Thermaltake Hamburg 530 Watt Netzteil

Mit dem Hamburg haben wir heute ein weiteres Netzteil aus der „Germany“ Netzteilserie von Thermaltake im Test. Diese Serie besteht neben dem „Hamburg“ (530 Watt) noch aus dem „Munich“ (430 Watt) und dem Berlin (630 Watt).

Ob das „Hamburg“ genauso überzeugen kann, wie es vor einiger Zeit schon das „Munich“ konnte, haben wir für euch in diesem Review herausgefunden.

Technische Details:

  • Farbe: Schwarz
  • AC Input: 8A, 115 – 230V, 50 – 60Hz
  • +5V: 15A
  • +3,3V: 24A
  • +5V & +3,3V combined: 120W
  • +12V1 38A / 456W
  • -12V: 0,3A / 3,6W
  • +5VSB: 3A / 15W
  • Total Output: 530W
  • Peak Output: 600W
  • Größe: 86 x 150 x 140mm (BxHxT)
  • Lüfter: 120mm
  • MTBF: >100.000 Stunden.
  • 80PLUS
  • Garantie: 3 Jahre

Anschlüsse:


1 x 20+4 Pin


1 x 8 Pin EPS


2 x 6+2 PCI-E


6 x SATA


4 x Molex


1 x Floppy

Lieferumfang:

  • OVP
  • Hamburg Netzteil 530W
  • 4 x Schrauben
  • Stromkabel
  • Garantiehinweis
  • Montageanleitung

Design und Verarbeitung:

Das Hamburg wird von Thermaltake in einer überwiegend in Schwarz gehaltenen Verpackung geliefert. Auf der Vorderseite ist ein Produktbild des Netzteiles zu finden. In dessen Hintergrund ist eine Skizzierung von Hamburg mit dessen Wahrzeichen dem Michel abgedruckt.

Zudem wurde die Bezeichnung sowie auch die Ausgangsleistung des Netzteiles in einem auffälligen Weiß aufgedruckt.
Diese sind auch auf der linken und rechten Seite der OVP zu finden.

Die Rückseite ist mit den wichtigsten Features und den technischen Details bedruckt.

Entnimmt man das Hamburg aus seiner Verpackung, so stellt man schnell fest, das auch dieses passend zu der OVP überwiegend in Schwarz gehalten.

Mit einem Blick auf die Unterseite des Netzteiles ist ein 120-mm-Lüfter zu finden, welcher das Netzteil auf angenehmen Temperaturen halten soll.

Der schwarze 120-mm-Lüfter wird durch ein schwarzes Lüftergitter geschützt. Der Lüfter wird temperaturabhängig geregelt und arbeitet somit mit einem Geräuschpegel zischen 17dB(a) und 31,8dB(a). Auffällig ist, das der Lüfter nicht, wie bei vielen anderen Netzteilen in der Mitte des Netzteilgehäuses, sondern direkt an der rechten Außenseite positioniert wurde.
In die linke Seitenwand des Netzteilgehäuses wurde der Thermaltake Schriftzug eingeprägt.
Die Vorderseite des Netzteiles ist mit einem großflächigen Lüftergitter in einem Wabendesign bestückt, welches als Luftauslass dient.
In diesem Gitter wurde die Kaltgerätebuchse sowie der On/Off Schalter untergebracht.

Auf der gegenüberliegenden Seite wurde ein Aufkleber angebracht, welcher wieder das skizzierte Hamburg zusammen mit dem bekannten Michel zeigt.

Zusätzlich sind auf dem Aufkleber alle Logos und der Schriftzug zu finden, welche wir schon auf der Vorderseite der OVP gesehen haben.
Auf der Gehäuseoberseite befindet sich ein weiterer Aufkleber, auf dem noch einmal alle technischen Details zu finden sind.

Aus der Gehäuserückseite werden sechs Kabelstränge aus dem Netzteil geführt. Auf ein Kabelmanagement wird bei dem Netzteil leider verzichtet.

Auch in Sachen Sleeving ist das Netzteil recht schwach bestückt. Nur der ATX-Kabelstrang verfügt über ein Kabelsleeving, welches jedoch nicht ganz blickdicht ist.
Neben dem 550mm langen ATX-Kabelstrang wird auch noch ein 550mm langer 4+4PIN-Kabelstrang und ein 600mm langer 6+2PIN PCIe Kabelstrang aus dem Netzteil geführt. Zur Stromversorgung der einzelnen Laufwerke befinden sich an dem Hamburg noch zwei weitere Kabelstränge. Bei zwei dieser Kabelstränge handelt es sich um die Kabelstränge für SATA-Laufwerke. Neben diesem befindet sich noch ein Kabelstrang am Netzteil, welcher die Molex-Anschlüsse sowie den Floppy-Anschluss beinhaltet. Der erste Stecker an den Kabelsträngen, welche zur Stromversorgung der Laufwerke dienen, ist immer 450mm vom Netzteil entfernt.
Die Kabel haben somit alle eine ausreichende Länge, um in einem ATX-Gehäuse bis in abgelegene Ecken zu reichen.

Unser Testmodell ist sehr gut verarbeitet und gibt uns aus dieser Sicht keinen Grund zur Beanstandung.

Test:

Power Good Signal

Im ersten Test überprüfen wir die PG-Time. Das Power Good Signal muss gemäß der ATX-Norm nach mindestens 100 und maximal 500 ms kommen. Das Signal signalisiert dem Mainboard, dass das Netzteil bereit ist, alle Spannungen passen und der Computer gestartet werden kann. Kommt das Signal nicht innerhalb dieses Zeitraums, ist das Netzteil defekt und muss getauscht werden.

Das Power Good Signal kam bei unserem Testkandidaten nach 270ms und liegt damit im erlaubten Bereich.

Testsystem

Wir haben das Netzteil mit unserem i7-Testsystem getestet.

Da unser eigentliches Testsystem mit ca. 720 Watt mehr Strom braucht, als das Netzteil nach Herstellerangaben liefern kann, haben wir die HD 5970 aus dem Testsystem entfernt und verwenden in diesen Test ein etwas abgespecktes Testsystem.

Das Testsystem besteht somit aus:

  • I7 975EX @ Stock
  • Rampage III Extreme
  • GTX470
  • 24GB (6 x 4048MB DDR3 1866MHz)
  • Areca 1880ix
  • 4 x 300GB Seagate SAS im Raid 5

Das o.g. System inkl. Netzteil weist einen Strombedarf von etwa 120 Watt (IDLE) bis ca. 420 Watt (Volllast nicht übertaktet) auf. Dieser kann jedoch je nach verwendetem Netzteil unterschiedlich sein. Unter Volllast wird besonders auf die Stabilität der Spannungen geachtet.
Um Netzteile auszulasten, welche mehr Leistung liefern, als unser Testsystem benötigt, stehen 14 separate Peltierelemente zur Verfügung. Diese haben eine Leistungsaufnahme von je 50W. Die Peltierelemente können einzeln zugeschaltet werden. Die Stromversorgung wird über Adapter hergestellt, welche an die PCI-E Anschlüsse angeschlossen werden.
Somit ist eine maximale Leistungsaufnahme von ca. 1150 Watt möglich.
Ausgelesen werden die Spannungen mithilfe eines Multimeters (VOLTCRAFT VC830).
Um das System zu 100% auszulasten, wird die Software Prime 95 und der Benchmark 3DMark 11 eingesetzt und wenn nötig entsprechende Peltierelemente zugeschaltet. Die Testprogramme werden parallel ausgeführt, damit CPU und Grafikkarte gleichzeitig unter Volllast laufen und so der maximale Stromverbrauch erreicht wird.

Um der Qualität des Netzteiles etwas genauer auf den Zahn fühlen zu können, werden wir das System 48h unter Volllast betreiben. Zusätzlich werden wir das Netzteil noch so weit wie möglich oberhalb seiner Spezifikationen zu betreiben.

Spannungen

Die ATX-Norm gibt die Spannungstoleranzen für Netzteile detailliert vor: Auf 3,3 Volt, 5 Volt und 12 Volt sind je 5% nach oben sowie nach unten erlaubt.

Spannungstest

Die Spannungen sollten nach Möglichkeiten auch bei einem Lastwechsel möglichst gleich bleiben und nicht nach oben oder unten ausbrechen.
Da das Hamburg nach Aussagen von Thermaltake eine Spitzenleistung von bis zu 600 Watt liefern soll, werden wir unser Testsystem auch in einem übertakteten Zustand betreiben.

Aus diesem Grund haben wir den Lastwechsel in vier Stufen aufgeteilt.
Zum Darstellen der ersten Last läuft unser Testsystem mit dem verbauten Netzteil im Idle-Mode.
Die zweite Laststufe wird unter Volllast des Systems simuliert. Das System ist hierbei nicht übertaktet.
Die dritte Laststufe wird dann mittels eines übertakteten Testsystems erreicht. Übertaktet wird das System Mittels ROG-Connect im laufenden Betrieb.
In der letzten Stufe wurde das Netzteil an seine mittels Peltierelementen an seine Grenzen gebracht.

3,3V

5V

12V

Die ersten beiden Laststufen steckte das Hamburg von Thermaltake ohne große Auffälligkeiten weg. Bei einem Wechsel in die dritte Laststufe war auf der 12V Schiene ein geringer Spannungseinbruch von 0,04V und auf der 5V Schiene ein Einbruch von 0,03V zu verzeichnen. Das übertaktete System forderte dabei eine Leistung von bis zu 457 Watt. Auffällig war ein starkes Spulenfiepen, welches über die gesamte Dauer der dritten Laststufe deutlich aus dem geschlossenen Gehäuse heraus zu hören war.

Das Netzteil zog unter Verwendung unserer Hardware diese Leistung aus der Steckdose:

Unseren 48h Dauertest überlebte das Netzteil mit einer durchschnittlichen Last von 449 Watt problemlos. Die durchschnittliche Last ist durch den Wechsel zwischen 2D und 3D Modus innerhalb des Benchmarks geringer als die Lastspitze von 457 Watt in unserem Spannungstest.

Wir wollten es aber noch etwas genauer wissen und haben das Netzteil aus diesem Grund über seinen Spezifikationen betrieben. Um dies zu bewerkstelligen, haben wir Peltierelemente zugeschaltet, um das Netzteil an seine Grenzen zu treiben.

Im ersten Schritt haben wir hierzu zwei 50W-Peltierelemente hinzugeschaltet und einen Dauertest von einer Stunde gestartet.
In diesem zog das Netzteil bei Lastspitzen 558 Watt aus der Steckdose. Die 12V-Schiene ist dabei um weitere 0,04V auf 12,09V eingebrochen. Da dies jedoch noch voll und ganz innerhalb der ATX-Spezifikationen liegt, haben wir nach einer erfolgreichen Runde weitere 50 Watt hinzugeschaltet und den Test erneut gestartet. Nach wenigen Sekunden schaltete sich das Netzteil jedoch ab. Auch in diesem erweiterten Test war das Spulenfiepen deutlich zu hören.

Fazit:

Blick man einmal auf unseren Test des Munich zurück, ist die Leistung des Hamburg recht ernüchternd. Bei einem hohen Lastwechsel brechen die Spannungen stärker ein, als es bei dem kleineren Munich der Fall war. Ebenfalls ist bei einer hohen Last ein unschönes Spulenfiepen aufgetreten. Dies war für uns ein erstes Anzeichen, das es mit dem versprochenen Peak Output eng werden könnte, was sich auch leider in unserem Test bestätigt hat. Die Verarbeitung des Netzteiles ist gut ausgeführt. Mit einem Preis von knapp 37€* ist das Netzteil recht günstig. Durch das recht schnell auftretende Spulenfiepen eignet es sich jedoch nicht so für einen Gaming-PC, da hier schnell entsprechende Störgeräusche auftreten würden, wenn man ein Spiel startet.

Pro

  • Verarbeitung
  • 3 Jahre Garantie

Contra

  • Kein Kabelmanagement
  • Spulenfiepen
  • Fehlendes Sleeving
  • Nur 80 PLUS

Verarbeitung

Leistung

Spannungsstabilität

Leistungsaufnahme

Ausstattung

Lautstärke

Modding

Lieferumfang

Preis