzt werden kann. Auch optisch ist es bestens für Gamer und Casemodder geeignet, wobei die verbauten Kiemen im Kunststoffdeckel den Luftstrom behindern. Diese hätten etwas offener gestaltet sein müssen, um eine optimale Kühlung zu gewährleisten. Durch die verbaute, aggressiv anmutende Kunststofffront und der schwarz/roten Farbkombination macht es nicht nur durch seine Größe auf sich aufmerksam. Diese Farbkombination ist in Anbetracht der Farbkombinationen vieler Mainboard und Grafikkarten Hersteller eine sehr gute Grundlage für Casemodder. Das zusätzlich erhältliche Seitenteil mit eingebautem Fenster passt sich sehr gut in das Design des Gehäuses ein und unterstreicht dessen Moddingpotential. Was uns auf jeden Fall fehlte, sind Rollen, welche an das knapp 23kg schwere Gehäuse montiert werden können. Bedenkt man einmal was alles noch an Hardware in das Case passt, wird der Gang zu nächsten Lanparty ein schwerer Gang.
Die Anzahl der Montageplätze für Laufwerke reicht für die meisten Konfigurationen aus. Bis auf zwei HDD-Montageplätze sind zudem alle mit einer Backplane ausgestattet, welche ein Wechseln der Festplatten im laufenden Betrieb ermöglicht. Leider wird jedoch vollständig auf eine Entkopplung der Laufwerke verzichtet. Die Verarbeitungsqualität kann durchweg überzeugen, auch wenn bei diesem Gehäuse nicht auf Aluminium gesetzt wird, wie es bei anderen Herstellern in diesem Preissegment der Fall ist. Dafür erreicht jedoch kein anderer Hersteller diese Gehäusegröße.
Das Interceptor PRO ist bestens geeignet, um eine ganze Reihe an hochwertiger Hardware aufzunehmen. Auch ist jeder mit dem Interceptor PRO gerüstet, wer auf der nächsten Lanparty um jeden Preis auffallen will. Das Gehäuse gibt es zu einem Preis von ca. 212€*

Wir danken xilence.de/ für die Bereitstellung des Testmusters.

Xilence - Interceptor PRO

9.4

Verarbeitung

9.0/10

Kompatibilität

11.0/10

Kühlmöglichkeiten

11.0/10

Ausstattung

10.0/10

Lieferumfang

10.0/10

Modding

8.0/10

Preis

7.0/10

Pro

  • Gute Verarbeitung
  • Auch im Innenraum lackiert
  • Vorinstallierte Lüfter
  • Design
  • Platzangebot
  • Verschiedene Konfigurationsmöglichkeiten
  • Moddingpotential

Contra

  • Keine Rollen
  • Keine HDD-Entkopplung
  • Platz hinter der oberen Mesh-Blende nicht optimal genutzt
  • Luftauslässe im Deckel recht klein