Xilence Coronet Gehäuse im Test

Mit dem Coronet bietet Xilence ein neues Mittelklassegehäuse an, welches mit High-End-Ausstattung glänzen soll.

Wie sich der neue Midi-Tower aus dem Hause Xilence in unserem Test schlägt und mit welchen Besonderheiten er aufwartet, erfahrt ihr in diesem Review.

Technische Details:

  • Formfaktor: mATX, ATX
  • Dimension (TxBxH): 445mm x 200mm x 430mm
  • Gewicht: 6,2kg ohne Netzteil
  • Laufwerkseinschübe extern: 3x 5,25″ / 2x 2,5″
  • Laufwerkseinschübe intern: 5x 3,5″
  • Frontanschlüsse: 2x USB 2.0, Mic-in, Audio-out (HD-Audio), SDHC, Mico SD, MS/ MS Duo
  • Material-Stärke: 0,5mm
  • Vormontierte Lüfter: 1x 120mm (Front)
  • Lüftervorbereitungen: 2x 120mm oder 140mm (Deckel), 1x bis zu 120mm (Hinten), 1x 120mm (linke Seitenwand), 1x 120mm oder 140mm (Boden)

Lieferumfang:

  • Coronet
  • Ein vormontierter 120-mm-Lüfter (Front)
  • 1 x Slotblende
  • 4 x HDD Entkoppler
  • Schraubenset
  • Handbuch

Design und Verarbeitung:

Das neue Coronet Gehäuse wird von Xilence in einer schlichten Verpackung geliefert. Bei der OVP handelt es sich um eine neutrale Verpackung, welche lediglich in schwarz bedruckt wurde.

Auf eine Hochglanzbedruckung wurde aus Kostengründen und zur Schonung der Umwelt verzichtet.
Auf der Vorderseite befindet sich eine Skizze des Gehäuses. Auf der Rückseite sind zusätzlich noch die Produkthighlights abgedruckt.

Neben der Gehäusebezeichnung ist zu erkennen, das dieses Gehäuse der „OFFICE SERIE“ angehören soll. Liest man die Produktbeschreibung, kommen einem dort jedoch erste Zweifel auf, ob dies die richtige Serie ist, in welche Xilence das Gehäuse einsortiert hat.
Das Case ist in der OVP mittels Styropor gut gepolstert und übersteht somit auch ohne weitere Umverpackung den Weg zu seinem neuen Besitzer.

Äußeres Erscheinungsbild:

Nach dem Auspacken hält man ein komplett in schwarz gehaltenes Gehäuse in der Hand. Am auffälligsten ist die aggressiv gestaltete Mesh-Front sowie der dazu passende Gehäusedeckel.

Manchen von euch wird nun schnell die Ähnlichkeit zu dem kürzlich getesteten Montclair Gehäuse auffallen, welches wir in diesem  vor Kurzem getestet hatten. Die beiden Gehäuse gleichen sich in einigen äußerlichen Designelementen. Das neue Coronet baut auf dem Montclair auf. Es wurden jedoch einige Elemente verändert oder hinzugefügt.

Die recht aggressiv gestaltete Gehäusefront ist in drei Bereiche aufgeteilt. Im oberen Bereich sind drei 5,25″ Laufwerksschächte zu finden, welche mittels schwarzer Mesh-Blenden verschlossen sind. Hinter dem Mesh-Gitter befindet sich ein Staubschutzfilter, dieser verhindert wirksam das eindringen von Staub in das Gehäuse, lässt aber dennoch genügend Frischluft in das Gehäuse hinein.

Unterhalb der drei Laufwerksschächte wurde ein von Xilence schon bekannter Hot-Swap-Käfig für 2,5″ Festplatten integriert.
Es handelt sich bei diesem Wechselsystem um das gleiche System, wie wir es schon bei dem HDD-Dock sowie weiteren Gehäuse von Xilence kennengelernt haben.
Es können mittels der Kunststoffrahmen zwei SATA Laufwerke mit einer maximalen Bauhöhe von 9,5mm in den Hot-Swap-Käfig montiert werden.

Die beiden Wechselrahmen lassen sich sehr einfach durch Drücken der jeweiligen Verriegelung und anschließendem Herausziehen aus dem DOCK entfernen.
Die Rahmen sind so gefertigt, dass man die Festplatten ohne Schrauben und Werkzeug montieren kann.
Hierzu muss der gewünschte Rahmen einfach im ausgebauten Zustand aufgeklappt werden.

In den beiden Rahmen befinden sich jeweils vier kleine Nasen, welche so angeordnet sind, dass sie genau unterhalb der eigentlichen Befestigungspunkte von 2,5″ Festplatten liegen.

Die Festplatte muss also nur mit der Unterseite in Richtung der Nasen in den Rahmen gelegt werden.

Anschließend muss man den Rahmen nur wieder verschließen und die Festplatte ist kann in dem Hot-Swap-Kafäg versenkt werden.

Durch die verbaute Backplane lassen sich leider keine SAS-Festplatten an der Backplane anschließen.

Da sich ein SAS-Anschluss minimal von dem auf dieser Backplane verbautem SATA Anschluss unterscheidet.

Rechts von dem Hot-Swap-Käfig befindet sich ein in die Gehäusefront integrierter Multi-Kartenleser. Dieser nimmt SDHC, Mico SD und MS/ MS Duo Karten auf. Angeschlossen wird der Kartenleser über ein internes USB-Kabel direkt an entsprechende Pfostenstecker auf dem Mainboard.

Oberhalb der Kartenslots wurde das Xilence Logo angebracht.

Im weiteren Verlauf der Front befindet sich der Lufteinlass für den hinter der Kunststofffront verbauten 120-mm-Lüfter.

Dieser untere Bereich verleiht dem kompletten Gehäuse das aggressiv anmutende Design. Die Kunststoffpartie in diesem Bereich ähnelt sehr dem Kopf einer Transformers Figur. In diese Kunststofffront ist ein Mesh-Gitter eingearbeitet, welches als Staubfilter dient.

Der Gehäusedeckel wurde ebenfalls wie auch die Gehäusefront größtenteils aus Kunststoff gefertigt. Der Deckel ist übergangslos in das Design der Front integriert. Der Deckel wurde mit einer Art „Kiemen“ aus Kunststoff ausgestattet. Die Zwischenräume zwischen den „Kiemen wurden mit ein sehr grobmaschiges Mesh-Gitter versehen. Dieses besteht aus Kunststoff und ist direkt in den Deckel integriert.

Diese Zwischenräume dienen als Luftauslass für bis zu zwei 120 bzw. 140-mm-Lüfter, welche unterhalb des Deckels montiert werden können.
Anstelle von zwei Lüftern kann auch ein 240-mm-Radiator verbaut werden.

Der Radiator bzw. die Lüfter werden dabei an die Metallkonstruktion des Gehäuses geschraubt.

Im vorderen Bereich des Deckels wurden neben der Power- und Resettaste auch die HDD- und Power-LED integriert. Hinter diesen befinden sich mittig ein Audio-out und Mic-in Anschluss. Links und rechts von den Audioanschlüssen wurde je ein USB 2.0 Port in den Gehäusedeckel integriert. Leider sind an dem Gehäuse keine USB 3.0 Anschlüsse zu finden.

Die beiden Seitenwände wurden vom Montclair Gehäuse übernommen und verfügen über eine Erhebung, welche einem auf der Seite liegenden Ritterschild ähnelt.

In diese Erhebung ist in der linken Seitenwand ein Montageplatz für einen weiteren 120-mm-Lüfter zu finden.

Bei diesem sind die Luftlöcher jedoch kreisrund. Über diesem Lufteinlass wurde ein Seitenfenster in die Gehäusewand integriert. Das Plexiglasfenster ist von der Gehäuseinnenseite an dem Deckel mittels vier Schrauben befestigt. Die Plexiglasscheibe ist sehr sauber in den entsprechenden Ausschnitt in der Seitenwand eingelassen und schließt an der Außenseite bündig mit dem Blech ab.
Durch die jeweiligen Ausbuchtungen der Seitenwände gewinnen diese an zusätzlicher Stabilität und winden sich trotz der doch recht geringen Materialstärke von 0,5mm nicht so einfach.

Betrachtet man das Gehäuse einmal von der Rückseite, so fallen einem gleich die drei Schlauchdurchführungen auf, welche sich direkt unterhalb des Gehäusedeckels befinden. Diese sind in dem Preissegment, in welchem sich das Gehäuse ansiedelt noch recht selten.

Unterhalb dieser Schlauchdurchführungen befindet sich ein weiterer Montageplatz für einen 120-mm-Gehäuselüfter. Wie auch schon im Gehäusedeckel und Gehäusefront sind die Luftlöcher im Mesh-Design gefertigt.

Im Gegensatz zu dem Montclair Gehäuse ist die konstruktionsbedingte I/O-Blende hier schon herausgebrochen, wodurch eine zum Mainboard passende Blende gleich eingesetzt werden kann.
Die sieben verbauten Slotblenden sind jedoch weiterhin fest mit dem Gehäuse verbunden und müssen bei Bedarf herausgebrochen werden. Sollte man einmal eine Blende wieder schließen müssen, so kann man auf die Blende aus dem Lieferumfang zurückgreifen, welche im Mesh-Design gefertigt wurde. Bei einem zweiten offenen Slot sieht es jedoch schon wieder anders aus, da sich nur eine Slotblende im Lieferumfang befindet.
Unterhalb der Slotblenden befindet sich der Einbauplatz für ein ATX Netzteil. Dieser verfügt über Montagebohrungen, welche zwei Einbaurichtungen des Netzteiles zulassen.
Bei einem Blick unter das Gehäuse werden die vier Kunststofffüße sichtbar, auf welchen das Gehäuse steht. Diese sind in den Gehäuseboden eingeklippt und durch diesen Umstand leider etwas wacklig. Das Gehäuse hat im unbefüllten Zustand daher keinen hundertprozentig festen Halt und neigt etwas zum Wackeln.

Neben den Luftlöchern im Gehäuseboden, welche wir von dem Montclair in ähnlicher Form schon kennen, die zur Belüftung des Netzteiles dienen, kann im Coronet ein weiterer 120 bzw. 140-mm-Lüfter am Gehäuseboden befestigt werden.

Blick ins Innere:

Schon durch das integrierte Seitenfenster konnte man erkennen, das auch das Gehäuseinnere komplett schwarz lackiert ist.
Der vordere Bereich ist in vier Zonen aufgeteilt.
In der obersten Zone sind die drei externen 5,25″ Schächte und der darunter befindliche Hot-Swap-Rahmen zu finden.
Unterhalb dieser befindet sich ein Einbauplatz für ein 3,5″ Laufwerk. Die Anschlüsse des Laufwerkes zeigen bei diesem Einbauplatz zur Gehäuserückseite.
Solch ein Einbauplatz befindet sich auch am Gehäuseboden. Dieser kann jedoch zwei 3,5″ Laufwerke aufnehmen.
Alle bis jetzt genannten Einbauplätze verfügen über Schnellverschlüsse, welche eine werkzeuglose Montage durch einfaches drehen und herausnehmen des entsprechenden Schnellverschlusses ermöglichen.
Zwischen den beiden Laufwerkkäfigen für 3,5″ Laufwerke befindet sich noch ein weiterer Laufwerkskäfig, welcher auch für 3,5″ Laufwerke gedacht ist. Dieser ist jedoch um 90° gedreht und kann bei bedarf aus dem Gehäuse entnommen werden.
Durch den Ausbau des Festplattenkäfigs erreicht man eine maximale Länge von 41cm für den Einbau von Erweiterungskarten. Dies ermöglicht den Einbau von fast allen erdenklichen Erweiterungskarten. Die obersten drei PCI-Slots können jedoch nur mit maximal 28,5cm langen Karten bestückt werden, da sich auf dessen Höhe der fest verbaute HDD-Käfig für die einzelne 3,5″ Festplatte befindet.
Der Einbauplatz für das Netzteil befindet sich am Gehäuseboden. Durch verschiedene Montagebohrungen in der Gehäuserückseite kann das Netzteil in zwei Richtungen verbaut werden.
Zur Frischluftversorgung des Netzteiles wurden entsprechende Lufteinlässe in den Gehäuseboden integriert. Diese sind ebenfalls im Mesh-Design gefertigt. Damit das gesamte Gewicht des Netzteiles nicht auf den vier Schrauben lastet und um das Netzteil zu entkoppeln befinden sich am Gehäuseboden zwei Gummipuffer, auf welchen das montierte Netzteil aufliegt.
In den schwarzen Mainboardschlitten wurden ausreichend viele und große Aussparungen integriert. Mittels dieser Aussparungen lassen sich die verschiedensten Kabel sehr gut verstecken und auch der Tausch des CPU-Kühlers ist somit ohne Demontage des Mainboards möglich.
Zwischen Mainboardschlitten und Gehäusedeckel hat man mit 20mm ausreichend Platz um auch etwas dickere Stromkabel zu verstecken.

Das Gehäuse wurde sehr gut verarbeitet und die einzelnen Materialien wie Plexiglas, Kunststoff und das Stahlblech wurden gut miteinander kombiniert. Einzig und allein die herauszubrechenden Slotblenden sind nicht mehr ganz zeitgemäß.

Montage:

Durch die verbauten Rändelschrauben lassen sich die beiden Seitenwände werkzeuglos öffnen. Die linke Seitenwand verfügt zusätzlich über einen Griff, welcher das Abziehen des Gehäusedeckels erleichtert.
Die Blenden der 5,25″-Schächte lassen sich von innen ganz einfach herausdrücken und die Montage entsprechender Laufwerke ist mittels der Schnellverschlüsse kinderleicht.
Die einfache Montage der 2,5″-Laufwerke im Hot-Swap-Käfig haben wir ja bereits schon beschrieben.
Drei 3,5″ Laufwerke können wie auch schon die 5,25″ Laufwerke mittels Schnellverschlüssen werkzeuglos montiert werden. In dem herausnehmbaren HDD-Käfig kommt eine andere Montagevariante zum Einsatz. Hier werden die Festplatten mit je zwei Kunststoffschienen versehen. Mittels dieser können bis zu drei Festplatten einfach in diesen Käfig eingeschoben werden. Leider befinden sich jedoch nur vier Kunststoffschienen im Lieferumfang, wodurch nur zwei Festplatten in diesem Käfig verbaut werden können.
Zur Montage des Mainboards muss man dann zum ersten mal einen Schraubenzieher zur Hand nehmen. Die Abstandshalter lassen sich einfach und ohne Abplatzen des Lackes in den Mainboardschlitten eindrehen. Wie schon angesprochen müssen die Slotblenden aus dem Gehäuse herausgebrochen werden. Dies sollte man nach Möglichkeit vor der Montage des Mainbords vornehmen, um einen Hardwareschaden zu vermeiden. Durch die verschiedenen Montagebohrungen für das Netzteil lässt sich dieses in zwei verschiedenen Richtungen montieren. Man kann das Netzteil entweder so montieren, das es frische Luft durch die Luftlöcher im Gehäuseboden ansaugen kann, oder das es warme Abluft der Erweiterungskarten abführt.
Wir haben uns bei diesem Testaufbau für letztere Montagemöglichkeit entschieden.

Die Länge der Erweiterungskarten hängt wie schon angesprochen von der Bestückung und einer eventuellen Demontage der HDD-Käfige zusammen. Die maximale Länge liegt bei 41cm.
Durch den erhöhten Kunststoffdeckel ist es in dem Coronet Gehäuse problemlos möglich 2,5cm tiefe Lüfter am Gehäusedeckel zu befestigen. Dies war bei dem kürzlich getesteten Montclair Gehäuse nicht der Fall.
Ebenfalls lässt sich dort ein 240-mm-Radiator unterbringen, wodurch das Gehäuse auch mit einer internen Wasserkühlung ausgestattet werden kann.

Ist das Gehäuse mit Hardware gefüllt, ist von dem anfänglichen Wackeln nichts mehr zu spüren.

Fazit:

Mit dem Coronet hat Xilence dem Grundkonzept des Montclair Gehäuse ein sehr gutes Facelifting verpasst. Durch die aggressive Kunststofffront und den aufgesetzten Kunststoffdeckel hat Xilence ein Design geschaffen, welches ganz und gar nicht in eine „OFFICE SERIE“ passt. Die Gehäusegrundfläche ist bis auf die Gehäusebreite gleich geblieben. Das Gehäuse wurde um 15mm verbreitert. Dieser Platzgewinn ist jedoch größtenteils hinter dem Mainboardschlitten zu finden. Bei dem CPU-Kühler sind 162mm Höhe möglich. Das kostengünstige Coronet kann ebenso mit tollen Features glänzen, die man oftmals nur aus großen und teuren Gehäusen kennt. Das Gehäuse kann durch den integrierten Hot-Swap-Käfig, das eingelassene Seitenfenster, einer komplett schwarzen Lackierung (auch im Innenraum) und einer Montagemöglichkeit glänzen. Verzichten muss der Käufer jedoch weiterhin auf einen Speaker und USB 3.0 Ports. Durch die vielen und verschiedenen Befestigungsmöglichkeiten für Lüfter und die Möglichkeit Erweiterungskarten mit einer Länge von bis zu 41cm verbauen zu können hat Xilence ein gut aussehendes Gaming-Gehäuse entworfen und auf den Markt gebracht, welches auch mit High-End-Hardware sehr gut zurechtkommt.

Pro

  • Gute Verarbeitung
  • Komplett schwarz lackiert (auch im Innenraum)
  • Hot-Swap-Käfig
  • Vorinstallierter Frontlüfter
  • verschiedene Lüftergrößen möglich
  • 240mm Radiator verbaubar
  • Erweiterungskarten mit bis zu 410mm

Contra

  • Kein USB 3.0
  • Kein Speaker im Lieferumfang
  • Nur eine Slotblende im Lieferumfang

Verarbeitung

Kompatibilität

Kühlmöglichkeiten

Ausstattung

Lieferumfang

Modding

Preis

Ein besonderer Dank geht an xilence.de für die Bereitstellung des Testmusters.

Das Gehäuse gibt es z.B. bei  für 70,43€* zu kaufen.