Lego Worlds

Wer kennt es nicht, man geht bei totaler Dunkelheit ins Kinderzimmer und tritt voller Elan auf die Lego Steine, welche dort nach dem Spielen der Kids noch liegen geblieben sind. Mit Lego Worlds gehört dieses schmerzvolle Erlebnis jedoch der Vergangenheit an, denn hier haben wir die Chance die kantigen Steine virtuell in verschiedenen Lego-Welten zu erleben und unserer Fantasien freien Lauf zu lassen.

Wie der Name bereits verspricht, haben die Entwickler von Lego Worlds mit diesem Titel, sämtliche Legowelten in ein Spiel gepackt. Wir erleben aus der Third-Person-Sicht nicht nur alle bekannten Universen, sondern könne die vorhandenen Welten auch komplett umbauen und an unseren Vorstellungen anpassen. Wir verdienen die aus anderen Titeln schon bekannten Lego-Coins, welche wir zum Erwerb von Bauten und Figuren brauchen und sammeln nebenbei goldene Steine ein, durch welche wir im Level aufsteigen können und neue Welten freischalten können.

Ob Lego Worlds das gleiche Bau-Feeling wie die guten alten realen Steine aufkommen lässt, erfahrt ihr im folgenden Test.

Hauptmenü

Nachdem wir den für die heutigen Zeite sehr kleinen Download von unter 3 GigaByte abgeschlossen haben und sich die beteiligten Firmen mit ihren Logos im Vorspann zu Wort gemeldet haben, sehen wir auf unserem Bildschirm ein Hauptmenü, wie wir es von nahezu allen anderen Lego-Spielen bereits gewohnt sind. Es ist ein verspielt wirkendes Menü, wie man es noch aus vergangenen Tagen kennt und bei dem der Spieletitel überdimensioniert über den Schaltflächen prangt. Die Schaltflächen sind in einem bläulichen Rechteck zu finden, welches unsrer Meinung nach das Design des Menüs zerstört.

Schon im Menü kann man erkennen, dass die Tastenbelegungen durchgehend auf dem Bildschirm angezeigt werden. Diese Anzeige zieht sich durch das gesamte Spiel, wodurch es kein Problem darstellt, wenn man einmal eine Tastenbelegung vergessen sollte. Zudem wird gerade den kleineren Gamern so der Einstieg in das Spiel erleichtert. Im späteren Verlauf des Spiels wirkt die Anzeige hierdurch jedoch öfters überladen, wodurch man eher mal den Überblick verliert, als ihn zu behalten. Der animierte Hintergrund belebt das gesamte Bild und auch der gelegentlich vorbeischwebende Hund lässt das kindliche Gesamtbild eines Lego-Spiels deutlich werden. Doch besonders gut gefällt uns bei Lego Worlds der Ladebildschirm, welcher wie bereits der Hintergrund im Hauptmenü animiert ist.

So ist auf dem Ladebildschirm unser Raumschiff zu sehen, mittels welchem wir auf dem Weg zu den verschiedenen Welten durch den Weltraum schweben. Der Ladefortschritt wird uns in der unteren rechten Ecke durch eine schlichte Prozentanzeige angezeigt. Um die Wartezeit etwas zu verkürzen, wurde jedoch ein nettes Feature in den Ladebildschirm integriert. Dieses erlaubt es uns, unser Raumschiff interaktiv von allen Seiten zu bestaunen. Wie bereits beim Hauptmenü finden wir somit das kindliche des Spieles auch im Ladebildschirm wieder. Denn neben dem interaktiven Ladebildschirm bekommen wir auch verschiedene Sprüche in kleinen Gedankenblasen angezeigt, welche einen stellenweise zum Schmunzeln bringen und einem somit die Wartezeit verkürzen. An dieser Stelle hat uns besonders der Spruch, „dass Schweine gerade das Fliegen lernen“ gefallen.

Das Spiel

In den ersten Minuten des Spieles wird man sich sicherlich erst einmal fragen, worin der Sinn von Lego Worlds besteht. Auch wenn Lego Worlds keine große Story bietet, wird einem das Ziel des Spieles schon kurze Zeit später geläufig sein, denn im Großen und Ganzen geht es darum, im Rang aufzusteigen. Dies gelingt einem durch das Sammeln von goldenen Steinen, mittels welchen man zugleich auch weitere Welten freischalten kann.

Das Aufsammeln der goldenen Steine erweist sich an und für sich recht einfach, ist aber teilweise dennoch etwas zeitaufwendig. Wir erhalten durch die NPCs Aufgaben, die es irgendwie zu lösen gilt. Sei es das einfache beschaffen einzelner Gegenstände, über das Färben von Haus und Hof, bis hin zum Aufbau eines gesamten Hauses nach den Vorgaben des Computers. Doch auch abseits der Suche nach den goldenen Steinen lässt sich in Lego Worlds viel erleben.

Sei es das Autofahren am Kraterrand eines aktiven Vulkan entlang fahren, das Erbauen eines Märchenschlosses, der Besuch in der Steinzeit oder vieles mehr. Der Fantasie sind hier fast keine Grenzen gesetzt, wodurch der Spieler selbst entscheiden kann, was er wie machen möchte. Wie wäre es z.B. mit einem modernen Haus auf einem Vulkan, gepaart mit einer riesigen Turmuhr auf dem Dach. Okay man kann es vielleicht auch übertreiben. Aber wie gesagt, alles ist möglich, solange man die nötigen Coins für die Objekte auf dem Konto hat.

Auch wenn es in Lego Worlds für uns eine Menge zu tun und entdecken gibt, hat uns dennoch eine Story gefehlt, welche den roten Faden, welcher sich mittels des aufsammeln der goldenen Steine durch das Spiel zielt.

Die Tools

Unsere geistige Vielfalt können wir im Single, wie auch im Mutliplayer, mit der Unterstützung von mehreren Tools ausleben. Insgesamt werden uns 5 Werkzeuge an die Hand gegeben. So erhalten wir zunächst ein Entdeckungswerkzeug, mit welchem wir Objekte scannen und später auch platzieren können. Mit dem Farbtool können wir alles nach Belieben einfärben. Egal ob wir Lava lieber Pink oder das Gras eher blau haben möchten. An dieser Stelle ist wirklich alles möglich, wodurch man auch hier seiner Fantasie freien Lauf lassen kann. Um die Landschaft umpflügen und neu gestalten zu können, haben wir ein Landscapetool, mittels welchem wir Berge, Täler, Höhlen und allem anderen, was unter die Rubrik „Landschaft“ fällt, anpassen können.

Für die faulen Erbauer unter uns gibt es auch das Copytool. Dieses dient wie der Name schon vermuten lässt dazu, alles was wir in einem Bereich erfassen, zu kopieren. Nützlich hierbei ist, dass das Kopierte gespeichert wird, wodurch wir dieses Objekt auch im zukünftigen Spielverlauf ganz einfach einfügen können. Das letzte reine Tool dient zum schlichten Bauen. Mittels diesem ist es somit möglich, Stein für Stein aufeinanderzusetzen. Neben diesen Tools haben wir noch das Inventar, in dem sich alles was wir aufgesammelt haben wiederfindet.

Doch sobald man vor hat etwas Größeres zu bauen, wird man nichtmehr von Tool zu Tool wechseln, Sonden man wird die Möglichkeit des Freebuilds nutzen. In diesem Modus können wir alle Tools per Shortcut schnell und einfach erreichen und können unserer Sicht auf das Objekt frei wählen. Besonders bei größeren Projekten erweist sich dies als große Zeitersparnis.

Interface

Das Interface ist, wie bereits viele andere Punkte im Spiel auch, kindlich und eher schlicht gehalten, als durch atemberaubende Grafiken zu bestechen. Wir haben eine Minimap, welche die aktuelle Welt in der rechten oberen Ecke anzeigt und an deren Rahmen sich ein runder Pausenbutton befindet. Die anderen Ingame-Informationen und Funktionen erhalten wir entweder über ein Tastenkürzel oder finden sie in der linken oberen Ecke. Hier erhalten wir z.B. Zugriff auf die Tools, sehen unseren Lebensbalken und die Anzahl unsere Lego-Coins sowie die Anzahl der gesammelten goldenen Steine.

Wie schon vorher angemerkt, verliert das durchaus gelungene Interface seine Klarheit durch die allgegenwärtige Überladung mit den verschiedenen Tastenbelegungen. Diese sehen wir dauerhaft in der rechten unteren Ecke. Die dauerhafte Anzeige dieser Tastenbelegungen ist zwar zu Beginn des Spiels recht hilfreich, wirkt sich jedoch bereits nach einer kurzen Eingewöhnung eher nervend aus und beschränkt zudem sichtbaren Bereich des Spieles. Sonstige Informationen wie z.B. Konversationen zwischen den Figuren erscheinen direkt im Bild an den dazugehörigen Objekten.

Das grafische Erscheinungsbild

Was die Grafik angeht, ist kein einfaches Urteil, geschweige denn ein Vergleich mit einem Battlefield oder anderen großen Titeln möglich. Lego Worlds besticht durch die, nennen wir es mal klotzige Darstellung in Legosteinen. Wer jedoch nun denkt, dass wir durch die Steine eine Grafik wie in einem 8-Bit-Game sehen, der irrt sich. Die Steine sind außerordentlich gut angeordnet und die Formen wirken eher wohl durchdacht und fast rundlich. Besonders die Gestaltung des Bodens und der Bäume ist gut gelungen und lässt einen fast vergessen, dass man eigentlich nur mit Legosteinen spielt.

Auch die Texturen der einzelnen Steine sehen gut aus und wirken umso besser, sobald die Effekte anfangen ihre Auswirkungen auf die Umwelt zu zeigen. Nicht nur Lichter und Schatten werden sauber dargestellt, sondern auch andere Effekte wie z.B. das Verbrennen an der heißen Lava sind gelungen. Lediglich eine bessere Animation des Himmels bzw. der Atmosphäre hätte uns gefreut.

Alles in allem ist Lego Worlds für ein Spiel aus Klötzen grafisch sowie auch von der Seite der Effekte durchaus gelungen. Auch wenn die Grafik durch die kantigen Legosteine auf den ersten Blick veraltet wirkt, sehen wir zu vorangegangen Titel der Lego Serie deutliche Verbesserungen in der Performance und Darstellung.

Erste Momente im Spiel

Endlich gibt es auch für Erwachsene eine Möglichkeit mit Lego zu bauen und zu spielen, ohne das sie sich wie ein kleines Kind vorkommen müssen.
Gleich nach dem Starten von Lego Worlds werden wir von einem Intro begrüßt, in welchem wir schon einen kurzen Hinweis darauf bekommen, dass unser Ziel darin liegt, Meisterbauer zu werden. Nach dem Intro landen wir in dem schon eingehend erwähnten Hauptmenü, in welchen wir alle Einstellungen vornehmen können. Kaum das eigentliche Spiel gestartet, fallen wir schon auf unsere neue Welt und legen prompt die erste Bruchlandung hin. Mehr als der Gedanke „Das fängt ja gut an“ geht uns einen kurzen Moment lang nicht durch den Kopf.

Nach einer kurzen Gedenksekunde rappeln wir uns jedoch auf und finden uns auf einer Piratenwelt wieder, wo wir uns unter Palmen ziemlich rasch heimisch fühlen. Doch wir sind ja hier nicht um Urlaub zu machen, sondern wir müssen unser Raumschiff reparieren, welches bei der Bruchlandung zerstört wurde. An der Karte orientiert, finden rasch die Einschlagstelle eines Meteoriten, durch welchen wir unser Entdeckungswerkzeug erhalten. Wir laufen in das Werkzeug, springen hinauf und heben triumphierend die Hand. Nach einer kurzen Videoerklärung, in der wir das Tool erklärt bekommen, werden uns drei goldene Steine auf der Minimap angezeigt, welche wir zur Reparatur unseres Raumschiffs benötigen. Anschließend begeben wir uns zu unserer ersten Aufgabe, in welcher sich der ansässige Pirat einen Thron wünscht. Wir erinnern uns gleich, dass wir während unserer kleinen Entdeckungstour schon einen Thron gesehen haben, worauf hin wir uns gleich auf dem Weg zu Selbigen machen, um ihn mit unserem Tool abzuscannen. Zurück bei dem Piraten angekommen, setzen wir ihm seinen Thron ganz oben auf einen Turm und erhalten so den ersten von drei goldenen Steinen, welche es in dieser Welt zu finden gilt. Nachdem wir noch die letzten zwei Aufgaben erledigt haben, bei welchen man Tiere platzieren und eine große Turmuhr bauen muss, kehren wir zu unserem Raumschiff zurück und starten in neue Galaxien durch.

Fazit

Final lässt sich zusammenfassend sagen, das Warner Bros. und TT Games mit Lego Worlds in gewissermaßen ein Meisterstück in der Reihe, der Lego Spiele geschaffen hat. Das Spielprinzip erinnert an ein Survivalgame mit einem gesunden Spritzer an benötigter Fantasie. So hat uns besonders die enorme Vielfalt gefallen, welche alleine schon durch die fertigen Objekte gegeben ist und durch die Möglichkeit, die vorhandene Welt Stein für Stein nach den eigenen Bedürfnissen zu erweitern, ein Sahnehäubchen aufgesetzt bekommt. Grafisch und von den Effekten her, handelt es sich bei Lego Worlds zwar nicht um eine Effektbombe, aber dies muss auch nicht sein, da das Spiel durch seine Einfachheit besticht. Das Spiel ist einfach ein rundum gelungenes Gesamtpaket. Es ist für alle Arten von Gamern zu empfehlen und besonders für Fantasievolle und Kinder geeignet. Durch die nahezu unersättlichen Möglichkeiten sehen wir in Lego Worlds auch auf lange Zeit sehr viel Potenzial.

Ein besonderer Dank geht an Warner Bros. Interactive Entertainment dafür, dass wir Lego Worlds testen durften.

Lego Worlds

7.8

Grafik

8.0/10

Sound

7.0/10

Steuerung

7.0/10

Story/Inhalt

9.0/10

Extras

7.0/10

Preis

9.0/10