Thermaltake Munich 430W im Test

Mit dem Munich haben wir in diesem Review ein kostengünstiges 430-Watt-Netzteil aus der „Germany“ Netzteilserie von Thermaltake im Test. Diese Serie besteht aus den drei Modellen „Munich“ (430 Watt), „Hamburg“ (530 Watt) und Berlin (630 Watt).

Wie sich das kleinste Modell aus der Serie in unserem Test geschlagen hat, erfahrt ihr in diesem Review.

Technische Details:

  • Farbe: Schwarz
  • AC Input: 8A, 115 – 230V, 50 – 60Hz
  • +5V: 15A
  • +3,3V: 22A
  • +5V & +3,3V combined: 103W
  • +12V1 34A / 408W
  • -12V: 0,3A / 3,6W
  • +5VSB: 2,5A / 12,5W
  • Total Output: 430W
  • Größe: 150 x 86 x 140 mm (BxHxT)
  • Lüfter: 120mm
  • MTBF: >100.000 Stunden.
  • 80PLUS
  • Garantie: 3 Jahre

Anschlüsse:


1 x 20+4 Pin


1 x 8 Pin EPS


1 x 6+2 PCI-E


5 x SATA


4 x Molex


1 x Floppy

Lieferumfang:

  • OVP
  • Munich Netzteil 430W
  • 4 x Schrauben
  • Stromkabel
  • Garantiehinweis
  • Montageanleitung

Design und Verarbeitung:

Das Munich wird von Thermaltake in einer überwiegend in Schwarz gehaltenen Verpackung geliefert. Auf der Vorderseite ist ein Produktbild des Netzteiles zu finden. In dessen Hintergrund ist eine Skizzierung von München mit dessen Wahrzeichen der Frauenkirche abgedruckt.

Zudem wurde die Bezeichnung sowie auch die Ausgangsleistung des Netzteiles in einem auffälligen Weiß aufgedruckt.
Diese sind auch auf der linken und rechten Seite der OVP zu finden.

Die Rückseite ist mit den wichtigsten Features und den technischen Details bedruckt.

Passend zu der OVP ist auch das Netzteil überwiegend in Schwarz gehalten.

Mit einem Blick auf die Unterseite des Netzteiles ist ein 120-mm-Lüfter zu finden, welcher das Netzteil auf angenehmen Temperaturen halten
soll.

Der schwarze 120-mm-Lüfter wird durch ein schwarzes Lüftergitter geschützt. Der Lüfter wird temperaturabhängig geregelt und arbeitet somit mit einem Geräuschpegel zischen 17dB(a) und 34dB(a). Auffällig ist, das der Lüfter nicht, wie bei vielen anderen Netzteilen in der Mitte des Netzteilgehäuses, sondern direkt an der rechten Außenseite positioniert wurde.
In die linke Seitenwand des Netzteilgehäuses wurde der Thermaltake Schriftzug eingeprägt.

Auf der gegenüberliegenden Seite wurde ein Aufkleber angebracht, welcher wieder das skizzierte München zusammen mit der bekannten Frauenkirche zweigt.

Zusätzlich sind auf dem Aufkleber alle Logos und der Schriftzug zu finden, welche wir schon auf der Vorderseite der OVP gesehen haben.

Auf der Gehäuseoberseite befindet sich ein weiterer Aufkleber, auf dem noch einmal alle technischen Details zu finden sind.

Die Vorderseite des Netzteiles ist mit einem großflächigen Lüftergitter in einem Warbendesign bestückt.

In diesem Gitter wurde die Kaltgerätebuchse sowie der On/Off Schalter untergebracht.

Aus der Gehäuserückseite werden sechs Kabelstränge aus dem Netzteil geführt. Auf ein Kabelmanagement wird bei dem Netzteil leider verzichtet.

Auch in Sachen Sleeving ist das Netzteil recht schwach bestückt. Nur der ATX Kabelstrang verfügt über ein Kabelsleeving, welches jedoch nicht ganz blickdicht ist.
Neben dem 550mm langen ATX-Kabelstrang wird auch noch ein 550mm langer 4+4PIN-Kabelstrang und ein 450mm langer 6+2PIN PCIe Kabelstrang aus dem Netzteil geführt. Zur Stromversorgung der einzelnen Laufwerke befinden sich am dem Munich noch drei weitere Kabelstränge. Bei zwei dieser Kabelstränge handelt es sich um die Kabelstränge für SATA-Laufwerke. Neben diesem befindet sich noch ein Kabelstrang am Netzteil, welcher die Molex-Anschlüsse sowie den Floppy-Anschluss beinhaltet. Der erste Stecker an den Kabelsträngen, welche zur Stromversorgung der Laufwerke dienen, ist immer 450mm vom Netzteil entfernt.
Die Kabel haben somit alle eine ausreichende Länge, um auch in einem großen Gehäuse bis in abgelegene Ecken zu reichen.

Unser Testmodell ist sehr gut verarbeitet und gibt uns keinen Grund zur Beanstandung.

Test:

Power Good Signal

Im ersten Test überprüfen wir die PG-Time. Das Power Good Signal muss gemäß der ATX-Norm nach mindestens 100 und maximal 500 ms kommen. Das Signal signalisiert dem Mainboard, dass das Netzteil bereit ist, alle Spannungen passen und der Computer gestartet werden kann. Kommt das Signal nicht innerhalb dieses Zeitraums, ist das Netzteil defekt und muss getauscht werden.

Das Power Good Signal kam bei unserem Testkandidaten nach 290ms und liegt damit im erlaubten Bereich.

Testsystem

Wir haben das Netzteil mit unserem i7-Testsystem getestet.

Da unser eigentliches Testsystem mit ca. 720 Watt mehr Strom braucht, als das Netzteil nach Herstellerangaben liefern kann, haben wir die HD 5970 aus dem Testsystem entfernt und verwenden in diesen Test ein etwas abgespecktes Testsystem.

Das Testsystem besteht somit aus:

  • I7 975EX @ Stock
  • Rampage III Extreme
  • GTX470
  • 24GB (6 x 4048MB DDR3 1866MHz)
  • Areca 1880ix
  • 4 x 300GB Seagate SAS im Raid 5

Das o.g. System inkl. Netzteil weist einen Strombedarf von etwa 120 Watt (IDLE) bis ca. 420 Watt (Volllast nicht übertaktet) auf. Dieser kann jedoch je nach verwendetem Netzteil unterschiedlich sein. Unter Volllast wird besonders auf die Stabilität der Spannungen geachtet.
Um Netzteile auszulasten, welche mehr Leistung liefern, als unser Testsystem benötigt, stehen 14 separate Peltierelemente zur Verfügung. Diese haben eine Leistungsaufnahme von je 50W. Die Peltierelemente können einzeln zugeschaltet werden. Die Stromversorgung wird über Adapter hergestellt, welche an die PCI-E Anschlüsse angeschlossen werden.
Somit ist eine maximale Leistungsaufnahme von ca. 1150 Watt möglich.
Ausgelesen werden die Spannungen mithilfe eines Multimeters (VOLTCRAFT VC830).
Um das System zu 100% auszulasten, wird die Software Prime 95 und der Benchmark 3DMark 11 eingesetzt und wenn nötig entsprechende Peltierelemente zugeschaltet. Die Testprogramme werden parallel ausgeführt, damit CPU und Grafikkarte gleichzeitig unter Volllast laufen und so der maximale Stromverbrauch erreicht wird.

Um der Qualität des Netzteiles etwas genauer auf den Zahn fühlen zu können, werden wir das System 48h unter Volllast betreiben. Zusätzlich werden wir das Netzteil noch so weit wie möglich oberhalb seiner Spezifikationen zu betreiben.

Spannungen

Die ATX-Norm gibt die Spannungstoleranzen für Netzteile detailliert vor: Auf 3,3 Volt, 5 Volt und 12 Volt sind je 5% nach oben sowie nach unten erlaubt.

Spannungstest

Die Spannungen sollten nach Möglichkeiten auch bei einem Lastwechsel möglichst gleich bleiben und nicht nach oben oder unten ausbrechen.
Da das Munich nach Aussagen von Thermaltake eine Spitzenleistung von bis zu 500 Watt liefern soll, werden wir unser Testsystem auch in einem übertakteten Zustand betreiben.

Aus diesem Grund haben wir den Lastwechsel in drei Stufen aufgeteilt.
Zum Darstellen der ersten Last läuft unser Testsystem mit dem verbauten Netzteil im Idle-Mode.
Die zweite Laststufe wird unter Volllast des Systems simuliert. Das System ist hierbei nicht übertaktet.
Die dritte Laststufe wird dann mittels eines übertakteten Testsystems erreicht. Übertaktet wird das System Mittels ROG-Connect im laufenden Betrieb.

Die sonst in unseren Tests üblichen, weitere Laststufe fällt aufgrund der geringen Leistung des Netzteiles weg, da unser Testsystem schon ohne eine Übertaktung fast an die Maximallast unseres Testmusters herankommt.

3,3V

5V

12V

Die ersten beiden Laststufen steckte das Munich von Thermaltake ohne große Auffälligkeiten weg. Bei einem Wechsel in die dritte Laststufe war auf der 12V Schiene ein geringer Spannungseinbruch von 0,02V und auf der 5V Schiene ein Einbruch von 0,01V zu verzeichnen. Das übertaktete System forderte dabei eine Leistung von bis zu 453 Watt.

Das Netzteil zog unter Verwendung unserer Hardware diese Leistung aus der Steckdose:

Unseren 48h Dauertest überlebte das Netzteil trotz einer durchschnittlichen Last von 445 Watt problemlos. Die durchschnittliche Last ist durch den Wechsel zwischen 2D und 3D Modus innerhalb des Benchmarks geringer als die Lastspitze von 453 Watt in unserem Spannungstest.

Wir wollten es aber noch etwas genauer wissen und haben das Netzteil aus diesem Grund noch weiter über seinen Spezifikationen betrieben. Um dies zu bewerkstelligen, haben wir Peltierelemente zugeschaltet, um das Netzteil an seine Grenzen zu treiben.

Im ersten Schritt haben wir hierzu ein 50W-Peltierelement hinzugeschaltet und einen Dauertest von einer Stunde gestartet.
In diesem zog das Netzteil bei Lastspitzen 506 Watt aus der Steckdose. Die 12V-Schiene ist dabei nur um 0,01V auf 12,13V eingebrochen. Da dies jedoch noch voll und ganz innerhalb der ATX-Spezifikationen liegt, haben wir nach einer erfolgreichen Runde weitere 50 Watt hinzugeschaltet und den Test erneut gestartet. Auch diese Runde hat das Netzteil bei einer Maximallast von 554 Watt problemlos überstanden.
Wer uns kennt, kann sich sicherlich denken, dass wir den Test erst aufgeben, wenn das Netzteil nicht mehr mitspielt. Dies war jedoch in der Nächsten Runde schnell der Fall. Nach 8 Minuten bei einer Last von 607 Watt schaltete sich das Netzteil ab.

Fazit:

Das Munich von Thermaltake kann nicht nur durch eine hervorragende Verarbeitung, sondern auch durch eine sehr hohe Leistung punkten. Auch bei einem Betrieb weit über den Herstellerangaben lieferte das Munich eine sehr stabile Spannung. Die Maximalleistung konnte uns auf ganzer Linie überzeugen. Diese ist seitens Thermaltake mit 430 Watt angegeben. Auf der OVP garantiert man einen kurzzeitigen Betrieb mit bis zu 500 Watt. In unserem Test waren 554 Watt über die Dauer von einer Stunde kein Problem. Nicht nur durch diese Leistung, sondern auch durch die recht langen Kabel eignet sich das Netzteil sehr gut für kleinere Gaming-Systeme. Jedoch muss man bei all dieser Leistung kleinere Abstriche bei der Effizienz machen, da das Netzteil nur das 80PLUS Zertifikat trägt. Mit einem Preis von ca. 35€* bietet das Munich ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.

Pro

  • Verarbeitung
  • Sehr hohe Leistung
  • Spannungsstabilität
  • 3 Jahre Garantie

Contra

  • Kein Kabelmanagement
  • Fehlendes Sleeving
  • Nur 80 PLUS

Verarbeitung

Leistung

Spannungsstabilität

Leistungsaufnahme

Ausstattung

Lautstärke

Modding

Lieferumfang

Preis