Lian Li – PC-Q10

Mit dem PC-Q10 haben wir heute ein brandneues Mini-ITX-Gehäuse aus der Designschmiede Lian Li im Test, welches sich trotz seiner geringen Größe mit einem großen Platzangebot und zudem einem ausgezeichneten Moddingpotenzial präsentieren will.

Welche Details in dem neuen PC-Q10 stecken uns wie sich das Gehäuse in unserem Test geschlagen hat, erfahrt ihr in diesem Review.

Technische Details:

  • Abmessungen: 207 x 277 x 335mm (BxHxT)
  • Laufwerke extern: 1 x 5.25″ (Einbauplatz kann auch durch ein 2,5″ oder 3,5″ Laufwerk belegt werden)
  • Laufwerke intern: 2 x 3,5″ oder 3 x 2,5″
  • Lüfter:
    (hinten): 1 x 120mm, (vormontiert)
    (oben): 1 x 120 + 1 x 140mm (optional)
    (unten): 1 x 120 (optional)
  • Front I/O: 2x USB 3.0, 1x Mikrofon, 1x Kopfhörer
  • Gewicht: 2,3kg
  • Slotblenden: 2
  • Netzteilposition: vorne
  • Grafikkarten: bis max. 270mm
  • CPU-Kühler: bis max. 140mm Höhe
  • Netzteil: bis max. 150mm
  • Farbe: Schwarz eloxiert

Lieferumfang:

  • Schaubenset
  • HDD-Entkoppler
  • Montageanleitrung
  • Kabelbinder
  • Kabelklemmen
  • Speaker

Design und Verarbeitung:

Das PC-Q10 wird von Lian Li in einer neutralen und somit umweltbewussten Verpackung geliefert. Die Vorder- als auch Rückseite der Verpackung wurde neben einer Skizze des PC-Q10 auch mit der Modellbezeichnung und dem Lian Li Logo bedruckt.

Eine Auflistung der technischen Details oder der wichtigsten Features sucht man vergeblich auf der Verpackung.
Innerhalb der OVP ist das PC-Q10 mittels Styropor geschützt und übersteht somit auch ohne weitere Umverpackung einen Transport zum Käufer unbeschadet.

Äußeres Erscheinungsbild:

Entnimmt man das PC-Q10 aus seiner Verpackung, so fällt einem als erstes die linke Seitenwand des Gehäuses ins Auge, welche nicht wie der Rest des Gehäuses komplett in schwarz gehalten wurde, sondern einen an eine Holzoptik erinnert, wie man sie von einer Schrankrückwand kennt. Hierbei handelt es sich jedoch nicht um Holz, sondern um die Schutzfolie, welche über die Plexiglasseitenwand geklebt wurde.

Wie es auch bei den meisten anderen Gehäusen auf dem Markt der Fall ist, wird auch bei dem PC-Q10 das Gehäusedesign hauptsächlich durch die Gehäusefront geprägt. Im Fall des PC-Q10 wurde jedoch auch der Gehäusedeckel sowie die linke Seitenwand in die Designgebung mit einbezogen.

Lian Li typisch ist die Gehäusefront überaus schlicht gehalten. Die Gehäusefront besteht wie auch der Rest des Gehäuses aus hochwertigem Aluminium und wurde mit einer gebürsteten Oberfläche versehen. Zudem wurde das verwendete Aluminium schwarz eloxiert. Das auffälligste Designmerkmal der Gehäusefront befindet sich direkt über der Unterkante der Gehäusefront. Lian Li hat hier vier schräge Ausschnitte in die Gehäusefront eingearbeitet, welche auf zwei Reihen aufgeteilt wurden.

In der unteren Reihe befinden sich drei Ausschnitte, welche in der Summe jedoch genauso breit sind, wie der Ausschnitt, welcher sich darüber befindet. Hinter den unteren drei Ausschnitten wurde ein schwarzes Lochblech verbaut, welches ebenfalls aus Aluminium gefertigt wurde. Hinter dem oberen Ausschnitt befindet sich das I/O-Panel, welche in eine schwarze Aluminiumblende eingelassen wurde. Diese verfügt neben den obligatorischen Audioanschlüssen auch über zwei USB 3.0 Anschlüsse sowie den Powerschalter.

Der Übergang zum Gehäusedeckel ist in einem 45°-Winkel ausgeführt. Der Gehäusedeckel bildet zudem eine durchgehende Einheit mit der Gehäusefront. Gleich hinter der Gehäusefront findet man in dem Gehäusedeckel einen schmalen Schlitz vor. Dieser dient als Öffnung für ein Slot-In-Laufwerk, welches hinter der Gehäusefront verbaut werden kann.

Im weiteren Verlauf ist ein großer Luftauslass zu finden, welcher durch ein gelochtes Design realisiert wurde. In diesem Bereich befinden sich zudem Montagebohrungen, mittels welchem bis zu zwei 120-mm-Lüfter oder einem 240-mm-Radiator montiert werden können.

Dieses Gehäuseelement ist mittels vier Schrauben sowie den Lian Li typischen klemmen an dem Gehäusekorpus befestigt und muss zur Montage der Hardware wie auch die beiden Seitenwände von dem Gehäuse abgenommen werden.

Mit einem Blick auf die Gehäuserückseite findet man rechts neben dem Ausschnitt für das I/O-Panel einen vormontierten 120-mm-Lüfter vor, welcher sich hinter einem schwarzen Lüftergitter verbirgt. Oberhalb dieses Lüfters wurden zwei Schlauchdurchführungen verbaut, welche mit einem Kantenschutz aus Gummi versehen wurden. Links neben dem Ausschnitt für das I/O-Panel findet man im oberen Bereich zudem noch einen Stromanschluss vor, welcher schon jetzt einen ersten Hinweis darauf gibt, dass das Netzteil nicht wie sonst üblich im hinteren Bereich des Gehäuses verbaut wird.
Im unteren Bereich befinden sich zwei Slotblenden, welche somit eine Montage leistungsstarker Dual-Slot-Grafikkarten zulassen.

Mit einem Blick auf die Gehäuseunterseite findet man einen Lufteinlass vor, welcher zugleich der Aufnahmepunkt für 2,5″ und 3,5″ Festplatten darstellt. Lian Li hat diesen mittels vieler kleiner Schlitze realisiert, zwischen welchen die einzelnen Montagepunkte für die Festplatten zu erkennen sind.

Einen sicheren Stand erhält das Gehäuse durch vier kleine Aluminiumfüße, welche mit einer Gummierung versehen wurden, welche für einen rutschfesten Stand des Gehäuses sorgen sollen.

Mit einem Blick auf die linke Gehäuseseite findet man schon das kurz angesprochene Plexiglasfester vor, welches mit einer Schutzfolie versehen ist. Um diese von dem Plexiglas abziehen zu können, muss man das Plexiglas von der Seitenwand abschrauben.

Dieses ist mittels vier Rändelschrauben an der Seitenwand befestigt. Die Seitenwand selbst ist ebenfalls aus Aluminium gefertigt. Hierbei handelt es sich jedoch nur um Gerippe, wodurch man einen guten Blick auf das Gehäuseinnere erhält.

Blick ins Innere

Einen freien Blick auf das Gehäuseinnere erhält man, indem man die beiden Seitenwände von dem Gehäuse abnimmt. Diese sind, wie wir es schon von mehreren Gehäusen aus dem Hause Lian Li kennen, mittels Klipsen an dem Gehäuse befestigt. Um die Seitenwände von dem Gehäuse abnehmen zu können, muss man einfach nur im hinteren Bereich, wo sie über einen keinen überstehenden Griff verfügen von dem Gehäuse abziehen.

Hat man die beiden Seitenwände von dem Gehäuse abgenommen, so zeigt sich das PC-Q10 auch im inneren sehr schlicht. Direkt hinter der Gehäusefront wurde der Montagerahmen für ein Slim-ODD verbaut, in dem anstelle eines optischen Laufwerkes bei Bedarf auch eine 2,5″ oder 3,5″-Festplatte verbaut werden kann.

Im unteren Bereich ist zudem das I/O-Panel zu finden, an welchem Lian Li schwarze Kabel verbaut hat, welche wie es bei vielen anderen Gehäusen auch der Fall ist, nicht mit einem Sleeving versehen ist.

Im hinteren Bereich befindet sich der Mainboardschlitten, welcher mit einem großen Ausschnitt zur Kühlermontage versehen wurde. Zudem wurden hier schon die vier Abstandshalter zur Mainboardmontage eingedreht.

Mit einem Blick unter den Gehäusedeckel findet man im vorderen Bereich die Aufnahme für das ATX-Netzteil. Durch diese wird einem schnell klar, dass man unterhalb des Gehäusedeckels nur im hinteren Bereich einen Lüfter verbauen kann.

Ein 240-mm-Radiator kann somit nur, wie man es auch schon von manch anderen Gehäusen aus dem Hause Lian Li kennt, auf dem Gehäusedeckel verbaut werden.

Der Montageplatz für 2,5″ und 3,5″-Festplatten befindet sich wie schon kurz erwähnt am Gehäuseboden. Hier können bis zu drei 2,5″ oder zwei 3,5″-Festplatten entkoppelt montiert werden. Es kann natürlich auch eine Mischbestückung vorgenommen werden. Dann passt an diese Stelle von jeder Festplattensorte eine Festplatte.

Die Verarbeitung des PC-Q10 ist auf einem sehr hohen Niveau und gibt einem keinerlei Anlass zur Kritik.

Montage:

Im Vergleich zu vielen anderen Gehäusen auf dem Markt muss man zur Montage der Hardware bei dem PC-Q10 nicht nur die beiden Seitenwände von dem Gehäuse abnehmen, sondern auch die Front- und Deckelkombination.
Hat man diese Elemente von dem Gehäusekorpus abgenommen, so kann man mit der Montage der Hardware beginnen.
Den ersten Schritt bei der Mainboardmontage kann man sich bei dem PC-Q10 sparen, denn die Abstandshalter sind schon in den Mainboardschlitten eingedreht. Durch den in den Mainboardschlitten Ausschnitt kann die Kühlermontage auch nach erfolgter Mainboardmontage erfolgen. Der zum Einsatz kommende Kühler darf bis zu 140mm hoch sein. Durch diese Begrenzung werden die meisten Tower-Kühler in diesem Gehäuse jedoch keinen Platz finden.
Ist das Mainboard montiert, sollte man je nach Bedarf das Slim-ODD oder eine zusätzliche Festplatte hinter der Gehäusefront montieren. Hierzu wurde hinter der Gehäusefront ein Montagekäfig verschraubt.
Anschließend kann man das Netzteil montieren. Dieses wird im vorderen Bereich des Netzteiles montiert. Hierzu befindet sich unterhalb des Gehäusedeckels ein Montagerahmen, an welchem das Netzteil befestigt wird.

Zum Anschluss des Netzteiles befindet sich ein Stromkabel im PC-Q10, welches bis zum Anschluss in der Rückseite geführt wird. Das zum Einsatz kommende Netzteil darf eine maximale Länge von 150mm aufweisen und kann nur in einer Richtung montiert werden.
Im vorletzten Montageschritt verbauen wir die Festplatten am Gehäuseboden. Hierzu werden in die Festplatten entkoppelte Abstandshalter geschraubt, mittels welchen die Platten Lian Li typisch in die Montagepunkte des Gehäuses geschoben werden.

Im letzten Arbeitsschritt kann die Erweiterungskarte in das Gehäuse eingebaut werden. Durch die zwei Slotblenden kann hier eine Dual-Slot-Grafikkarte verbaut werden, welche eine Länge von 270mm nicht überschreiten darf.

Die von uns in diesem Test verwendete Radeon HD 4870 X2 passte somit gerade so in das PC-Q10.

Fazit:

Mit dem PC-10 hat Lian Li ein sehr kompaktes Gehäuse entworfen, welches nicht nur für Gamer ansprechend designt wurde. Lian Li spricht durch die verbaute Seitenwand mit eingelassenem Sichtfenster auch Casemodder an, welche auf wert auf ein hochwertiges Gehäuse legen. Die Verarbeitungsqualität liegt auf einem sehr hohen Niveau. Was man hier wenn noch verbessern könnte, wäre die Verwendung einer Echtglasscheibe anstelle einer Plexiglasscheibe. Durch das verwendete Aluminium ist das Gehäuse zudem sehr leicht, was den Transport zur nächsten Lanparty erleichtert in diesem Bereich würde sich eine Echtglasscheibe entsprechend negativ auswirken. Das PC-10 bietet trotz seiner geringen Größe ein gutes Platzangebot und erlaubt auch die Montage einer ausreichend starken Wasserkühlung. Soll ein 240-mm-Radiator zum Einsatz kommen, so muss dieser jedoch leider auf dem Gehäuse montiert werden, da durch das unter dem Gehäusedeckel untergebrachte Netzteil hier kein Platz für einen solchen Radi verfügbar ist. Dafür muss man jedoch trotz der kompakten Abmessungen nicht auf ein kompakteres und weniger effizientes SFX-Netzteil zurückgreifen, sondern kann ein handelsübliches ATX-Netzteil in dem Gehäuse verbauen. Preislich liegt das PC-Q10 bei 140€*.

Wir danken Lian Li für die Bereitstellung des Testmusters.

Lian Li - PC-Q10

9.1

Verarbeitung

10.0/10

Kompatibilität

9.0/10

Kühlmöglichkeiten

8.0/10

Ausstattung

9.0/10

Lieferumfang

10.0/10

Modding

9.0/10

Preis

9.0/10

Pro

  • Verarbeitung
  • Design
  • Kompatibilität

Contra

  • 240er Radi nur extern montierbar