XFX – Radeon RX 480 GTR Black Edition

Mit der Radeon RX 480 GTR Black Edition haben wir heute eine potente Grafikkarte von XFX im Test, welche auf der AMD Polaris 10 GPU basiert und seitens XFX nicht nur eine werksseitige Übertaktung erhalten hat, sondern auch mit einem speziellen Aufbau ausgestattet wurde, durch welchen die Grafikkarte besonders leise sein soll.

Welche Details in der Radeon RX 480 GTR Black Edition stecken und wie sich das Topmodell der 400er Serie von XFX in unserem Test geschlagen hat, erfahrt ihr in diesem Review.

Technische Details:

  • Bauhöhe: 2-Slot
  • GPU: AMD Radeon RX 480 (Polaris-10-XT)
    Fertigung: 14 nm FinFET
    Taktrate: 1.338 MHz (max. Boost)
    Shader-Einheiten: 2.304
  • Speicher-Größe: 8.192 MB
    Speicher-Takt: 4.000 (8.000) MHz
    Typ: GDDR5
    Speicheranbindung: 256 Bit
  • Steckplatz: PCIe 3.0 x16
  • Anschlüsse:
    3× DisplayPort 1.3 HBR / 1.4 HDR-Ready
    1× HDMI 2.0b
  • TDP: 150 Watt
  • Stromversorgung: 1× 8-Pin PCIe
    Empfohlene Netzteil-Leistung: min. 500 Watt
  • Features: GCN 4. Gen., DirectX 12, Vulkan, OpenGL 4.5, OpenCL 2.1, Mantle, Eyefinity 2.0, CrossFireX, HD3D, TrueAudio, FreeSync, HDR-Ready, Radeon VR-Ready,

Lieferumfang:

  • XFX Radeon RX 480 GTR Black Edition
  • Treiber CD
  • 2 x 6-PIN auf 8-PIN-Adappter
  • Garantiehinweis

Design und Verarbeitung:

Die Radeon RX 480 GTR Black Edition wird in einer Verpackung geliefert, welche in einem schwarz/roten Grunddesign gehalten ist. Auf der Verpackungsvorderseite ist neben der Modellbezeichnung und einem Produktbild auch eine Auflistung der wichtigsten Technologien abgedruckt.

Mit einem Blick auf die Verpackungsrückseite findet man die wichtigsten Features vor, durch welche sich die RX 480 GTR Black Edition von anderen Custom-Design-Modellen abheben soll.

Entnimmt man die Grafikkarte aus ihrer Verpackung, so fällt einem gleich auf, das XFX im Vergleich zum Referenzdesign der RX 480 eine ganze Reihe an Anpassungen vorgenommen hat.

Das auffälligste Designmerkmal ist hierbei der verbaute Kühler. Oberhalb des verbauten Heatpipe-Kühlers hat XFX eine schwarze Kunststoffblende eingearbeitet, in welche zwei 90-mm-Lüfter verbaut wurden.
Die beiden verbauten Lüfter werden seitens XFX als Hard Swap Fan bezeichnet und stellen eine Besonderheit der Radeon RX 480 GTR Black Edition dar. Die Besonderheit er verbauten Hard Swap Fans liegt darin, dass sie direkt vom Benutzer ausgetauscht werden können.
Um einen einfachen Austausch zu ermöglichen, sind die beiden Lüfter lediglich mit zwei kleinen Clips befestigt. Hierdurch können die Lüfter ganz einfach entriegelt und aus der Kunststoffabdeckung herausgenommen werden, welche den verbauten Kühler umgibt.

Entnimmt man den oder die Lüfter aus der Kühlerabdeckung kann man die Lüfter sowie die darunter befindlichen Lamellen nicht nur reinigen, sondern es wäre auch im Falle eines Garantiefalles, bei dem einer der beiden Lüfter defekt ist möglich, einen Lüfter zu demontieren und zum Austausch an XFX zu senden.
Ebenso ist es jedoch auch möglich, die verbauten Lüfter gegen beleuchtete Lüfter zu tauschen, welche XFX im Sortiment hat. XFX hat uns für unseren Test netterweise gleich ein entsprechendes Lüfterpaar bereitgestellt, welches über eine rote Beleuchtung verfügt.

Im Gegensatz zu den werksseitig verbauten Lüftern verfügen die rot beleuchteten Lüfter nicht über einen schwarzen Impeller, sondern über einen transparenten Impeller. Die verbaute LED-Beleuchtung wurde in der Rotormitte integriert.

Hierdurch ergibt sich eine sehr stimmige und gleichmäßige Beleuchtung.

Die einzige Besonderheit der Lüfter liegt jedoch nicht nur darein, dass man sie problemlos austauschen kann, sondern auch in dem Zero dB Fan System, welches dafür sorgt, dass die verbauten Lüfter bei einer geringen GPU-Last komplett stehen bleiben und die Grafikkarte somit vollkommen lautlos arbeiten kann.

Um die Verbindung zu den Lüftern herzustellen, wurde in dem Montageberiech der beiden Lüfter ein kleines PCB eingearbeitet, welches über vier Kontakte verfügt, auf welche die Lüfter einfach aufgelegt werden.

In die Außenseite der Lüfterabdeckung wurden nicht nur vier große Luftschlitze eingearbeitet, sondern auch das XFX Logo, welches in einem leicht transparenten Design gehalten ist. Hierdurch kann das Logo von der Rückseite aus beleuchtet werden. Eine RGB-Beleuchtung wie man sie von vielen Grafikkarten kennt, kommt hier jedoch leider nicht zum Einsatz.

Bei dem seitens XFX verbauten Kühlkörper handelt es sich um einen Heatpipekühler, welcher über zwei getrennte Finnenblöcke verfügt. Der erste Finnenblock befindet sich direkt über der GPU. Der zweite Finnenblock ist über dem hinteren Teil des PCBs und somit unterhalb des hier verbauten Lüfters positioniert.

XFX setzt bei dem verbauten Kühler auf die Ghpst 4.0 Thermal Technologie. Durch die verbesserte Heatpipetechnik soll eine um bis zu 40% effizientere Kühlung geschaffen werden. Die Heatpipes, welche die beiden Lamellenblöcke durchlaufen, werden in eine massive Kupferplatte geführt, welche sich direkt über der GPU befindet.
Der über der GPU angesiedelte Finneblock wurde im vorderen Bereich bis auf die VRMs heruntergezogen, wodurch die VRMs aktiv gekühlt werde.
Die verbauten GDDR5 Speicherchips, welche eine Kapazität von 8GB bieten, werden von einer Aluminiumplatte gekühlt, die direkt auf den Speicherchips montiert ist und somit als Passivkühler dient. Der Speichertakt der verbauten Samsung Chips liegt bei 4000 MHz. Die Anbindung wird über ein 256-bit breites Interface sichergestellt. Die verbaute Aluminiumplatte dient zudem dazu, das PCB zu stabilisieren.

Die verbaute Polaris 10 GPU ist im 14-Nanometer-Verfahren gefertigt und verfügt über 2304 Shadereinheiten, 144 Textureinheiten und 32 ROPs. Der Boosttakt wurde seitens XFX von 1288 MHz, wie man ihn bei einer Karte im Referenzdesign vorfindet, auf 1336 MHz angehoben.

Zwischen den verbauten Spannungswandlern und der Polaris GPU hat XFX die Ultra Low Noise XL Inductors verbaut, welche nicht so anfällig für das sonst oft von Grafikkarten bekannte Spulenfiepen sein sollen.

Die Stromversorgung wird neben den PCIe-Steckplatz über einen 8-PIN-Anschluss sichergestellt, wodurch die Grafikkarte in der Theorie bis zu 225 Watt abgerufen kann.

Neben dem 8-PIN-Stromanschluss befindet sich ein kleiner Schalter, durch welchen ein Wechsel zwischen dem Silentmodus sowie dem normalen Modus möglich. Im Detail wird hier die maximale Lüfterdrehzahl angehoben, mit der die verbauten Lüfter arbeiten dürfen.

Mit einem Blick auf die Rückseite der Grafikkarte findet man eine Backplate aus schwarz eloxiertem Aluminium vor, welche nicht nur zu einer besseren Kühlung beiträgt, sondern auch für eine höhere Stabilität des PCBs sorgt. Die Backplate ist im vorderen Bereich mit einem gelochten Aufbau versehen, welcher dafür sorgt, dass sich keine Abwärme unter der Backplane stauen kann.

Im hinteren Bereich der Backplane wurde das XFX Logo auf die Backplane aufgebracht.

Schaut man sich einmal die verbaute Slotblende an, so ist zu erkennen, dass auch hier das XFX Logo eingearbeitet. Das hier eingearbeitete Logo übernimmt die Funktion eines Luftauslasses.

Bei den verbauten Anschlüssen stehen einem neben einem HDMI 2.0b Port auch drei HDR-fähige 1.4 DisplayPorts sowie ein DVI-D Anschluss zur Verfügung. Letzteren sucht man bei dem Referenzmodell vergebens.

Die Verarbeitung der Radeon RX 480 GTR Black Edition wurde seitens XFX nicht nur optisch ansprechend, sondern auch hochwertig ausgeführt und gibt uns keinen Anlass zur Kritik.

Testsystem:

Als Mainboard kommt in unserem Test ein ASRock X99 Extreme 11 zum Einsatz, auf welchem wir bis zu vier Grafikkarten im SLI oder Crossfire Betrieb testen können.

  • Mainboard: ASRock X99 Extreme11
  • CPU: Intel Core i7-6950X @ 4,2 GHz
  • Speicher: 16GB HyperX Savage (4 x 4GB DDR4 3000MHz)
  • Netzteil: SS-860XP2 – Seasonic Platinum 860W
  • Systemlaufwerk: OCZ RevoDrive 3 240GB
  • Betriebssystem: Windows 10 Pro 64Bit

Um eine höchstmögliche Leistung zu erreichen, werden bis auf Grafikkarten, welche über einen Luftkühler verfügen, alle Komponenten mit Wasser gekühlt.
Um Limitierungen durch den Prozessor weitestgehend zu vermeiden, wurde dieser auf 4,20 GHz übertaktet.

Temperaturen, Stromverbrauch und Lautstärke:

Die Temperaturen wurden einmal im Idle-Mode und während eines Furmark Testlaufes bei 100% GPU Load ausgelesen.

Wirft man einmal einen Blick auf die erreichten Temperaturen, so ist zu erkennen, dass der von XFX verbaute Kühler die Grafikkarte im Idle zwar auf einer angenehmen Temperatur halten kann, jedoch liegt diese oberhalb aller anderen Modelle aus unserem Test. Dies liegt daran, dass die verbauten Lüfter im Idle vollständig stillstehen und die Grafikkarten somit passiv betrieben wird, wodurch sie jedoch auch vollkommen lautlos arbeitet.
Unter Volllast liegt die Temperatur bei sehr guten 66°C, womit hier noch Luft nach oben ist und einer Übertaktung aus dieser Sicht nichts im Wege stehen sollte. Nicht nur die Temperatur befindet sich unter Volllast im grünen Bereich, sondern auch der Geräuschpegel, welcher auf einem angenehmen Level liegt.

Mit einem Blick auf den Stromverbrauch ist schön zu erkennen, dass die Radeon RX 480 GTR Black Edition unter Volllast weitaus sparsamer unterwegs ist, als die R9 390X DD Back Edition von XFX.

Verwendete Benchmarks:

Futuremark 3DMark

  • Fire Strike

Battlefield 4

  • 1.920 x 1.080 1xAA 1xAF

Far Cry Primal

  • 1.920 x 1.080 4xMSAA 16xAF

Fallout 4

  • 1.920 x 1.080 TAA 16xFA

Dirt Rally

  • 1.920 x 1.080 4xMSAA 16xAF

Benchmark Ergebnisse:

Futuremark 3DMark

Battlefield 4

Far Cry Primal

Fallout 4

Dirt Rally

Wer unsere Grafikkartentests kennt, wird schon wissen, dass wir uns auch mit den Taktraten einer schon werksseitig übertakteten Grafikkarte nicht zufriedengeben, weswegen wir auch bei der Radeon RX 480 GTR Black Edition von XFX versucht haben, das bestmögliche an Leistung aus der Grafikkarte zu holen. Wir konnte durch das anhebend er Spannungen auf 1150mv einen Core-Takt von 1380 MHz erreichen. Leider ist diese Übertaktung im Vergleich zu dem von XFX eingestellten Takt keine all zu große Steigerung.

Fazit:

Mit der Radeon RX 480 GTR Black Edition hat XFX eine überarbeitete Version der Radeon RX 480 in seinem Sortiment, bei der man eine ganze Reihe an Änderungen vorgenommen hat, welche nicht nur zu einem besseren Takt, sondern auch zu einem leiseren und kühleren Betrieb der Grafikkarte führen. Mit den seitens XFX voreingestellten Taktraten ist die Radeon RX 480 GTR Black Edition zwar schneller als eine Radeon RX 480 im Referenzdesign, jedoch handelt es sich nicht um das schnellste Modell am Markt. Die erbrachte Leistung reicht dennoch aus, um alle aktuellen Spiele bei einem hohen Detailgrad auf einer Full HD-Auflösung spielen zu können. Dafür hat XFX jedoch sehr viel Entwicklungsarbeit in den verbauten Kühler gesteckt. Die Grafikkarte kann somit nicht nur im Idle durch einen lautlosen Betrieb überzeugen, sondern auch unter Volllast verrichtet der Kühler eine sehr gute Arbeit. Durch die verbauten Hard Swap Fans können die beiden Lüfter zudem kinderleicht gegen beleuchtete Lüfter ausgetauscht, oder zur Reinigung entnommen werden. Zu einer angenehmen Geräuschkulisse tragen auch die verbauten Spulen (Ultra Low Noise XL Inductors) bei, durch welche ein hochfrequentes Spulenfiepen fast vollständig der Vergangenheit angehört. Die Verarbeitung der Radeon RX 480 GTR Black Edition wurde seitens XFX sauber durchgeführt und gibt uns keinen Grund zur Beanstandung. Preislich liegt die Grafikkarte aktuell bei knapp 260€*.

Pro

  • Verarbeitung
  • Leistung
  • Gute Kühlung
  • Austauschbare Lüfter

Contra

  • OC-Potenzial eher gering

Leistung

OC-Potential

Verarbeitung

Ausstattung

Lautstärke

Lieferumfang

Preis

Ein besonderer Dank geht an XFX für die Bereitstellung des Testmusters.