Gamdias – HERMES P1

Mit der HERMES P1 haben wir heute eine mechanische Gaming Tastatur des in Deutschland noch recht unbekannten Herstellers Gamdias im Test, welche nicht nur durch eine gute Verarbeitungsqualität und einer schicken Optik, sondern auch durch einen guten Funktionsumfang punkten möchte.

Welche Details in der noch recht neuen HERMES P1 stecken und wie sich die mechanische Gaming Tastatur von Gamdias in unserem Test geschlagen hat, erfahrt ihr in diesem Review.

Technische Details:

  • Farbe: Schwarz / Anthrazit
  • Tasten: Mechanische TTC-Switches
  • Layout: deutsch
  • LED-Beleuchtung: RGB
  • Anschluss: USB 2.0
  • Übertragungsrate: 1.000 Hz
  • Kompatibilität: Windows 10, 8, 7, (32/64 Bit)
  • Abmessungen: 448 x 202.4 x 36.9 mm (B x H x T)
  • Kabellänge: 1,8 m
  • Gewicht: 1560g

Lieferumfang:

  • Gamdias – HERMES P1
  • Keycap Remover
  • Mehrsprachige Anleitung
  • Handballenauflage

Design und Verarbeitung:

Die HERMES P1 wird von Gamdias in einer Verpackung geliefert, welche in einem schwarz/weißen Design gehalten ist. Auf der Verpackungsvorderseite wurde nicht nur ein großes Produktbild abgedruckt, sondern auch noch eine Auflistung der wichtigsten Details und Features.

Eine Auflistung aller technischen Details sowie aller Features ist auf der Verpackungsrückseite zu finden.

Innerhalb der Verpackung ist die HERMES P1 durch zwei große Schaumstoffpolster geschützt.

Entnimmt man die HERMES P1 aus seiner Verpackung, so hat man eine Tastatur vor sich liegen, bei welcher einem gleich das Design auffällt, in der sie gehalten ist.
Das auffälligste Designmerkmal der HERMES P1 ist die auf der Oberseite verbaute Aluminiumplatte, welche eine gebürstete Oberfläche aufweist und anthrazitfarbenen eloxiert wurde.

Im Vergleich zu vielen anderen Gaming Tastaturen fällt die HERMES P1 recht schlicht und kompakt aus. Das schlichte Design hat die Tastatur der verbauten Aluminiumplatte zu verdanken, welche im Gegensatz zu den sonst oft verwendeten Kunststoffgehäusen sehr geradlinig gefertigt wurde.

Die hier verbaute Aluminiumplatte fällt zur Vorderseite hin schräg ab und dient somit als kompakte Handauflagefläche. Auf der linken und rechten Seite wurde in diesen Bereich jeweils eine dreieckige Aussparung eingearbeitet, welche nicht dem Design, sondern der Funktion dient.

Diese beiden Aussparungen dienen als Montagepunkte für die mitgelieferte Handballenauflage.

Im Gegensatz zur Tastatur selbst ist die Handballenauflage etwas auffälliger gestaltet, da sie nicht nur über ein aufgedrucktes Hersteller Logo verfügt, sondern auch über vertiefte Bereiche, durch welche sie ein kantiges Design erhält.
Die Handballenauflage ist im Gegensatz zur Oberfläche der Tastatur aus schwarzem Kunststoff gefertigt und verfügt auf ihrer Unterseite über zwei hervorstehende Kunststoffelemente, welche in die beiden Öffnungen der Aluminiumplatte passen.

Auf der Unterseite der Handballenauflage wurden im vorderen Bereich zudem drei breite Gummifüße eingearbeitet.

Betrachtet man die auf der Tastaturoberseite aufgebrachte Aluminiumplatte im hinteren Bereich einmal etwas genauer, so findet man hier eine kleine Vertiefung vor, welche sich über die ganze Breite der Tastatur erstreckt und in der die Aluminiumoberfläche naturbelassen ist.

Wirft man einmal einen seitlichen Blick auf die Tastatur, so ist zu erkennen, dass die Tastatur über keinerlei Rahmen verfügt, welcher die Tasten einfasst. Die einzelnen Tasten sind somit direkt auf die Oberseite des Tastaturgehäuses aufgesetzt. Durch diesen Aufbau wird die Tastatur nicht nur etwas kompakter, sondern auch die Reinigung der Tastatur wird erleichtert, da man Krümel einfach ausschütteln kann, ohne dass sie am Rahmen hängen bleiben.

Nicht nur durch den entfallenen Rahmen fällt die HERMES P1 recht schlank aus, sondern auch durch den Verzicht auf dedizierte Makrotasten. Um einem dennoch einen erweiterten Funktionsumfang bieten zu können, wurde anstelle der linken Windowstaste eine FN-Taste verbaut, durch welche es einem ermöglicht wird, bestimmte Funktionen aufzurufen und zwei Tasten mit eigenen Makros zu belegen.

Bei diesen beiden Tasten handelt es sich um die Leertaste und um die B-Taste. Diese beiden Tasten wurden neben der eigentlichen Beschriftung auch mit G1 und G2 beschriftet. Die gewünschten Makros können wahlweise direkt über die Tastatur oder die bereitgestellte Software aufgenommen werden.
Um den Funktionsumfang zusätzlich zu erweitern, können diese beiden Tasten in sechs verschiedenen Profilen belegt werden. Im Vergleich zu vielen anderen Tastaturen ist die Anzahl der frei belegbaren Tasten jedoch recht gering.

Neben der Profilauswahl können zudem noch Multimediafunktionen, die Steuerung der Beleuchtung, das sperren der Windowstaste sowie der gesamten Tastatur unter Zuhilfenahme der FN-Taste ausgeführt werden.

Die HERMES P1 verfügt über ein 105 Tasten-Layout, bei dem jedoch eine schmale Eingabetaste verbaut wurde, wie man sie von Tastaturen im US-Layout kennt. Durch diese leichte Abwandlung muss man sich je nachdem, ob man schon einmal auf einer Tastatur mit diesem Layout getippt hat oder nicht, etwas an die Position der Eingabetaste gewöhnen.

Bei den verbauten Switches handelt es sich nicht um die weitverbreiteten CHERRY MX Switches, sondern um Switches des Hersteller TTC. Gamdias setzt hierbei wie auch manch anderer namhafter Hersteller auf braune TTC Switches, welche den braunen CHERRY MX Switches jedoch in nichts nachstehen sollen.

Wie man es von vielen anderen mechanischen Tastaturen kennt, setzt auch Gamdias bei den verbauten Switches auf eine RGB-Beleuchtung. Im Vergleich zu vielen anderen Herstellern wurden die verbauten LEDs jedoch nicht direkt in die jeweiligen Schalter integriert, sondern unterhalb der Switches. Da das Gehäuse der verwendeten TTC Switches aus transparentem Kunststoff gefertigt ist, wird somit eine bessere Beleuchtung der Gehäuse ermöglicht. Gleichzeitig ist die Beleuchtung jedoch nicht ganz so hell, wodurch zweizeilig beschriftete Tasten nicht vollständig ausgeleuchtet werden.

Mit einem Blick auf die Unterseite der Tastatur findet man im vorderen Bereich drei und im hinteren Bereich zwei große Gummifüße vor. Zudem ist im hinteren Bereich ein Kabelkanal zu finden.

In der Unterseite des Kunststoffgehäuses wurde zudem noch eine Montagevorrichtung integriert, welche den mitgelieferten Keycap Remover aufnimmt.

Die im hinteren Bereich eingearbeiteten Standfüße, welche zur Verbesserung des Handlings ausgeklappt werden können, sind an der Unterseite mit einer Gummierung versehen. Im Vergleich zu den meisten anderen Tastaturen am Markt fallen die hier verbauten Standfüße sehr groß aus.

Die Verarbeitung der HERMES P1 wurde sauber und hochwertig ausgeführt und gibt uns bis auf die etwas schwache Beleuchtung keinen Anlass zur Kritik.

Inbetriebnahme:

Die HERMES P1 wurde von unserem Windows 7 64bit sowie auch Ubuntu Testsystem per Plug and Play erkannt. Eine Treiber- bzw. Softwareinstallation ist zur normalen Nutzung nicht von Nöten. Will man jedoch den vollen Funktionsumfang der Tastatur nutzen, so muss man die zum Download bereitgestellte Software installieren.

Handhabung:

Mechanische Tastaturen bringen gegenüber herkömmlichen Tastaturen einen entscheidenden Vorteil mit sich. Bei normalen Tastaturen wird erst ein Signal über die gedrückte Taste an den PC verschickt, wenn die Taste ganz durchgedrückt ist. Durch den bauartbedingten Aufbau lassen sich diese Tasten zudem noch etwas schwerer drücken, als Tasten einer mechanischen Tastatur. In dieser werden Schalter für jede Taste verbaut, welche die Signale schon viel früher übermitteln. Somit erspart man sich zeit und auch kraft beim Tippen bzw. Spielen.

Wie schon kurz angesprochen verbaut Gamdias in der HERMES P1 braune TTC Switches, welche mit einer RGB-Beleuchtung ausgestattet sind.
Die verbauten TTC Switches sollen den Cherry-MX-Brown-Switches in nichts nachstehen und somit auch zu den Allrounder unter den mechanischen Switches gehören.

Sobald die Taste ausgelöst wird, erhält der Nutzer ein deutliches Feedback. Der Weg bis zum auslösen beträgt ca. 2 Millimeter. Der Kraftaufwand, welcher benötigt wird, um über den Betätigungspunkt hinwegzukommen, ist im Vergleich zu den CHERRY MX Brown Switches mit 45g knapp 10g geringer.

In der Praxis zeichnet sich die Tastatur somit mit einem angenehmen und leichtgängigen Tippverhalten aus, bei dem der Betätigungspunkt des Schalters zudem gut zu spüren ist. Im Vergleich zu den sonst oft von Gamern verwendeten roten oder schwarzen CHERRY MX Switches sind die braunen TTC Switches jedoch etwas lauter. Im Vergleich zu den blauen CHERRY MX Switches, welches bekanntlich die lautesten Switches sind, sind sie jedoch deutlich leiser. Somit platzieren sich die verbaute TTC Switches auch in diesem Bereich gleich auf mit den CHERRY MX Brown Switches.

Die verbauten Switches bieten in Kombination mit den hohen Tastenkappen, welche Gamdias bei der HERMES P1 einsetzt ein Handling, an welches sich viele Gamer sehr schnell gewöhnen werden. Einziges Manko ist aus dieser Sicht die verkürzte Eingabetaste. Die HERMES P1 liegt durch die großen Gummifüße sehr gut und sicher auf dem Schreibtisch und rührt sich somit auch in einer hecktischen Gaming-Session nicht vom Fleck. Durch die mitgelieferte Handballenauflage kann das Handling zudem verbessert werden.

Durch die verwendete FN-Taste wird der Funktionsumfang der HERMES P1 nicht nur um Funktionen erweitert, welche der Steuerung von grundlegenden Funktionen dienen, sondern es wird einem auch ermöglicht, erstellte Makros mit einem Tastendruck abzurufen.

Dank Anti-Ghosting mit N-Key-Rollover kann man so viele Tasten gleichzeitig drücken, wie man möchte, ohne dass ein Tastenbefehl nicht übermittelt wird. In Kombination mit der 1000 Hz Polling-Rate wird ausnahmslos jeder Tastenanschlag registriert und verzögerungsfrei weitergeleitet.

Um alle Funktionen der HERMES P1 nutzen zu können, muss man sich die von Gamdias bereitgestellte Software herunterladen. Diese gibt es neben einer installierbaren Version auch in einer mobilen Version, welche einfach nur entpackt werden muss.

Öffnet man die Software das erste mal, so dauert es einen kleinen Moment, bis die angeschlossene Gamdias Komponente erkannt wird. Sobald diese erkannt wurde, wird man gefragt, ob man den entsprechenden Treiber installieren möchte.
Die HERA Software zeigt sich währenddessen in einem recht auffälligen Design, welches nicht nur durch den leicht transparenten Aufbau der Software geschaffen wurde, sondern auch durch die Darstellung verschiedener griechischer Götter, welche alle bestimmten Komponenten von Gamdias zugeordnet sind.

Im ersten Softwareabschnitt „Key Assigment“ kann man wie die Bezeichnung schon vermuten lässt alle Einstellungen vornehmen, welche der Belegung der verschiedenen Tasten betrifft. Frei belegt werden können hierbei jedoch nur zwei Tasten. Es gibt hier jedoch auch die Möglichkeit, die FN-Taste mit der Windows-Taste softwareseitig zu vertauschen. Sollte man dies tun, kann man im Nachgang die Tastenkappen der beiden Tasten tauschen, sodass die Beschriftung den Einstellungen entsprechend ist.

Direkt auf der Tastatur ist durch eine kombiniertes drücken der FN-Taste und der F4-Taste möglich, die Funktion der WASD- und den Pfeil-Tasten untereinander zu vertauschen.

Im zweiten Softwareabschnitt „Macro Management“ kann man verschiedene Makros aufnehmen und anlegen. Wer möchte, kann diese Option auch direkt an der Tastatur durchführen, wodurch man hierzu nicht zwingend auf die bereitgestellte Software zugreifen muss.

Im dritten Softwareabschnitt „Keyboard Luminance“ können verschiedene Beleuchtungseffekte eingestellt und in bis zu sechs Profilen abgespeichert werden. Zudem ist auch die Auswahl von vordefinierten Beleuchtungseffekten möglich.

Youtube

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Im Softwareabschnitt „Assign Sound & Timer“ kann man zwei Tasten bestimmen, welche dann dazu dienen, einen vorher definierten Timer zu aktivieren bzw. zu stoppen.

Ist der eingestellte Timer abgelaufen, so ertönt ein Sound, welchen man im Softwareabschnitt „Sound File Edit“ ausgewählt hat.

Die genauen Timereinstellungen können im Softwareabschnitt „Timer Setting“ vorgenommen werden.

Im letzten Softwareabschnitt „Update / Support“ bekommt man nicht nur die aktuelle Version der HERE Software angezeigt, sondern auch die auf der HERMES P1 installierte Firmware. Zudem gibt es hier die Möglichkeit, nach einer aktuelleren Software und Firmwareversion zu suchen.

Fazit:

Mit der HERMES P1 hat Gamidas eine mechanische Gaming Tastatur in seinem Sortiment, welche in unserem Test nicht nur mit einem schicken Design, sondern auch mit einem sehr guten Handling überzeugen konnte. Durch den weggelassenen Rahmen, welcher bei den meisten Tastaturen die verbauten Tasten umgibt, fällt die Tastatur trotz des verwendeten 105 Tasten-Layouts etwas kleiner aus, als vergleichbare Tastaturen, was dazu führt, dass man nicht nur zu Hause, sondern auch auf der nächsten Lanparty etwas mehr Platz auf dem Schreibtisch hat. Zudem wird durch den rahmenlosen Aufbau die Reinigung der Tastatur erleichtert. Da man seitens Gamdias auf dedizierte Sondertasten verzichtet hat, musste man sich einen anderen Weg einfallen lassen, durch welchen man den Funktionsumfang der Tastatur erhöhen kann. Wie es auch andere Hersteller tun, ist auch Gamdias den Weg über eine FN-Taste gegangen. Jedoch hat man im Vergleich zu den meisten anderen Herstellern lediglich zwei Tasten zur freien Belegung vorgesehen. Durch das verwendete Aluminiumgehäuse in Kombination mit den mechanischen Switches, welche für bis zu 50 Millionen Anschlägen ausgelegt ist, macht die Tastatur nicht nur einen robusten Eindruck, sondern sie ist auch sehr hochwertig verarbeitet. Durch die integrierte RGB-Beleuchtung kann die Tastatur zudem an die eigenen Bedürfnisse angepasst werden. Leider fällt die Beleuchtung jedoch durch die hinter den Schaltern verbauten LEDs nicht ganz so hell aus, wie bei Tastaturen, bei denen die LEDs in die Schalter integriert wurden. Preislich liegt die noch recht neue HERMES P1 aktuell bei knapp 100€*, wodurch sie ein gutes Preis/Leistungsverhältnis bietet.

Pro

  • Schlankes Design
  • Gute Verarbeitung
  • Sehr große und gummierte Standfüße
  • Frei definierbare RGB-Beleuchtung
  • Softwareumfang
  • Preis

Contra

  • Keine durchgeschliffenen USB- und Audio-Anschlüsse
  • Helligkeit der RGB-Beleuchtung
  • Nur zwei doppelt nutzbare „G-Tasten“

Lieferumfang

Verarbeitung

Funktionsumfang

Bedienerfreundlichkeit

Modding

Software

Preis

Wir danken Gamdias sehr für die Bereitstellung des Testmusters.