PNY – GTX 950 2GB

Mit der GTX 950 haben wir heute eine Mittelklasse Grafikkarte von PNY im Test, welche in unserem Test sicherlich keine neuen Rekorde brechen wird, aber eine stromsparende Alternative zu den sonst von uns getesteten High-End-Modellen sein wird, wenn es darum geht, einen stromsparenden Media-PC aufzubauen.

Welche Leistung in der kürzlich vorgestellten GTX 950 von PNY trotz des Mittelklassenfeldes, in welchem sie sich bewegt, steckt und wie sie sich in unserem Test geschlagen hat, erfahrt ihr in diesem Review.

Technische Details:

  • Maße: 214 x 111 mm
  • Bauhöhe: 2-Slot
  • GPU: NVIDIA GeForce GTX 950
  • Typ: Maxwell GM206-250-A1
  • Fertigung: 28 nm
  • GPU-Takt: 1.024 MHz
  • Boost Clock: 1.188 MHz
  • Shader-Einheiten (CUDA-Cores): 768
  • Speicher-Größe: 2.048 MB
  • Speicher-Takt: 1650MHz (6600MHz GDDR5)
  • Typ: GDDR5
  • Speicheranbindung: 128 Bit
  • Steckplatz: PCIe x16 (PCIe/PCIe 2.x/PCIe 3.0)
  • Anschlüsse:
    1x DisplayPort
    1x HDMI
    2x DVI-I
  • Stromversorgung: 1x 6-Pin-PCIe
  • Max. Stromverbrauch: 94 Watt

Lieferumfang:

  • GTX 950
  • DVI-Adapter
  • Treiber CD
  • Kurzanleitung

Design und Verarbeitung:

Die GTX 950 wird von PNY in einer Verpackung geliefert, welche für Gamer ansprechender designt wurde, als die doch sehr schlicht gehaltene Verpackung der kürzlich getesteten GTX 980 TI OC 6GB von PNY. Das Grunddesign ist passend zur enthaltenen NVIDIA Grafikkarte in Grün/Schwarz gehalten Auf der Verpackungsvorderseite findet man neben der Modellbezeichnung auch einen übergroßen Roboter.

Mit einem Blick auf die Verpackungsrückseite findet man die wichtigsten Features, welche einem die Grafikkarte bietet.

Innerhalb der Verpackung ist die Grafikkarte in einer antistatisch ausgelegten Luftpolsterfolie untergebracht. Neben der Grafikkarte befindet sich lediglich ein DVI-Adapter, eine Treiber-CD und eine Montageanleitung im Lieferumfang. Käufer, deren Netzteil nicht über einen 6-Pin-Anschluss verfügt, müssen somit noch einen separaten Adapter kaufen.

Entnimmt man die GTX 950 aus ihrer Verpackung, so fällt einem als erstes der mächtig wirkende Kühler auf. PNY hat der GTX 950 einen Aluminiumkühler spendiert, welcher mit einem 92-mm-Lüfter belüftet wird. Dieser ist von einer schwarzen Kunststoffblende umgeben, welche das komplette PCB der Grafikkarte bedeckt.

Die verbaute Kunststoffblende ist stellenweise mit einer strukturierten Oberfläche versehen worden, was sie noch aggressiver erscheinen lässt. Wirft man einmal einen seitlichen Blick auf die Grafikkarte, so kann man erkennen, dass der verbaute Aluminiumkühler lediglich auf der GPU aufliegt. Die verbauten Speichermodule sowie die Spannungswandler werden somit nicht von diesem Kühler gekühlt.

Ein Teil der verbauten Speichermodule ist sogar so platziert, dass sie noch nicht einmal im direkten Luftstrom des verbauten Lüfters sitzen, was jedoch aufgrund der geringen Taktraten für den verbauten Speicher kein Problem darstellt. Die im hinteren Teil der Grafikkarte verbauten Speichermodule werden hingegen durch den Luftstrom des Lüfters gekühlt.

Zur Stromversorgung verfügt die GTX 950 über einen 6-Pin-Anschluss, womit sich die Karte eine maximale Leistungsaufnahme von 150 Watt genehmigen könnte. NVIDIA hat für dieses Grafikkarten Modell jedoch eine Thermal Design Power von 90 Watt festgelegt. Somit wird sich die Grafikkarte über diesen Anschluss nur ein paar Watt genehmigen, denn 75W werden direkt durch den PCI-Express-Steckplatz zur Verfügung gestellt.

An der Oberseite der Grafikkarte befindet sich im vorderen Bereich zudem noch ein Anschluss für eine SLI-Brücke, über welche die Grafikkarte mit einer zweiten, baugleichen Grafikkarte zusammengeschaltet werden kann.

Mit einem Blick auf die Rückseite der Grafikkarte wird einem schnell klar, dass PNY bei dem PCB seiner GTX 950 kein Referenzdesign verwendet, denn das PCB des Referenzdesigns endet direkt hinter dem Stromanschluss. Die GTX 950 von PNY ist somit ein ganzes Stück länger als das eigentliche Referenzdesign.
Zudem kann man schön erkennen, dass die Kunststoffabdeckung des Kühlers nach oben hin über das PCB geführt wird. Dies hat den Nachteil, dass sich das angeschlossene Stromkabel nur schwer lösen lässt, da man mit dem Finger nicht zwischen Stromstecker und Abdeckung kommt, um den Stecker zu entriegeln.

Mit einem Blick auf die Slotblende findet man ein Anschlusssetting vor, welches so bei den größeren Modellen von NVIDIA nicht üblich ist. PNY verbaut hier neben einem HDMI 2.0 und einem Displayport 1.2 auch zwei Dual-Link-DVI (einmal DVI-I und DVI-D) Anschlüsse.

Durch diese Settings richtet sich PNY auch an das Käufersegment dieser Grafikkarte, da diese nicht, wie viele Nutzer von High-End-Grafikkarten, mit drei 4K-Displays oder ähnlichen Konfigurationen arbeiten.

Die verbaute GM206-250 GPU wurde im 28nm Verfahren gefertigt. Es kommen 768 Shadereinheiten zum Einsatz, welche in zwei Graphics Processor Clustern und sechs Streaming Prozessoren untergliedert sind. Diese enthalten zudem 48 Textureinheiten und 32 ROPs. Der GPU stehen bei unserem Testmuster 2GB GDDR5-Speicher zur Seite.

Laut Spezifikationen seitens PNY läuft unser Testmuster mit einem Basistakt von 1.024 MHz und einem Boosttakt von 1.188 MHz. Der Speicher taktet hingegen mit 1.650 MHz. Diese Spezifikationen stimmen somit mit den von NVIDIA gemachten Vorgaben überein. Bei einem Blick auf den von uns angefertigten GPU-Z Screen ist jedoch zu erkennen, dass unser Modell mit einem Basistakt von 1.026 MHz und einem Boosttakt von 1.190 MHz läuft und einen Speichertakt von 1653 MHz aufweist. Somit läuft unser Testmuster ohne dass wir Hand an die Taktraten angelegt haben minimal schneller als PNY es angibt. Dies würde jedoch auch die Abweichung von 4 Watt bei der von PNY gemachten TDP erklären.

Unser Testmuster ist zwar sehr sauber verarbeitet, jedoch hat man sich keine guten Gedanken über die Positionierung der Lüfterabdeckung im Bereich des Stromanschlusses gemacht.

Testsystem:

Als Mainboard kommt in unserem Test ein Asrock Extreme 11 zum Einsatz, auf welchem wir bis zu vier Grafikkarten im SLI oder Crossfire Betrieb testen können.

  • Mainboard: Asrock Extreme 11
  • CPU: Intel Core i7 3930K @ 4,8GHz (100 * 48)
  • Speicher: 16GB Mushkin Redline Coperhead 1600 MHz CL 6-8-6-24 @ 2134 MHz CL 7-8-7-24
  • Netzteil: SS-860XP2 – Seasonic Platinum 860W
  • Systemlaufwerk: OCZ RevoDrive 3 240GB

Alle Komponenten werden mit Wasser gekühlt, um eine höchstmögliche Leistung zu erreichen.
Um Limitierungen durch den Prozessor weitestgehend zu vermeiden, wurde dieser auf 4,80 GHz übertaktet.

Als Vergleichskarten werden alle Grafikkarten herangezogen, welche unser Testlabor schon durchlaufen haben.

Temperaturen, Stromverbrauch und Lautstärke:

Die Temperaturen wurden einmal im Idle Mode und während eines Furmark run bei 100% GPU Load ausgelesen.

Wirft man einen Blick auf die erreichten Temperaturen, so ist sehr gut zu erkennen, dass der von PNY verbaute Kühler eine gute Leistung liefert. Im Idle läuft die GPU mit 30°C. Unter Volllast erreicht unser Testmuster eine maximale Temperatur von 57°C.

Mit einem Blick auf den Stromverbrauch unseres Testsystems ist sehr schön zu erkennen, dass die PNY GTX 950 im Idle als auch unter Volllast die genügsamste Grafikkarte ist, welche wir je im Test hatten.

Verwendete Benchmarks:

Futuremark 3DMark

  • Fire Strike

Battlefield 4

  • 1.920 x 1.080 1xAA 1xAF

Metro: Last Light

  • 1.920 x 1.080 kein AA 1xAF

Crysis 3

  • 1.920 x 1.080 4xMSAA 16xAF

Grid 2

  • 1.920 x 1.080 4xMSAA 16xAF

Benchmark Ergebnisse:

Futuremark 3DMark

Metro: Last Light

Battlefield 4

Crysis 3

Grid 2

Overclocking:

Wer unsere Grafikkartentests kennt, wird schon wissen, dass wir uns nicht mit den werksseitig eingestellten Taktraten zufrieden geben, weswegen wir auch bei der GTX 950 versucht haben, das Bestmögliche an Leistung aus der Grafikkarte zu holen. Hierzu wurde im ersten Schritt das Power- und Temperatur-Limit auf die maximale Einstellung hochgeschraubt. Wir konnten aus der GTX 950 einen Speichertakt von 1.780 MHz und einen Boost-Takt von 1.274 MHz herauskitzeln.

Fazit:

Die GTX 950 hat sich in unserem Test als eine leise und vor allem stromsparende Grafikkarte gezeigt, welche dennoch dazu in der Lage ist, in einem Gaming-PC eingesetzt zu werden. Hier darf man dann jedoch nicht zu viel von der Karte erwarten. Alle von uns getesteten Spiele sind zwar auf Full HD spielbar, jedoch muss man für ein ruckelfreies Erlebnis die Detailstufen bei vielen Spielen entsprechend absenken. Von der Grafikleistung her liegt die GTX 950 etwas unter der schon recht betagten GTX 680, verbraucht im Verhältnis zu dieser jedoch viel weniger Strom und produziert somit auch weniger Abwärme. Die GTX 950 von PNY ist somit eine gute Wahl für diejenigen, die sich einen stromsparenden Media-PC zusammenstellen wollen, der auch genügend Leistung hat, um mehr als nur einen Full HD Film abzuspielen und somit nicht mit der Grafikleistung auskommt, welche man mittels in der in einer CPU integrierten Grafikeinheit erreichen kann. Kommt die PNY GTX 950 in einem solchen Media-PC zum Einsatz, ist es problemlos möglich, auch vom Sofa aus eine Gaming-Session zu starten. Leider fällt die GTX 950 von PNY jedoch etwas größer aus als eine Karte im Referenzdesign. Diese Abmessungen wirken sich durch die überdimensionierte Kühlerabdeckung auch negativ auf die Handhabung des Stromanschlusses aus. Preislich liegt die Karte aktuell bei 165€* und somit im unteren drittel aller GTX 950 Karten auf dem Markt.

Pro

  • Lautstärke
  • Geringe Abwärme
  • Gutes Watt/Leistungs-Verhältnis

Contra

  • Größe der Karte
  • Schlecht positionierte Lüfterabdeckung im Bereich des Stromanschlusses

Leistung

OC Potential

Verarbeitung

Ausstattung

Lautstärke

Lieferumfang

Preis

Ein besonderer Dank geht an PNY für die Bereitstellung des Testmusters.