XFX – 750TS – 750 Watt Netzteil

Mit dem 750TS haben wir heute ein leistungsstarkes Netzteil aus der TS-Serie von XFX im Test, welches vor allem durch seine hohe Effizienz und durch die verbauten Schutzschaltungen ein optimaler Grundstein für Gaming-Bolieden mit High-End-Grafikkarten sein soll.

Welche Leistung in dem Netzteil steckt und wie es sich in unserem Test geschlagen hat, erfahrt ihr in diesem Review.

Technische Details:

  • Maße: 150 x 86 x 139 mm (B x H x T)
  • Lüfter: 120 mm
  • Effizienz: Ø 89,03%, Max. 90,41% (50% Auslastung), 80Plus Gold Zertifikat
  • Aktiv PFC (0,99)
  • Formfaktor: ATX12V 2.31 / EPS 2.91
  • Leistung: 750 W
    +3,3V: 20 A
    +5V: 20 A
    3,3V+5V: 100 W
    +12V: 62 A (744 W)
    -12V: 0,3 A (3,6 W)
    +5Vsb: 2,5 A (12,5 W)
  • Herstellergarantie: 5 Jahre

Anschlüsse:


1 x 20+4 Pin


2 x 8 Pin EPS


4 x 6+2 PCI-E


10 x SATA


4 x Molex


1 x Floppy

Lieferumfang:

  • 750TS Netzteil
  • Schraubenset
  • Anleitung
  • Stromkabel

Design und Verarbeitung:

Das 750TS wird von XFX in einer Verpackung geliefert, welche wie man es von anderen Produkten aus der Hause XFX kennt in einem dunklen Design gehalten ist. Die Verpackung ist auf allen sechs Seiten nicht nur mit einem Produktbild und der Modellbezeichnung, sondern mit vielen Informationen bedruckt. Auf der Verpackungsvorderseite sind z.B. Hinweise auf wichtige Features zu finden. Auf den Außenseiten findet man neben den Spezifikationen auch Informationen über die EasyRail Plus Technologie, auf welche das Netzteil setzt.

Auf der Verpackungsrückseite sind weitere interessante Informationen zu dem Netzteil abgedruckt.

Innerhalb der Verpackung ist das Netzteil in einer schwarzen Luftpolstertasche verpackt, welche das Netzteil zusätzlich schützt.
Entnimmt man das Netzteil aus seiner Verpackung, so hat man ein echt kompaktes Netzteil vor sich liegen, welches in einem recht auffälligen Design gehalten ist.

Das Design erinnert einen auf den ersten Blick gleich an einen Ausrüstungsgegenstand aus dem US-Armeebestand, wodurch die robuste Spannungsstabilität, welches das Netzteil liefern soll unterstrichen wird.
Mit einem Blick auf die beiden Außenseiten findet man neben dem hochkant aufgedruckten XFX Schriftzug den TS Schriftzug vor, welcher in einem recht speziellen Design gehalten wurde. Dieser sowie alle anderen Aufdrucke auf dem Netzteil wurden in einem silbernen Farbton gehalten. Um dieses Logo herum wurde zudem eine Art Rahmen in das Netzteilgehäuse eingestanzt. Die linke und rechte Netzteilseite sind hierbei im selben Design gefertigt.

Mit einem Blick auf die Vorderseite des Netzteiles findet man auch hier dieses Logo vor. Neben dem Logo werden hier die einzelnen Anschlusskabel aus dem Netzteil herausgeführt.

Das 20+4-Pin-Kabel ist dabei mit einem fast blickdichten Kabelsleeving ausgestattet. Alle anderen Kabel, welche aus dem Netzteil geführt werden, sind als schwarze Flachbandkabel ausgeführt.

Diese haben den Vorteil, dass sie sich nicht nur einfacher hinter dem Mainboardschlitten verlegen lassen als rund gesleevte Kabel, sondern auch einen besseren Luftstrom innerhalb des Gehäuses zulassen. Hierzu muss man sie jedoch ordentlich verlegen, sodass sie nicht nebeneinander im Luftstrom hängen und so eine breite Kabelfläche bilden.

XFX hat auch auf der Netzteilrückseite wert auf das Design gelegt. In einem großflächigen Wabengitter wurde eine geschlossene Fläche eingearbeitet, in welcher nicht nur die obligatorische Kaltgerätebuchse und der Powerschalter untergebracht wurde, sondern ebenfalls das XFX Logo sowie der TS-Schriftzug in Silber aufgedruckt wurde. Somit lässt sich schon mit einem Blick auf die Rückseite des PCs erkennen, welches Netzteil im inneren verbaut ist.

Auf der Unterseite des Netzteiles hat XFX ein Lüftergitter verbaut, welches man so in fast keinem anderen Netzteil vorfindet. Das Lüftergitter wurde in das Netzteilgehäuse eingearbeitet und ist hierdurch ein fester Bestandteil des Gehäuses. Im Vergleich zu sonst üblichen Lüftergittern ist es nicht rund, sondern achteckig gefertigt und verfügt auf der linken und rechten Seite über eine kleine Erhebung, welche in die Unterseite des Netzteilgehäuses eingeprägt wurde. Die recht spezielle Form des Lüftergitters soll den Luftstrom optimieren und zu einer Geräuschreduzierung beitragen.

Mittig wurde das XFX Logo untergebracht. Hierbei handelt es sich um ein Emblem im Aluminiumdesign. Hinter dem Lüftergitter befindet sich ein schwarzer 120-mm-Lüfter.

Auch die Netzteiloberseite wurde mit dem selben Logo bedruckt, welche wir von den anderen Seiten des Netzteiles schon kennen.

Zudem wurde hier ein Aufkleber angebracht, welcher die wichtigsten Leistungsdaten enthält.

Innerer Aufbau

Im Inneren des 750TS wurde von XFX auf eine saubere und hochwertige Verarbeitung geachtet. Die einzelnen Lötstellen sind sauber verarbeitet. Im Vergleich zu anderen Netzteilen wurden jedoch einige Bauteile zusätzlich verklebt, was einen nicht ganz so hübschen Eindruck macht. Auch bei den einzelnen Komponenten setzt XFX auf hochwertige und somit langlebige Komponenten. So setzt XFX z.B. auf hochwertige 105-°C-Kondensatoren aus Japan, welche auch bei sehr hohen Temperaturen noch optimal arbeiten. Wie einigen bekannt sein dürfte, fertigt XFX die Netzteile nicht selbst, sondern lässt diese nach eigenen Vorgaben von Seasonic fertigen.

Der 12V-Single-Rail stehen bei dem 750TS 62 Ampere und somit 744 Watt zur Verfügung, womit sich das Netzteil auch dann noch nicht geschlagen gibt, wenn ein SLI- oder Crossfire-System mit zwei Grafikkarten zum Einsatz kommt.

Das Netzteil erfüllt die ErP Lot 6 EU-Norm, welche vorschreibt, dass das System im Stand-by und im ausgeschalteten Zustand nicht mehr als 1 Watt verbrauchen darf. Seit Januar 2012 liegt die Obergrenze sogar bei nur noch 0,5 Watt.

Zudem weißt das 750TS Netzteil einen hohen Wirkungsgrad auf. Dieser liegt bei 94,38% bei 115V, womit das Netzteil das 80 PLUS GOLD Zertifikat trägt.

XFX hat dem 750 TS eine Vielzahl an Schutzmechanismen verpasst. Zu diesen gehören:

OVP (Overvoltage protection)
SCP (Short-circuit protection)
OPP (Overload protection)
UVP (Undervoltage protection)
OTP (over temperature protection)
OCP (Overcurrent protection)

Das Netzteil wurde bis auf den aus unserer Sicht etwas zu häufig verwendeten Kleber sehr sauber verarbeitet.

Test:

Power Good Signal

Im ersten Test überprüfen wir die PG-Time. Das Power Good Signal muss gemäß der ATX-Norm nach mindestens 100 und maximal 500 ms kommen. Das Signal signalisiert dem Mainboard, dass das Netzteil bereit ist, alle Spannungen passen und der Computer gestartet werden kann. Kommt das Signal nicht innerhalb dieses Zeitraums, ist das Netzteil defekt und muss getauscht werden.

Das Power Good Signal kam bei unserem Testkandidaten nach 300ms und liegt damit zwar im oberen Drittel, aber noch voll und ganz im erlaubten Bereich.

Testsystem

Wir haben das Netzteil mit unserem i7 Testsystem getestet.

Das Testsystem besteht aus:

I7 3930K @ 4,8GHz
Asrock Extreme 11
2 x EVGA GTX Titan Hydro Copper
64GB (8 x 8GB DDR3 2133MHz)
Areca 1880ix
4 x 300GB Seagate SAS im Raid 5

Das o.g. System inkl. Netzteil weist einen Strombedarf von etwa 180 Watt (IDLE) bis ca. 720 Watt (Volllast) auf. Diese Spannungen können jedoch je nach verwendetem Netzteil unterschiedlich sein. Unter Volllast wird besonders auf die Stabilität der Spannungen geachtet.
Um Netzteile auszulasten, welche mehr Leistung liefern, als unser Testsystem benötigt, setzten wir auch in diesem Test auf Peltierelemente. Hierzu stehen uns 26 separate Peltierelemente zur Verfügung. Diese haben eine Leistungsaufnahme von je 50W. Die Peltierelemente können einzeln oder gemeinsam zugeschaltet werden. Die Stromversorgung dieser wird über Adapter hergestellt, welche an die PCI-E Anschlüsse angeschlossen werden.
Somit ist eine maximale Leistungsaufnahme von ca. 2000 Watt möglich.
Ausgelesen werden die Spannungen mithilfe eines Multimeters (VOLTCRAFT VC830).
Um das System zu 100% auszulasten, wird die Software Prime 95 und der Benchmark 3DMark 11 eingesetzt und wenn nötig entsprechende Peltierelemente zugeschaltet. Die Testprogramme werden parallel ausgeführt, damit CPU und Grafikkarte gleichzeitig unter Volllast laufen und so der maximale Stromverbrauch erreicht wird.

Um der Qualität des Netzteiles etwas genauer auf den Zahn fühlen zu können, werden wir das System 48h unter Volllast betreiben.

Spannungen

Die ATX-Norm gibt die Spannungstoleranzen für Netzteile detailliert vor: Auf 3,3 Volt, 5 Volt und 12 Volt sind je 5% nach oben sowie nach unten erlaubt.

Spannungstest

Die Spannungen sollten nach Möglichkeiten auch bei einem Lastwechsel möglichst gleich bleiben und nicht nach oben oder unten ausbrechen.

Aus diesem Grund haben wir den Lastwechsel in vier Stufen aufgeteilt.
Zum Darstellen der ersten Last läuft unser Testsystem mit dem verbauten Netzteil im Idle-Mode.
Die zweite Laststufe wird unter Volllast des Systems simuliert. Das System ist hierbei nicht übertaktet.
Die dritte Laststufe wird dann mittels eines übertakteten Testsystems erreicht.


3,3V


5V


12V

Das 750TS von XFX kommt mit den ersten beiden Laststufen noch sehr gut zurecht. Die auffälligste Spannungsschwankung ist auf der 5V-Schiene zu erkennen, welche dennoch problemlos im grünen Bereich liegt. Nach dem Übertakten des Systems war ein größerer Spannungseinbruch auf der 12V-Schiene zu erkennen. Auch dieser liegt noch im Toleranzbereich, deutet jedoch schon darauf hin, dass das Netzteil hier schon fast an seiner Leistungsgrenze arbeitet. Dies ist bei einer Leistungsaufnahme von 773 Watt auch nicht weiter verwunderlich.
Dennoch wollten wir wissen, ob das Netzteil in der Lage ist, eine noch höhere Leistung zu liefern. Aus diesem Grund haben wir das erste 50 Watt starke Peltierelement hinzugeschaltet. Gleich nach dem Hinzuschalten griffen die Schutzschaltungen des Netzteils, durch welche das Netzteil abgeschaltet wurde.

Das Netzteil zog unter Verwendung unserer Hardware diese Spannung aus der Steckdose.

Fazit:

Das XFX 750TS konnte in unserem Test nicht nur durch eine stabile Leistung überzeugen, welche sich bis an die Lastgrenze des Netzteiles gehalten hat. Erst als die eigentliche Maximalleistung des Netzteiles in unserem Test überschritten wurde, fing die Spannungsstabilität etwas an zu wackeln, befanden sich aber weiterhin im grünen Bereich. Dennoch konnte das Netzteil unser Testsystem auch im übertakteten Zustand mit genügend Leistung befeuern. Was das Design angeht, punktet das Netzteil wie auch bei der Verarbeitung auf ganzer Linie. Dieses ist optisch ansprechend und auffällig gestaltet, wodurch sich das Netzteil sehr schön in ein Gaming-System eingliedern lässt. Durch die verwendeten Flachbandkabel kann zudem ein sehr guter Luftstrom gewährleistet werden. Zudem lassen sich die Kabel einfacher hinter dem Mainboardschlitten verlegen, als es bei Kabeln mit einem runden Sleeving der Fall ist. Auch das Modden der Kabel mit einem Einzeladersleeving ist so etwas einfacher möglich. Preislich liegt das XFX 750TS mit ca. 124€* auf einem angemessenen Niveau.

Pro

  • Gute Verarbeitung
  • Hohe Effizienz
  • Sehr stabile Spannungen
  • Flachbandkabel

Contra

Verarbeitung

Leistung

Spannungsstabilität

Leistungsaufnahme

Ausstattung

Lautstärke

Modding

Lieferumfang

Preis

Wir danken XFX sehr für die Bereitstellung des Testmusters.