WRC 6

Heute begeben wir uns wieder in übermotorisierten Kleinwagen auf die Jagd nach den Bestzeiten in den Rallyes dieser Welt. Denn mit WRC 6 haben wir den aktuellen Teil der offiziellen Rennspiel-Reihe zur WRC im Test.

Dieses Rennspiel lässt uns als Spieler in die Welt des Rallye-Sports abtauchen und bietet uns dabei alle aktuellen Strecken und Wagen an. Während wir uns im Singleplayer mit dem Computergegner messen können, wurde ebenfalls ein online und ein offline Multiplayermodus in das Spiel implementiert.
Ob die Entwickler von Kylotonn Racing sich im Gegensatz zum Vorgänger verbessert haben und die Funktionen gut im Spiel umgesetzt wurden, werden wir im folgenden Game Check herausfinden.

Hauptmenü:

Nachdem wir das Intro betrachten durften, fällt sofort die erste Verbesserung auf. Die Entwickler haben mehr Vertrauen in den Benutzer und haben die Meldung zum automatischen Speichern, welche im Vorgänger bei jedem Start kommt, entfernt. Ansonsten sehen wir jedoch eine ähnliche Aufmachung des Hauptmenüs, vom Startbildschirm bis zu dem Kacheldesign ist wieder alles dabei.

Im Hauptmenü werden wir durch die Sicht auf die Fahrzeugfront eines der im Spiel zur Verfügung stehenden Rennboliden begrüßt und werden dazu aufgefordert, die Starttaste auf unserem Lenkrad zu drücken, um das Kacheldesign des Hauptmenüs aufzurufen, welches wir im ähnlichen Design von WRC5 kennen. Auch im Menü fallen einem die Überarbeitungen positiv ins Auge. Denn neben den neu angeordneten und designten Kacheln steht der Wagen nicht mehr in einem leeren weißen Raum, sondern in einer Halle, wodurch das Menü nicht mehr so steril wirkt. Doch genug vom Hintergrund widmen wir uns den Kacheln. Über diese erreichen wir neben dem Single und Multiplayer noch einiges mehr. So können wir direkt die Bestenliste einsehen, uns den Optionen widmen oder wir können direkt über die hier zu findenden Shortcuts an Events teilnehmen.

Doch was verbirgt sich hinter der Kachel mit den Extras? Hier haben die Entwickler so manches Schmankerl versteckt. Zugegeben die Mitwirkenden zählen nicht unbedingt dazu, allerdings bieten die Unterpunkte von Drivercard bis Showroom, interessante Informationen zum Spiel und speziell zu unserem Spielstand. Leider sind nicht alle Menüpunkte so schön übersichtlich wie die Extras strukturiert. So sind die Optionen schon sauberer strukturiert als beim Vorgänger, zeigen sich aber dennoch recht verschachtelt.

Während die Drivercard nur unser Profil anzeigt und die Esports – Abzeichen sowie die Leistungen lediglich zum Protzen mit erhaltenen Abzeichen und Auszeichnungen dient, können wir im Showroom die im Jahr 2016 aktuellen Rennteams mitsamt ihrer Fahrzeuge einsehen. Besonders haben uns jedoch die gezeigten Statistiken gefallen, in welchen Informationen wie die Anzahl der geplatzten Reifen oder auch die Menge der zerstörten Autos aufgezeigt werden.

Die Spielmodi:

Spielbar sind in WRC 6, wie könnte es anders sein, die aktuellen Strecken welche bei den Stopps der WRC befahren werden. Auf diesen Strecken können wir im Single wie auch im Multiplayer spielen. Während wir im Singleplayer die klassische Karriere spielen können und den Verlauf einer Saison dadurch Rallye für Rallye und Stage für Stage durchleben, so können wir dank der Option der angepassten Meisterschaft den gewohnten Rennkalender nach unserem Geschmack durcheinander würfeln.

Leider können wir hier jedoch nicht zweimal die gleiche Rallye in den Plan einfügen bzw. die Etappenreihenfolge ändern, was im Sinne der „angepassten“ Meisterschaft wünschenswert wäre. Neben den bereits genannten Modi finden wir im Solo Menü ebenfalls das Tutorial zum Spiel sowie die Rallye Schule, in welcher wir unsere Fähigkeiten außerhalb einer Karriere verbessern können.

Gelüstet es und nur nach einer schnellen Runde, so können wir dies ebenfalls über die Möglichkeit des schnellen Spiels in Angriff nehmen und z.B. mit. Sebastian Ogier und seinem WRC Polo eine Runde drehen. Allgemein lässt sich sagen, dass der Singleplayer ausreichende Möglichkeiten zur Selbstverwirklichung unseres Rallyefahrerlebens bietet, es jedoch nicht schafft den Reiz, den uns der Mutliplayer bietet, zu übertrumpfen oder zumindest gleichermaßen aufrecht zu halten. Denn speziell im Multiplayer ist der Reiz größer, eine Leistung abzuliefern, welche besser als die eines anderen Spieles ist.

So können wir die aus dem Singleplayer bekannten Strecken gegen andere Spieler im Onlinemodus befahren und versuchen schlichtweg schneller auf der Strecke zu sein. Doch auch wenn mal keine Internetverbindung vorhanden ist, müssen wir den Multiplayer nicht vermissen. Für diesen Fall wurde von den Entwicklern ein Splitscreen sowie ein Hotseat Modus in das Spiel integriert. Dadurch können wir auch über nur einen PC mit 2 – 8 Leuten spielen. Vor allem der nahezu nostalgische Splitscreen hat uns positiv gefreut, da dieser Modus heute immer seltener wird.

Service Area:

Vor und zwischen den Etappen finden wir uns in der Service Area unseres Teams wieder, welche den aus dem fünften Teil der Serie bekannten Wohnwagen abgelöst hat. Hier können wir unser Team begutachten, sowie unsere Platzierung in der aktuellen Rallye und Saison einsehen. Auch den Kalender mit den folgenden und vergangenen Rallyes können wir über die Service Area erreichen. Die Übersicht über die aktuelle Rallye ist auf der rechten Seite angeordnet und bietet uns auf einen Blick alle wichtigen Daten wie Beschaffenheit der Strecke oder der vorherrschenden Tageszeit während unserer Fahrt.

Doch das Herzstück der Service Area bildet die Möglichkeit, unseren Wagen nach einer zärtlichen Umarmung mit dem ein oder anderen Stein zu reparieren sowie ihn, in den höheren Klassen, auf die Strecke abzustimmen. Während die Reparatur in alter Rallye-Manier innerhalb von 45 min erledigt sein muss, wodurch man so manchen Kompromiss eingehen muss, können wir uns bei der Abstimmung unseres Fahrzeug austoben.

In der Anpassung sowie in der Wartung unseres Wagens werden die gerade ausgewählten Komponenten wie z.B. die Reifen durch die farbliche Abhebung in einem animierten 3D-Modell dargestellt. Dies viel uns bereits im Vorgänger auf und lässt das Menü nicht nur durchdacht wirken, sondern sieht auch gut aus. Negativ stößt uns lediglich auf, das wir z.B. die Reparaturen nur in 3 Stufen auswählen können. Hierdurch geht uns auch für einen beispielsweise einfachen Stoßstangenwechsel enorm viel Reparaturzeit verloren.

Interface:

Das Interface zeigt das bereits vom Hauptmenü gewohnt aufgeräumtes Bild. Während unser Streckenfortschritt in einem sich füllenden Balken in der linken unteren Ecke angezeigt wird, wird uns der Verlauf der Strecke über Symbole mittig im oberen Bildschirmbereich und per Sprachangaben ausgegeben. Neu ist hierbei, dass wir die von unserem Beifahrer getätigten Ansagen an unsere Geschwindigkeit anpassen können.

Das ansonsten spartanisch ausgelegte Interface ist rechtsbündig am Bildschirm angesiedelt. Wir kriegen in der oberen rechten Ecke unsere Zeit und in der unteren Ecke unser Kombiinstrument angezeigt. Das Kombiinstrument umfasst den Drehzahlmesser, den aktuellen Gang sowie eine digitale Geschwindigkeitsanzeige. Bei der Berührung eines Steines oder dem gelegentlichen Rammen eines Zaunes wird uns kurzzeitig die Grafik über den Beschädigungszustand unseres Fahrzeuges eingeblendet.

Das grafische Erscheinungsbild:

Grafisch haben die Entwickler von Kylotonn Racing eine Schippe draufgelegt und schaffen es durch einige leichte Veränderungen ein anschaubares Spiel zu präsentieren. Die Vegetation am Streckenrand ist zwar eher dürftig ausgeführt, allerdings liegt der Fokus gerade im Rallye-Sport so oder so auf der Strecke. Um die eher dürftige Vegetation auszugleichen, wurde aus unserer Sicht die Anzahl der Besucher am Streckenrand erhöht.

Das Modell sowie die Texturen der Autos sind gut ausgeführt und auch die Effekte, von Aufsetzen bis Fehlzündung, lassen eine Form des Rallye-Feelings aufkommen. Das Schadensmodul sowie stetig ansteigende Verschmutzung unseres Fahrzeuges sieht meist gut aus. Auffällig ist jedoch. das so manche Kollision einen ziemlich großen optischen Schaden bei nahezu nicht vorhandener Funktionsbeeinträchtigung mit sich bringt. Entgegen dazu ist aber auch so manch ein Zaun härter als man denkt, wodurch man durch einen Zaunpfahl gestoppt wird, als wenn man gegen eine Betonmauer kracht. Was uns etwas überrascht ist, dass dies nicht auf jeden Zaunpfahl zutrifft und man sich daher nicht darauf verlassen kann, dass man recht unbeschadet davon kommt, wenn man mit dem Fahrzeugheck an einem Zaun vorbeistreift. Alles in allem ist die Grafik und dazugehörige Physik jedoch ordentlich ausgeführt.

Das erste Mal durch den Wald heizen:

Es wird nun endlich Zeit, sich hinter das Lenkrad zu schwingen und herauszufinden, ob der Sechste Teil der Reihe ein würdiger Nachfolger von WRC 5 ist. Wir warten eben das Intro ab und tätigen alle für uns relevanten Einstellungen, bevor wir uns die klassische Karriere stürzen.

Wir spielen zunächst den Fahrtest und merken schnell, dass die Steuerung zwar endlich mit unserem Lenkrad funktioniert, allerdings fühlt es sich in WRC falsch an und wir wechseln doch wieder auf ein Gamepad bzw. die Tastatur zurück. Anschließend starten wir die erste Etappe, doch landen wir dort nicht auf einem Rallye Stage, sondern auf einem Rundkurs alla Race of Champions. Doch egal Strecke ist Strecke, der Motor heult auf das GO! erscheint und wir starten mit Krawall Richtung erste Kurve. Diese gemeistert geht es weiter in die erste Schikane, auch diese stellt mittels dem Scandinavien Flip kein Problem dar. Dann wechselt der Straßenbelag auf Schotter. Somit heißt es jetzt kontrolliertes Rutschen. Doch dann kommt wie aus dem nichts eine Verengung und wir landen prompt in der äußeren Planke. Wie automatisiert legen wir den Rückwärtsgang ein und geben Knallgas zurück, wechseln wieder in die 1 und sind, als wäre nichts geschehen, zurück im Rennen. Nach weiteren Kurven kommen wir zum Spurwechsel und fahren nun innen. Erneut jagt eine Kurve, die nächste und wir geraten, leicht ins Schwitzen. Am Ende haben wir jedoch die erste Etappe gemeistert und können den ersten Sieg verbuchen. Das Spiel scheint stimmig und Spaß versprechend. Was sich, ausgehend von einem Rennspiel nicht einer Simulation, als wahr herausstellt.

Fazit:

Fassen wir zusammen, wie sich uns WRC 6 präsentiert hat, fällt das Ergebnis durchaus besser aus, als bei dem Vorgänger. Die Grafik mit der dazugehörigen Soundkulisse lässt ein wenig Rallye-Feeling aufkommen, was auch auf den ersten prüfenden Blick auch standhält. Schaut man jedoch etwas genauer hin, so erkennt man einige Kleinigkeiten, welche dieses Gefühl dämpfen. Sei es die teilweise unrealistische Physik oder auch die Vegetation am Straßenrand. Als Rennspiel ist WRC 6 jedoch gut aufgestellt und lässt nichts zu wünschen übrig. Eine Rennsimulation ist es jedoch nicht.
Doch genau das ermöglicht es auch unerfahrenen Spielern schnell in das Spiel zu finden. Passend zu diesem schnellen Einstieg bietet WRC 6 durch die Karriere sowie den Multiplayer eine gute Langzeitmotivation. Sollte Euch das Spiel überzeugt haben, könnt Ihr es für einen Preis von nicht ganz 20€* erwerben.

Ein besonderer Dank geht an Bigben Interactive dafür, dass wir WRC 6 testen durften.

WRC 6

6.8

Grafik

6.0/10

Sound

8.0/10

Steuerung

7.0/10

Story/Inhalt

6.0/10

Extras

8.0/10

Preis

6.0/10