Passives 500W Chieftec Netzteil GPS-500C

Mit dem GPS-500C stellte Chieftec kürzlich ein lüfterloses 500-Watt-Netzteil vor, welches auf ein Kabelmanagement zurückgreifen kann und mit einem 80 PLUS Platinum Zertifikat ausgezeichnet ist.

Wie sich das Netzteil in unserem Test geschlagen hat und ob es wirklich absolut lautlos ist und somit ohne Spulenfiepen arbeitet, erfahrt ihr in diesem Review.

Technische Details:

  • Farbe: Schwarz
  • AC Input: 10A, 115 – 240V, 50 – 60Hz
  • +5V: 20A
  • +3,3V: 20A
  • +5V & +3,3V combined: 100W
  • +12V 41,5A / 498W
  • -12V: 0,5A / 6W
  • +5VSB: 2,5A / 12,5W
  • Total Output: 500W
  • Größe: 170 mm x 150 mm x 87 mm (LxBxH)
  • Lüfter: Lüfterlos (Passiv gekühltes Netzteil)
  • 80PLUS Platinum
  • Garantie: 2 Jahre
  • MTBF: 70,000 Hours

Anschlüsse:


1 x 20+4 Pin


1 x 8 Pin EPS


4 x 6+2 PCI-E


6 x SATA


5 x Molex


1 x Floppy

Lieferumfang:

  • OVP
  • GPS-500C
  • Modulare Kabel
  • Schrauben
  • Stromkabel
  • Anleitung

Design und Verarbeitung:

Das GPS-500C wird von Chieftec im Gegensatz zu den anderen Netzteilen der neuen Smart Serie nicht in einer neutralen Verpackung geliefert, sondern kommt in einer hochglanzbedruckten OVP beim Käufer an.

Auf der Oberseite der OVP ist neben einem in hochglanz gedrucktem Chieftec Schriftzug auch die Modellbezeichnung und ein Produktbild in hochglanz auf der Verpackung aufgedruckt. Zudem wurden die wichtigsten Features auf der Vorderseite abgedruckt.

Auf jeder der vier Seiten befindet sich ebenfalls das Chieftec Logo sowie die Modellbezeichnung des Netzteiles.

Auf der Rückseite der OVP sind neben dem Produktbild, welches man schon auf der Vorderseite vorfinden konnte, noch drei Detailbilder abgedruckt, die zusätzlich beschriftet sind.

Zudem wurden noch die Spezifikationen auf der Verpackungsrückseite abgedruckt. Die komplette Beschriftung ist ausschließlich in Englisch gehalten.

Innerhalb der OVP ist das Netzteil in einer Luftpolsterfolie eingehüllt und zusätzlich durch Schaumstoffpolster geschützt.
Entnimmt man das Netzteil aus der Verpackung, so fällt einem als erstes das hohe Gewicht auf, welches das Netzteil auf die Waage bringt. Hat man die Luftpolsterfolie vom Netzteil entfernt, so wird einem auch schnell klar, wo dieses Gewicht herkommt. An der Netzteilunterseite befindet sich anstelle des sonst üblichen Lüfters eine schwarze, massive Aluminiumplatte, in welche Kühlfinnen eingearbeitet sind.

Durch diesen Kühlelörper ist es möglich, dass das Netzteil vollständig passiv betrieben werden kann und somit keine Geräuschentwicklung durch einen Lüfter entsteht. Bei genauem Hinsehen sind zwischen den Kühlfinnen des Passivkühlers zwei Aussparungen zu erkennen, welche eine Luftzirkulation durch den Kühler erlauben.

Der Passivkühler ist mittels acht Schrauben auf dem Netzteilgehäuse befestigt. Eine dieser Schrauben ist mit einem Garantiesiegel versehen. Sollte man den Kühler also abschrauben, um an das Netzteilinnere zu gelangen, verliert man die Garantie auf das Netzteil.
Auch der restliche Teil des Netzteilgehäuses ist in Schwarz gehalten. Hierbei handelt es sich nicht nur um eine einfache Lackierung, sondern um einen Strukturlack, welcher dem Netzteil einen besonderen Look verleiht.

Auffällig ist neben dem Strukturlack auch das Design der vier Seiten des GPS-500C. Jede freie Stelle dieser vier Seiten ist mit einem Lüftungsgitter im Wabendesign ausgestattet. Dieses doch recht durchlöcherte Design trägt zur optimalen Kühlung des Netzteiles bei. Innerhalb eines Computergehäuses findet immer eine Luftzirkulation statt, welche auch ohne das im Netzteil ein Lüfter verbaut ist, etwas Luft durch das Netzteil bewegt. Ebenso kann warme Abluft aus diesen Lüftungslöchern austreten und es entsteht kein Hitzestau an den Wänden des Netzteilgehäuses, welcher ausschließlich über den Kühlkörper abgeführt werden kann. Diese Lüftungslöcher ergänzen das Kühlkonzept somit optimal.
Auf der Rückseite des Netzteiles ist neben dem Stromstecker ein Schalter zu finden, über welchen das Netzteil vom Strom genommen werden kann.

Auf der Vorderseite wird neben dem ATX-Kabelstrang auch ein Kabelstrang für den 8 PIN-EPS-Stecker und einer mit zwei 6+2 PIN PCIe-Stecker aus dem Netzteil geführt. Alle drei Kabelstränge sind jeweils mit einem Kabelsleeving versehen, welches jedoch nicht ganz blickdicht ist. Neben den drei Kabelsträngen befinden sich noch vier 8 PIN-Buchen in der Vorderseite des Netzteiles.

An diese können die modularen Kabel aus dem Lieferumfang angeschlossen werden.
Obwohl sich im Lieferumfang vier verschiedene, modulare Kabel befinden, sind alle vier Buchsen am Netzteil in derselben Ausführung gefertigt. Chieftec hat einen patentierten Anschluss entwickelt, welcher über acht Pins verfügt. Durch verschiedene Belegungskombinationen wird es ermöglicht verschiedene Kabeltypen wie SATA, Molex oder PCIe an diese Anschlüsse anzuschließen. Alle Kabel haben eine ausreichende Länge um auch in einem Bigtower an ihren Bestimmungsort zu gelangen. Der erste Stecker ist immer mindestens 50cm vom Netzteil entfernt.
Die vier modularen Kabel setzten sich wie folgt zusammen:

  • 1. Kabel: 2 x SATA-Stecker + 2 x Molex-Stecker
  • 2. Kabel: 3 x Molex-Stecker + 1 x Floppy
  • 3. Kabel: 4 x SATA-Stecker
  • 4. Kabel: 2 x PCIe

Bei allen modularen Kabelen handelt es sich um Flachbandkabel. Durch ihre flache Bauweise sind diese teilweise noch besser zum Verlegen hinter dem Mainboardschlitten geeignet. Wenn sie ordentlich verlegt werden, hindern sie den Luftstrom innerhalb eines Gehäuses nur minimal.
Um innerhalb des Gehäuses den gewünschten Stecker besser finden zu können, sind diese in unterschiedlichen Farben gefertigt worden. Alle PCIe-Stecker sind aus rotem Kunststoff, der 8 Pin EPS aus blauem und alle anderen aus schwarzem Kunststoff gefertigt. Diese bunten Farben werden sicherlich nicht den Geschmack von jedem treffen. Sie können jedoch mit geringem Arbeitsaufwand gegen Stecker aus dem Zubehör getauscht werden.

Auf der Oberseite des Netzteiles ist ein Aufkleber angebracht, auf welchem die Spezifikationen untergebracht wurden.

Innerer Aufbau

An das Innenleben des Netzteiles gelangt man, indem man den Passivkühler vom Netzteil abnimmt.
Nach dem Lösen der Schrauben und dem Brechen des Siegels (wie immer gilt: Nicht nachmachen – Lebensgefahr! Zudem entfällt durch das Brechen des Siegels die Garantie des Netzteiles) kann man den Kühler vom Netzteil abnehmen.

Hat man den Kühler entfernt, so hat man einen freien Blick auf das Innenleben des Netzteiles. Das Netzteil sieht im Gegensatz zu Netzteilen, welche über einen Lüfter verfügen sehr voll aus. Dies kommt durch die erhöhte Anzahl an Kühlkörpern, welche im Inneren verbaut wurden. Die Kühlkörper fallen zudem recht groß auf und sind an der Oberseite mit einem Wärmeleitpad ausgestattet.

Verbaut wurden in dem GPS-500C hochwertige, japanische Kondensatoren, welche einen langlebigen Betrieb gewährleisten. Alle Lötstellen wurden sauber verarbeitet. Die Versorgung der modularen Anschlüsse wird über Kabel hergestellt.

Durch die großzügigen Kühlkörper ist der Platz in dem Netzteil sehr begrenzt. Hätte man diese Stromversorgung der modularen Anschlüsse jedoch über ein aufgelötetes PCB hergestellt, so hätte man die Verlustleistung noch minimal senken und das Netzteil etwas aufgeräumter erscheinen lassen. Durch den externen Kabelstrang sind recht viele Kabel mit dem im Netzteil verbauten PCB verlötet.

Als Schutzschaltungen kommen UVP (Undervoltage protection), OVP (Overvoltage protection), SCP (Short-circuit protection) und OPP (Overload protection) zum Einsatz.

Das GPS-500C ist sehr sauber verarbeitet. Durch den verwendeten Strukturlack macht es auch in einem gemoddeten Gehäuse einiges her.

Test:

Power Good Signal

Im ersten Test überprüfen wir die PG-Time. Das Power Good Signal muss gemäß der ATX-Norm nach mindestens 100 und maximal 500 ms kommen. Das Signal signalisiert dem Mainboard, dass das Netzteil bereit ist, alle Spannungen passen und der Computer gestartet werden kann. Kommt das Signal nicht innerhalb dieses Zeitraums, ist das Netzteil defekt und muss getauscht werden.

Das Power Good Signal kam bei unserem Testkandidaten nach 270ms und liegt damit voll und ganz im erlaubten Bereich.

Testsystem

Wir haben das Netzteil mit unserem i7-Testsystem getestet.

Da unser eigentliches Testsystem mit ca. 720 Watt mehr Strom braucht, als das Netzteil nach Herstellerangaben liefern kann, haben wir die GTX470 aus dem Testsystem entfernt und verwenden in diesen Test ein etwas abgespecktes Testsystem.

Das Testsystem besteht somit aus:

  • I7 975EX @ 4,3GHz
  • Rampage III Extreme
  • ATI HD5970
  • 24GB (6 x 4048MB DDR3 1866MHz)
  • Areca 1880ix
  • 4 x 300GB Seagate SAS im Raid 5

Das o.g. System inkl. Netzteil weist einen Strombedarf von etwa 160 Watt (IDLE) bis ca. 520 Watt (Volllast) auf. Dieser kann jedoch je nach verwendetem Netzteil unterschiedlich sein. Unter Volllast wird besonders auf die Stabilität der Spannungen geachtet.
Um Netzteile auszulasten, welche mehr Leistung liefern, als unser Testsystem benötigt, stehen 14 separate Peltierelemente zur Verfügung. Diese haben eine Leistungsaufnahme von je 50W. Die Peltierelemente können einzeln zugeschaltet werden. Die Stromversorgung wird über Adapter hergestellt, welche an die PCI-E Anschlüsse angeschlossen werden.
Somit ist eine maximale Leistungsaufnahme von ca. 1200 Watt möglich.
Ausgelesen werden die Spannungen mithilfe eines Multimeters (VOLTCRAFT VC830).
Um das System zu 100% auszulasten, wird die Software Prime 95 und der Benchmark 3DMark 11 eingesetzt und wenn nötig entsprechende Peltierelemente zugeschaltet. Die Testprogramme werden parallel ausgeführt, damit CPU und Grafikkarte gleichzeitig unter Volllast laufen und so der maximale Stromverbrauch erreicht wird.

Um der Qualität des Netzteiles etwas genauer auf den Zahn fühlen zu können, werden wir das System 48h unter Volllast betreiben. Zusätzlich werden wir das Netzteil noch so weit wie möglich oberhalb seiner Spezifikationen zu betreiben.

Spannungen

Die ATX-Norm gibt die Spannungstoleranzen für Netzteile detailliert vor: Auf 3,3 Volt, 5 Volt und 12 Volt sind je 5% nach oben sowie nach unten erlaubt.

Spannungstest

Die Spannungen sollten nach Möglichkeiten auch bei einem Lastwechsel möglichst gleich bleiben und nicht nach oben oder unten ausbrechen.

Aus diesem Grund haben wir den Lastwechsel in drei Stufen aufgeteilt.
Zum Darstellen der ersten Last läuft unser Testsystem mit dem verbauten Netzteil im Idle-Mode.
Die zweite Laststufe wird unter Volllast des Systems simuliert. Das System ist hierbei nicht übertaktet.
Die dritte Laststufe wird dann mittels eines übertakteten Testsystems erreicht. Übertaktet wird das System Mittels ROG-Connect im laufenden Betrieb

3,3V

5V

12V

Die ersten beiden Laststufen steckte das GPS-500C erstaunlich gut weg. In diesen war keine Spannungsschwankung zu verzeichnen. Bei einem Wechsel in die dritte Laststufe war auf der 12V Schiene ein geringer Spannungseinbruch von 0,07V und auf der 5V Schiene ein Einbruch von 0,02V zu verzeichnen. Das übertaktete System forderte dabei eine Leistung von bis zu 529 Watt, womit das Netzteil schon mehr Strom liefern musste, als vom Hersteller als Maximalleistung angegeben wurde.

Das Netzteil zog unter Verwendung unserer Hardware diese Leistung aus der Steckdose:

Unseren 48h Dauertest überlebte das Netzteil trotz einer durchschnittlichen Last von 513 Watt problemlos. Die durchschnittliche Last ist durch den Wechsel zwischen 2D und 3D Modus innerhalb des Benchmarks geringer als die Lastspitze von 529 Watt in unserem Spannungstest.

Wir wollten es aber noch etwas genauer wissen und haben das Netzteil aus diesem Grund noch weiter über seinen Spezifikationen betrieben. Um dies zu bewerkstelligen, haben wir Peltierelemente zugeschaltet, um das Netzteil an seine Grenzen zu treiben.

Im ersten Schritt haben wir hierzu ein Peltierelement hinzugeschaltet und einen Dauertest von einer Stunde gestartet.
In diesem zog das Netzteil bei Lastspitzen 587 Watt aus der Steckdose. Es war deutlich zu erkennen, dass die 12V-Schiene auf bis zu 11,89V eingebrochen ist. Da dies jedoch noch innerhalb der ATX-Spezifikationen liegt, haben wir nach einer erfolgreichen Runde weitere 50 Watt hinzugeschaltet und den Test erneut gestartet. Diese Runde hat das Netzteil jedoch nicht absolviert. Gleich nach dem Starten des 3DMark schaltete sich das Netzteil und somit auch unser Testsystem ab.

Während des gesamten Tests war kein Spulenfiepen vom Netzteil wahrzunehmen.

Fazit:

Chieftec hat mit dem GPS-500C ein sehr gut verarbeitetes Netzteil gefertigt. Die passive Kühlung konnte in unserem Test durchweg überzeugen. Das Netzteil wurde zu keinem Zeitpunkt so warm, das man es nicht mehr hätte anfassen können. Auch optisch macht das Netzteil durch den verwendeten Strukturlack einiges her. Durch die patentierten, modularen Anschlüsse muss man nicht in einem engen Gehäuse nach dem richtigen Anschluss suchen, sondern kann das gewünschte Kabel an jedem Anschluss anschließen. Technisch zeigt sich das Netzteil von seiner besten Seite. In dem GPS-500C wurden durchweg hochwertige Komponenten verbaut. Die vom Hersteller angegebene Maximalleistung von 500 Watt lieferte unser Testexemplar problemlos. Es war sogar noch mehr drin. Mit 587 Watt liegt die Maximalleistung in unserem Test ca. 17% über den Herstellerangaben. Durch die passive Kühlung ist das Netzteil zudem vollkommen lautlos und eignet sich daher optimal für Silentliebhaber. Durch die erbrachte Leistung und den vorhandenen Anschlüssen kommt es aber auch mit einem SLI bzw. Crossfire-Gespann zurecht und eignet sich somit auch bestens für Gamer, welche es gerne leise haben. Mit nicht ganz 150€* ist das Netzteil jedoch nicht gerade günstig.

Pro

  • Sehr gute Verarbeitung
  • Zu 100% Lautlos
  • Hohe Belastbarkeit

Contra

  • Preis

Verarbeitung

Leistung

Spannungsstabilität

Leistungsaufnahme

Ausstattung

Lautstärke

Modding

Lieferumfang

Preis

Wir danken chieftec.eu/ für die Bereitstellung des Testmusters.