FIFA 17

Heute werden wir im neuesten Teil der FIFA-Reihe zum Anstoß gebeten. Denn mit FIFA 17 haben wir nicht nur den neusten Titel der Reihe im Test, sondern auch einen Meilenstein, welcher die Reihe prägen soll.

Dieses Fußballspiel ist womöglich jedem ein Begriff, allerdings soll das bisher stetig gleich ausfallende Spielerlebnis in diesem Teil durch einige Besonderheiten aufgefrischt werden. So können wir mit dem erneuertem „FIFA Ultimate Team“ unsere eigene Truppe zusammenstellen oder auch, erstmals in der Reihe, eine Story erleben, welche uns durch das Leben eines aufstrebenden Kickers führt. Diese sowie einige andere Veränderungen geleiten uns durch das mit der Frostbite 3 Engine ausgestattete Spiel. Hierdurch sollen wir auf den Konsolen das gleiche grafische Erlebnis wie am PC erleben dürfen. Doch ob die Entwickler dies geschafft haben, und ob die anderen neuen Features gut in das Spiel implementiert wurden, werden wir Euch im folgenden Check aufzeigen.

Hauptmenü

Nachdem wir im Launcher auf Spielen geklickt haben und das Intro vorbei ist präsentiert sich uns auf dem Bildschirm ein Hauptmenü, welches in mehrere Reiter unterteilt ist und mit großzügigen Kacheln daher kommt. Die Grafiken selber sind gut und besonders die Bilder, welche echte Spieler zeigen, lassen das Menü wie auch den sonstigen Verlauf des Spiels sehr realitätsnah und hochwertig wirken. Doch dazu später mehr.
Im Hauptmenü haben wir in der rechten oberen Ecke eine durchrollende Übersicht über unser Account, welche wir uns, beim Nutzen eines Controllers mit Xbox-Layout, durch das Drücken auf den rechten Analogstick im Vollbild anzeigen lassen können. Über die 4 Reiter erreichen wir alle sonstigen Aktionen, welche wir im Hauptmenü vollführen können. Während wir im Reiter „Menü“ aktuelles zum Spiel, sowie den zuletzt gespielten Modus starten können, haben wir im Reiter Spielen alle Modi, welche im Singleplayer spielbar sind. Im online Reiter finden wir jene Modi, welche online verfügbar sind. Auf diese Spielmodi werden wir im späteren Verlauf dieses Tests noch einmal genauer zusprechen können, denn nun widmen wir uns dem letzten Reiter im Hauptmenü.

Denn unter dem Punkt Anpassen finden wir alles, was nicht unter die anderen Reiter einzuordnen ist. Wir haben hier Zugriff zu den Spiel- und Onlineeinstellungen. Ebenso können wir hier unser Spielerprofil aufrufen und unsere Statistiken einsehen. Ansonsten kann man über den Reiter auch die Teams bearbeiten. Vom Manager bis hin zu der gespielten Taktik können wir hier alles nach unseren Wünschen einstellen und so einen ganz eigenen Spielstyle entwickeln. Dies kann sich besonders im späteren Spieleverlauf als nützlich erweisen.

Zu guter Letzt noch einen kurzen Blick auf das erste Fenster, welches sich beim öffnen des Spiels darbietet. Im Launcher können wir die ersten groben Einstellungen vornehmen und das Spiel starten. Einziges Manko an diesem System mit dem vorangehenden Launcher welches wir als störend empfinden ist die Tatsache, dass der Launcher nach dem Beenden des Spiels weiterhin geöffnet bleibt und wir ihn von Hand schließen müssen. Hier wäre eine selbstständige Schließung wünschenswert, da das manuelle Schließen mit der Zeit nervig wird.

Die Spielmodi

Doch welche Modi genau können wir in FIFA 17 spielen, um unsere Fußballskills unter Beweis zu stellen. Grundsätzlich haben wir, wie in vielen Spielen, verschiedene Online- und Single-Player-Modi zur verfügen. Schauen wir uns zunächst den Single Player etwas genauer an. Hier haben wir neben der klassischen Karriere, in welcher wir in die Rolle eines realen Spielers schlüpfen oder unseren Wunschcharakter im Trikot erstellen können, auch die Möglichkeit, den neuen Storymodus namens „The Journey“ zu spielen.

Das schnelle Spiel können wir über die Kachel mit der Aufschrift „Anstoss“ beginnen. Wer für mehr Zeit hat, als nur eine schnelle Runde gegen den Computer, kann auch im Turniermodus einen kompletten Cup spielen. Neben diesen zeitintensiven Turnieren können wir auch sogenannte Skill-Spiele starten, in welchen wir unsere Fähigkeiten in der Form von Tricks vorführen. Jedoch finden wir hier auch die zwei interesanten Spielmodi. „The Journey“ und „FIFA Ultimate Team“.

Der Modus „The Journey“ ist eine Neuerung, die in unseren Augen endlich einmal in FIFA Einzug halten musste. Es handelt sich um einen Storymodus, in welchem wir den heranwachsenden Kicker Alex, dessen favorisierten Club wir im Vorfeld auswählen können, bei seinem Weg an die Spitze begleiten können. Hierbei handelt es sich um einen Mix aus Trainings, regulären Spielen, Videosequenzen und Gesprächen. All unsere Aktionen haben laut EA-Games Auswirkungen auf unsere Karriere. Jedoch waren diese Auswirkungen meistens nur bis zum Ende der darauffolgenden Videosequenz zu spüren. Was uns bei dieser, doch sehr vorprogrammierten Story überrascht, ist die Tatsache, dass es keinen ultimativen Weg gibt „The Journey“ ans Ende zu führen. Es wird in der Story ein gesundes Gleichgewicht von Kontakt zu den Fans sowie dem positiven Überraschen des Trainers benötigt, um an das bestmögliche Ergebnis zu gelangen. Wenn wir diesen neuen Modus beenden, haben wir nicht nur den ersten Storymodus von FIFA durchgespielt, sondern erhalten auch eine permanente Alex Hunter Karte für unseren FIFA Ultimate Team Kader sowie bis zu fünf temporäre Spielerkarten.

Damit kommen wir auch schon zum nächsten interessanten Modus in FIFA 17, dem „FIFA Ultimate Team Modus“ mit der etwas komisch klingenden Abkürzung „FUT“, was uns wieder zeigt, dass man manche Sachen nicht abkürzen sollte. In diesem Modi haben wir als Spieler die Möglichkeit unser eigenes Team von der Auswahl der Spielposition, der einzelnen Spieler, über die Formation bis hin zur Auswahl des Managers zu erschaffen. Neue Spielerkarten können wir durch das Spielen von Matches gewinnen oder auch in Form von Sets käuflich erwerben. Unser zusammengestelltes Team können wir dann in Spielen gegen Freunde oder andere Teambesitzer erproben.

Die anderen in dem Spiel vorhandenen Spielmodi zeigen sich in dem aus der FIFA-Reihe gewohnten Gewand.

Interface

Beim Interface gehen die Entwickler wie auch beim Großteil des Singleplayers keine komplett neuen und revolutionären Wege und bleiben somit der Reihe treu. Wir erhalten die Info über den aktuell angewählten Spieler in den unteren Ecken und sehen am unteren Rand und in der Mitte eine „Minimap“ vom Spielfeld, auf welcher wir alle Spieler, den Ball und dessen Position nach einem Schuss sehen.

Informationen zur Spielzeit und den insgesamt gefallenen Toren erhalten wir wie man es aus dem TV kennt, über einen Balken in der linken oberen Ecke. Wenn Tore fallen, gibt es kein Pop Up oder sonstige flimmernde Animationen, sondern eine Videosequenz vom Torjubel des Schützen. Durch diese Elemente kommt einem ein Spiel in FIFA so vor, als würde man ein reales Spiel im Fernsehen betrachten. Es gibt jedoch den feinen Unterschied, dass wir eines der Teams selber steuern.

Die Grafik und der Sound im Spiel

Der Sound, den wir während eines Spiels erleben dürfen, bleibt wie so vieles dem Vorgänger verbunden. Getreu dem Motto „Never change a running system“ werden wir auch in FIFA 17 mit „Buschi“ als Kommentator und jubelnden Massen von den Zuschauerrängen begleitet. Besonders über unsere Boxen fühlten wir uns bei den jubelnden Massen wie Live im Stadion. Das einzige Manko, welches sich bei der Zusammenführung von Sound und Grafik gezeigt hat, war die Zusammenführung dieser zwei Komponenten während Konversationen. So viel uns besonders in „The Journey“ die sehr schlechte Synchronisation zwischen der Mund- und Augenbewegung in Kombination mit der Sprache auf. Dies ist besonders enttäuschend, da die deutsche Fassung erst Monate nach dem Release des Spiels veröffentlicht wurde.

Grafisch gehen die Entwickler hingegen neue Wege, denn sie nutzten erstmals am PC und auf Konsolen die gleiche Engine, wodurch die Qualität eines PC-Spiels auf die Konsolen gebracht werden soll. Dies ist jedoch leider nicht so gelungen, wie wir es uns erhofft haben. Denn jeder der BF 4 oder BF 1 am Computer spielt bzw. gespielt hat weiß, was die genutzte Frostbite 3 Engine leisten kann. Starten wir jedoch FIFA 17, sieht es grafisch bei Weitem nicht nach Qualität aus. Auf den ersten Blick sieht die Sicht auf das Spielfeld von den Texturen sowie auch den Lichteffekten her recht gut aus.

Nähert man sich jedoch z.B. den Spielern in der Aufstellung vor dem Spiel, so wirken diese blass und emotionslos. Auch die Zuschauer, welche ein Fußballspiel erst zu einem solchen machen, sind sehr schlecht dargestellt. Auch wenn der Fokus des Spiels auf dem Spielfeld liegt, hätten wir uns halbwegs gut animierte Zuschauer gewünscht.

Ein weiteres gutes Beispiel für die fehlende Liebe zum Detail sehen wir bereits in den ersten Minuten von „The Journey“. Denn auch hier ist der Platz zwar ordentlich, der Kameraschwenk über die Nachbarschaft zeigt einem jedoch schnell, wo gespart wurde. Das hier gezeigte Bild wirkt schlichtweg veraltet und nicht dem heutigen Entwicklungsstand entsprechend.

Erste Momente im Spiel

Es heißt wieder Anpfiff! Dann starten wir mal Origin und schwingen uns in das neue FIFA. Nachdem uns Marco Reus schon im Launcher begrüßt hat und wir das Intro hinter uns haben, stellen wir alles ein und beginnen sofort mit dem neuen Modus „The Journey“. Ein FIFA mit einer Story können wir uns einfach nicht vorstellen, sodass wir uns einmal von etwas Besserem belehren lassen wollen.

Bei der Wahl unseres Lieblingsclubs fällt diese in unserem Test auf den Verein Westham United. Bevor wir nun das erste mal unseren Character, Alex Hunter der kleine Kicker aus der Amateurliga auf dem heimischen Rasen sehen, bekommen wir noch eine kurze Videosequenz gezeigt. Mit dabei ist sein bester Freund Gareth, seine Familie und ein Talentscout. Wir sehen in Videoform wie sich das Spiel in Richtung des Elfmeterschießens entwickelt, während der Vater von Alex seinen Sohn aufgrund eines Hinfallens bei seiner Mutter niedermacht. Nach einem Wortgefecht zwischen Mutter und Vater zieht dieser von dannen und Alex schaut ihm deprimiert nach. Doch egal das Spiel ist wichtig und so haben wir die Ehre unserem Team durch einen verwandelten Elfer zum Sieg zu verhelfen. Wir sind an der Reihe, warten auf das Tutorial zum Elfmeterschießen, was nicht kommt, Alex läuft an und wir wissen nicht, was zu tun ist und wie sollte es anders sein, wir verschießen, gewinnen allerdings trotzdem da die folgenden Spieler unseres Teams treffen. Für die nächsten Minuten war es das dann auch wieder mit dem spielen. Eine weitere Videosequenz folgt, in welcher Alex nach Hause zurückkehrt und seine Eltern streiten hört. Doch egal, wir haben das Spiel gewonnen, und das ist die Hauptsache. Es folgt ein Zeitsprung zu den Exit Trials und Alex ist erwachsen geworden. Wir stehen mit Gareth auf dem Rasen und erhalten die letzte Chance den Fuß in die Tür der Oberliga zu stecken. Der Pfiff ertönt und wir müssen uns beweisen.

Fazit

Zusammenfassend lässt sich sagen das FIFA 17 im Großteil ein FIFA ist, wie die vergangenen Versionen zuvor. Es geht logischerweise wieder um Fußball, Buschi kommentiert erneut unsere Aktionen und es ist sonst auch sehr ähnlich zu den Vorgängern. Der Storymodus, welcher FIFA 17 einzigartig machen sollte, enttäuscht eher, als er begeistert da die Story sehr vorgefertigt ist. Die genutzte Engine zerstört die Vorfreude leider auch, da in der PC Fassung so manche grafische Umsetzung unelegant gelöst wurde. Es hakt an so mancher Stelle, sei es der Grafik, der „Story“ oder auch schon dem fehlenden Tutorial, wodurch FIFA-Anfänger im Regen stehen gelassen werden. Für FIFA-Enthusiasten ist der neue Teil ein Muss. Gamer, welche noch kein Spiel der FIFA-Reihe gespielt haben, werden es aus meiner Sicht schwer haben, sich in das Spiel hineinzufinden. Sollte Euch das Spiel dennoch überzeugt haben, könnt Ihr es je nach Plattform zu einem Preis von ca. 44€* erwerben.

Ein besonderer Dank geht an EA Games dafür, dass wir FIFA 17 testen durften.

FIFA 17

6.8

Grafik

6.0/10

Sound

8.0/10

Steuerung

7.0/10

Story/Inhalt

6.0/10

Extras

8.0/10

Preis

6.0/10