Fractal Design – Define S

Mit dem Define S haben wir heute das neuste Modell aus der Define Serie von Fractal Design im Test, welches optisch an das Define R5 angelehnt wurde, im Inneren jedoch vollständig umgestaltet wurde, wodurch ein Höchstmaß an Flexibilität gepaart mit einer herausragenden Kühlleistung und einem leisen Betrieb gewährleistet werden soll.

Welche Details in dem neuen Define S stecken und wie sich das Gehäuse in unserem Test geschlagen hat, erfahrt ihr in diesem Review.

Technische Details:

  • Abmessungen: 233 x 465 x 533 mm (BxHxT)
  • Laufwerke intern: 3 x 2.5″/3.5″ + 2 x 2,5″
  • Lüfter:
    (vorne): 3x 120 / 140mm / davon 1x 140mm, 1000rpm vorinstalliert
    (hinten): 1x 120 / 140mm / davon 1x 140mm, 1000rpm vorinstalliert
    (seite): 1x 120 / 140mm (optional)
    (oben): 3x 120 / 140mm oder 180-mm-Lüfter mit 165mm Montagebohrungen (optional)
    (unten): 2x 120 / 140mm (optional)
  • Front I/O: 2x USB 3.0, 2x USB 2.0, 1x Mikrofon, 1x Kopfhörer
  • Gewicht: 9,1kg
  • Slotblenden: 7
  • Netzteilposition: unten
  • Grafikkarten bis max. 425mm (450mm ohne Frontlüfter)
  • CPU-Kühler bis max. 180mm Höhe
  • Netzteil bis max. 180 / 170 mm Bei Verwendung eines 120 / 140-mm-Lüfters am Gehäuseboden (300mm ohne Lüfter)
  • Fronttür
  • innen schwarz lackiert
  • Kabelmanagement
  • Staubfilter

Lieferumfang:

  • Define S in der erworbenen Version
  • Schraubenset
  • Kabelbinder
  • AGB-Halter
  • Bedienungsanleitung und Garantiehinweis

Design und Verarbeitung:

Auch bei dem Define S verwendet Fractal Deisgn eine neutrale Verpackung, deren Design wir in der Zwischenzeit nur zu gut kennen. Auf jeder Seite der OVP ist das Fractal Design Logo sowie der Gehäusename abgedruckt.
Auf der Vorderseite ist neben einer kurzen Beschreibung des Gehäuses eine Skizze des Define S zu finden.

Die technischen Details wurden auf der linken Seite der OVP untergebracht. Die Verpackungsrückseite wurde mit einer Explosionszeichnung des Define S bedruckt, neben welcher eine entsprechende Beschreibung der einzelnen Bauteile zu finden ist.

Innerhalb der OVP ist das Define S mittels Styropor geschützt. Somit übersteht es auch ohne weitere Umverpackung einen Transport zum Käufer unbeschadet.

Äußeres Erscheinungsbild

Wie es auch schon in der Vergangenheit bei der Define Modellreihe von Fractal Design der Fall war, gibt es auch das neue Define S in verschiedenen Versionen. Im Vergleich zu der sonst üblichen Modellvielfalt beschränkt Fractal Design diese aber auf zwei Modelle, welche sich nur durch ein eingelassenes Sichtfenster unterscheiden. In verschiedenen Farben gibt es das neuste Define Modell nicht.

Gleich nach dem Auspacken wird vielen auffallen, dass das Define S auf den ersten Blick dem ebenfalls noch recht neuen Define R5 optisch sehr ähnlich sieht. Dies kommt daher, dass das Define S auf dem Define R5 aufbaut.

Das wichtigste Designelement ist auch bei dem Define S die geschlossene Gehäusefront, welche für das sehr schlichte Auftreten des Gehäuses verantwortlich ist.

Diese ist aus schwarzem Kunststoff gefertigt und in einem gebürsteten Aluminiumdesign gehalten. Fractal Design hat sie nicht, wie es bei den meisten Gehäusen der Fall ist, mit dem Herstellerlogo verziert, sondern bleibt seiner dezenten Linie treu.

Im Vergleich zum Define R5 setzt Fractal Design hier nicht auf eine Frontklappe, welche geöffnet werden kann, sondern auf eine fest verbaute Front. Die Option externe Laufwerke zu verbauen, entfällt somit gänzlich.

Die Frontblende kann jedoch ebenfalls ganz einfach von dem Gehäuse abgenommen werden.

Hinter dieser findet man einen großen Staubfilter vor, welcher sich fast über die gesamte Gehäusehöhe erstreckt.

Hinter diesem abnehmbaren Staubfilter wurde seitens Fractal Design schon ein 140-mm-Lüfter vormontiert. Neben diesem lassen sich hier noch zwei weitere 140-mm-Lüfter montieren. Eine Montage von drei 120-mm-Lüftern ist ebenso möglich.

Bei dem verbauten Lüfter handelt es sich um den Fractal Design Dynamic GP14. Neben dem Design des Rahmens, welcher nun nicht mehr einfach nur quadratisch ausgeführt ist, wurden drei grundlegende Änderungen vorgenommen.

Einmal handelt es sich um die Form der Stege, an welchen der Impeller befestigt ist. Diese sind nun auf der dem Lüfter abgewendeten Seite mit einer spitz zulaufen Form versehen worden.

Neben den Stegen wurden zudem auch die Rotorblätter überarbeitet. Diese verfügen an der Oberseite nun am Anfang jedes Rotorblattes über eine Erhebung, welche sich über die gesamte breite des Rotorblattes erstreckt.

An der hinteren Kante der Rotorblätter wurden im Bereich der Rotornarbe drei kleine Aussparungen eingearbeitet.

Diese Überarbeitungen sollen dazu beitragen, dass die Lüfter im Vergleich zu den sonst von Fractal Design immer verbauten Silent Series Lüftern eine höhere Effizienz aufweisen ohne das die Lautstärke ansteigt.

Das I/O-Panel wurde in die Oberseite der Kunststofffront eingearbeitet. Neben der Power- und Resettaste wurden hier auch die obligatorischen Audioanschlüsse untergebracht. Zudem befinden sich hier noch zwei USB 3.0 Anschlüsse.

Betrachtet man Letztere einmal etwas genauer, so wird einem auffallen, das Fractal Design sogar bei diesen Anschlüssen wert auf ein stimmiges Gesamtbild gelegt hat, wodurch diese nicht wie sonst üblich in blau sondern in schwarz ausgeführt wurden.
Im Vergleich zum Define R5 muss das Define S jedoch mit zwei USB 2.0 Anschlüssen sowie der beim Define R5 integrierten Lüftersteuerung weniger auskommen.

Die Gehäusefront ist nahtlos an das Gehäuse angepasst. Mit einem Blick auf die Oberseite des Gehäuses findet man drei Blenden vor, wie wir sie ebenfalls schon vom Define R5 kennen.

Hierbei handelt es sich um die sogenannten Moduvent™ Lüfterabdeckungen, welche dafür sorgen sollen, dass man sich für einen leisen Betrieb oder die maximale Kühlleistung des Systems entscheiden kann.
Im Detail handelt es sich um Kunststoffblenden, welche in den Gehäusedeckel geklippt sind. An deren Unterseite wurden entsprechende Dämmmatten angebracht.

Unter diesen befindet sich ein großflächiges Wabengitter, welches als Luftauslass dient.
Hinter diesem können bis zu drei 120mm bzw. 140-mm-Lüfter verbaut werden. Die Blenden können einzeln von der Innenseite des Gehäuses aus gelöst und dann nach oben abgenommen werden.

Mit einem Blick auf die Rückseite des Gehäuses findet man im oberen Bereich direkt neben dem Ausschnitt für das I/O-Panel ein Wabengitter vor, hinter welchem der zweite, schon vormontierte 140-mm-Lüfter zu finden ist. Wie bei jedem anderen Lüftermontageplatz in dem Define S kann auch hier anstelle eines 140-mm-Lüfters ein 120-mm-Lüfter verbaut werden.

Fractal Design typisch wurden die Slotblenden in einem kontrastreichen Weiß gehalten. Der Einbauplatz für das ATX-Netzteil befindet sich, wie es in der Zwischenzeit üblich ist an der Unterkante des Gehäuses.
Die beiden Seitenwände sind mit Rändelschrauben befestigt, welche so ausgeführt wurden, dass diese fest an dem Seitendeckel befestigt sind. Dies hat den Vorteil, dass man sie z.B. auf einer abgedunkelten Lanparty nicht verlieren kann.

Mit einem Blick auf die Unterseite des Gehäuses findet man auch hier einen mächtigen Staubfilter vor. Dieser erstreckt sich über die hinteren zwei Drittel der Gehäusetiefe und kann ganz einfach nach hinten herausgezogen werden.

Durch diesen großen Staubfilter wird nicht nur das Netzteil vor Staub geschützt, sondern auch das Gehäuseinnere selbst, denn vor dem Netzteil befindet sich noch ein großflächiges Wabengitter, hinter welchem ein weitere Lüfter verbaut werden kann.

Einen sicheren Stand gewährleisten vier verchromte Standfüße, welche auf der Unterseite mit einer Moosgummischicht versehen wurden.

Wo die rechte Seitenwand noch komplett schlicht daher kommt, ist in der linken Seitenwand eine Kunststoffblende zu finden, wie wir sie schon vom Gehäusedeckel kennen.

Auch dieses kann von dem Gehäuse abgenommen werden und verdeckt einen entsprechenden Montageplatz für einen Gehäuselüfter.

Blick ins Innere

Nimmt man die beiden Gehäusedeckel von dem Define S ab, so findet man einen Aufbau vor, welchen man in dieser Form von keinem anderen Gehäuse kennt. Fractal Design ist es bei dem Define S gelungen einen Innenraum zu schaffen, welcher komplett frei von irgendwelchen Laufwerkschächten oder Ähnlichem ist.

Gleich hinter der Gehäusefront ist aus diesem Grund so viel Freiraum zu finden, dass man erst einmal überlegen muss, was man hier alles unterbringen kann.
Um einem diese Überlegungen zu erleichtern, haben sich die Ingenieure von Fractal Design schon ihren Kopf darüber zerbrochen und das Gehäuse mit einigen Besonderheiten ausgestattet. Direkt hinter der Gehäusefront lässt sich problemlos auch ein sehr dicker Radiator mit einer Größe von bis zu 360mm verbauen.
Der verbaute Mainboardschlitten zieht sich bis an die Gehäusefront heran, ist jedoch im vorderen Bereich, wo sich normalerweise die Laufwerkskäfige befinden, etwas weiter zur Gehäuseinnenseite geführt worden.

An diesen Bereich des Mainboardschlittens kann der mitgelieferte AGB-Halter montiert werden.

Am Gehäuseboden befinden sich Montagebohrungen, welche zu verschiedenen Wasserpumpen kompatibel sind.

Der Mainboardschlitten ist wie auch das Gehäuse selbst aus schwarz lackiertem Stahlblech gefertigt und verfügt am Übergang zum vorderen Bereich über zwei große Kabeldurchführungen, welche jeweils mit einer Gummidurchführung versehen sind.
Auch im Bereich des Netzteiles wurde eine solche Kabeldurchführung eingearbeitet.
Zudem verfügt der Mainboardschlitten über eine große Aussparung, welche einen Wechsel des CPU-Kühlers auch bei montiertem Mainboard erlaubt.
Am Gehäuseboden wurden im Bereich des Einbauplatzes für das ATX-Netzteil vier Gummipuffer eingearbeitet, welche das Netzteil entkoppeln.

Zudem wurde auch der Bereich an dem das Netzteil an der Gehäuserückwand anliegt mit einem Moosgummi ausgestattet, welcher das Netzteil von dieser entkoppelt.

Wirft man einmal einen Blick auf die Rückseite des Mainboardschlittens, so fallen einem auch hier ein paar Besonderheiten auf.

Fractal Design hat im vorderen Bereich drei Montagerahmen untergebracht, welche die Montage von 3,5″ oder 2,5″ Festplatten erlauben.

Im Bereich des Mainboards befinden sich auf der Rückseite des Mainboardschlittens zudem noch zwei weitere Montagerahmen für 2,5″ Laufwerke.

Durch den von Fractal Design vorgenommen Aufbau befindet sich der Großteil aller Kabel hinter dem Mainboardschlitten, wodurch der vorderen Bereich des Gehäuses optimal von Kabeln freigehalten werden kann, wodurch sich problemlos ein sehr aufgeräumtes Bild ergibt. Der Platz hinter dem Mainboardschlitten wurde zum Verlegen der vielen Kabel breit genug ausgelegt.

Montage:

Wie wir es in der Zwischenzeit von Gehäusen aus dem Hause Fractal Design kennen, setzt man in bestimmten Bereichen lieber auf eine feste Montage der Komponenten, was einen sicheren Transport der Hardware zur nächsten Lanparty garantiert, als auf eine weitestgehend werkzeuglose Montage.
Dies betrifft u.a. die Montage aller Festplatten. Zur Montage der Festplatten befinden sich fünf Montagerahmen auf der Rückseite des Mainboardschlittens. Diese sind mittels Rändelschrauben befestigt und können somit ganz einfach aus dem Gehäuse entnommen werden. Die Montage der Festplatten erfolgt bei 2,5″ und 3,5″ Festplatten mittels herkömmlicher Schrauben. 3,5″ Festplatten können hierbei jedoch entkoppelt montiert werden.

Zur Mainboardmontage müssen im ersten Schritt die Abstandhalter in den Mainboardschlitten eingeschraubt werden.
Dieser Arbeitsschritt lies sich sehr einfach und ohne eine Beschädigung des Lackes vollziehen. Anschließend kann das Mainboard mittels der Schrauben aus dem Lieferumfang montiert werden.
Die Erweiterungskarten können durch die verbauten Rändelschrauben ohne entsprechendes Werkzeug befestigt werden. Je nachdem ob man hinter der Gehäusefront Lüfter verbaut, stehen einem hier 425mm oder gar 450mm zur Verfügung. Kommt ein Radiator zum Einsatz, so muss man dessen Tiefe mit einberechnen.
Durch die acht Montagebohrungen, welche um den Einbauplatz des Netzteiles angesiedelt sind, ist eine Montage in zwei Richtungen möglich.
Wir haben das Netzteil in unserem Test so montiert, dass der Lüfter des Netzteiles frische Luft durch den Gehäuseboden ansaugen kann.
Auch bei der Montage des CPU-Kühlers muss man bei dem Define S ebenfalls keine Kompromisse eingehen. Hier stehen einem 180mm zur Verfügung, wodurch sich jeder erdenkliche Tower-Kühler oder gar Twin-Tower-Kühler in dem Gehäuse verbauen lässt.

Auf der Rückseite des Mainboardschlittens ist zudem noch genügend Platz, damit man die nicht benötigten Kabel sehr gut verstecken kann. Durch das integrierte Kabelmanagement können die Kabel sogar recht einfach und zudem sauber verlegt werden.
Zusätzlich hat Fractal Design noch einige Features wie die Montagebohrungen am Gehäuseboden oder die Montagevorrichtung für einen AGB eingearbeitet, wodurch das Gehäuse perfekt auf Nutzer einer Wasserkühlung zugeschnitten ist.
Durch den Umstand das man während der Montage öfter als bei manch anderem Case zum Schraubenzieher greifen muss geht die Montage zwar nicht ganz so schnell vonstatten, jedoch ist auch die Verarbeitung der Lackierung so gut, dass eine einfache und saubere Montage der Komponenten gewährleistet ist. Eine werkzeuglose Montage hat meist nur dann einen Vorteil, wenn man die Hardware oft wechselt. Einen sicheren und vibrationsreduzierten Halt erhält man meist nur durch eine normale Montage der Hardware.

Fazit:

Mit dem Define S hat Fractal Design ein Gehäuse entwickelt, dessen Innenraum einen Aufbau erhalten hat, wie man ihn so vorher noch nicht gesehen hat. Durch diesen Aufbau bringt das Define S einige Vorteile mit sich. So ist es z.B. problemlos möglich, ein aufgeräumtes Gehäuseinneres zu erreichen und zugleich eine mächtige Wasserkühlung unter zu bringen, ohne dass man auf vormontierte Laufwerkskäfige verzichten muss. Das Define S kann zudem mit einigen Features punkten, welche wir schon im Define R5 finden konnten. Leider hat Fractal Design hier jedoch nicht alle Features mit übernommen. So fehlen dem Define S hier z.B. der Schnellverschluss an der linken Seitenwand sowie die Lüftersteuerung. Die Verarbeitung liegt wie wir es in der Zwischenzeit von Fractal Design kennen auf einem sehr hohen Level. Das Design ist Fractal Design typisch sehr schlicht und optisch ansprechend gehalten, was zudem sicherlich auch wieder viele Casemodder ansprechen wird. Für diese hält Fractal Design zudem eine Window-Version des Gehäuses bereit. Preislich liegt das Define S aktuell bei knapp 76€*.

Pro

  • Sehr gute Verarbeitung
  • Auch im Innenraum lackiert
  • Optimiertes Kühldesign
  • Edles Design
  • Moddingpotential (optinal mit Sichtfenster)
  • Silentoptionen (Dämmung und Entkopplung)
  • Kabelführung
  • Rändelschrauben, welche man nicht verlieren kann

Contra

  • (Keine durchgehende werkzeuglose Montage)

Verarbeitung

Kompatibilität

Kühlmöglichkeiten

Ausstattung

Lieferumfang

Modding

Preis

  

Wir danken fractal-design.com/ für die Bereitstellung des Testmusters.