OCZ Vertex 450 SSD mit 256GB im Test

Mit der Vertex 450 haben wir heute den neusten SSD-Sprössling aus dem Hause OCZ im Test, welcher als Nachfolger der beliebten Vertex 4 auf den Markt gebracht wurde.

Welche Technik in der neuen Vertex 450 von OCZ steckt und welche Geschwindigkeiten sie erreicht, erfahrt ihr in diesem Review.

Technische Details:

  • Formfaktor: 2,5 Zoll
  • Kapazität (lt. Hersteller): 256GB
  • Kapazität (formatiert): 238,47GB
  • Verfügbare Kapazitäten: 128, 256 und 512GB
  • Cache: 512MB
  • Controller: Indilinx Barefoot 3 M10
  • Chipart: MLC (20 nm)
  • Lesen (lt. Hersteller): 540MB/s
  • Schreiben (lt. Hersteller): 525MB/s
  • Leistungsaufnahme: 2.65W (Betrieb), 0.6W (Leerlauf)
  • Anschluss: SATA 6Gb/s
  • Herstellergarantie: 3 Jahre

Lieferumfang:

  • Vertex 450 (je nach gekaufter Kapazität)
  • 3,5″-Einbaurahmen
  • Acronis Cloning Software (Key für Downloadversion)
  • Montageschrauben
  • Aufkleber
  • Anleitung

Modellvarianten und Preise:

OCZ bietet auch in der neuen Vertex 450 SSD Serie drei unterschiedliche Modelle an, welche sich nicht nur in ihrer Speicherkapazität unterscheiden. Das 256-GB-Modell, wie wir es in diesem Test verwenden, weißt fast die selben Leistungsdaten auf, wie das doppelt so große 512-GB-Modell. OCZ hat neben diesen beiden Modellen auch noch ein 128-GB-Modell im Angebot. Bei diesem Modell ist neben der Speicherkapazität ein deutlicher Unterschied bei Leistungsdaten festzustellen.
Wo die beiden großen Modelle noch mit 85.000 IOPS (4K Random Read) und einer sequenziellen Schreibrate von 525MB/s bei dem 256-GB-Modell bzw. 530MB/s bei dem 512-GB-Modell daher kommen, hat das 128-GB-Modell hier nur noch 75.000 IOPS und 290MB/s vorzuweisen.

Die Preise der einzelnen Vertex 450 Modelle gestalten sich aktuell wie folgt (Stand 02.09.13):

  • 128GB: ca. 83€*
  • 256GB: ca. 203€*
  • 512GB: ca. 460€*

Design und Verarbeitung:

Die Vertex 450 wird von OCZ in einer überwiegend in schwarz gehaltenen Verpackung geliefert, welche mit einer verchromten Schrift versehen ist.
Auf der Vorderseite der Verpackung sind die wichtigsten Features sowie der Lieferumfang abgedruckt. Ein Aufkleber im unteren, rechten Bereich der OVP gibt Auskunft über die Speicherkapazität der SSD.

Innerhalb der OVP ist die Vertex 450 in ein Schaumstoffpolster gebettet. Zum weiteren Schutz ist sie noch in einer Antistatikfolie eingepackt. Das Schaumstoffpolster verfügt über entsprechende Ausschnitte, um auch den 3,5″ Einbaurahmen und das Schraubenset aufzunehmen.

Die neue Vertex 450 von OCZ wird in einem für SSDs üblichen 2,5″ Format gefertigt. OCZ setzt bei seiner neuen Vertex 450 SSD auf ein silber-graues Aluminiumgehäuse mit einer Bauhöhe von 7mm und erhöht somit die Kompatibilität zu vielen Notebooks und Hot-Swap-Käfigen. Die SSD ist auf der Oberseite mit einem Aufkleber versehen, welcher dasselbe Design aufweist wie die Vorderseite der Verpackung.

Somit ist auch der Aufkleber auf der SSD überwiegend in Schwarz gehalten. Die oberen zwei Drittel sind dabei etwas heller dargestellt. Wie auch auf der OVP wurde auch auf der SSD selbst der Vertex 450 Schriftzug im oberen Bereich des Aufklebers aufgedruckt. Im unteren Bereich des Aufklebers ist neben dem OCZ-Logo noch das Indilinx-Logo abgedruckt.

Auf der Gehäuserückseite sind auf einem weiteren Aufkleber die wichtigsten Infos zu dem Laufwerk wie Modell und Seriennummer zu finden.

Die von uns getestet Vertex 450 SSD wurde sehr sauber verarbeitet und gibt einem in dieser Hinsicht keinen Anlass zur Kritik.

Technik:

Auf der Unterseite sind, wie es bei diesen Laufwerken üblich ist, vier kleine Schrauben zu finden, mittels welchen das Gehäuse zusammengehalten wird. Eine dieser Schrauben ist mit einem Garantiesiegel versehen, welches zerstört wird, wenn die Schraube entfernt wird.
Wenn man diese Schrauben aufschraubt, gelangt man an das Innere der SSD. Wie immer ist bei diesem Schritt zu beachten, dass man durch das Öffnen der SSD die Garantie verliert.

Nach dem man die SSD geöffnet hat, hat man einen ersten Blick auf das PCB.

Etwa mittig auf dem beidseitig bestückten PCB ist der Controller untergebracht. Um eine bessere Wärmeabfuhr zu gewährleisten, wurde auf der Innenseite des Gehäusebodens ein Wärmeleitpad angebracht, welches die Abfuhr der Abwärme des Controllers an das Aluminiumgehäuse erleichtert.

Bei dem verbauten Controller hat sich auch bei der neuen SSD-Serie von OCZ wieder etwas getan.
Im Jahr 2009 hat OCZ die erste SSD mit einem Indilinx-Controller auf den Markt gebracht, wobei Indilinx damals noch nicht zu OCZ gehört hat. Bei der Vertex 2 und Vertex 3 ist man dann auf einen SandForce-Controller umgestiegen. Die SandForce-Controller hatten gerade in der Anfangszeit mit vielen Ausfällen und daraus resultierenden Firmwareupdates zu kämpfen, wodurch auch das Image von OCZ gelitten hatte.
Mit der Vertex 4 kam somit ein neuer Controller zum Einsatz. Mit dem Kauf des Unternehmens Indilinx sollte sich nun einiges ändern. Bei der Vertex 4 kam im Jahr 2012 jedoch noch kein eigener Controller, sondern ein Marvel-Controller zum Einsatz, welcher mit dem Indilinx-Logo bedruckt war. Einzig die verwendete Firmware stammte von Indilinx und somit von OCZ. Dennoch war ein deutlicher Qualitätsunterschied zu erkennen und die Vertex 4 wurde somit recht beliebt.
Erst mit der 2012 vorgestellten Vector SSD wurde die erste SSD von OCZ auf den Markt gebracht, welche nicht nur mit einer eigenen Firmware, sondern auch mit einem eigenen Controller, dem Barefoot-3-Controller ausgestattet war.

Die Vector SSD von OCZ soll durch die neue Vertex 450 jedoch nicht abgelöst werden. Diese bleibt weiterhin das High-End-Modell im Bereich der SATA-SSDs von OCZ, welches sich eher an Enthusiasten richtet.
Die neue Vertex 450 siedelt sich preislich und auch von der Geschwindigkeit her etwas unterhalb der Vector an und ist somit eher auf den Mainstream-Markt ausgerichtet. Die Vertex 450 löst somit die Vertex 4 ab, welche noch nicht auf einen eigenen Controller setzte.

Somit ist klar, dass auch auf der Vertex 450 der Barefoot-3-Controller aus eigener Entwicklung zum Einsatz kommt.

Es handelt sich bei dem eingesetzten Barefoot-3-Controller jedoch nicht um die selbe Modellvariante, wie sie auf der Vector SSD von OCZ zum Einsatz kommt, sondern um die M10 Variante, welche mit einer etwas geringeren Taktrate läuft.
Auf der Vertex 450 kommen im Gegensatz zu der Vertex 4 keine 25nm NAND Flashspeicher mehr zum Einsatz, sondern 20nm MLC von Micron.

Als Anschluss kommt ein SATA 6Gb/s Anschluss zum Einsatz.

Nicht nur der eingesetzte Controller wurde im Vergleich zu der etwas teureren Vector SSD etwas beschnitten, sondern auch die Garantiezeit. Diese fällt mit 3 Jahren ganze 2 Jahre kürzer aus als die der Vector SSD.

Die Vertex 450 kann wie es bei einer guten SSD üblich ist mit dem TRIM-Befehl von Windows 7 und Windows 8 umgehen.

Testablauf:

Das wichtigste Kaufargument ist bei einer SSD zweifelsohne die Leistung, welche erbracht werden kann.
Aus diesem Grund schicken wir die SSD nicht nur in verschiedene Benchmarks, sondern werden uns auch ein genaues Bild über die Geschwindigkeit in alltäglichen Bereichen machen.

Um die volle Leistung aus den von uns getesteten SSDs heraus zu holen, werden diese auf unserem Intel Core i7 System getestet.

Dieses besteht aus:

  • Prozessor: i7 3930K @ 4,6GHz
  • Mainboard: Asrock Extreme11
  • Grafikkarte: GTX 680
  • Arbeitsspeicher: 32GB (4 x 8GB DDR3 1866MHz)
  • OCZ – RevoDrive 3 (240GB)
  • Netzteil: Power & Cooling Silencer MK III 1200W
  • Betriebssystem: Windows 7 Professional x64

Getestet wurde die 256GB Vertex SSD von OCZ mittels dieser Benchmarks:

  • AS SSD Benchmark
  • AS SSD Kopierbenchmark
  • ATTO Disk Benchmark

AS SSD Benchmark

Der AS SSD Benchmark wurde, wie der Name vermuten lässt, speziell für SSDs entwickelt. Durch die Verwendung von inkompressible Daten stellt dieser Benchmark für komprimierende Controller praktisch ein Worst-Case-Szenario dar.


Wie man dem Testergebnis entnehmen kann, liegen die von der Vertex 450 erreichten Geschwindigkeiten nicht all zu weit hinter denen der Vector SSD von OCZ.

AS SSD Kopierbenchmark

Neben diesem Performancetest beinhaltet, der AS SSD Benchmark auch noch einen Kopierbenchmark, mittels welchem ermittelt werden kann, wie schnell Daten innerhalb des Laufwerkes kopiert werden können.
Die verwendeten Muster entsprechen typischen Szenarien: ISO (zwei große Dateien), Programm (viele kleine Dateien), Spiel (große und kleine Dateien gemischt).


ATTO Disk Benchmark

Bei einem Blick auf das Testergebnis des ATTO Disk Benchmark ist sehr gut zu erkennen, dass die Vertex 450 die von OCZ angepriesenen Schreib- und Lesegeschwindigkeiten in unserem Test sogar minimal überbieten konnte.

Neben den Messungen mit diesen Benchmark Tools wollen wir jedoch auch nicht die Geschwindigkeitsvorteile im alltäglichen Betrieb aus dem Auge verlieren, denn gerade auf diese kommt es im Endeffekt an, da die durch die Benchmarks aus dem Laufwerk gekitzelten Maximalwerte im Normalfall kaum erreicht werden.

Softwareinstallation
Wie die Überschrift schon verlauten lässt, werden wir in diesem Test anhand der Software PCMark 7, Acrobat Reader und OpenOffice die Zeit stoppen, in welcher die Software auf der SSD installiert werden konnte.

Softwaretest
In diesem Test werden wir die Geschwindigkeit messen, in welcher die SSD es schafft eine WinRAR Datei von einem GB zu entpacken, einen vollständigen Systemscann mit AntiVir absolviert und wie lange ein auf der SSD installiertes Windows 7 benötigt, um zu booten.
Da sich in unserem Testsystem zu den Onboardkomponenten noch ein Hardware Raidcontroller befindet, welche eine Weile braucht, um alle Festplatten zu initialisieren, werden wir die Zeit erst nach dem Verlassen des Bios stoppen.

Fazit:

Mit einem Kauf der neuen Vertex 450 kann man eigentlich nichts falsch machen. Die Vertex 450 konnte in unserem Test durchweg überzeugen. Die Verarbeitung der Vertex 450 ist sehr gut und auch bei den verbauten Komponenten wurde darauf geachtet, dass diese entsprechend hochwertig sind, was man auch sehr gut an dem Aluminiumgehäuse erkennen kann, welches die Abwärme viel besser aufnimmt, als es ein günstigeres Kunststoffgehäuse bewerkstelligen könnte. Was die erreichte Leistung in unserem Test angeht, platziert sich die Vertex 450 stellenweise nur minimal hinter der OCZ Vector SSD, welche ebenfalls auf den Barefoot-3-Controller, jedoch in einer etwas anderen Version setzt. Diese Unterschiede sind jedoch fast nur in den Benchmarks festzustellen, wodurch man im Alltag kaum einen Unterschied zwischen diesen beiden Modellen feststellen wird. Auch preislich gesehen liegen beide Modelle nicht all zu weit auseinander. Bei dem von uns getesteten 256GB Modell macht dies aktuell knapp 20€* aus. Kommt es einem auf diese 20€* an, so ist die Vertex 450 die bessere Wahl. In Anbetracht der um 2 Jahre längeren Garantie und der minimal höheren Performance verliert die Vertex 450 den direkten Preis-Leistungs-Vergleich zur Vector SSD von OCZ jedoch.

Pro

  • Schnelle Zugriffszeiten
  • Sehr hohe Geschwindigkeit
  • Verarbeitung
  • 3 Jahre Garantie
  • Lieferumfang

Contra

  • Im Vergleich zur Vector etwas hoher Preis

Verarbeitung

Kompatibilität

Geschwindigkeit

Lieferumfang

Preis

Ein besonderer Dank geht an OCZ für die Bereitstellung des Testmusters.